{"id":655166,"date":"2015-01-15T12:48:55","date_gmt":"2015-01-15T11:48:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=655166"},"modified":"2015-01-15T14:07:11","modified_gmt":"2015-01-15T13:07:11","slug":"naujoks-in-nw-ii-e-mails-statt-telefonaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/15\/naujoks-in-nw-ii-e-mails-statt-telefonaten\/","title":{"rendered":"Naujoks in NW (II): Telefonieren? N\u00f6, lieber mailen"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr drei Monate ist Stephan Naujoks, 49, CEO und Co-Gr\u00fcnder des Kieler Start-ups Snapmobl, in New York \u00fcber das German Accelerator Programm.\u00a0Snap\u00admobl transformiert Webseiten von Kleinunternehmen vollautomatisch in Smartphone-optimierte Varianten. Snapmobl vermarktet diese L\u00f6sung seit einem knappen Jahr und hat seitdem rund 4.500 Webseiten transformiert. Naujoks Ziel bis zum 31. M\u00e4rz 2015: Die Vermarktung in den Vereinigten Staaten.<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Naujoks in New York I\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/13\/naujoks-in-new-york-i-snapmobl-ein-deutsches-start-up-in-den-usa\/\" target=\"_blank\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/13\/naujoks-in-new-york-i-snapmobl-ein-deutsches-start-up-in-den-usa\/<\/a><\/p>\n<p>Seit Sonntag, dem 4. Januar, bin ich nun in New York und nehme am German Accelerator Programm teil, um snapmobl in den amerikanischen Markt zu bringen. Der German Accelerator hat seinen Sitz in bester Lage &#8211; in Manhattan in den R\u00e4umen des Incubators der Polytechnic Institute of New York University.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655235\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655235\" class=\"size-full wp-image-655235\" alt=\"Poly Incubator\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild1_NYPolyIncubator.jpg\" width=\"640\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild1_NYPolyIncubator.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild1_NYPolyIncubator-300x221.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild1_NYPolyIncubator-405x300.jpg 405w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-655235\" class=\"wp-caption-text\">Poly Incubator<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Arbeitsplatz sieht so aus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655188\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655188\" class=\"size-full wp-image-655188\" alt=\"Stephan Naujoks Arbeitsplatz beim Incubator\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksMein_Arbeitsplatz.jpg\" width=\"640\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksMein_Arbeitsplatz.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksMein_Arbeitsplatz-300x221.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksMein_Arbeitsplatz-405x300.jpg 405w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-655188\" class=\"wp-caption-text\">Stephan Naujoks Arbeitsplatz beim Incubator<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Highlight der ersten Tage war meine Teilnahme NY Tech Meetup. Das ist das gr\u00f6\u00dfte Tech-Startup-Netzwerk in New York und gleichzeitig die gr\u00f6\u00dfte Meetup-Gruppe weltweit. Die Gruppe gibt es seit 2004, mehr Infos dar\u00fcber hier: <a href=\"http:\/\/www.meetup.com\/ny-tech\/\">http:\/\/www.meetup.com\/ny-tech\/<\/a><\/p>\n<p>Besonders beeindruckend: Der Veranstaltungsort war das \u00a0NYU Skirball Center &#8211; mit 860 Sitzpl\u00e4tzen komplett ausverkauft. <a href=\"http:\/\/nyuskirball.org\/page\/about\">http:\/\/nyuskirball.org\/page\/about<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verboten: Fragen nach dem Businessmodell\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Ablauf: Eine kurze Pr\u00e4sentation von neuen L\u00f6sungen anschlie\u00dfend Fragerunde mit einer \u00fcberraschenden Vorgabe: Fragen nach dem Businessmodell sind nicht erlaubt, es geht nur um die Technik. Wer das nicht beachtet, wird noch w\u00e4hrend seiner Frage heftig ausgebuht. Trotz dieser Vorgabe besteht Publikum kaum aus typischen Techies, sondern es sind alle vertreten, die sich f\u00fcr Startups interessieren. Anschlie\u00dfend Networking \u2013 diesmal ausnahmsweise \u2013 wie mir versichert wurde &#8211; mit Saft statt mit Bier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655240\" style=\"width: 615px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655240\" class=\"size-full wp-image-655240\" alt=\"NYU Skirbal\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild3_NYUSSkirbal-2.jpg\" width=\"605\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild3_NYUSSkirbal-2.jpg 605w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild3_NYUSSkirbal-2-300x158.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/naujoksBild3_NYUSSkirbal-2-500x264.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><p id=\"caption-attachment-655240\" class=\"wp-caption-text\">NYU Skirbal<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Beziehungen z\u00e4hlen<\/strong><\/p>\n<p>In das Networken investieren die Amerikaner viel. Das Zitat eines Mentors: \u201eRelationship matters \u2013 it\u2019s all about networking\u201c. In Zeiten, in denen die Kaltakquise von Neukunden immer schwieriger und vor allem zeitaufw\u00e4ndiger wird, sind pers\u00f6nliche Beziehungen, die T\u00fcren \u00f6ffnen, um so wichtiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angel Networks und After-hour-drinks<\/strong><\/p>\n<p>Beim Thema Networken stellt sich nat\u00fcrlich sofort die Frage: Wie trifft man am besten Investoren? Antwort einer Mentorin: \u201eEs gibt Angel Networks und after-hour-drinks. Auf ihre Frage, wie das in Deutschland im Vergleich ist, war meine Antwort, es g\u00e4be zwar Netzwerke, es w\u00e4re aber eher die Ausnahme auf ein After Hour Beer auszugehen und dabei Investoren zu treffen. Die Reaktion war verbl\u00fcffend: \u201eWas macht Ihr denn nach der Arbeit? Etwas nach Hause gehen?\u201c Der Tonfall machte sehr deutlich, dass diese Vorstellung f\u00fcr meine Gespr\u00e4chspartnerin v\u00f6llig absurd war. Sie mag so knappe 60 Jahre alt sein \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am folgenden Tag ging es weiter mit Workshops der Mentoren zu den verschiedensten Themen. Meine pers\u00f6nlichen Highlights:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliches Auftreten &#8211; gerne penetrant<\/strong>: Hier wird der Unterschied zu Deutschland am deutlichsten. Originalzitat des Mentors: \u201eBeing aggressive doesn\u2019t mean impolite. Be aggressive\u00a0 far beyond your comfort zone!\u201c Amerikaner erwarten sogar Agressivit\u00e4t und Hartn\u00e4ckigkeit, sonst kann mein Anliegen schnell als \u00b4nicht ernsthaft genug\u00b4 angesehen werden. Ein klarer Rat vom Mentor: \u201eBe a pain in the ass!\u201c und er berichtet von einem Startup-CEO, der ihm seit acht Wochen zwei E-Mails pro Woche schickt, um einen Termin zu bekommen.<\/p>\n<p>Das erz\u00e4hlt er keineswegs genervt oder mit rollenden Augen, sondern beeindruckt. \u201eNo one has a right tob e successfull.\u201c<\/p>\n<p>Meine \u00dcbersetzung mit nordeutscher F\u00e4rbung: \u201eMan muss schon den Mors hochbekommen, um in USA gesch\u00e4ftlichen Erfolg zu haben!\u201c Interessant auch der Rat eines anderen Mentors, sich im Wettbewerb durchzusetzen: \u201eMan muss m\u00f6glichst schnell den Willen des Wettbewerbers brechen, Wettbewerber sein zu wollen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hoher Druck auf Manager<\/strong>: Der Druck auf Entscheidungtr\u00e4ger in den USA ist brutal hoch. Die durchschnittliche Lebensdauer eines CMO in einem US-Unternehmen betr\u00e4gt 18 Monate. Deshalb hat jeder Entscheider einen hohen Handlungsdruck. Ich wollte herausbekommen, ob die Amis ein Wort f\u00fcr aussitzen haben \u2013 ich habe es nicht geschafft, denn niemand hat verstanden, was das ist \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Handlungsbereitschaft beeindruckt mich tief: Einem der Mentoren gefiel unsere L\u00f6sung so gut, dass er f\u00fcr den selben Abend einen Pr\u00e4sentationstermin bei seinem CEO ausgemacht hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>E-mailen statt Telefonieren<\/strong>: Es wird sehr wenig telefoniert, die gesamte Kommunikation l\u00e4uft per email. Deutliche Worte eines Mentors: \u201eWenn mich jemand anruft, dann hoffentlich nur, um mir zu sagen, dass er beide Arme gebrochen hat.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nein kann heissen `nicht jetzt\u00b4:<\/strong>\u00a0\u201eNo\u201c bedeutet in den USA \u201eno for now\u201c, in ein paar Wochen kann die Sache schon ganz anders aussehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hoch angesehene Start-ups<\/strong>: Aus meiner Sicht unterscheidet sich auch das Ansehen von Startups in den USA im Vergleich mit Deutschland: Die Gewichtung vom Risiko Geld zu verlieren im Vergleich zum Risiko eine Chance zu verpassen hat in Deutschland meiner Erfahrung nach eine klare Gewichtung auf ersterem. In USA scheint es bewusster zu sein, dass erfolgreiche Unternehmen wie Facebook und Google vor gar nicht so langer Zeit auch typische Startups waren. Startups werden ernster genommen und genie\u00dfen deutlich h\u00f6heres Ansehen als in Deutschland. Originalton eines Mentors: \u201eIn New York sind erfolgreiche Entrepreneurs die neuen Rockstars.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutsche Technologie &#8211; hoch im Kurs<\/strong>: \u201eGerman Technology\u201c wird sehr hoch in den USA gesch\u00e4tzt,\u00a0 Ausl\u00e4nder vollst\u00e4ndig akzeptiert \u2013 jeder sagt offen, er w\u00e4re ja auch ein Einwanderer und verweist auf seine Wurzeln drei Generationen zur\u00fcck. Vorsichtig formuliert: Das ist oft anders in Deutschland. In USA ist nicht Herkunft entscheidend, sondern Frage: \u201eHow can you make me successfull?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr zum Programm: <a title=\"German Accelerator Programm\" href=\"http:\/\/germanaccelerator.com\/program\/\" target=\"_blank\">http:\/\/germanaccelerator.com\/program\/<\/a><\/p>\n<p>Mehr zu snapmobl: <a title=\"snapmobl.com\" href=\"http:\/\/snapmobl.com\" target=\"_blank\">http:\/\/snapmobl.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr drei Monate ist Stephan Naujoks, 49, CEO und Co-Gr\u00fcnder des Kieler Start-ups Snapmobl, in New York \u00fcber das German Accelerator Programm.\u00a0Snap\u00admobl transformiert Webseiten von Kleinunternehmen vollautomatisch in Smartphone-optimierte Varianten. Snapmobl vermarktet diese L\u00f6sung seit einem knappen Jahr und hat &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/15\/naujoks-in-nw-ii-e-mails-statt-telefonaten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[4145,4143,4131,2635,4132],"class_list":["post-655166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-german-accelerator-programm","tag-naujoks-in-new-york","tag-snapmobl","tag-start-up","tag-stephan-naujoks"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=655166"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655166\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=655166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=655166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=655166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}