{"id":654937,"date":"2014-12-14T02:18:23","date_gmt":"2014-12-14T01:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=654937"},"modified":"2014-12-15T12:06:27","modified_gmt":"2014-12-15T11:06:27","slug":"der-ratselhafte-top-managerinnen-schwund-interview-mit-headhunterin-sabine-hansen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/12\/14\/der-ratselhafte-top-managerinnen-schwund-interview-mit-headhunterin-sabine-hansen\/","title":{"rendered":"Der r\u00e4tselhafte Top-Managerinnen-Schwund &#8211; Interview mit Headhunterin Sabine Hansen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frau Hansen, in den Dax-Vorst\u00e4nden sind die wenigen Frauen, die es dorthin geschafft hatten, l\u00e4ngst wieder auf dem R\u00fcckzug. Boxen die M\u00e4nner sie raus?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hansen:<\/strong> Frauen, die ab 2007 in die Vorst\u00e4nde &#8211; und zwar von au\u00dfen &#8211; berufen worden sind, haben im Vergleich zu ihren m\u00e4nnlichen Kollegen eine deutlich k\u00fcrzere Verweildauer. Und zwar drei Jahre gegen\u00fcber acht Jahren bei m\u00e4nnlichen Vorst\u00e4nden.<\/p>\n<div id=\"attachment_648196\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-648196\" class=\"size-full wp-image-648196\" alt=\"Sabine Hansen, Headhunterin bei Amrop Delta\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013.jpg\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-648196\" class=\"wp-caption-text\">Sabine Hansen, Headhunterin bei Amrop Delta<\/p><\/div>\n<p><strong>Und warum?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hansen<\/strong>: Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig. Mangelnde Erfahrung im Unternehmen ist einer. Vorst\u00e4nde, die keinen Stallgeruch haben und extern berufene Vorst\u00e4nde scheiden ohnehin fr\u00fcher aus laut Statistik. Ein anderer Grund ist das jeweilige Vorstandsressort. Oft \u00fcbernehmen Frauen, die neu im Vorstand sind, das Personalressort. Doch gerade das verlangt noch mehr intime Kenntnisse \u00fcber das Unternehmen und st\u00e4rkere interne Netzwerke als andere Bereiche. Die bekanntesten Beispiele, wo Frauen daran scheiterten sind Angela Titzrath bei der Post, Elke Strathmann bei Conti, Marion Schick bei der Deutschen Telekom oder Angelika Dammann bei SAP.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Also ist das angeblich weiche Ressort Personal in Wahrheit besonders schwierig&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hansen:<\/strong> Fatalerweise steigen deutlich mehr Frauen von au\u00dfen auf der Vorstandsebene ein und werden nicht \u2013 wie es angemessen w\u00e4re \u2013 von intern bef\u00f6rdert. Die bekannteste Ausnahme ist Kathrin Menges, die erst Personalchefin bei Schwarzkopf war, eine Henkel-Akquisition. Mein Fazit ist, dass Quereinstiege und Personalressorts t\u00f6dlich sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was ist weniger heikel?<\/strong><\/p>\n<p>Das Finanzressort ist anscheinend pr\u00e4destiniert f\u00fcr Frauen von extern. Die Verweildauer dort ist vergleichbar mit der der M\u00e4nner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Fehler machen die Frauen auf Vorstandsebene?<\/strong><\/p>\n<p>Vielen Damen im Vorstand fehlt schlichtweg der Mut beziehungsweise die\u00a0Weitsicht, f\u00fcr sich eine Einarbeitungszeit \u00fcber mehrere Monate einzufordern. So wie es Friedrich Joussen machte bei TUI. Er hatte &#8211; als einfaches Vorstandsmitglied ohne besonderes Ressort &#8211; sage und schreibe fast neun Monate Zeit, bevor er den Job des Vorstandsvorsitzenden von seinem Vorg\u00e4nger \u00fcbernahm und diese Zeit zu ausgiebigen Gespr\u00e4chen bis hinuter auf die vierte Hierarchieebene nutzte. Frauen dagegen versuchen, sich als weibliche\u00a0Neuzug\u00e4nge auf Vorstandsebene\u00a0vom ersten\u00a0Tag\u00a0an unter Beweis zu stellen. Um klarzumachen, dass sie ihr Geld wert sind und ihre Kompetenz alle anderen\u00a0Bereiche \u00fcberstrahlt.<\/p>\n<p>Der Faktor, der jemanden auf Dauer erfolgreich macht, ist neben der oft viel zu hoch gehobenen Fach- beziehungsweise Branchenkompetenz vor allem das interne Netzwerk. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die intimen Zusammenh\u00e4nge im Unternehmen &#8211; wer kann mit wem, und warum&#8230; &#8211; sowie\u00a0die Bef\u00e4higung, eine Organisation zielgerichtet zu beeinflu\u00dfen. Gerade diese Kompetenzen lassen sich nicht von heute auf morgen erlernen. Sie werden durch das Vertrauen der Peer-Group, des Mitarbeiterkreises und im Top-Management erworben und durch den systematischen Aufbau von Seilschaften. Letzteres kann auch kurzfristig durch das Nachziehen von ehemaligen Weggef\u00e4hrten erfolgen.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und das machen Frauen auf der Top-Ebene falsch?<\/strong><\/p>\n<p>Dies alles als einsame W\u00f6lfin zu bew\u00e4ltigen, ist kaum m\u00f6glich. Besser w\u00e4re es, die Damen vor ihrer Berufung zu beraten, die wichtigsten Schritte systematisch zu planen und rechtzeitig wichtigte Unterst\u00fctzer zu gewinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Link DW-TV-Interview Sabine Hansen: <a href=\"http:\/\/dw.de\/p\/1E3DR\">http:\/\/dw.de\/p\/1E3DR<\/a><\/p>\n<p>Fidar Frauenquote: <a title=\"Fidar Frauenquote \" href=\"http:\/\/www.fidar.de\/presse-aktuelles\/aktuelles\/ansicht\/artikel\/bundeskabinett-beschliesst-gesetz-fuer-frauenquote.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fidar.de\/presse-aktuelles\/aktuelles\/ansicht\/artikel\/bundeskabinett-beschliesst-gesetz-fuer-frauenquote.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Hansen, in den Dax-Vorst\u00e4nden sind die wenigen Frauen, die es dorthin geschafft hatten, l\u00e4ngst wieder auf dem R\u00fcckzug. Boxen die M\u00e4nner sie raus? 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