{"id":654786,"date":"2014-12-03T00:34:21","date_gmt":"2014-12-02T23:34:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=654786"},"modified":"2014-12-03T00:57:05","modified_gmt":"2014-12-02T23:57:05","slug":"serie-krisen-pr-iv-die-unbelehrbaren-die-krise-ist-vorbei-basta-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/12\/03\/serie-krisen-pr-iv-die-unbelehrbaren-die-krise-ist-vorbei-basta-2\/","title":{"rendered":"Serie Krisen-PR (IV): Die Unbelehrbaren \u2013 \u201cDie Krise ist vorbei. Basta!\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong><span>Serie Krisen-PR (IV): Die Unbelehrbaren \u2013 warum Topmanager aus Kommunikationskrisen keine Lehren ziehen. J\u00f6rg Forthmann, Chef der Kommunikationsagentur Faktenkontor und Blogger unter Mediengau <a class=\"smarterwiki-linkify\" href=\"http:\/\/www.faktenkontor.de\/mediengau\/\">http:\/\/www.faktenkontor.de\/mediengau\/<\/a> \u00fcber Allesk\u00f6nner in der Chefetage, die aus Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung ihren Job riskieren.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_652212\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-652212\" class=\"size-medium wp-image-652212\" alt=\"J\u00f6rg Forthmann, Chef der Kommunikationsagentur Faktenkontor\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/03\/ForthmannJoerg.Faktenkontor1-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/03\/ForthmannJoerg.Faktenkontor1-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/03\/ForthmannJoerg.Faktenkontor1-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/03\/ForthmannJoerg.Faktenkontor1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-652212\" class=\"wp-caption-text\">J\u00f6rg Forthmann, Chef der Kommunikationsagentur Faktenkontor in Hamburg<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kommunikationskrise ist endlich vorbei. Tage- und wochenlang haben die Medien schlecht \u00fcber das Unternehmen berichtet. Die Ums\u00e4tze sind schwer eingebrochen. Personelle Konsequenzen wurden gezogen, vorzugsweise auf der zweiten Hierarchieebene. Schlimm war&#8217;s. Also schnell wieder ins Tagesgesch\u00e4ft abtauchen. Wer jetzt bei der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung eine Nachbetrachtung der Krise einfordert, erntet Missachtung, oft genug auch eruptives Missfallen: \u201eJetzt ist aber genug! Die Krise ist vorbei. Basta!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Analyse? Ach quatsch, wof\u00fcr denn? Die wichtigsten Fragen<\/strong><\/p>\n<p>In 95 Prozent der Unternehmen werden Kommunikationskrisen nicht nachtr\u00e4glich analysiert. So vergeben Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Vorst\u00e4nde eine wertvolle Chance, die n\u00e4chste kritische Situation besser zu meistern. Sie sollten fragen:<\/p>\n<p>&#8211; Hat der Krisenstab funktioniert?<\/p>\n<p>&#8211; Waren alle wichtigen Entscheider wirklich erreichbar?<\/p>\n<p>&#8211; Wo gab es schwere Fehleinsch\u00e4tzungen?<\/p>\n<p>&#8211; Warum war die Pressestelle zeitweise \u00fcberfordert?<\/p>\n<p>&#8211; Und warum war der Gegenspieler in der medialen Auseinandersetzung stets fr\u00fcher mit seiner Botschaft drau\u00dfen als wir?<\/p>\n<p>Nach jeder Krise gibt es derartige Fragen. Oder anders formuliert: Es gibt erheblichen Verbesserungsbedarf, um die n\u00e4chste Krise besser durchzustehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auskunft-Verweigerer und \u00fcberfordert<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn meiner Berufslaufbahn arbeitete ich bei einem Nahrungsmittelkonzern. Alle drei Monate wurden wir Opfer von Lebensmittelerpressern. Die Umsatzeinbu\u00dfen gingen jedes Mal in die -zig Millionen. Doch sobald die bundesweite Berichterstattung zu einer Erpressung vorbei war, erkl\u00e4rte der zust\u00e4ndige Vorstand die Krisenkommunikation zum Tabuthema. \u201eKein Gespr\u00e4chsbedarf.\u201c Dabei war unsere Performance in den ersten Krisen nicht gut. Im Gegenteil: Wir waren dem Journalistenansturm nicht gewachsen, und in den Redaktionen entstand der desastr\u00f6se Eindruck, das Unternehmen sei der Lage nicht gewachsen und verweigere der \u00d6ffentlichkeit die Auskunft. Entsprechend niederschmetternd war das Medienecho. Wir wurden von Mal zu Mal besser, aber auch nur, weil sich die Pressestelle eigenst\u00e4ndig besser organisierte und sich st\u00fcckweise dringend erforderliche Infrastrukturverbesserungen erk\u00e4mpfte. Ab der vierten Erpressung arbeiten wir \u2013 endlich \u2013 professionell. Das h\u00e4tte es auch schon zwei Erpressungen vorher geben k\u00f6nnen \u2013 und viele Millionen Euro Umsatzverluste fr\u00fcher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fehleinsch\u00e4tzungen und Apathie bei Amazon und Toyota<\/strong><\/p>\n<p>Das ist kein Einzelfall. Der Online-Versender Amazon wurde monatelang von der Gewerkschaft Verdi attackiert, ohne auf die Kommunikationskrise angemessen zu reagieren. Deshalb konnten die Gewerkschaftler die amerikanische Firma mehrfach wie an einem Nasenring in der Presse vorf\u00fchren. Jetzt klebt der h\u00e4ssliche Eindruck an Amazon, dass die Arbeitsbedingungen furchtbar sind.<\/p>\n<p>Toyota nahm in den USA Probleme mit fehlerhaften Bremsen nicht ernst. Wieder und wieder gab es negative Presseberichte. Die Krise eskalierte und wurde unbeherrschbar. Es kam sogar zu einer Anh\u00f6rung vor dem US-Kongress. Am Ende musste der Autobauer 1,1 Milliarde US-.Dollar an Kunden zahlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Positiv-Beispiel Burger King<\/strong><\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel liefert gerade auch Burger King. Der Buletten-Brater hat eine ernsthafte Krise nach einem Investigativbericht im Fernsehen \u00fcber M\u00e4ngel in der Hygiene und bei Arbeitsbedingungen der Angestellten durchgemacht. Jetzt drohte eine Fortsetzung, weil der gr\u00f6\u00dfte Franchisenehmer immer noch nicht zufriedenstellend arbeitet. Burger King hat jedoch seine Lehren aus der letzten Krise gezogen und griff sofort durch, k\u00fcndigte dem Franchisenehmer und pr\u00e4sentierte sich als K\u00e4mpfer f\u00fcr einwandfreie Hygiene und tarifgerechte Bezahlung. Auch in den Folgetagen agierte das Unternehmen offensiv und bestimmte dadurch wesentlich die Meinung in der Berichterstattung. Andreas Bork, der Burger King-Chef hat so eine zweite Krise verhindert. Die erste war offensichtlich schmerzhaft genug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Whistleblowing, Katrin Scheicht, Angestellte, Geheimnisse verraten\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/rechtsfall-whistleblowing-wenn-angestellte-geheimnisse-verraten\/10335726.html\" target=\"_blank\"><strong>Zur Rechtslage Whistleblower:\u00a0<\/strong> http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/rechtsfall-whistleblowing-wenn-angestellte-geheimnisse-verraten\/10335726.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serie Krisen-PR (IV): Die Unbelehrbaren \u2013 warum Topmanager aus Kommunikationskrisen keine Lehren ziehen. 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