{"id":653928,"date":"2014-09-18T12:43:57","date_gmt":"2014-09-18T10:43:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=653928"},"modified":"2014-09-18T19:32:28","modified_gmt":"2014-09-18T17:32:28","slug":"ein-teller-ravioli-mit-strafverteidiger-szesny-die-ungeahnten-moglichkeiten-der-staatsanwalte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/09\/18\/ein-teller-ravioli-mit-strafverteidiger-szesny-die-ungeahnten-moglichkeiten-der-staatsanwalte\/","title":{"rendered":"Ein Teller Ravioli mit Strafverteidiger Szesny: Die ungeahnten M\u00f6glichkeiten der Staatsanw\u00e4lte"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann es sein? Da sitzt man auf den hohen Hockern im kleinen Pezzo auf der Hohe Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf, dem Ableger vom Casa Luigi weniger Meter weiter, beim Fl\u00e4schchen Mineralwasser in der Mittagspause und tauscht sich unversehens \u00fcber seine Lieblings-Cremants aus. Mit <a title=\"Heuking K\u00fchn, Andre\u00b4Szesny, Partner, Wirtschaftsstrafrecht\" href=\"http:\/\/www.heuking.de\/anwaelte\/profil\/szesny-llm.html\" target=\"_blank\">Andre\u00b4 Szesny, Wirtschaftsstraftrechtler bei Heuking K\u00fchn L\u00fcer Wojtek<\/a> passiert das so. Seiner ist der Arthur Metz aus dem Elsass &#8211; kann ich nachvollziehen. Oder dass wir eigentlich Freunde unserer Blackberrys sind, aber f\u00fcrchten, dass wir irgendwann bald doch \u00fcberlaufen m\u00fcssen, ob wir wollen oder nicht. Und vollends auf Touch umsteigen m\u00fcssen, wo man mit der kleinen Tastatur doch so viel besser arbeiten kann.<\/p>\n<p>Denn obwohl Szesny kein geb\u00fcrtiger Rheinl\u00e4nder ist &#8211; er kommt aus dem Hannoveranischen, aus Schaumburg-Lippe &#8211; sprudelt das Gespr\u00e4ch sofort und ohne Unterlass. Peinliche Gespr\u00e4chspausen? Nicht mit Szesny. Er kommt gerade noch dazu, mit der Kellnerin kurz seine Bestellung zu diskutieren und dann Ravioli mit Steinpilz-F\u00fcllung zu ordern.<\/p>\n<div id=\"attachment_653929\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"ndr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653929\" class=\"size-medium wp-image-653929\" alt=\"Andr\u00e9 Szesny, Strafverteidiger und Compliance-Experte bei Heuking K\u00fchn\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/szesny.andre_-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/szesny.andre_-300x224.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/szesny.andre_-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/szesny.andre_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-653929\" class=\"wp-caption-text\">Andr\u00e9 Szesny, Strafverteidiger und Compliance-Experte bei Heuking K\u00fchn<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anders, als es ihm bei seinen Mandaten oft ergeht. Managern, Politiker und sonstigen Wirtschaftsgr\u00f6\u00dfen. 50 Prozent der Zeit mit denen verbringt er mit Zuh\u00f6ren, Tr\u00f6sten und Gut-Zureden. Denn die sind regelm\u00e4\u00dfig in einer absoluten Ausnahmesituation, wenn ihnen die Staatsanwaltschaft auf den Fersen ist. Einer, der nach Bayern in die U-Haft &#8211; weit weg von seiner Familie in Norddeutschland &#8211; gebracht wurde, schrieb ihm von dort aus laufend 30- bis 40-seitige Briefe. Ein Banker einer renommierten Privatbank, bei dessen Vergehen lange unklar war, ob es wirklich rechtlich als strafbar einzuordnen war. Mit zwei Jahren auf Bew\u00e4hrung kam der Mann glimpflich davon. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Gef\u00e4ngnis gefordert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Feuer frei auf Manager<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Man kann heute nicht mehr in der Wirtschaft arbeiten, ohne nicht mindestens einmal im Leben einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren ausgesetzt zu sein&#8220;, sagt Szesny. Denn fr\u00fcher war die Devise der Staatsanw\u00e4lte, &#8222;Finger weg von der Wirtschaft&#8220;. Das hat sich grundlegend ge\u00e4ndert. Sp\u00e4testens seit den legend\u00e4ren Korruptions-Prozessen mit Siemens oder Ferrostaal sind alle Manager landauf landab alarmiert. Beim Ferrostaal-Verfahren war Heuking-Partner Szesny auch als Berater des Aufsichtsrats mit von der Partie.<\/p>\n<div id=\"attachment_653930\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653930\" class=\"size-medium wp-image-653930\" alt=\"Ravioli mit Steinpilz-F\u00fcllung im Pezzo in D\u00fcsseldorf\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/ravioli.szesny-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/ravioli.szesny-300x224.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/ravioli.szesny-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/09\/ravioli.szesny.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-653930\" class=\"wp-caption-text\">Ravioli mit Steinpilz-F\u00fcllung im Pezzo in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter seinen Mandanten gibt\u00b4s zum einen die ganz Selbstsicheren, die nach dem Motto reagieren, &#8222;der Staatsanwalt soll nur mal kommen&#8220;. Die anderen sind best\u00fcrzt, dass etwas strafbar ist, k\u00f6nnen es aber nicht nachvollziehen. Und wenn es denn schon so ist, wissen sie nicht, wie sie es k\u00fcnftig anders machen k\u00f6nnen. Zur dritten Kategorie geh\u00f6ren diejenigen, die unschuldig sind und sich mit Unterstellungen konfrontiert sehen. So mal ganz grob.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Uralte oder gel\u00f6schte E-Mails als interessante Quelle<\/strong><\/p>\n<p>Ganz baff sind sie dann, wenn Sie erkennen, welch ungeahnte M\u00f6glichkeiten die Staatsanw\u00e4lte dank der heutigen Technik haben. Gnadenlos gehen sie ans Werk und stellen alte oder gel\u00f6schte E-Mails wieder her.\u00a0&#8222;Die geh\u00f6ren heute zu den wichtigsten Quellen&#8220;, so Szesny. Vor allem: &#8222;Die Menschen schreiben E-Mails so wie sie sprechen.&#8220; Ratzfatz und in viel, viel h\u00f6herem Tempo als sie fr\u00fcher einen Gesch\u00e4ftsbrief der Sekret\u00e4rin diktiert, sorgsam gegengelesen und korrigiert h\u00e4tten.<\/p>\n<p>In dem Moment versteht diese E-Mail auch jeder richtig, auch der Empf\u00e4nger. Liest man dieselbe E-Mail aber Jahre sp\u00e4ter isoliert, kann sie fatale Wirkung entfachen. Sie kann in einen anderen Zusammenhang gebracht werden und der Kriminalkomissar sagt &#8222;Jetzt haben wir ihn&#8220;, schildert Anwalt Szesny.<\/p>\n<p>Sein Rat geht so: &#8222;Man soll nie eine E-Mail schreiben, die man so nicht am n\u00e4chsten Tag in der Zeitung lesen will.&#8220; Rein hypothetisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die D&amp;O-Versicherung nicht zahlen will<\/strong><\/p>\n<p>Viele seiner Manager-Mandanten haben nie daran gedacht, eine Strafrechtsschutzversicherung abzuschlie\u00dfen &#8211; und bereuen es sp\u00e4ter, wenn\u00b4s zum Schwur kommt. Wenn ihre Firma sie verfolgt, so wie es rund 20 000 Managern in Deutschland derzeit ergeht. Kostenpunkt: Plus minus 3000 Euro im Jahr &#8211; aber eben aus der Privatschatulle. Sie vertrauen auf die D&amp;O-Versicherung ihrer Firma und sind erstaunt, wenn diese sich als allererstes weigert, die\u00a0Kosten f\u00fcr seine Strafverteidigung zu \u00fcbernehmen. Oder allenfalls die H\u00e4lfte. Selbst ganz gro\u00dfe, internationale Versicherer\u00a0reagieren auf jede Deckungsanfrage\u00a0direkt mit dem Schreiben von einen Anwalt &#8211; der &#8222;erst einmal rundheraus `nein\u00b4 sagt&#8220;.<\/p>\n<p>Zum Wirtschaftsstrafrecht kam Szesny \u00fcbrigens an seiner Universit\u00e4t in Osnabr\u00fcck. Einer seiner Lehrmeister, <a title=\"Hans Achenbach, Professor, Strafrecht, Osnabr\u00fcck, Wirtschaftsstrafrecht\" href=\"http:\/\/www.achenbach.jura.uni-osnabrueck.de\/\" target=\"_blank\">Professor Hans Achenbach<\/a>, infizierte ihn, den Hobby-Trompeter, der fr\u00fcher gerne Jazz mit seiner Band spielte. Damals, als er mit\u00a0einem Erasmus-Stipendium auch in Leiden in den Niederlanden studierte und sich den Kopf zerbrach \u00fcber kollidierende europ\u00e4ische Rechtsvorschriften. Damals wohnte er in einer WG in einem alten gro\u00dfen Haus an derselben gro\u00dfen Gracht, an der gleich gegen\u00fcber traditionell auch die Kinder aus dem niederl\u00e4ndischen K\u00f6nigshaus wohnen, wenn sie ihre akademischen Weihen erarbeiten. Aber Willem-Alexander, Prins Pilsje, oder Maxima, die zwei hat er nie zu Gesicht bekommen in der Zeit. Schade eigentlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hans Achenbach, Strafrechtsprofessor in Osnabr\u00fcck: <a title=\"Hans Achenbach, Wirtschaftsstrafrecht, Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck\" href=\"http:\/\/www.achenbach.jura.uni-osnabrueck.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.achenbach.jura.uni-osnabrueck.de\/<\/a><\/p>\n<p>Andre\u00b4Szesny bei Heuking K\u00fchn L\u00fcer Wojtek: <a title=\"Heuking K\u00fchn, Andre\u00b4Szesny, Partner, Wirtschaftsstrafrecht\" href=\"http:\/\/www.heuking.de\/anwaelte\/profil\/szesny-llm.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.heuking.de\/anwaelte\/profil\/szesny-llm.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann es sein? 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