{"id":653837,"date":"2014-09-23T02:19:51","date_gmt":"2014-09-23T00:19:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=653837"},"modified":"2014-09-23T02:19:51","modified_gmt":"2014-09-23T00:19:51","slug":"wer-keine-kundigung-haben-will-sollte-seine-briefkasten-nicht-beschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/09\/23\/wer-keine-kundigung-haben-will-sollte-seine-briefkasten-nicht-beschriften\/","title":{"rendered":"Wer keine K\u00fcndigung haben will, sollte seine Briefk\u00e4sten nicht beschriften"},"content":{"rendered":"<div><strong>Der t\u00e4gliche Irrsinn&#8230;diesmal aus Berlin, wenn auch mit kleiner Versp\u00e4tung, sorry:<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Eine K\u00fcndigung zu schreiben f\u00fcr einen mi\u00dfliebigen Manager, das kann zur Never-Ending-Story werden. Jedenfalls im Fall des BER-Chefs Rainer Schwarz war es so. Geschlagene elf Mal unterschrieb Brandenburgs Ministerpr\u00e4sident Matthias Platzek, der auch BER-Aufsichtsratschef ist, eine K\u00fcndigung f\u00fcr Schwarz.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>F\u00fcnf Briefk\u00e4sten, zwei ohne Namen<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div id=\"article_text\">Am 12. Juni 2013 war Schwarz fristlos gefeuert worden. Um die K\u00fcndigung fristgerecht zuzustellen, waren am 24. Juni 2013 zwei Leute zu ihm nach Babelsberg geschickt worden. Dort waren aber drei unbeschriftete Briefk\u00e4sten und keine Klingel mit dem Namen &#8222;Schwarz&#8220;. Auf ihr Klingeln \u00f6ffnete niemand.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Nachmittags eine K\u00fcndigung?<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Muss man sp\u00e4tnachmittags mit einer K\u00fcndigung rechnen?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 25. 6. 2013 warf Rechtsanwalt Jens-Christian Wenzel in jeden der f\u00fcnf Briefk\u00e4sten eine K\u00fcndigung ein und kam am 26. Juni 2013 &#8211; am letzten Tag der 14-Tage-Frist -, mit einem Gerichtsvollzieher sp\u00e4t nachmittags wieder. Der warf in alle f\u00fcnf Briefk\u00e4sten die Mitteilung ein, dass die K\u00fcndigung im Amtsgericht niedergelegt sei &#8211; womit sie als zugestellt galt. Ex-BER-Chef Schwarz fand zwei oder drei Tage sp\u00e4ter alles vor, als er von einer Reise zur\u00fcckkam.Die Kernfrage, die Schwarz mehrere hunderttausend Euro &#8211; f\u00fcr die Zeit zwischen der ersten und der zweiten K\u00fcndigung &#8211; kosten kann, ist:\u00a0 Normalerweise m\u00fcssen Angestellte mit K\u00fcndigungen nur zur \u00fcblichen Post-Zeit rechnen. Ist das sp\u00e4tnachmittags noch der Fall? Das wird das Gercht nun beantworten m\u00fcssen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Details im Berliner Kurier: <a title=\"Berliner Kurier, BER, Rainer Schwarz, K\u00fcndigung\" href=\"http:\/\/www.berliner-kurier.de\/kiez-stadt\/posse-um-die-zustellung-elf-blaue-briefe-fuer-den-flughafen-chef,7169128,28317700.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.berliner-kurier.de\/kiez-stadt\/posse-um-die-zustellung-elf-blaue-briefe-fuer-den-flughafen-chef,7169128,28317700.html<\/a><\/div>\n<div>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/div>\n<div><strong>Daher im Folgenden der Gastbeitrag von Katrin Scheicht, Arbeitsrechtlerin bei Norton Rose Fulbright:<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Wann sind K\u00fcndigungsschreiben korrekt zugestellt?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_653559\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653559\" class=\"size-medium wp-image-653559\" alt=\"Katrin Scheicht, Arbeitsrechtlerin bei Norton Rose\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Scheicht-Katrin-Profil-neu_small-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Scheicht-Katrin-Profil-neu_small-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Scheicht-Katrin-Profil-neu_small-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Scheicht-Katrin-Profil-neu_small.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-653559\" class=\"wp-caption-text\">Katrin Scheicht, Arbeitsrechtlerin bei Norton Rose<\/p><\/div>\n<p>Der sicherste Weg, eine K\u00fcndigung zuzustellen,\u00a0ist:\u00a0Wenn ein Menschen wie etwa einen Mitarbeiter des Unternehmens\u00a0das K\u00fcndigungsschreiben pers\u00f6nlich an den Empf\u00e4nger \u00fcbergibt oder in den Hausbriefkasten desjenigen, dem gek\u00fcndigt wird,\u00a0einwirft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit Kurierdienst<\/strong><\/p>\n<p>Auch ein Kurierdienst, der dem Arbeitgeber\u00a0&#8211; aus Beweisgr\u00fcnden &#8211; anschlie\u00dfend die \u00dcbergabe der K\u00fcndigung oder deren Einwurf in den Hausbriefkasten best\u00e4tigt, kann wirksam die K\u00fcndigung zustellen. Der Bote ist schlie\u00dflich Zeuge und das Unternehmen kann mit ihm beweisen, dass und wann der Angestellte die K\u00fcndigung tats\u00e4chlich bekommen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsicherer Postlauf<\/strong><\/p>\n<p>Schickt ein Unternehmen dagegen die K\u00fcndigung mit der Post, kann es im Zweifelsfall nicht beweisen, dass\u00a0sie\u00a0beim Empf\u00e4nger angekommen ist.<\/p>\n<p>Auch ein Einwurf-Einschreiben wird oft nicht als Zugangsnachweis von den Gerichten akzeptiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einschreiben mit R\u00fcckschein<\/strong><\/p>\n<p>Bei einer Zustellung durch Einschreiben mit R\u00fcckschein akzeptieren die Gerichte den vom Empf\u00e4nger unterzeichneten R\u00fcckschein zwar als Zugangsnachweis. Allerdings gilt das K\u00fcndigungsschreiben erst bei der tats\u00e4chlichen Aush\u00e4ndigung an den Empf\u00e4nger als zugegangen, also wenn der Empf\u00e4nger bei dem ersten Zustellungsversuch nicht zu Hause ist und das Schreiben erst einige Tage sp\u00e4ter bei der Post abholt, liegt Zugang erst bei der Abholung vor.<\/p>\n<p>Problematisch ist dies vor allem in folgenden F\u00e4llen:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine au\u00dferordentlichen K\u00fcndigung muss innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Kenntnis von der Pflichtverletzung ausgesprochen werden, also die K\u00fcndigung muss innerhalb von zwei Wochen bei dem Empf\u00e4nger ankommen. Holt er das Einschreiben mit R\u00fcckschein aber erst nach Ablauf dieser Frist ab, w\u00e4re die K\u00fcndigung nicht mehr rechtzeitig zugegangen und alleine deswegen unwirksam.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Bei der ordentlichen K\u00fcndigung kann eine versp\u00e4tete Abholung des Einschreibens mit R\u00fcckschein dazu f\u00fchren, dass die K\u00fcndigungsfrist erst sp\u00e4ter beginnt und der Arbeitgeber daher l\u00e4nger das Gehalt zahlen muss.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die K\u00fcndigung im 5-er-Pack an die gesamte Nachbarschaft<\/strong><\/p>\n<p>Ist eine Zustellung nicht m\u00f6glich oder ist ungewiss, ob das Schreiben wirklich angekommen ist &#8211; zum Beispiel weil der Empf\u00e4nger umgezogen oder sein Briefkasten nicht richtig beschriftet ist -, empfiehlt sich, die K\u00fcndigung auf verschiedene Arten und auch an alle in Betracht kommenden Anschriften \/ Briefk\u00e4sten zuzustellen. Um so das Risiko zu reduzieren, dass der Empf\u00e4nger behauptet, er habe keine K\u00fcndigung erhalten.<\/p>\n<p>Ausserdem sollte zus\u00e4tzlich eine \u00dcbersendung per Telefax und\/oder Email erfolgen. Dies reicht zwar alleine f\u00fcr eine wirksame K\u00fcndigung nicht aus, da ein handschriftlich unterzeichnetes Schreiben im Original zugehen muss. Allerdings kann die zus\u00e4tzliche Information \u00fcber die K\u00fcndigung neben den verschiedenen Arten der Zustellung nach Auffassung einiger Gerichte dazu f\u00fchren, dass der Empf\u00e4nger nicht erfolgreich behaupten kann, die K\u00fcndigung nicht erhalten zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der t\u00e4gliche Irrsinn&#8230;diesmal aus Berlin, wenn auch mit kleiner Versp\u00e4tung, sorry: Eine K\u00fcndigung zu schreiben f\u00fcr einen mi\u00dfliebigen Manager, das kann zur Never-Ending-Story werden. Jedenfalls im Fall des BER-Chefs Rainer Schwarz war es so. 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