{"id":653568,"date":"2014-09-03T18:48:44","date_gmt":"2014-09-03T16:48:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=653568"},"modified":"2014-09-03T18:54:36","modified_gmt":"2014-09-03T16:54:36","slug":"deutsche-vorstande-mehr-auslander-als-frauen-und-warum-das-so-ist-gastbeitrag-von-christoph-lesch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/09\/03\/deutsche-vorstande-mehr-auslander-als-frauen-und-warum-das-so-ist-gastbeitrag-von-christoph-lesch\/","title":{"rendered":"Deutsche Vorst\u00e4nde: Mehr Ausl\u00e4nder als Frauen und warum das so ist &#8211; Gastbeitrag von Christoph Lesch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Diversity: Warum in deutschen Chefetagen mehr Ausl\u00e4nder als Frauen sitzen, erkl\u00e4rt Christoph Lesch, Director bei der globalen Strategieberatung Simon-Kucher &amp; Partners.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_653569\" style=\"width: 241px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653569\" class=\"size-medium wp-image-653569\" alt=\"Christoph Lesch, Simon Kucher und Partner\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Simonkucher.Christoph-Lesch_low-231x300.jpg\" width=\"231\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Simonkucher.Christoph-Lesch_low-231x300.jpg 231w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Simonkucher.Christoph-Lesch_low.jpg 501w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><p id=\"caption-attachment-653569\" class=\"wp-caption-text\">Christoph Lesch, Simon Kucher &amp; Partners<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Japan schreibt Frauenquote von 30 Prozent bis 2020 vor<\/strong><\/p>\n<p>Die japanische Gesellschaft altert und schrumpft so schnell wie keine andere Nation.\u00a0 Die Regierung sucht nach Wegen um zuk\u00fcnftiges Wirtschaftswachstum sicher zu stellen. Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re die Integration von Ausl\u00e4ndern, aber damit tut sich Japan seit jeher schwer. Der Ausl\u00e4nderanteil lag 2012 bei 1,3 Prozent, in ist er Deutschland mit 8,5 Prozent mehr als sechs Mal so hoch. Darum hat die japanische Regierung nun Frauen als ungenutzte Ressource entdeckt (<a title=\"Japan, Frauenquote als Wachsstumsstrategie, Martin Fritz\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/trends\/japanische-wachstumsstrategie-frauenquote-soll-die-wirtschaft-ankurbeln\/10149500.html\" target=\"_blank\">siehe Artikel von Martin Fritz auf wiwo.de<\/a>: <a title=\"Martin Fritz, WiWo, Japan, Frauen, Frauenquote\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/trends\/japanische-wachstumsstrategie-frauenquote-soll-die-wirtschaft-ankurbeln\/10149500.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/trends\/japanische-wachstumsstrategie-frauenquote-soll-die-wirtschaft-ankurbeln\/10149500.html<\/a>\u00a0): Premier Shinzo Abe will eine Quote einf\u00fchren, die Unternehmen vorschreibt, bis 2020 glatte 30 Prozent der F\u00fchrungsstellen mit Frauen zu besetzen. In Japan sieht man also die Integration von Frauen in f\u00fchrende Positionen der Arbeitswelt als einfacher an als die Integration von Ausl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rolle r\u00fcckw\u00e4rts in deutschen DAX-Vorst\u00e4nden:\u00a0Frauen rein &#8211; und wieder\u00a0raus\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland hingegen ist das Bild auf Vorstandsebene der DAX-Konzerne umgekehrt: Bereits seit einigen Jahre liegt die Ausl\u00e4nderquote dort bei knapp 30 Prozent. Der Frauenanteil d\u00fcmpelte jahrzehntelang zwischen null und einem Prozent. Erst vor kurzem war eine klare Trendwende zu erkennen: zwischen 2010 und 2013 schnellte der Frauenanteil von 2,2 auf 7,2 Prozent hoch. Aber 2014 erlebten wir einen herben R\u00fcckschlag an dieser Front: der Absturz auf 5,4 Prozent, gleich vier der\u00a014 weiblichen Vorst\u00e4nde schieden aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lieber Ausl\u00e4nder als Frauen in den Top-Etagen?<\/strong><\/p>\n<p>Sieht man in Deutschland also lieber Ausl\u00e4nder an der Spitze der Unternehmen statt Frauen? Nein. Denn mangelnden Willen, Frauen in den Vorstand zu bringen, kann man den Unternehmen nicht vorwerfen. Seit 2010 waren im DAX 18 Frauen in Vorstandsamt und -w\u00fcrden. 47 Prozent der Unternehmen hatten zwischenzeitlich einen weiblichen Vorstand. Aber die Krux ist: so schnell sie berufen wurden, so schnell sind sie oft auch wieder weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorst\u00e4ndin im Schnitt nur drei Jahre<\/strong><\/p>\n<p>Die 2014 ausgeschiedenen Frauen waren im Schnitt nur drei Jahre im Amt, ihre gleichzeitig ausgewechselten m\u00e4nnlichen Kollegen ganze acht Jahre.<\/p>\n<p>Was sind die Ursachen? Bei den Frauen, die es scheinbar nicht k\u00f6nnen? Oder bei den M\u00e4nnern, die mal wieder alles zu schnell wollen?<\/p>\n<p>Wir leben in einer extrem schnelllebigen Zeit, die zu einer starken Beschleunigung von Entscheidungszyklen gef\u00fchrt hat. Probleme \u2013 Entschuldigung: Herausforderungen \u2013 entstehen \u00fcber Nacht und m\u00fcssen ebenso schnell gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>So reagiert manch m\u00e4nnlicher Vorstand mit gewohntem Handlungsmuster auf die \u00f6ffentlichen Forderungen nach mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen: Schnell l\u00f6sen, eine Frau muss her. Zum Gl\u00fcck wird ja gerade der Posten des Personalvorstands frei, notfalls schaffen wir einen Posten f\u00fcr Recht und Compliance, damit schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. So ist die Denke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Headhunter pr\u00e4sentieren fachlich ungeeignete Frauen &#8211; wegen des Drucks<\/strong><\/p>\n<p>Auf Top-Management spezialisierte Personalberater berichten von starkem Druck\u00a0der Unternehmen, ihnen doch mindestens eine Kandidatin vorzustellen. Da ist dann offensichtlich manchmal das Geschlecht wichtiger als die beste fachliche Eignung. Nach kurzer Zeit merken beide Seiten, dass es irgendwie doch nicht richtig passt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>An der Ausbildung liegt es nicht<\/strong><\/p>\n<p>Es fehlt uns heute einfach die kritische Masse an geeigneten Vorstandskandidatinnen. Unsere Universit\u00e4ten bilden zwar ausreichend viele Frauen aus: 2012 waren 49 Prozent der Studierenden in den typischen Vorstandsstudieng\u00e4ngen Wirtschaft und Jura Frauen. Schon 1990 lag der Frauenanteil bereits bei 35 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die meisten Frauen kommen einfach nicht oben an auf der Karriereleiter<\/strong><\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr den Frauenmangel liegt also in den Unternehmen selbst: die meisten Frauen bleiben irgendwo in der Hierarchie der Unternehmen h\u00e4ngen, zu wenige erreichen die obersten Stufen der Karriereleiter.<\/p>\n<p>Wollen oder k\u00f6nnen Frauen nicht so weit aufsteigen wie M\u00e4nner? Sicherlich trifft beides zu, weil in Deutschland die Rahmenbedingungen zur Vereinbarung von Beruf und Familie heute noch nicht stimmen. Im Zweifelsfall \u00fcbernehmen Frauen mehr Verantwortung f\u00fcr die Familie als M\u00e4nner. Unternehmen tun sich immer noch schwer mit Leitungsfunktionen in Teilzeit oder auf Basis flexibler Arbeitszeitmodelle.<\/p>\n<p>Und die Politik setzt mit ihrer diskutierte Frauenquote bei F\u00fchrungspositionen b\u00f6rsennotierter Unternehmen am falschen Ende an, n\u00e4mlich an der Spitze der Pyramide.<\/p>\n<p>Wollen wir langfristig einen stabilen Anteil weiblicher Vorst\u00e4nde, so muss \u00fcber alle Hierarchien hinweg etwas daf\u00fcr getan werden. Der Frauenanteil muss \u00fcber alle Ebenen hinweg kontinuierlich heranwachsen. Und wir sollten uns nichts vormachen: Es wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, bis der Anteil von Frauen in den Vorstandsebenen das gleiche stabile Niveau erreicht hat wie der ausl\u00e4ndischer Vorst\u00e4nde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ob es Japan schafft, ist fraglich<\/strong><\/p>\n<p>Unter diesem Aspekt scheint auch das Quotenvorhaben der japanischen Regierung zum Scheitern verurteilt. Von null auf 30 Prozent Frauenanteil in sechs Jahren ist unm\u00f6glich, vor allem dasich in Japan auf den mittleren Hierarchieebenen noch viel weniger Frauen finden als in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Deutschland ist Frauenf\u00f6rderung keine Wachstumsstrategie &#8211; anders als in Japan\u00a0<\/strong>\u00a0<a title=\"Frauenf\u00f6rderung keine Wachstumsstrategie in Deutschland, Japan\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/07\/21\/frauenforderung-gilt-als-wachstumsstrategie-in-japan-hier-nicht\/\" target=\"_blank\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/07\/21\/frauenforderung-gilt-als-wachstumsstrategie-in-japan-hier-nicht\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Zur Frauenquote in Japans Regierung<\/strong>:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.suedostschweiz.ch\/politik\/abe-erhoeht-frauenquote-japans-regierung#.VAcfjabhROM.twitter\">http:\/\/www.suedostschweiz.ch\/politik\/abe-erhoeht-frauenquote-japans-regierung#.VAcfjabhROM.twitter<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diversity: Warum in deutschen Chefetagen mehr Ausl\u00e4nder als Frauen sitzen, erkl\u00e4rt Christoph Lesch, Director bei der globalen Strategieberatung Simon-Kucher &amp; Partners. &nbsp; Japan schreibt Frauenquote von 30 Prozent bis 2020 vor Die japanische Gesellschaft altert und schrumpft so schnell wie &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/09\/03\/deutsche-vorstande-mehr-auslander-als-frauen-und-warum-das-so-ist-gastbeitrag-von-christoph-lesch\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3725,3726,409,3628,3629,1127],"class_list":["post-653568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-christoph-lesch","tag-dax-vorstande","tag-frauenquote","tag-japan","tag-simon-kucher-partners","tag-verweildauer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=653568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653568\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=653568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=653568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=653568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}