{"id":653535,"date":"2014-08-18T23:57:41","date_gmt":"2014-08-18T21:57:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=653535"},"modified":"2014-08-19T00:02:12","modified_gmt":"2014-08-18T22:02:12","slug":"top-kanzleien-rodl-gleiss-und-clifford-haben-die-meisten-partnerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/08\/18\/top-kanzleien-rodl-gleiss-und-clifford-haben-die-meisten-partnerinnen\/","title":{"rendered":"Top-Kanzleien: R\u00f6dl, Gleiss und Clifford haben die meisten Partnerinnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Torsten Breden, Chef der <a title=\"Strategieberatung Radius1, Torsten Breden\" href=\"http:\/\/www.radius-1.com\/\" target=\"_blank\">Strategieberatung radius.1<\/a> in Berlin, hat untersucht, wie weit die Top-20-Kanzleien in Deutschland mit der Frauenf\u00f6rderung sind:\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rechtsanw\u00e4ltinnen sind in den lukrativen T\u00e4tigkeitsfeldern und Kanzleien immer noch deutlich unterrepr\u00e4sentiert. Zu h\u00f6heren Anteilen als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen arbeiten sie als angestellte Anw\u00e4ltinnen in kleinen Soziet\u00e4ten oder als freie Mitarbeiterinnen.<\/p>\n<p>Sie sind ebenfalls deutlich unterrepr\u00e4sentiert bei den Anwaltsnotaren (12 Prozent) und spezialisieren sich viel seltener in den wirtschaftsnahen und prestigetr\u00e4chtigen Rechtsbereichen wie Wirtschafts-, Gesellschafts- und Steuerrecht (sechs Prozent), Verwaltungsrecht (acht Prozent) und Strafrecht (zw\u00f6lf Prozent). Entsprechend schlechter als die M\u00e4nner schneiden Rechtsanw\u00e4ltinnen auch bei der durchschnittlichen Einkommensverteilung ab.<\/p>\n<p>Im Detail: R\u00f6dl &amp; Partner, Gleiss Lutz und Clifford Chance haben die meisten Partnerinnen an Bord. Hengeler Mueller, Latham &amp; Watkins sowie Flick Gocke Schaumburg und Linklaters haben die wenigsten Partnerinnen &#8211; prozentual gesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table width=\"528\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<col width=\"189\" \/>\n<col width=\"126\" \/>\n<col width=\"127\" \/>\n<col width=\"86\" \/>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" width=\"442\" height=\"42\"><strong>Frauen-Anteil unter Associates und Partner in den 20 umsatzst\u00e4rksten Kanzleien in Deutschland<\/strong><\/td>\n<td width=\"86\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"37\"><strong>Kanzlei*<\/strong><\/td>\n<td>Weibliche Associates<\/td>\n<td colspan=\"2\">Weibliche Partner**<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Freshfields Bruckhaus \u00a0 Deringer<\/td>\n<td>28\u00a0%<\/td>\n<td>6\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">CMS Hasche Sigle<\/td>\n<td>42\u00a0%<\/td>\n<td>14\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Hengeler Mueller<\/td>\n<td>40\u00a0%<\/td>\n<td>3\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Clifford Chance<\/td>\n<td>49\u00a0%<\/td>\n<td>16\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Linklaters<\/td>\n<td>33\u00a0%<\/td>\n<td>5\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Gleiss Lutz<\/td>\n<td>42\u00a0%<\/td>\n<td>20\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Hogan Lovells<\/td>\n<td>41\u00a0%<\/td>\n<td>11\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Noerr<\/td>\n<td>57\u00a0%<\/td>\n<td>11\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">White &amp; Case<\/td>\n<td>45\u00a0%<\/td>\n<td>10\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Allen &amp; Overy<\/td>\n<td>36\u00a0%<\/td>\n<td>9\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Taylor Wessing<\/td>\n<td>46\u00a0%<\/td>\n<td>13\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Heuking K\u00fchn L\u00fcer Wojtek<\/td>\n<td>42\u00a0%<\/td>\n<td>14\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Latham &amp; Watkins<\/td>\n<td>38\u00a0%<\/td>\n<td>4\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Flick Gocke Schaumburg<\/td>\n<td>38\u00a0%<\/td>\n<td>5\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Luther<\/td>\n<td>43\u00a0%<\/td>\n<td>12\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Baker &amp; McKenzie<\/td>\n<td>45\u00a0%<\/td>\n<td>11\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">R\u00f6dl &amp; Partner<\/td>\n<td>49\u00a0%<\/td>\n<td>21\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">G\u00f6rg<\/td>\n<td>33\u00a0%<\/td>\n<td>14\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">Beiten Burkhardt<\/td>\n<td>41\u00a0%<\/td>\n<td>15\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\">DLA Piper<\/td>\n<td>25\u00a0%<\/td>\n<td>11\u00a0%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\"><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"4\" height=\"17\">Quelle: \u00a0 radius.1 research 2014, Angaben auf den Websites der Kanzleien<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\"><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" width=\"442\" height=\"38\">*\u00a0 Kanzleien geordnet nach Jahresumsatz 2012\/2013 entsprechend dem JUVE-Ranking<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"4\" height=\"17\">** \u00a0 Zahl der Partner (ohne Unterscheidung nach Equity- oder Salary-Partner)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Juraabsolventen sind weiblich, und der Anteil der Jura-Studentinnen w\u00e4chst von Jahr zu Jahr weiter. Ein \u00e4hnlich hoher Frauenanteil findet sich in der Justiz: Mehr Frauen werden als Richterinnen beziehungsweise Staatsanw\u00e4ltinnen angestellt. 64 Prozent der Richter auf Probe und 42 Prozent der\u00a0 Richter an den Oberlandesgerichten sind Frauen. In der Strafverfolgung sind die Frauen bereits in der Mehrheit. Allein im Hinblick auf die Rechtsanwaltszulassungen hinkt Deutschland im europ\u00e4ischen Vergleich noch deutlich hinterher. W\u00e4hrend bei unseren europ\u00e4ischen Nachbarn der Anteil von zugelassenen Rechtsanw\u00e4ltinnen weit \u00fcber 50 Prozent liegt, sind in Deutschland etwa 33 Prozent Rechtsanw\u00e4ltinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_653541\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653541\" class=\"size-medium wp-image-653541\" alt=\"Torsten Breden, Strategieberater f\u00fcr Kanzleien\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Breden.Berater-300x207.png\" width=\"300\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Breden.Berater-300x207.png 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Breden.Berater-433x300.png 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Breden.Berater.png 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-653541\" class=\"wp-caption-text\">Torsten Breden, Strategieberater f\u00fcr Kanzleien von Radius .1<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anw\u00e4ltinnen in den gro\u00dfen Wirtschaftskanzleien <\/strong><\/p>\n<p>Zwar stellen Frauen in den umsatzst\u00e4rksten Top-50-Kanzleien in Deutschland im Durchschnitt 38 Prozent der Associates, doch nur zw\u00f6lf Prozent sind als Eigent\u00fcmer- rinnen und Managerinnen in den Partnerkreisen der gr\u00f6\u00dften Soziet\u00e4ten vertreten.<\/p>\n<p>Viele Karrierestarts enden f\u00fcr die ambitionierten Einsteigerinnen in Gro\u00dfkanzleien fr\u00fcher als geplant. Etliche Spitzenjuristinnen wechseln nach drei bis f\u00fcnf Jahren in den Staatsdienst. Das ausschlaggebende Argument: Die bessere Vereinbarkeit einer verantwortungsvollen T\u00e4tigkeit mit der Familienplanung. Als Richterin oder Staatsanw\u00e4ltin sind strukturierte Arbeitsformen und Familienvertr\u00e4glichkeit garantiert, in den Gro\u00dfkanzleien bisher nicht.<\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich erz\u00e4hlte eine Junganw\u00e4ltin einer internationalen Soziet\u00e4t, dass sie den Sommer ganz verpasst habe. W\u00e4hrend auf der Stra\u00dfe alle Menschen in T-Shirts herumliefen, sei ihr aufgefallen, dass sie immer noch mit Strickjacke im klimatisierten B\u00fcro sa\u00df.<\/p>\n<p>Da der Anwaltsberuf sehr viel pers\u00f6nlichen Einsatz fordert, versuchen die Gro\u00dfkanzleien im Kampf um die besten K\u00f6pfe jungen Frauen mit zahlreichen Initiativen deutlich entgegen zu kommen. Dazu z\u00e4hlen Imagekampagnen, speziell f\u00fcr Juraabsolventinnen organisierte Rekruitment- und Netzwerkveranstaltungen sowie Angebote zur Teilzeitarbeit, Unterst\u00fctzung in der Elternzeit und Hilfe bei der Kinderbetreuung.<\/p>\n<p>Der entscheidende Schl\u00fcssel im Hinblick auf die Frauen- und Familienf\u00f6rderung aber ist die M\u00f6glichkeit einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung. In den Gro\u00dfkanzleien ist daher eine grundlegende Diskussion \u00fcber neue Arbeitsstrukturen entflammt. Denn der Wunsch nach gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Flexibilit\u00e4t steht im offenen Widerspruch zum bisherigen Arbeitsverst\u00e4ndnis. Viele Kanzleien messen Leistung nach wie vor prim\u00e4r daran, wie viele Stunden man bei der Arbeit verbringt, und weniger nach dem Ergebnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer sp\u00e4tabends noch E-Mails schreibt, schindet Eindruck. Wer um halb f\u00fcnf gehen muss, um sein Kind von der Kita abzuholen, schleicht sich schuldbewusst aus dem B\u00fcro. Vor allem bei \u00e4lteren Partnern und Berufstr\u00e4gern sto\u00dfen neue Arbeitsmodelle h\u00e4ufig auf Widerstand. Wie soll das funktionieren, wenn alle weniger arbeiten \u2013 und was werden die Mandanten dazu sagen? Um eingefahrene Strukturen und Verhaltensweisen innerhalb einer Kanzlei zu ver\u00e4ndern, bedarf es daher der Anstrengung und Ver\u00e4nderungsbereitschaft aller. Auch \u00e4ltere Kollegen und Partner m\u00fcssen als Vorbild dienen und ebenfalls manchmal am Nachmittag von zu Hause aus arbeiten. Solange das nicht passiert, wird es sehr schwierig, neue Strukturen zu etablieren. Und sp\u00e4testens hier zeigt sich, ob die Themen Flexibilisierung und Frauenf\u00f6rderung mehr sind als Lippenbekenntnisse.<\/p>\n<p>Zu Radius1:<br \/>\n<a title=\"Strategieberatung Radius1, Torsten Breden\" href=\"http:\/\/www.radius-1.com\/\" target=\"_blank\"><b>\u00a0http:\/\/www.radius-1.com\/<\/b><\/a><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Torsten Breden, Chef der Strategieberatung radius.1 in Berlin, hat untersucht, wie weit die Top-20-Kanzleien in Deutschland mit der Frauenf\u00f6rderung sind:\u00a0 &nbsp; Rechtsanw\u00e4ltinnen sind in den lukrativen T\u00e4tigkeitsfeldern und Kanzleien immer noch deutlich unterrepr\u00e4sentiert. 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