{"id":652910,"date":"2014-05-23T02:51:41","date_gmt":"2014-05-23T00:51:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=652910"},"modified":"2014-05-23T02:51:41","modified_gmt":"2014-05-23T00:51:41","slug":"besser-gaaaaaanz-vorsichtig-mit-der-loschtaste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/05\/23\/besser-gaaaaaanz-vorsichtig-mit-der-loschtaste\/","title":{"rendered":"Besser gaaaaaanz vorsichtig mit der L\u00f6schtaste"},"content":{"rendered":"<p><b>L\u00f6scht ein Angestellter kurzerhand alle Daten in dem PC an seinem Arbeitsplatz, riskiert er die fristlose K\u00fcndigung. Denn: &#8222;<\/b><b>Ein Arbeitnehmer ist verpflichtet, seine Arbeitsergebnisse dem Arbeitgeber zug\u00e4nglich zu machen&#8220;, so das Landesarbeitsgericht Hessen (Aktenzeichen 7 Sa 1060\/10).L\u00f6scht er also Daten, die mit seiner T\u00e4tigkeit zusammen h\u00e4ngen, kann seine fristlose K\u00fcndigung gerechtfertigt sein, warnt die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine Loyalit\u00e4t mehr zu erwarten<\/strong><\/p>\n<p><b>Im konkreten Fall verhandelte ein IT-Unternehmen mit einem Account-Manager \u00fcber Aufhebung beziehungsweise Ab\u00e4nderung des Arbeitsvertrags. In der Zeit\u00a0<\/b>\u00a0l\u00f6schte der Mitarbeiter von seinem Benutzer- Account rund 80 eigene Dateien sowie weitere 374 Objekte: sein Adressbuch mit allen Kontakten, 51 E\u2011Mails, 167 Aufgaben und 12 Termine. Das wies ihm auch ein sp\u00e4teres Gutachten eines Sachverst\u00e4ndigen nach.<\/p>\n<p>Der Zeitablauf sah so aus: Der Mitarbeiter hatte die Daten gel\u00f6scht und war direkt danach nach Hause gegangen. Diese Reaktion auf die Verhandlungen m\u00fcsse &#8222;den Arbeitgeber \u00fcberzeugt haben, dass er im Falle einer Zusammenarbeit bis zur K\u00fcndigungsfrist nicht mit der notwendigen Loyalit\u00e4t des Mitarbeiters h\u00e4tte rechnen k\u00f6nnen&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer Daten l\u00f6scht, um die Company zu \u00e4rgern, muss nicht mehr abgemahnt werden<\/strong><\/p>\n<p>Als das IT-Unternehmen die L\u00f6schungen bemerkte, k\u00fcndigte er dem Account-Manager fristlos. Zu recht, wie das LAG Hessen urteilte: Denn solch eine L\u00f6schaktion sei ein wichtiger Grund, der f\u00fcr eine fristlose K\u00fcndigung gen\u00fcge. Immerhin hatte der Mitarbeiter\u00a0Daten zu den Kundenbeziehungen des Unternehmens zerst\u00f6rt. Das Gericht: Es geh\u00f6rt zu den vertraglichen Nebenpflichten eines Arbeitsvertrags, dass der Mitarbeiter seinem Arbeitgeber jederzeit den Zugriff auf seine Arbeitsergebnisse erm\u00f6gliche. Die umfangreiche Datenl\u00f6schung ist daher ein massiver Versto\u00df gegen eine selbstverst\u00e4ndliche Nebenpflicht. Sie hat das Vertrauen in die Integrit\u00e4t des Mitarbeiters vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Einer Abmahnung habe es nicht mehr bedurft, weil der Mitarbeiter genau wusste, dass seine Firma die L\u00f6schaktion auf keinen Fall hinnehmen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00f6scht ein Angestellter kurzerhand alle Daten in dem PC an seinem Arbeitsplatz, riskiert er die fristlose K\u00fcndigung. 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