{"id":652884,"date":"2015-02-10T22:19:28","date_gmt":"2015-02-10T21:19:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=652884"},"modified":"2015-02-12T00:44:49","modified_gmt":"2015-02-11T23:44:49","slug":"pr-mein-chef-versteht-mich-nicht-buchauszug-mit-verlosung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/02\/10\/pr-mein-chef-versteht-mich-nicht-buchauszug-mit-verlosung\/","title":{"rendered":"PR: &#8222;Mein Chef versteht mich nicht&#8220; &#8211; Buchauszug mit Verlosung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was macht PR-Leute wirklich erfolgreich? Das Autorenteam J\u00f6rg Forthmann und Ulrich Rolke\u00a0\u00a0hat analysiert, was die zehn Erfolgsfaktoren f\u00fcr gelungene Pressearbeit sind. Ihr Fazit: Top-Sprecher haben die Unternehmensstrategie fest vor Augen, Loser lassen sich vom Alltagsgesch\u00e4ft treiben.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_654240\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-654240\" class=\"size-full wp-image-654240\" alt=\"Autoren-Team: Berater J\u00f6rg Forthmann und ...professor x Rolke\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/05\/Forthmann-Rolke_converted.jpg\" width=\"650\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/05\/Forthmann-Rolke_converted.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/05\/Forthmann-Rolke_converted-300x132.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/05\/Forthmann-Rolke_converted-500x220.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-654240\" class=\"wp-caption-text\">Autoren: PR-Berater J\u00f6rg Forthmann (l.) und Kommunikationsprofessor Ulrich Rolke von der Hochschule Mainz<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Worauf die Kommunikationselite\u00a0setzt: Journalisten, Mitarbeiter und Blogger<\/strong><\/p>\n<p>Wer Top-Manager nach den wichtigsten Zielgruppen f\u00fcr ihr Unternehmen befragt, erh\u00e4lt eine eindeutige Antwort: F\u00fcr 99 Prozent sind Kunden und Mitarbeiter \u201esehr wichtig\u201c oder \u201ewichtig\u201c f\u00fcr den Unternehmenserfolg. Multiplikatoren aus Medien, Politik oder Nichtregierungsorganisationen folgen weit abgeschlagen (49 Prozent). Aktion\u00e4re und Banken als Repr\u00e4sentanten der Finanzm\u00e4rkte sind nochmals weniger erfolgskritisch (44 Prozent). Soll sich also die Pressearbeit ausschlie\u00dflich auf Kunden und Mitarbeiter fokussieren und alle anderen Zielgruppen vernachl\u00e4ssigen? Die Antwort der Kommunikationselite ist eindeutig: Nein!<\/p>\n<p>Denn Kommunikationseffekte entstehen nicht linear. So f\u00fchrt intensiver und glaubw\u00fcrdiger Austausch mit Kunden nicht zwingend sofort zu h\u00f6herer Sympathie, Kaufbereitschaft oder gar h\u00f6herem Marktanteil. Denn nicht nur die Pressestelle kommuniziert. Viele andere Absender \u2013 wie Gewerkschaften, Verbrauchersch\u00fctzer, Journalisten oder Blogger \u2013 k\u00f6nnen kontraproduktiv wirken und so den Kommunikationseffekt des Unternehmens beeintr\u00e4chtigen oder sogar konterkarieren. Kommunikationseffekte entstehen damit aus einer komplexen Vernetzung von unterschiedlichen Zielgruppen.<\/p>\n<p>Allein diese Erkenntnis f\u00fchrt in vielen Unternehmen zu Differenzen zwischen Pressestellen und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, denn das Management fokussiert bei den Erfolgsfaktoren f\u00fcr die eigene Firma auf Angebot und Nachfrage, also auf unmittelbar erfolgskritische Akteure wie Kunden, Neukunden und Wettbewerber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo Top-Manager die Erfolgsfaktoren f\u00fcr ihr Unternehmen sehen<\/strong><\/p>\n<p>Kommunikatoren sind daher gefordert, ihren \u2013 komplexen \u2013 Nutzenbeitrag f\u00fcr den Unternehmenserfolg in diese stark fokussierte Sicht einzuordnen und die Akzeptanz daf\u00fcr zu gewinnen, Kommunikation breit aufzustellen \u2013 auch wenn dies verst\u00e4rkt zu indirekten Effekten f\u00fchrt, die nur schwer messbar sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Elite setzt auf 360-Grad-Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p>Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr eine 360-Grad-Kommunikation ist bei der Kommunikationselite (40 Prozent Zustimmung) deutlich ausgepr\u00e4gter als bei den PR-Basisexperten (26 Prozent).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_654245\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-654245\" class=\"size-medium wp-image-654245\" alt=\"Lothar Rolke und J\u00f6rg Forthmann: &quot;Exzellenz in der Unternehmenskommunikation&quot;\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/10\/cover1.rolke_.forthmann-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/10\/cover1.rolke_.forthmann-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/10\/cover1.rolke_.forthmann-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/10\/cover1.rolke_.forthmann.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-654245\" class=\"wp-caption-text\">Lothar Rolke und J\u00f6rg Forthmann: &#8222;Exzellenz in der Unternehmenskommunikation&#8220;<\/p><\/div>\n<p><strong><em>Buchverlosung: Wer eins von drei Exemplaren gewinnen m\u00f6chte, schickt bitte bis 20. Feburar 2015 eine E-Mail mit dem Betreff &#8222;Buchverlosung PR-Buch&#8220; und Namen sowie vollst\u00e4ndiger Postadresse\u00a0an <a href=\"mailto:claudia.toedtmann@wiwo.de\">claudia.toedtmann@wiwo.de<\/a>.\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Die Daten werden weder gesammelt noch weitergegeben.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zielgruppenphilosophie in der Kommunikationselite und bei PR-Basisexperten<\/strong><\/p>\n<p><i>\u201eDie Elite erkennt die Mehrfach-Abh\u00e4ngigkeit unternehmerischen Erfolgs. Kein Unternehmen kann auf Dauer erfolgreich agieren, ohne die wichtigsten Stakeholder-Interessen in seinem Handeln zur Deckung zu bringen\u201c, <\/i>konstatiert Lars Rademacher, Kommunikatiosprofessor Macromedia Hochschule f\u00fcr Medien und Kommunikation\u00a0(MHMK). Operativ zeigt sich dies in einer unterschiedlichen Nuancierung der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit in den Unternehmen. So berichtet Kai Hattendorf (Messe Frankfurt): <i>\u201eJa! \u201aKlassische\u2018 Journalisten sind *eine* Zielgruppe guter Kommunikationsarbeit, daneben stehen aber zahlreiche andere Stakeholder-Gruppen. Bei uns z\u00e4hlen wir dazu unter anderem auch Lokalpolitik (als indirekte Vertreter der Gesellschafter), Verb\u00e4nde, die uns umgebenden, Wohnviertel, etc.\u201c. <\/i>Erg\u00e4nzend dazu Ulrich Ott, Kommunikationschef\u00a0von der ING-DiBa:<i> \u201eEin seri\u00f6ses Stakeholder-Management sollte alle Anspruchsgruppen der Organisation konsistent und fair behandeln \u2013 im Bankensektor besteht hier speziell noch im Bereich Regulierung und Verbraucherschutz Nachholbedarf. Auch die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften bietet noch Optimierungspotenzial.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Dass die Kommunikationselite alle Stakeholder ernster nimmt als die mittelm\u00e4\u00dfigen PR-Experten, f\u00e4llt besonders in der Kommunikation mit Journalisten, Mitarbeitern und \u2013 auf insgesamt niedrigerem Niveau \u2013 mit Bloggern auf. Ihr jeweiliger Einfluss wird von der Kommunikationselite als deutlich st\u00e4rker erachtet. Qualit\u00e4tskommunikation nimmt damit offenkundig alle Anspruchsgruppen ernst, weil sie wei\u00df, dass heute alle mit allen \u00fcber das Unternehmen kommunizieren k\u00f6nnen. Dabei geht sie \u00fcber den verengten Blick von Top-Management und Marketing hinaus, die sich vorwiegend auf die Repr\u00e4sentanten des Absatzmarktes und den Wettbewerb konzentrieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Relevanz der Zielgruppen aus Sicht der PR-Verantwortlichen<\/strong><\/p>\n<p>Konsequent umgesetzt f\u00fchrt eine 360-Grad-Kommunikation zu einer entsprechend aufgestellten Kommunikationsabteilung. <i>\u201eDie gro\u00dfe Bedeutung der unterschiedlichen Stakeholder zeigt sich allein schon daran, dass wir f\u00fcr alle wesentlichen Zielgruppen spezielle Kommunikationskan\u00e4le haben\u201c, <\/i>berichtet J\u00f6rg Howe, Unternehmenskommunikationsleiter\u00a0von der Daimler AG. <i>\u201eL\u00e4ngst f\u00fchren wir auch mit Bloggern einen intensiven Dialog \u00fcber unsere Marken und unsere Produkte und behandeln Blogger nicht anders als andere Medienvertreter auch. Dies zeigt sich beispielsweise an einem eigenen Blogger-Relations-Team in unserer Mercedes-Benz-Pkw-Pressemannschaft.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Kommunikationsabteilungen d\u00fcrfen allerdings nicht den Fehler begehen, das Botschaften-Set des Unternehmens zu stark zu vereinfachen. Nach dem Motto: Es muss eine Botschaft f\u00fcr alle Zielgruppen geben. <i>\u201eLeider wird in der Kommunikationsarbeit Stakeholder-Management oft stark vereinfacht. Kunden, Mitarbeiter, Investoren, \u00d6ffentlichkeit \u2026 Daraus resultieren auch Kommunikationsbotschaften, die f\u00fcr m\u00f6glichst alle funktionieren m\u00fcssen. Aber: Je spezifischer man die Zielgruppen ansprechen kann, desto mehr Relevanz wird die Botschaft haben und die Chance, dass die angepeilte Wirkung erzielt wird, steigt\u201c, <\/i>beobachtet Stephen Rose von der Siemens AG.<\/p>\n<p>PR-Basisexperten begr\u00fcnden ihre Fokussierung auf ausgew\u00e4hlte Zielgruppen mitunter mit zu kleinen Budgets f\u00fcr die Pressearbeit. Tats\u00e4chlich zeigt sich jedoch, dass sich die empfohlene Budgetverteilung von Kommunikationselite und PR-Basisexperten nicht unterscheidet. Es wird also bei den weniger erfolgreichen Kommunikatoren nicht st\u00e4rker fokussiert. M\u00f6glicherweise ist das Problembewusstsein f\u00fcr Budgetgrenzen einfach nur st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Budgetverteilung in den Pressestellen<\/strong><\/p>\n<p>Bei einer Umfrage von der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor unter Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften der PR kristallisierte sich zudem deutlich das Bild heraus, dass Budgetprobleme nicht vorrangig entscheidend f\u00fcr den Erfolg von Pressearbeit sind. Social Media, PR-Erfolgskontrolle und personell d\u00fcnn besetzte Redaktionen waren um das Doppelte beziehungsweise Vierfache relevanter aus Sicht der 1.679 Befragten aus Pressestellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen in der Pressearbeit<\/strong><\/p>\n<p><b>Die wahre Herausforderung f\u00fcr Kommunikationsverantwortliche: Mehrwert f\u00fcr das Unternehmen schaffen<\/b><\/p>\n<p><i>\u201eDie Anforderungen an die Kommunikationsleistungen und -kompetenzen von Unternehmen sind in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Geschwindigkeit und Vielfalt von Formaten, Plattformen und \u00f6ffentlich diskutierten Themen haben kontinuierlich zugelegt. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Unternehmen, die fr\u00fcher wom\u00f6glich kaum \u00f6ffentliche Beachtung fanden und auch f\u00fcr die Belegschaft mangels bezahlbarer interner Medien keine Plattformen bieten konnten oder wollten, sehen sich zunehmend mit einer Herausforderung konfrontiert, die nichts mit den klassischen Aufgaben eines zum Beispiel mittelst\u00e4ndischen Unternehmers im spezialisierten Maschinenbau zu tun hat\u201c, <\/i>fasst Michael Schlechtriem von der Deutschen Telekom\u00a0&#8211; verantwortlich in der Unternehmenskommunikation f\u00fcr Strategie und Planung\u00a0&#8211; die Herausforderungen an die PR zusammen und folgert: <i>\u201eEine komplett neue Perspektive ist notwendig, mit anderen Kompetenzen. Kommunikationsverantwortliche solcher Unternehmen haben es doppelt schwer: Sie m\u00fcssen mit dem kommunikativen Druck der medialen Diversifizierung und dem wachsenden Transparenz-Anspruch drinnen wie drau\u00dfen klarkommen. Und sie m\u00fcssen wom\u00f6glich eine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung beraten, die aus ihrem historischen Rollenverst\u00e4ndnis heraus keine nat\u00fcrliche Affinit\u00e4t zum Thema Unternehmenskommunikation entwickelt hat.\u201c<\/i><\/p>\n<p>K\u00f6nnen Kommunikationsverantwortliche in diesem Umfeld exzellente Leistung erbringen? Die Kommunikationselite ist selbstbewusst und bewertet den Kommunikationserfolg ihrer eigenen Arbeit mit der Schulnote 1,9, was einer \u201eZwei plus\u201c entspricht. Anders die PR-Basisexperten. Sie geben sich eine 3,2 \u2013 also eine \u201eDrei\u201c mit Tendenz zur \u201eDrei minus\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Selbsteinsch\u00e4tzung ihrer Arbeit durch die Kommunikationsverantwortlichen<\/strong><\/p>\n<p>Dabei bewertet sich in fast allen Kommunikationsfunktionen die Elite signifikant besser als die Basisexperten im Hinblick darauf, ob sie ihre Ziele erreichen oder nicht. Besonders gro\u00df sind die Unterschiede in<\/p>\n<ul>\n<li>der PR-\/\u00d6ffentlichkeitsarbeit (Note 2,2 vs. 2,7),<\/li>\n<li>Online-Kommunikation (2,7 vs. 3,2) sowie in der<\/li>\n<li>Mitarbeiterkommunikation (2,9 vs. 3,3).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei sind gerade diese drei Disziplinen die Kernaufgaben der Pressestellen. Die Qualit\u00e4tsunterschiede ausgerechnet in diesen Kernbereichen deuten darauf hin, dass die PR-Basisexperten selbst in den wichtigsten Handlungsfeldern der PR gro\u00dfen Nachholbedarf haben \u2013 und nicht nur in Randgebieten, wo R\u00fcckst\u00e4nde leichter zu verkraften w\u00e4ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bewertung der einzelnen Kommunikationsfunktionen im Hinblick darauf, ob die Ziele erreicht werden<\/strong><\/p>\n<p>Die PR-Basisexperten geraten damit in eine unangenehme Sandwich-Position. Sie werden vom Tagesgesch\u00e4ft getrieben, steuern nicht mehr und geben die M\u00f6glichkeit verloren, ihr Aufgabenportfolio entlang der Unternehmens- und Kommunikationsstrategie zu orchestrieren. Oder wie es Stephen Rose von der Siemens AG beschreibt: <i>\u201eLeider ist man in der modernen Kommunikationsarbeit meist zu 100 Prozent mit der Tagesarbeit ausgelastet (Redaktionspl\u00e4ne, Krisenkommunikation, Events\u2026). Da bleibt oft keine Zeit f\u00fcr strategische \u00dcberlegungen, was man \u00e4ndern m\u00fcsste und ob die Ressourcen auch optimal zugeteilt sind. (\u2026) Und all dies vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Ver\u00e4nderung in der Kommunikation: Real-Time Communication, Customer Engagement, Social Media, neue Kan\u00e4le wie Smart TV, Apps \u2026 das Angebot ist nahezu grenzenlos. Das hei\u00dft immer mehr Kan\u00e4le bei immer weniger Ressourcen. Aus Unsicherheit, etwas falsch zu machen oder einen Trend zu verpassen, wird versucht, jedem der Trends gerecht zu werden und dabei die alten Kan\u00e4le aufrechtzuerhalten, um Bestandszielgruppen nicht zu vergr\u00e4men. Die Frage sollte also auch immer lauten: Auf was k\u00f6nnen wir verzichten?\u201c<\/i><\/p>\n<p>Wer sich vom Tagesgesch\u00e4ft aus der strategischen Steuerung der Kommunikation herausdr\u00e4ngen l\u00e4sst, hat kaum eine Chance, Exzellenz in der Pressearbeit zu erreichen<b>.<\/b> Das ist keine Frage der t\u00e4glichen Steuerung, sondern oftmals eher eine Frage des regelm\u00e4\u00dfigen, kritischen Reviews von Aufgaben und daraus resultierendem Nutzen f\u00fcr das Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mehr Kan\u00e4le, weniger Journalisten, weniger Platz in Zeitungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Ressourcenengp\u00e4sse sind jedoch nur die eine Seite des Sandwiches, in das PR-Basisexperten geraten. Die andere Seite ist der Medienwandel. Nicht nur, dass sich die Zahl der Kan\u00e4le laufend erweitert, wie Stephen Rose, Siemens-Kommunikator,\u00a0ausf\u00fchrt. Die Zahl der Journalisten geht zur\u00fcck, die Fl\u00e4che in den klassischen Printmedien schrumpft, und Redaktionen versuchen sich untereinander immer st\u00e4rker dadurch zu profilieren, dass sie \u201eeigene Geschichten\u201c bringen. F\u00fcr Nice-to-have-Geschichten ist deshalb immer weniger Platz. Kommunikationsverantwortliche sind deshalb gefordert, an der Relevanz ihrer Nachrichten zu arbeiten. Der Arbeitsaufwand f\u00fcr das einzelne Angebot an Medien steigt somit tendenziell. Die positive Seite dieser Entwicklung ist hingegen, dass diejenigen, die sich durchsetzen, eine h\u00f6here Aufmerksamkeit auf sich ziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Steigerungspotenzial Kommunikationserfolg: 36 Prozent<\/strong><\/p>\n<p>Spiegelbildlich zur Einsch\u00e4tzung ihrer eigenen Arbeit sehen die befragten Kommunikationsverantwortlichen das Steigerungspotenzial f\u00fcr ihren Kommunikationserfolg. Die Kommunikationselite sieht eine denkbare Verbesserung um weitere 36 Prozent, wenn alle M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stehen, die sie sich w\u00fcnschen. Die PR-Basisexperten sehen hingegen ein nahezu doppelt so gro\u00dfes Steigerungspotenzial (65 Prozent). Diese Sicht d\u00fcrfte der Realit\u00e4t gut entsprechen.<\/p>\n<p>Das weiterhin gro\u00dfe Verbesserungspotenzial, das die Kommunikationselite in der eigenen Arbeit sieht, darf nicht als unterdurchschnittliche Performance selbst an der Leistungsspitze in deutschen Pressestellen fehlinterpretiert werden.<\/p>\n<p>Es ist vielmehr das Erfolgsgeheimnis der Spitzenkommunikatoren. <i>\u201eAuch f\u00fcr die Kommunikationselite ist es selbstverst\u00e4ndlich, den Job immer noch besser machen zu wollen. Hierbei geht es uns aber weniger um eine quantifizierbare Gr\u00f6\u00dfenordnung, sondern eher um ein Mindset, das den Exzellenzgedanken verinnerlicht hat\u201c,<\/i> konstatiert J\u00f6rg Howe, Leiter Kommunikation\u00a0von der Daimler AG.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fehlendes fachliches Verst\u00e4ndnis des Managements<\/strong><\/p>\n<p>Gefragt nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr fehlende Performance in der Pressearbeit wird oftmals zu knappes Budget genannt. Das Budget ist jedoch nur Folge eines tiefer liegenden Problems, das sich bei einem intensiveren Blick auf die Umfrageergebnisse offenbart: PR-Basisexperten berichten deutlich \u00f6fter vom fehlenden fachlichen Verst\u00e4ndnis in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und von Problemen bei der Abstimmung mit dem Top-Management.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Mein Chef versteht mich nicht&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Einfach formuliert: \u201eMein Chef versteht mich nicht. Deshalb kann ich keinen Erfolg liefern.\u201c Die von uns befragten Praktiker aus der Branche haben dazu eine eindeutige Meinung. So kommentiert Silje Skogstad, Pressechefin\u00a0von der Deutschen Post DHL: \u201e<i>Budgets sind weniger wichtig als Verst\u00e4ndnis und Einfluss. Oder umgekehrt \u2013 wenn Verst\u00e4ndnis vorhanden ist, kommen die Budgets von selbst \u2013 wobei sehr oft zweckgebunden. Und die Kommunikationsabteilungen m\u00fcssen lernen, business-relevante (und messbare) Business Cases zu erstellen, um Budgets zu erhalten. Budget f\u00fcr \u201aPressearbeit allgemein\u2018 wird es kaum geben.\u201c <\/i>Ulrich Ott, Unternehmenskommunikationsleiter\u00a0von der ING-DiBa AG erg\u00e4nzt: <i>\u201eDer Medienauftritt des Vorstandsvorsitzenden geh\u00f6rt zu den Kernaufgaben des Kommunikationsmanagements. Wenn die \u201aChemie\u2018 nicht stimmt, sollte man sich lieber einen neuen Job suchen, als \u00fcber das mangelnde Kommunikationsverst\u00e4ndnis der Vorstandsebene zu lamentieren.\u201c<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo Kommunikationsverantwortliche Verbesserungspotenziale sehen<\/strong><\/p>\n<p>Akzeptanz in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung entsteht \u00fcber den nachvollziehbaren Wertbeitrag der Kommunikation zum Unternehmenserfolg. Die Kommunikationselite versteht es offensichtlich deutlich besser, diese Hausaufgabe zu l\u00f6sen. <i>\u201eWer beim Top-Management geh\u00f6rt werden will, muss seine eigene Rolle klar definieren und sich nachvollziehbar an den Unternehmenszielen orientieren. Wenn das nicht geschieht, ist die geringe Akzeptanz der Unternehmensleitung gut nachvollziehbar.\u201c, <\/i>kommentiert Ansgar Zerfa\u00df von der Uni Leipzig die Studienergebnisse.<i> <\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wahre Aufgabe der Kommunikation: Mehrwert schaffen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Emilio Galli-Zugaro (Leiter Unternehmenskommunikation der Allianz) nennt diesen Punkt sogar die \u201ewahre Herausforderung\u201c f\u00fcr Kommunikationsverantwortliche:<i> \u201eDie Debatte um Budgets habe ich immer als eine Frage unw\u00fcrdigen Muskelspiels betrachtet. Man darf nie vergessen, dass jeder Cent, den ein Unternehmen ausgibt, von Kunden oder Investoren kommt und deshalb besonders sorgf\u00e4ltig verwaltet werden muss. Wenn eine Kommunikationsma\u00dfnahme den Wert des Unternehmens steigert, wird sich das Budget daf\u00fcr immer finden lassen. Das ist die wahre Herausforderung f\u00fcr die Unternehmenskommunikation: Mehrwert f\u00fcr das Unternehmen zu schaffen.\u201c<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo Kommunikationsverantwortliche in ihrer Arbeit die gr\u00f6\u00dften Defizite sehen <\/strong><\/p>\n<p>Auch bei den konkreten Aufgaben in Kommunikationsabteilungen zeigt sich ein signifikanter Unterschied zwischen Kommunikationselite und PR-Basisexperten: Die Elite sieht sich abermals sp\u00fcrbar besser aufgestellt, allerdings eher auf verhaltenem Niveau. Die meisten Aufgabenfelder werden von den Spitzenkommunikatoren mit einer Note zwischen zwei und drei bewertet. Besser als zwei ist nicht ein einzelnes Aufgabengebiet. Schlechter als \u201ebefriedigend\u201c wird die Online- und Social-Media-Kommunikation als relativ junges Thema in den Pressestellen gewertet, wo offensichtlich noch stark experimentiert wird, ohne eine wirklich gro\u00dfe Zufriedenheit bei den Verantwortlichen zu erzielen. Auch das Budget ist schlechter als befriedigend.<\/p>\n<p>Dazu ist anzumerken, dass bestimmte Fragen in Studien tendenziell immer zu schlechten Ergebnissen f\u00fchren. Wer Verbraucher danach fragt, ob die Preise im Supermarkt angemessen sind, wird eher kritisches Echo erhalten. Ebenso ist es bei der Frage nach Budgets in Unternehmen. Insofern sollte dieser Punkt nicht \u00fcberbewertet werden, auch wenn \u2013 zweifelsohne \u2013 in der Regel Finanzmittel in der Pressearbeit eher knapp sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>PR-Basisexperten sch\u00e4tzen sich selbst bestenfalls mit einer Drei ein<\/strong><\/p>\n<p>Erschreckend sind die Antworten der PR-Basisexperten: Sie bewerten die meisten Aufgabengebiete mit einer \u201eDrei minus\u201c oder \u201eVier plus\u201c. Lediglich in der Kreativit\u00e4t und bei den Medienauftritten des Vorstandsvorsitzenden reicht es zu einer knappen \u201eDrei\u201c \u2013 was man ern\u00fcchternd als Lichtblicke in Randbereichen bewerten kann. Wer sich so schlecht einsch\u00e4tzt, muss sich ernsthaft fragen,<\/p>\n<ul>\n<li>ob er im richtigen Unternehmen ist oder<\/li>\n<li>ob er die richtige Kommunikationsstrategie und -umsetzung verfolgt oder<\/li>\n<li>ob er der Aufgabe tats\u00e4chlich gewachsen ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein \u201eWeiter so\u201c auf diesem Leistungsniveau zu akzeptieren, ist riskant. Sowohl f\u00fcr das Unternehmen als auch f\u00fcr den Kommunikationschef, weil schlechte kommunikative Qualit\u00e4t als Symptom f\u00fcr ein weniger gutes Management bewertet werden muss.<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><strong>Exzellenz in der Unternehmenskommunikation ist noch zu selten \u2013 bem\u00e4ngelt selbst die Chefetage<\/strong><\/p>\n<p>Die Detailbetrachtung zeigt, dass in gut der H\u00e4lfte der Pressestellen noch gro\u00dfe Potenziale bestehen, Exzellenz in der Unternehmenskommunikation zu erreichen. Dieses Ergebnis wird durch eine Befragung von deutschen Top-Managern best\u00e4tigt. Danach sehen nur 24 Prozent ihr Unternehmen in der Pressearbeit besser aufgestellt als den Wettbewerb. Das Marketing schneidet hingegen aus Sicht der obersten F\u00fchrungsetage deutlich besser ab. Die Werbung entt\u00e4uscht st\u00e4rker.<\/p>\n<p><strong>Wie Top-Manager ihr eigenes Marketing, ihre Pressearbeit und ihre Werbung im Vergleich zum Wettbewerb bewerten<\/strong><\/p>\n<p>Diese Ergebnisse unterstreichen zwei wesentliche Trends in der Kommunikation:<\/p>\n<ol>\n<li>Die klassische Werbung verliert im Kommunikationsmix an Bedeutung. Dies sp\u00fcren Pressestellen durch sinkende Umf\u00e4nge der Printtitel und durch zunehmend schw\u00e4cher besetzte Redaktionen.<\/li>\n<li>Marketing und PR stehen in einem direkten Vergleich; sie sind vergleichbar aus Sicht der Top-Manager. Was wie eine profane Feststellung klingt, hat weit reichende Folgen, insbesondere bei der Budgetverteilung. Denn beide Kommunikationsdisziplinen stehen in den meisten Betrieben im Wettbewerb um Budgetmittel und um neue Verantwortungsfelder wie Social Media. Hier ist die Unternehmenskommunikation im Durchschnitt der Pressestellen offensichtlich noch im Hintertreffen. F\u00fcr die Weiterentwicklung der Unternehmenskommunikation ist es daher von entscheidender Bedeutung, von exzellent aufgestellten Kommunikatoren zu lernen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Potenzial, das gehoben werden kann, ist deutlich: W\u00e4hrend sich die Kommunikationselite bei externen Kommunikationskampagnen die Schulnote 1,8 verleiht, bewerten sich die Basisexperten nur mit einer 2,3. Bei internen Kampagnen f\u00e4llt der Unterschied deutlich kleiner aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht PR-Leute wirklich erfolgreich? Das Autorenteam J\u00f6rg Forthmann und Ulrich Rolke\u00a0\u00a0hat analysiert, was die zehn Erfolgsfaktoren f\u00fcr gelungene Pressearbeit sind. Ihr Fazit: Top-Sprecher haben die Unternehmensstrategie fest vor Augen, Loser lassen sich vom Alltagsgesch\u00e4ft treiben. &nbsp; &nbsp; &nbsp; Worauf &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/02\/10\/pr-mein-chef-versteht-mich-nicht-buchauszug-mit-verlosung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[4214,1795,4224,1798,248,275,4223,4218,2149,4220,4215,4217,4219,4222,966,4221,4216,4213,4225],"class_list":["post-652884","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-exzellenz-in-der-unternehmenskommunikation","tag-allianz","tag-ansgar-zerfas","tag-buchverlosung","tag-daimler","tag-deutsche-telekom","tag-emilio-galli-zugaro","tag-ing-diba","tag-jorg-forthmann","tag-jorg-howe","tag-kai-hattendorf","tag-lars-rademacher","tag-macromedia-hochschule-fur-medien-und-kommunikation-mhmk","tag-michael-schlechtriem","tag-siemens","tag-stephen-rose","tag-ulrich-ott","tag-ulrich-rolke","tag-uni-leipzig"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=652884"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652884\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=652884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=652884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=652884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}