{"id":651779,"date":"2014-02-21T13:56:43","date_gmt":"2014-02-21T12:56:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=651779"},"modified":"2014-02-21T14:00:37","modified_gmt":"2014-02-21T13:00:37","slug":"unternehmensberater-die-ex-branchenkollegen-sind-die-schlimmsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/02\/21\/unternehmensberater-die-ex-branchenkollegen-sind-die-schlimmsten\/","title":{"rendered":"Unternehmensberater: Die Ex-Branchenkollegen sind die Schlimmsten"},"content":{"rendered":"<p>Es ist fast erschreckend, wie und dass sich der Umsatz der Unternehmensberater schon wieder gesteigert hat: auf 23,7 Milliarden Euro in 2013, mit einem Plus von 6,3 Prozent. Und f\u00fcr dieses Jahr erwarten sie ein weiteres Plus von 5,5 Prozent. Zum Vergleich: 2004, also vor zehn Jahren, kam der der Beratermarkt erst auf 12,3 Milliarden Euro Umsatz. Also halb so viel Umsatz wie heute.<\/p>\n<p>Errechnet und erfragt hat\u00b4s der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Und die Herren berichten von ihrer neuen Markt-Studie auf ihrer\u00a0Pressekonferenz im D\u00fcsseldorfer Hotel Interconti.<\/p>\n<div id=\"attachment_651787\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651787\" class=\"size-medium wp-image-651787\" alt=\"Hotel Interconti in D\u00fcsseldorf\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/interconti.halle_-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/interconti.halle_-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/interconti.halle_-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/interconti.halle_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-651787\" class=\"wp-caption-text\">Hotel Interconti in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erfreulich sind die Ergebnisse aus Sicht der Zunft. Sicher.<\/p>\n<p>Doch erstaunlich, wie unterst\u00fctzungsbed\u00fcrftig offenbar die Unternehmen geworden sind &#8211; neuerdings. Dass diese Wissensl\u00fccken in der vergangenen zehn Jahren so gewachsen sind. Oder ihre Ratlosigkeit.<\/p>\n<p>Auch erstaunlich, wie viele ver\u00e4ngstigte Manager ihre Karriere absichern, indem sie externen Beratern die Verantwortung f\u00fcr ihre Entscheidungen zuschustern. Egal wie viel es die Company kostet.<\/p>\n<p>Aber das tun die Top-Manager nicht nur mit Unternehmensberatern, sondern auch mit Anw\u00e4lten, Stichwort: <a title=\"Gutachteritis der Manager\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/\" target=\"_blank\">Gutachteritis der Manager<\/a>.\u00a0 <a title=\"Gutachteritis der Manager WiWo Management-Blog\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/\" target=\"_blank\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>5300 Beratungen gebe es hierzulande, sagt der Verband,\u00a0&#8211; die ihren Hauptumsatz mit Beratung machen. Inklusive der Berater der WP-Gesellschaften, die seit drei bis vier Jahren wieder intensiv mitmischen. 520 der Beratungsh\u00e4user sind im Verband organisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Keine Frage, es gibt sicher auch viel Know-how, das die Berater zu bieten haben. Aber gut w\u00e4re es freilich, man w\u00fcrde \u00f6fter und viel intensiver die eigenen Mitarbeiter befragen, die von denen auf Trab gebracht werden sollen. Denn die eigenen Leute wissen oft die L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme, nur will niemand sie von denen h\u00f6ren. Weder aus der internen Hierarchie noch von den Beratern. Dies berichten immer wieder kopfsch\u00fcttelnd renommierte Insolvenzverwalter oder Wissenschaftler, die sich mit der Thematik befassen. Und Angestellte, die sich mit ihrem Know-how \u00fcbergangen f\u00fchlen &#8211; mit den \u00fcblichen Folgen.<\/p>\n<div id=\"attachment_651784\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651784\" class=\"size-medium wp-image-651784\" alt=\"Pr\u00e4sident des verbands der Unternehmensberater Antonio Schnieder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Cap Gemini (Mitte)\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband1-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband1-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-651784\" class=\"wp-caption-text\">Pr\u00e4sident des verbands der Unternehmensberater Antonio Schnieder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Cap Gemini (Mitte)<\/p><\/div>\n<p>Doch zur\u00fcck zu den Unternehmensberatern: Der Jugendwahn ist in dieser Branche wohl beendet. BDU-Chef Antonio Schieder erz\u00e4hlt, dass die Beratungsh\u00e4user auf der Suche sind nach erfahrenen Beratern. Weil es schwerer geworden sei, Umsatz zu machen mit Junior-Beratern. Oder mit Beratern ohne Umsetzungskompetenz.<\/p>\n<p>Kurz: Die Unternehmenskunden kaufen professioneller ein als fr\u00fcher, meint \u00a0auch\u00a0Hans-Werner Wurzel aus dem Management-Team von BearingPoint berichtet von h\u00f6heren Anforderungen an die Berater. Was auch daher kommt, dass inzwischen auf der anderen Seite des Schreibtischs &#8211; beim Kunden &#8211; oft Ex-Berater sitzen. Und Konvertiten seien nun mal die Schlimmsten.<\/p>\n<div id=\"attachment_651785\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651785\" class=\"size-medium wp-image-651785\" alt=\"Hans-Werner Wurzel, Pr\u00e4sidumsmitglied beim Unternehmensberaterverband und Vize-Chef von BearingPoint\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband2-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Unternehmensberaterverband2.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-651785\" class=\"wp-caption-text\">Hans-Werner Wurzel, Pr\u00e4sidumsmitglied beim Unternehmensberaterverband (BDU) und Vize-Chef von BearingPoint (lrechts), Klaus Reiners, BDU-Sprecher<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immer sitzen heute bei Verhandlungen um Auftr\u00e4ge die Eink\u00e4ufer mit am Tisch &#8211; so wie bei Anw\u00e4lten auch &#8211; , schon aus Corporate-Governance-Erfordernissen. Und die br\u00e4chten gerne mal weitere Wettbewerber ins Spiel, um die Preise dr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Schon aus Prinzip. Die Unternehmens-Eink\u00e4ufer seien gewieft und w\u00fcrden durchaus wirtschaftlich einkaufen statt nur auf das niedrigste Angebot zu schielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tageshonorare\u00a0 f\u00fcr Berater zwischen 1.500 und 4.500 Euro<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gestiegen seien die Anspr\u00fcche der Kunden, aber nicht die Honorare &#8211; und das erh\u00f6he den Druck auf die Beratungen, zu fusionieren undsoweiter.<\/p>\n<p>Was sie kosten? Die Spannen sind hoch, die Tagess\u00e4tze liegen zwischen 1.500 und 4.500 Euro.<\/p>\n<p>Warum es insbesondere den gro\u00dfen Beratungen nicht gelingt, Frauen als Berater zu halten? Es sei die fehlende Work-Life-Balance.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kunden zerst\u00f6ren unn\u00f6tigerweise die Work-Life-Balance der Unternehmensberater<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch dann wird man doch konkret: Schuld seien die Kunden, es, die unbedingt wollten, dass die Berater ihre Stunden bei ihnen vor Ort ableisteten. Egal ob M\u00e4nner oder Frauen.<\/p>\n<p>Es fehle keineswegs an Respekt und Anerkennung weiblicher Berater. Aber das Misstrauen der Unternehmenskunden, dass ihnen zu viele Manntage auf die Rechnung gesetzt werden, sei eben sehr hoch.<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnten Berater tats\u00e4chlich auch viele ihrer Arbeiten auch woanders ableisten als vor Ort beim Kunden. organisatorisch sei das kein Problem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frauen sind konsequenter &#8211; und verlassen die Beratungen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ende vom Lied: Weibliche Berater wandern dann schneller konsequent in Unternehmen weg, weil sie die st\u00e4ndige Reiset\u00e4tigkeit nervt. Egal ob sie Kinder und \/ oder Lebenspartner haben. Darin seien sie konsequenter als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Misstrauen beherrscht die F\u00fchrungskr\u00e4fte &#8211; einerseits<\/strong><\/p>\n<p>Ein wenig ist es also wie bei deutschen F\u00fchrungskr\u00e4ften, die tats\u00e4chlich keine Home-Offices wollen, weil sie viel zu viel Misstrauen gegen\u00fcber ihren Mitarbeitern hegen. K\u00f6nnten sie doch zuhause l\u00e4ngere Pausen machen, als sie es in der Firma t\u00e4ten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andererseits erkennen sie offensichtliche Zeitverschwendung nicht<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>By the way: Merkw\u00fcrdig nur, dass an dem Punkt das Misstrauen gar nicht abebbt im Laufe der Jahre &#8211; wo im selben Moment niemand Theater macht, wenn rauchende Mitarbeiter ihrer Firma locker eine Stunde am Tag f\u00fcr ihre Rauchpausen klauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Arbeitsverdichtung in Betrieben behindert Unternehmensberater-Projekte<\/strong><\/p>\n<p>Ob es etwas gibt, was den Beratern Sorgen bereitet? Dass die Projekte in Stocken kommen oder gef\u00e4hrdet werden &#8211; durch die Angestellten der Kunden. Denn die seien heute so ausgelastet mit Arbeit, dass bei ihnen kein bisschen Luft mehr ist, um sich auch noch mit Unternehmensberater-Projekten zu befassen. Und dann geht es mit den Projekten nicht mehr weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist fast erschreckend, wie und dass sich der Umsatz der Unternehmensberater schon wieder gesteigert hat: auf 23,7 Milliarden Euro in 2013, mit einem Plus von 6,3 Prozent. Und f\u00fcr dieses Jahr erwarten sie ein weiteres Plus von 5,5 Prozent. &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/02\/21\/unternehmensberater-die-ex-branchenkollegen-sind-die-schlimmsten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3136,1706,1859,3138,3137,3139,1094],"class_list":["post-651779","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-antonio-schieder-hans-werner-wurzel","tag-bundesverband-deutscher-unternehmensberater","tag-einkaufer","tag-gutachteritis","tag-klaus-reiners","tag-tageshonorar","tag-unternehmensberater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=651779"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651779\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=651779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=651779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=651779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}