{"id":651741,"date":"2014-04-08T22:48:45","date_gmt":"2014-04-08T20:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=651741"},"modified":"2014-06-20T11:26:07","modified_gmt":"2014-06-20T09:26:07","slug":"ein-standiges-rennen-die-tagliche-uberforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/04\/08\/ein-standiges-rennen-die-tagliche-uberforderung\/","title":{"rendered":"Ein st\u00e4ndiges Rennen: Die t\u00e4gliche \u00dcberforderung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mitarbeiter opfern ihre Gesundheit f\u00fcr den Beruf, weil alles zu viel ist. Ein Massenph\u00e4nomen &#8211; \u00fcber das die Unternehmen geflissentlich hinweggucken.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gradezu fluchtartig verlie\u00df Monika Piel, 62, die Ex-Intendantin des WDR, im Januar 2013 ihr B\u00fcro im K\u00f6lner WDR. Ohne eine Erkl\u00e4rung hatte sie nur ihre pers\u00f6nliche Habe gepackt und war verschwunden. Erst neun Monate sp\u00e4ter r\u00fcckte sie mit den Gr\u00fcnden raus. Sie hatte so ein hohes Arbeitspensum zu bew\u00e4ltigen, dass sie kurz vor einem Schlaganfall stand, wie es ihr damals der Arzt er\u00f6ffnete. Den ganzen Tag unterwegs. Immer konzentriert. Immer Hunderte Themen. Abends noch Berge von Post lesen und beantworten. Arbeit bis tief in die Nacht. Nie habe sie eine richtige Mittagspause gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der ganz normale Alltag war f\u00fcr Piel zu einem \u201e st\u00e4ndigen Rennen\u201c geworden.\u00a0Fast 1000 Einladungen im Jahr, im Januar war der Kalender schon bis Dezember gef\u00fcllt plus sieben Aufsichtsratsposten und mehrerer Ehren\u00e4mter. Sie arbeitet wahnsinnig gerne, aber es war eben trotzdem alles anstrengend f\u00fcr sie. Schlafst\u00f6rungen und Herzrasen waren die Folge. Ihr Arzt stellte sie vor die Wahl: Sie sei in Lebensgefahr, er k\u00f6nne sie an der Halsschlagader operieren oder sie m\u00fcsse \u201eaus dem Wahnsinnsjob\u201c aussteigen. Piel reagierte sofort und zog die Rei\u00dfleine. Unverz\u00fcglich r\u00e4umte sie ihren Schreibtisch im WDR.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcberforderte Mitarbeiter &#8211; und die Unternehmen spielen Susi Sorglos<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Senderchefin erging es wie vielen: Sie war \u00fcberfordert und ihr blieb am Ende nichts anderes \u00fcbrig, als radikal den Schlussstrich unter ihre Karriere zu setzen. Bernhard Badura, Gesundheitsforscher und Emeritus an der Uni Bielefeld. macht bei vielen Unternehmen \u201eeine Kultur der Sorglosigkeit\u201c aus, wenn es um die Arbeits\u00fcberforderung ihrer Mitarbeiter geht. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der psychischen Erkrankungen um 120 Prozent gestiegen und damit auch die Fehlzeiten bis 2011 wegen psychischer Erkrankungen &#8211; im Schnitt auf 22,5 Tage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_646993\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-646993\" class=\"size-medium wp-image-646993\" alt=\"Heike Cohausz, Partnerin bei P4 Career Consultants\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/12\/cohausz-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/12\/cohausz-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/12\/cohausz.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><p id=\"caption-attachment-646993\" class=\"wp-caption-text\">Heike Cohausz, Partnerin bei P4 Career Consultants<\/p><\/div>\n<p>\u201eDabei sind die meisten Burn-outs keine echten Burn-outs, sondern tats\u00e4chlich \u00dcberforderungen mit zu viel Arbeit\u201c, beobachtet Manager Coach Heike Cohausz von P4 Career Consultants in D\u00fcsseldorf. Work-Life-balance wird stillschweigend zur Privatsache erkl\u00e4rt. Jeder zweite Mitarbeiter f\u00fchlt sich von seinem Unternehmen im Stich gelassen, ermittelt eine Umfrage der Management-Beratung Hay Group.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prominentes Wall-Street-Beispiel ist der Barclays-Manager Hector Sants, der als harter Sanierer gilt und bei der Londoner Gro\u00dfbank die Skandale wie die Libor-Manipulationen-Aff\u00e4re aufarbeiten sollte. Der Chef der Compliance-Abteilung lie\u00df sich im Oktober freistellen, um wegen Ersch\u00f6pfung und Stress bis Januar eine Pause einzulegen. Doch dann \u00fcberlegte er es sich anders und k\u00fcndigte Mitte November, weil er nicht mehr zur\u00fcck will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Job als H\u00f6chststrafe wegen immer-zu-viel-Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Solche Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nde passieren allen: Top-Managern, Mittelmanagern und ganz normalen Angestellten. \u00dcberforderungs-Notrufe kommen aus den verschiedensten Branchen und Bundesl\u00e4ndern: S\u00e4mtliche 80 Hamburger Staatsanw\u00e4lte konfrontierten im Juni die Justizsenatorin Jana Schiedeks damit, dass sie 60-Stunden-Wochen sch\u00f6ben und ihren Job als H\u00f6chststrafe empf\u00e4nden. Verdi k\u00e4mpft f\u00fcr \u00fcberlastete Mainzer Brieftr\u00e4ger, deren Zustellbezirke immer gr\u00f6\u00dfer werden. \u00c4hnliche Hilfe-Rufe kamen diesen Herbst von sechs Polizeipr\u00e4sidenten aus Gro\u00dfst\u00e4dten in Nordrhein-Westfalen f\u00fcr ihre Polizisten, dass der Kollaps drohe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Restrukturierung ist Ertragsmaximierung: Mehr Arbeit mit weniger Leuten<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grund: Der einzelne Mitarbeiter muss nach Jahren von Restrukturierungen und immer neuen K\u00fcndigungswellen immer mehr Arbeit schaffen. Damit einher geht die Tendenz zu immer weniger Respekt vor dem Einzelnen. Fehlendes Lob am Arbeitsplatz verursacht nach dem wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) in seinem Fehlzeiten-Report 2013 steigende Krankenzahlen: 54 Prozent der Besch\u00e4ftigten w\u00fcrden selten oder nie von ihrem Vorgesetzten gelobt, moniert Wido-Chef Helmut Schr\u00f6der.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem aber gibt es keinen Kredit mehr f\u00fcr langj\u00e4hrige Mitarbeiter. Wer jahrelang viel gegeben hat, verliert diesen Kredit sp\u00e4testens mit dem Wechsel des Chefs, denn den Neuen interessieren keine aufopfernden Leistungen aus der Vergangenheit. Ansonsten l\u00f6st sich der Kredit auch in Luft auf, wenn die Zeiten f\u00fcr alle h\u00e4rter werden.Und jeder um sein eigenes \u00dcberleben im Job k\u00e4mpfen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unbezahlte \u00dcberstunden schon einkalkuliert vom Arbeitgeber<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Christian Fischeln * (Name der Redaktion bekannt), Facharzt an einer Klinik \u201efuhr am Limit\u201c: In Zeiten mit knappem Personal wurden seine Kollegen und er \u00fcberfordert &#8211; planm\u00e4\u00dfig. Die Klinik hatte t\u00e4gliche, unbezahlte \u00dcberstunden der \u00c4rzte schon bei ihrer Planung miteinkalkuliert, eine sachgerechte Behandlung der hohen Zahl der Patienten schon wegen des Dienstplans unm\u00f6glich. 17 Tage in folge Elf-Stunden-Dienste waren die Regel. Dass ausgerechnet \u00c4rzte durch den immer st\u00e4rkeren wirtschaftlichen Druck nicht nach der Qualit\u00e4t ihrer Arbeit gemessen wurden, sondern nur nach Fallzahlen setzte Fischeln besonders zu: \u201eWie in einer Schraubenfabrik\u201c, f\u00fchlte er sich. Und der Druck werde in einer Abteilung durchgereicht \u00fcber die Pfleger, Krankenschwestern bis zur Putzfrau.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230; mit schleichenden Folgen f\u00fcrs Privatleben oder dessen Rest<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr den Mediziner machten sich nur schleichend bemerkbar. Immer \u00f6fter sagte er Verabredungen in seiner Freizeit ab, um weiter zu arbeiten: \u201eZuerst sterben die Sozialbeziehungen ab. Sieht man seine Freunde nur noch einmal im Jahr, bleiben aus dem ehemaligen Freundeskreis nach dem Studium bald nur noch zwei, drei Kontakte \u00fcbrig, die es aushalten sich viele Monate gar nicht zu sehen\u201c, so Fischeln. Er hatte einfach nicht mehr den Nerv, nach dem anstrengenden Klinikalltag noch Leute zu treffen, wollte nichts mehr unternehmen und keine Anreise auf sich nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Konzerte? Lieber kein Ticket kaufen, wenn\u00b4s allzu unsicher ist, ob man auch hingehen kann. Urlaub? Nur noch um das abzuarbeiten, was liegen geblieben ist und das Treffen mit Freunden nachzuholen. Und weil auch in anderen Berufsgruppen \u00dcberforderung zum Massenph\u00e4nomen wird, haben etwa Mitarbeiter von Airlines, IT- oder Transportunternehmen, Flugsicherung oder auch Lehrer, die dem Job zuliebe \u201eTotalverzicht auf Privatleben leisten\u201c bald nur noch Freunde aus ihrer Branche, schildert Fischeln. Jeder wei\u00df dann, wovon der andere redet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Typologie \u00dcberforderter<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Muster ist bei \u00dcberforderungen immer dasselbe, sagt Gesundheitswissenschaftler Badura, Emeritus von der Universit\u00e4t Bielefeld: \u201eOhne Aufforderung \u00fcbernehmen Besch\u00e4ftigte Verhaltensweisen, von denen sie wissen, dass sich diese auf Dauer negativ auf sie selbst auswirken.\u201c Sie verzichten nach und nach auf Essenzielles wie Arztbesuche, sportliche oder kulturelle Aktivit\u00e4ten, Treffen mit Freunden und Erholungspausen. Auch wenn dies sogar positive gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung wiederum auf ihrer Arbeit h\u00e4tte, z\u00e4hlt Badura auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Irgendwann braucht nur noch ein Faktor dazukommen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hamsterrad dreht dann solange, bis nur ein Faktor hinzu kommt, dann wird der Betroffene aus der Bahn geworfen: eine eigene Krankheit, Schwierigkeiten in der Familie, kranke Eltern, Probleme bei der Kindererziehung oder &#8211; betreuung. Der Belastungsfaktor steigt, die Ausgleichsfaktoren werden immer weniger und es stellen sich die typischen Symptome wie Bauchweh, Magenbrennen oder Magenschleimhautentz\u00fcndung ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Drittel geht, ein Drittel verharrt, ein Drittel geht kaputt und wird ausgetauscht\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis die Umgebung den Beruf des Betroffenen nicht mehr akzeptiert und die Ehefrau auszieht. Dann fl\u00fcchten sich etliche in den Alkohol oder Tabletten. Laut OECD-Report 2013 ist in Deutschland der der Gebrauch von Antidepressiva zwischen 2007 und 2011 um 46 Prozent gestiegen. Am Ende steht dann der Zusammenbruch. Die Faustregel unter jungen \u00c4rzten geht laut Fischeln so: Ein Drittel sucht einen neuen Job, ein Drittel verharrt, ein Drittel gehe daran kaputt und wird ausgetauscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In die Schlagzeilen geraten dann F\u00e4lle wie der \u00c4rztin aus Krefeld, die nach 26 Stunden Dienst in der Klinik auf der Heimfahrt starb. Sie war so ersch\u00f6pft, dass sie von der Fahrbahn abkam und vor einen Baum fuhr. Selbst Verbrauchersch\u00fctzer warnten schon Patienten vor \u00fcbern\u00e4chtigten \u00c4rzten, denen mehr Fehler im OP unterlaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer schon unter zuviel Arbeit zusammenbricht, hat keine Kraft, sich zu wehren<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fischeln hatte Gl\u00fcck, dass sein Klinikchef ihn &#8211; anders als die meisten Chef\u00e4rzte &#8211; unterst\u00fctzte. Er zog die Notbremse indem er die Klinikgesch\u00e4ftsf\u00fchrung verklagte, weil er seine \u00dcberstunden ausbezahlt haben wollte. Am Ende gab es einen Vergleich und Fischeln bekam den L\u00f6wenanteil. Als danach auch der Druck der anderen \u00c4rzte stieg, musste die Klink schlie\u00dflich Betten sperren, weniger Patienten annehmen und ein System f\u00fcr Freizeitausgleich organisieren. Ohne Fischelns mutigen wie seltenen Vorsto\u00df, liefe es dort heute noch so wie in den meisten Krankenh\u00e4usern. Denn: \u201eWer ohnehin viel Arbeitsdruck hat, schafft es kaum gleichzeitig, sich zu wehren\u201c, sagt der Mediziner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Suizid als Folge von \u00dcberforderung<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Manche zerbrechen auch daran. Immer \u00f6fter wird die Frage gestellt, ob \u00dcberforderung an Suiziden schuld ist: etwa bei zwei Bonner Polizisten, die sich kurz nach einander in den vergangenen drei Monaten das Leben nahmen. Oder bei dem Schweizer Zurich-Insurance-Finanzchef Pierre Wauthier, der in seinem Abschiedsbrief Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und dessen Druck ausdr\u00fccklich die Schuld zugewiesen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_651827\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651827\" class=\"size-medium wp-image-651827\" alt=\"Autorin Jennifer Bentz\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Bentz.Jennifer-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Bentz.Jennifer-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/Bentz.Jennifer.jpg 406w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-651827\" class=\"wp-caption-text\">Autorin Jennifer Bentz<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jung-sein sch\u00fctzt nicht vor \u00dcberforderung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass die Opfer von \u00dcberforderung immer j\u00fcnger werden. Die Buchautorin Jennifer Bentz beispielsweise hatte direkt nach ihrem Examen an der Uni mit 29 Jahren ein Praktikum bei einem mittelst\u00e4ndischen Medienunternehmen in Rheinhessen begonnen. In ihren angestammten Studienf\u00e4chern Publizistik und Filmwissenschaften waren die Chancen auf eine feste Stelle gleich Null gewesen. Alle ihre Bewerbungen verliefen samt und sonders erfolglos. Aus Not, um erst mal den Einstieg ins Berufsleben zu bekommen, so erz\u00e4hlt sie, hatte sie dieses Praktikum begonnen \u2013 und mit ihr vier andere junge Leute. Ihr Ziel war, einen in Aussicht gestellten Trainee-Platz zu ergattern. Es war eine Rattenrennen, sagt sie im Nachhinein. Denn klar war: Nur zwei der f\u00fcnf Kandidaten sollten anschlie\u00dfend in das Ausbildungsprogramm \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Nacht durcharbeiten &#8211; und nur die Putzfrau merkt\u00b4s<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEs wurde viel verlangt und viel gearbeitet, auch an den Wochenenden und auch mal die ganze Nacht durch, erinnert sich Bentz. Niemand in der Firma bemerkte, dass sie \u00f6fter die ganze Nacht durcharbeitete. Nur die Putzfrau sah sie und warf sie raus, um abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war nicht allein die Arbeit, die Bentz so zusetzte: \u201eEs gab kaum Geld, nicht mal 300 Euro, keine Anerkennung und keine Gespr\u00e4che\u201c sagt Bentz. \u201eIch konnte \u00fcberhaupt nicht absehen, wie gut ich f\u00fcr die Firma war,\u201c beschreibt sie ihre Einsamkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsichere Lebenssituationen zerm\u00fcrben &#8211; auch junge Menschen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon nach zwei bis drei Wochen litt sie unter Schlafproblemen und Herzstichen &#8211; was sie aber ignorierte. \u201eIch hatte gro\u00dfe Angst, wieder umziehen und von Neuem beginnen zu m\u00fcssen\u201c, erinnert sie sich.\u201cDie unsichere Lebenssituation belastete mich, also wollte ich weiter machen, egal wie.\u201c Bis sie dann zusammenklappte, weil sie drei N\u00e4chte nicht geschlafen hatte. Mitten im Meeting w\u00e4hrend ihrer eigenen Power-Point-Pr\u00e4sentation bekam sie keine Luft mehr, die Beine sackten ihr weg, sie musste rauslaufen und sich \u00fcbergeben. Selbst dann t\u00e4uschte Jennifer Bentz erst noch eine Lebensmittelvergiftung vor, um \u201eweiter zu funktionieren\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einem \u00c4rztemarathon stand die Diagnose fest, ein: Burn-out. Bentz: \u201eErst in der Klinik lernte ich, dass es an mir gelegen hatte und dass ich meine Einstellung \u00e4ndern musste.\u201c Was ihr auch gelang: Als die Firma ihr sogar noch die begehrte Traineeausbildung anbot, nahm sie stattdessen lieber eine Teilzeitstelle als Sekretariatsvertretung an \u2013 und schrieb ein Buch \u00fcber ihre Erfahrungen: \u201eEinfach mal klarkommen\u201c.<\/p>\n<p>Heute hat sie ihre Balance gefunden, ist freie Mitarbeiterin bei einem anderes Unternehmen, arbeitet an einem zweiten Buch &#8211; und hat einen kleinen Sohn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zw\u00f6lf-Stunden-Arbeitstage als Londoner Normalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So gut wie f\u00fcr Bentz ging es f\u00fcr den 21-j\u00e4hrigen Bankpraktikant Moritz aus Baden-W\u00fcrttemberg bei seinem Einsatz bei der Bank of America nicht aus: Der junge Mann, der sich selbst auf Facebook als \u201esehr wettbewerbsorientiert und ehrgeizig\u201c beschrieb, hatte drei Tage und N\u00e4chte durchgearbeitet \u2013 so wie andere auch. Zw\u00f6lf-Stunden-Tage und mehr sind gerade in der Londoner Finanzwelt Normalit\u00e4t. Die britische Praktikantenvertretung Intern Aware sagt, dass sogar f\u00fcr Praktikanten 100-Stunden-Wochen in der britischen Bankenindustrie an der Tagesordnung sind. Tragisch war nur, dass Moritz verschwiegen hatte, dass er an Epilepsie litt und starb unter der Dusche bei einem epileptischen Anfall. Denn was f\u00fcr Gesunde noch angehen mag, d\u00fcrfen sich Epileptiker ganz sicher nicht zumuten: Schlafentzug ist f\u00fcr sie lebensgef\u00e4hrlich. Nachtdienste etwa kommen f\u00fcr sie gar nicht infrage. Nun untersucht ein Londoner Gericht den Fall, um festzustellen, ob die langen Arbeitszeiten und die \u00dcberm\u00fcdung zum Tod f\u00fchrten oder ihn mitverursachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Arbeitspensum, das nicht menschenm\u00f6glich ist &#8211; und wenn\u00b4s schiefgeht, kommt der Staatsanwalt<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch hierzulande kommen immer h\u00e4ufiger bei Gerichten und Staatsanw\u00e4lten kommen die Folgen von \u00fcberforderten Angestellten auf den Tisch. Ein G\u00e4rtner vom st\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt der Stadt Trier muss sich wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung und T\u00f6tung verantworten. In einem Park in der Innenstadt war ein 18 Meter hohe Kastanie umgest\u00fcrzt, hatte eine 70-j\u00e4hrige Frau erschlagen und einen damals 58-j\u00e4hrigen Passanten schwer verletzt, eine komplette Sch\u00fclergruppe wurde nur knapp verfehlt. Zwei Jahre vorher hatte der G\u00e4rtnermeister den Baum noch kontrolliert, aber keine zweite Kontrolle mehr vorgenommen. Zur Zeit des Ungl\u00fccks habe er rund 100 B\u00e4ume auf seiner Liste gehabt, die er eingehender untersuchen sollte und f\u00fcr weitere 24 000 B\u00e4ume war er ohnehin zust\u00e4ndig. \u201eSeit Jahren sagen wir, dass die Menge der Aufgaben mit dem Personal nicht zu leisten ist\u201c, verteidigte sich der 53-J\u00e4hrige vor Gericht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein viel zu hohes Arbeitspensum: Wer\u00b4s nicht schafft wird gek\u00fcndigt wegen vors\u00e4tzlicher Sch\u00e4digung\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch \u00fcber das Arbeitspensum einer Bankangestellten staunten die Richter \u2013 in dem Fall vom Hessischen Landesarbeitsgericht \u2013 nicht schlecht: Und zwar wie viele Beleg sie an dem Tag in wie wenig Zeit zu kontrollieren hatte: 603 Belege jeweils in weniger als 1,4 Sekunden, 105 Belege in 1,5 bis 3 Sekunden und 104 Belege in mehr als 3 Sekunden. Denn als der Frau der Zahlungsbeleg durchging, der durch einen Arbeitskollegen von 62,40 Euro auf 222.222.222,22 Euro korrigiert worden war, k\u00fcndigte ihr Arbeitgeber sie fristlos. Wie sich herausstellte, war der betreffende Arbeitskollege, der aber nicht f\u00fcr die Pr\u00fcfung des Betrags des Belegs zust\u00e4ndig war, bei einem Sekundenschlaf auf die Taste \u201e2\u201c der PC-Tastatur geraten und hatte sie l\u00e4nger gedr\u00fcckt gehalten. Nur durch die systeminternen Pr\u00fcfungsroutine fiel die Sache dann auf, so dass kein Schaden entstand. Doch angesichts der hohen Arbeitsbelastung lie\u00dfen die Arbeitsrichter eine K\u00fcndigung der Frau \u2013 sogar wegen \u201evors\u00e4tzlicher Sch\u00e4digung der Bank\u201c nicht durchgehen. Zumal gar kein Schaden entstanden war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn einzelne Mitarbeiter f\u00fcr die Unternehmenskennzahlen verantwortlich sein sollen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu deutlich h\u00f6herem Druck auf den einzelnen Mitarbeiter f\u00fchrt auch die Transparenz der Unternehmenszahlen, wenn sie denn eingesetzt werden als Druckmittel. Wenn im Unternehmen die Leistung \u00fcber quantifizierbare Ziele, Ertragsorientierung oder Benchmarking ihnen st\u00e4ndig vorgerechnet wird. \u201eDann rechnen die Mitarbeiter mit, ob sich ihre Arbeit f\u00fcr das Unternehmen rentiert oder vergleichen ihre Arbeitsergebnisse mit Kennzahlen\u201c, schildert Gesundheitsmanagement-Profi Badura.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den Unternehmen werden den Mitarbeitern nur noch die Ergebnisse vorgegeben, wie die einzelnen und die Teams sie erreichen, wird ihnen \u00fcberlassen. So werden sie zum Unternehmer im Unternehmen. Sie \u201e\u00fcbernehmen mehr Selbstverantwortung die zum Selbstausbeuten, individueller aber auch kollektiver Energien f\u00fchren\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Daumenschraube: Unerreichbare Zielvorgaben<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Roman Eberle von Verdi kritisiert deshalb auch die F\u00fchrungsmethode, die besonders in Banken herrscht. Die Banker bekommen Zielvorgaben, die f\u00fcrs ganze Team gelten und wom\u00f6glich gar nicht vom einzelnen beeinflussbar sind. Der einzelne wird dann unter Druck gesetzt, dass \u201eer es nicht schafft und deshalb das ganze Team im bankinternen Ranking abrutscht\u201c. Die Angst um den Arbeitsplatz ist so hoch, sagt Eberle, dass sich keiner traut &#8211; auch nicht mal anonym &#8211; der Presse das zu berichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zwei arbeiten da, wo fr\u00fcher sechs weniger Pensum erledigten<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch in Banken erledigen viele Angestellte alleine oder zu zweit die Arbeit, die fr\u00fcher \u2013 vor den K\u00fcndigungswellen, Restrukturierungen und Optimierungsversuchen \u2013 zwei- oder gar dreimal so viele Menschen wegschafften. Wer \u00fcber 40 Jahre ist, Familie hat und andere Verpflichtungen, hat oft gar nicht die Freiheit und M\u00f6glichkeit, anders zu entscheiden und zu k\u00fcndigen, urteilt Sabine Hansen, Personalberaterin und Partnerin bei Amrop Delta.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_648196\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-648196\" class=\"size-medium wp-image-648196\" alt=\"Headhunterin Sabine Hansen bei Amrop Delta\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/hansen.Sabine.2013.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-648196\" class=\"wp-caption-text\">Headhunterin Sabine Hansen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Partnerin \u00a0bei Amrop Delta<\/p><\/div>\n<p>Nicht der Beruf \u00fcberfordert Menschen, sondern auch die Komplexit\u00e4t des Alltags.\u00a0Bei Ellen Hoffmann * (Name der Redaktion bekannt) war es die Qual der Wahl: Als 18-j\u00e4hrige Abiturientin war sie gel\u00e4hmt von der F\u00fclle der M\u00f6glichkeiten vom kulturellen Jahr bei einem ostdeutschen Theater bis hin zu 17 000 verschiedenen Studieng\u00e4ngen \u2013 und die teils schon mit r\u00e4tselhaften Namen wie Business Integration oder Technikp\u00e4dagogik. \u201eNach einem Jahr Tatenlosigkeit, konnte ich mich noch weniger entscheiden als vorher\u201c, schildert Hoffmann. Zu gro\u00df war ihre Angst vor einer Fehlentscheidung. Nachdem sie ein Cultural-Engineering-Studium begonnen hatte, kamen die Zweifel im dritten Semester wieder. \u201eIch hatte keine Ahnung, was ich sp\u00e4ter damit anfangen sollte.\u201c Erst die psychotherapeutische Studentenberatung der Uni st\u00e4rkte ihr den R\u00fccken, so dass sie es schaffte, f\u00fcr sich zu entscheiden &#8211; und dabei zubleiben. Die Situation ist typisch f\u00fcr Abiturienten, beobachtet Tim Hagemann, Professor f\u00fcr Arbeitspsychologie an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld: \u201eDass sie ganz alleine verantwortlich sind f\u00fcr ihre Entscheidung, verunsichert und \u00fcberfordert viele.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Komplizierter Berufsalltag plus ebenso komplizierte Alltagsaufgaben<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00dcberforderung sorgt nicht nur das Berufsleben, sondern auch die Komplexit\u00e4t im Alltag etwa durch Steuererkl\u00e4rungen oder der Umgang mit Versicherungen und Banken \u2013 wo selbst Nicht-Handeln juristische Folgen hat: Zu sp\u00e4t etwas zu melden, nicht dem Kontoauszug oder neuen AGB\u00b4s widersprechen, hat gravierende Folgen. Das seitenlange Kleingedruckte versteht kaum einer &#8211; und trotzdem gilt es.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSelbst wer fr\u00fcher nur sein Telefon an bei der Post anmelden musste, steht heute einem Wirrwarr von Anbietern und Tarifen gegen\u00fcber,\u201c vergleicht Wissenschaftler Hagemann. Unterzeichnet ist der falsche Vertrag schnell, ihn aber r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen kann eine Odyssee werden. Insbesondere wenn der Anbieter sich dann nicht an die Regeln h\u00e4lt oder wegen komplizierter technischer interner Abl\u00e4ufe munter Monat f\u00fcr Monat das Geld auch trotz K\u00fcndigung vom Konto abbucht. Dann helfen auch -zig Telefonate mit den Call-Centern oft nicht weiter. Es kann sogar passieren, dass der Kunde am Ende vom Gericht \u2013 so geschehen in D\u00fcsseldorf \u2013 nur noch die H\u00e4lfte seines Geldes wieder zugesprochen bekommt, weil er die Abbuchungen nicht fr\u00fch genug bemerkt und widersprochen hat. Wenn man \u00fcberhaupt die Kraft, die Nerven und das Geld hat, sich mit einem Gerichtsprozess zu wehren. Und seine wertvolle Freizeit daf\u00fcr auch noch aufwendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lesehinweis: \u00dcber Meinhard Miegels Buch \u201eHybris\u201c Wir sind doch keine rosa Pl\u00fcschhasen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/rezensionen\/sachbuch\/meinhard-miegels-buch-hybris-wir-sind-doch-keine-rosa-plueschhasen-12838984.html?printPagedArticle=true#Drucken\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/rezensionen\/sachbuch\/meinhard-miegels-buch-hybris-wir-sind-doch-keine-rosa-plueschhasen-12838984.html?printPagedArticle=true#Drucken<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Stress der Top-Manager, der sie um den Schlaf bringt:<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Manager, Schlaf, Dauer-Stress, Stress\" href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/management\/koepfe\/umfrage-unter-entscheidern-steigender-druck-raubt-managern-den-schlaf\/10070290.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/management\/koepfe\/umfrage-unter-entscheidern-steigender-druck-raubt-managern-den-schlaf\/10070290.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitarbeiter opfern ihre Gesundheit f\u00fcr den Beruf, weil alles zu viel ist. Ein Massenph\u00e4nomen &#8211; \u00fcber das die Unternehmen geflissentlich hinweggucken. &nbsp; Gradezu fluchtartig verlie\u00df Monika Piel, 62, die Ex-Intendantin des WDR, im Januar 2013 ihr B\u00fcro im K\u00f6lner WDR. &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/04\/08\/ein-standiges-rennen-die-tagliche-uberforderung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1463,148,2560,3312,3311,3314,3313],"class_list":["post-651741","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-amrop-delta","tag-bernhard-badura","tag-heike-cohausz","tag-helmut-schroder","tag-p4-career-consulting","tag-sanine-hansen","tag-wido-wissenschaftliches-institut-der-aok"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651741","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=651741"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651741\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=651741"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=651741"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=651741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}