{"id":651582,"date":"2014-02-04T01:15:48","date_gmt":"2014-02-04T00:15:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=651582"},"modified":"2014-02-04T18:38:14","modified_gmt":"2014-02-04T17:38:14","slug":"ich-bin-ein-guter-chef-doch-kundigungsgrund-nummer-eins-ist-der-chef","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/02\/04\/ich-bin-ein-guter-chef-doch-kundigungsgrund-nummer-eins-ist-der-chef\/","title":{"rendered":"Ich bin ein guter Chef &#8211; doch K\u00fcndigungsgrund Nummer eins ist&#8230;der Chef"},"content":{"rendered":"<p>Sie sind ein Chef und stolz drauf? Sie denken, man hat Ihnen den Chefsessel angetragen &#8211; oder \u00e4hem, Sie nach Ihrem nachdr\u00fccklichen Quengeln dann doch noch draufgelassen &#8211; , \u00a0weil Sie so unschlagbar gut sind?<\/p>\n<p>Wenn Sie sich da mal nicht irren.<\/p>\n<p>Zum einen \u00a0w\u00e4re da diese drollige Meldung aus den &#8222;Allg\u00e4uHIT-Weltnachrichten&#8220;, die vor wenigen Tagen kam:<\/p>\n<p><em>&#8222;<strong>Umfrage: F\u00fchrungskr\u00e4fte halten sich f\u00fcr gute Chefs<\/strong><\/em><\/p>\n<p id=\"yui_3_13_0_ym1_1_1391211317919_14300\"><em>95 Prozent der deutschen F\u00fchrungskr\u00e4fte halten sich f\u00fcr eine gute und von ihren Mitarbeitern akzeptierte F\u00fchrungskraft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des &#8222;Handelsblatts&#8220;.\u00a0Danach finden 99 Prozent der F\u00fchrungskr\u00e4fte das Verh\u00e4ltnis zu ihren Mitarbeitern gut oder sehr gut.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Dieses Ergebnis steht in deutlichem Kontrast zu den Mitarbeiter-Befragungen der vergangenen Jahre. So stellte beispielsweise das Meinungsforschungsinstitut Gallup 2013 fest, dass 85 Prozent der Besch\u00e4ftigten im Job unzufrieden sind: Fast jeder Vierte hat innerlich gek\u00fcndigt, 61 Prozent machen nur noch Dienst nach Vorschrift. K\u00fcndigungsgrund Nummer eins sei der Chef, fand die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum in einer Online-Befragung heraus.&#8220;<\/em><\/p>\n<p id=\"yui_3_13_0_ym1_1_1391211317919_14305\">Das deckt sich denn auch mit Reinhard Sprengers Erkenntnis &#8211; der Management-Guru: Menschen verlassen immer ihren Vorgesetzten &#8211; und nicht ihre Company. Denn er ist es, der f\u00fcr sie die Firma Tag f\u00fcr Tag verk\u00f6rpert, mit dem sie sich auseinandersetzen, der ihnen Anordnungen erteilt, angenehm oder unangenehm gegen\u00fcber tritt.<\/p>\n<p><strong>Karrieren sind zuf\u00e4llig\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Einerseits. Andererseits kam jetzt eine Umfrage des IW, dem Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln, unter 350 DAX-Managern, Regierungsmitgliedern, Chefredakteuren, Kirchenvertretern und Gewerkschaftschefs sowie Sitzen von Wohlfahrtsverb\u00e4nden und dem Deutschen Fu\u00dfball-Bund zu diesem interessanten Ergebnis: Die meisten Karrieren passieren eher zuf\u00e4llig.<\/p>\n<p><strong>Zufall statt Genius<\/strong><\/p>\n<p>Die Devise, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen ist dann wohl eher ausschlaggebend als das Genius des Einzelnen.<\/p>\n<p>So gesehen ist die Frauenquote auch gar nicht so blamabel, wie die wenigen Managerinnen meinen, die schon heute an der Spitze sind.<\/p>\n<p>Und denen die Quote eigentlich ohnehin egal sein kann, denn sie brauchen sie ja nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>Scoutings f\u00fcr F\u00fchrungstalente<\/strong><\/p>\n<p>Personalexperten finden laut IW dieses Ergebnis fatal: Sie w\u00fcnschen sich &#8222;regelm\u00e4\u00dfig professionelle Scoutings in den Unternehmen, um Talente unabh\u00e4ngig von Alter, Berufserfahrung oder Geschlecht ausfindig zu machen&#8220;.<\/p>\n<p>Und dann warteten die IW-Forscher auf mit \u00fcberraschenden Ergebnissen einer Potenzialanalyse unter 800 F\u00fchrungskr\u00e4ften und Anw\u00e4rtern f\u00fcr Chefpositionen, die von der Hochschule Osnabr\u00fcck von den Wirtschaftspsychologen Uwe Kanning und Philipp Fricke, kommt:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Weder Erfahrung noch Alter haben einen signifikanten Einfluss auf die F\u00fchrungskompetenz &#8211; wohl aber das Geschlecht.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Denn: In neun untersuchten Kompetenzbereichen von Kommunikkationsf\u00e4higkeit \u00fcber Organisationsf\u00e4higkeit, Selbstreflexion, Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeit bis \u00dcberzeugungsf\u00e4higkeit schnitten die Frauen durchweg besser ab als die M\u00e4nner.\u00a0<a title=\"IW K\u00f6ln Karrieren aus Zufall\" href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/de\/infodienste\/iwd\/archiv\/beitrag\/fuehrungskompetenz-fuehrungskraft-per-zufall-135735\" target=\"_blank\">http:\/\/www.iwkoeln.de\/de\/infodienste\/iwd\/archiv\/beitrag\/fuehrungskompetenz-fuehrungskraft-per-zufall-135735<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>M\u00e4nner wie Frauen Mittelma\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Aber zum Trost: Auf einer Skala von eins bis vier erreichten auch die Frauen in keiner der Kompetenzen besser als 2,93 (Kommunikations- sowie F\u00fchrungsf\u00e4higkeit) &#8211; die M\u00e4nner brachten es da auf 2,80 beziehungsweise 2,76. Von vier Punkten waren also letztlich beide relativ weit entfernt.<\/p>\n<p>Am &#8211; relativ &#8211; miesesten schnitten die Frauen ab in Konflikf\u00e4higkeit (2,76) und die M\u00e4nner in Entscheidungsf\u00e4higkeit (2,59).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-651614\" alt=\"IW-Grafik\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/IW-Grafik.jpg\" width=\"750\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/IW-Grafik.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/IW-Grafik-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/02\/IW-Grafik-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind ein Chef und stolz drauf? 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