{"id":651421,"date":"2014-01-22T18:14:09","date_gmt":"2014-01-22T17:14:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=651421"},"modified":"2014-01-29T00:28:20","modified_gmt":"2014-01-28T23:28:20","slug":"ausgerechnet-davos-will-soziale-ungleichheit-thematisieren-fragt-cnn-korrespondentin-nina-dos-santos-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/01\/22\/ausgerechnet-davos-will-soziale-ungleichheit-thematisieren-fragt-cnn-korrespondentin-nina-dos-santos-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"&#8222;Ausgerechnet Davos will soziale Ungleichheit&#8220; thematisieren?&#8230; fragt CNN-Korrespondentin Nina dos Santos (Gastbeitrag) III."},"content":{"rendered":"<p><strong>Schuld gegen Gier: Ausgerechnet Davos will sich des Themas \u201esoziale Ungleichheit\u201c annehmen. Doch wie sind die Erfolgsaussichten?<\/strong><\/p>\n<p><b>&#8230; fragt Wirtschaftskorrspondentin Nina dos Santos von CNN in ihrem Gastbeitrag &#8211; auf den morgen CNN-Kultmoderator Richard Quest parieren wird.<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_651422\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651422\" class=\"size-medium wp-image-651422\" alt=\"CNN-Redakteurin Nina dos Santos\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/01\/quest.CNN-_Nina-dos-Santos_klein-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/01\/quest.CNN-_Nina-dos-Santos_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/01\/quest.CNN-_Nina-dos-Santos_klein-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/01\/quest.CNN-_Nina-dos-Santos_klein.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-651422\" class=\"wp-caption-text\">CNN-Redakteurin Nina dos Santos<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es handelt sich um eine schamlose kapitalistische Tradition, die \u00fcber Jahre hinweg nicht bez\u00e4hmt werden konnte.<\/p>\n<p>Ob Regen oder Schnee, Revolution oder Rezession: Seit 40 Jahren trifft sich die Elite aus Politik und Wirtschaft im malerischen Schweizer Alpenkurort Davos. Wenn sich die Wirtschaft im Jahr 2014 nach einem halben Jahrzehnt auf d\u00fcnnem Eis wieder erholt, werden die Konferenzteilnehmer des Weltwirtschaftsforums endlich aus ihrer finanziellen Starre erwachen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Wenn sich die Cr\u00e8me de la Cr\u00e9me f\u00fcr wohlt\u00e4tige Politik stark macht.<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Ja, der Pomp ist wieder da, was aber nicht hei\u00dft, dass Mangel an Sensibilit\u00e4t kein Thema mehr ist. Die Skipisten gl\u00e4nzen mit glamour\u00f6sen Ehefrauen, die Hotels sind bis unter\u2018s Dach ausgebucht mit der Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me aus Politik und Wirtschaft und Prominente setzen sich wieder einmal f\u00fcr wohlt\u00e4tige Projekte ein.<\/p>\n<p>Warum auch nicht? Immerhin bekommt man 1.560 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel doch sicher einen klaren Blick auf die weltbewegenden Themen, oder? Insbesondere dann, wenn man sich das Profil erarbeitet oder geerbt hat, um zu dieser Veranstaltung eingeladen zu werden.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>In Davos ist nur, wer Macht oder Geld hat &#8211; am besten beides<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Es ist n\u00e4mlich so, um in Davos gesehen zu werden, muss man dem Club angeh\u00f6ren und das bedeutet Folgendes: Entweder man hat Macht oder man hat Geld. Viele der Teilnehmer hier haben beides.<\/p>\n<p>Doch manchmal k\u00f6nnen genau jene Attribute, die die G\u00e4ste nach Davos bringen, im Widerspruch mit den Themen stehen, die die Teilnehmer dort behandeln sollen. Das trifft besonders dieses Jahr zu, wenn das dornige Thema \u201eUngerechtigkeit\u201c seinen h\u00e4sslichen Kopf zwischen den vielen Milliard\u00e4ren hervorstreckt.<\/p>\n<p>Zeitgleich mit dem WEF ver\u00f6ffentlicht die britische Hilfsorganisation Oxfam eine Studie, die davon ausgeht, dass die 85 reichsten Menschen der Welt zusammengenommen ebenso viel wie die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung besitzt \u2013 das sind 3,5 Milliarden Menschen.<\/p>\n<p>Die Berechnungen basieren auf der \u201eListe der reichsten Menschen der Welt\u201c, die jedes Jahr vom\u00a0 Magazin &#8222;Forbes&#8220; ermittelt wird. Die betuchtesten Personen w\u00fcrden demnach alle zusammen bequem in einen Doppeldeckerbus passen \u2013 nicht, dass auch nur einer von ihnen jemals ein \u00f6ffentliches Verkehrsmittel benutzen w\u00fcrde. Daf\u00fcr findet man sie mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit in Davos, wo sie \u2013 vor allen Dingen \u2013 g\u00fctig \u00fcber die Notlage der Armen dozieren und sich f\u00fcr irgendwelche Wunschbilder einsetzen, zum Beispiel die Abschaffung der Einkommenunterschiede.<\/p>\n<p>Als ich bei Oxfam nachhakte, wie viele der 85 reichsten Menschen dieses Jahr tats\u00e4chlich nach Davos reisen w\u00fcrden, sagte man nur, dass man das nicht wisse. Doch die Organisation geht davon aus, dass die Interessen jener Einkommensgruppe auch beim diesj\u00e4hrigen Gipfeltreffen wieder \u201egut vertreten\u201c sein werden.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Wieviel kostet\u00a0einmal Davos ? 40.000 Dollar<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>F\u00fcr gesch\u00e4tzt 40.000 Dollar f\u00fcr vier Tage, einschlie\u00dflich Reisekosten, Unterbringung und Akkreditierung, entspricht die Spesen-Rechnung eines Top-Managers f\u00fcr Davos vermutlich dem Jahresgehalt eines Durchschnittsangestellten \u2013 ein weiterer heikler Punkt in einer Zeit, in der die Schere zwischen dem Verdienst eines Firmenchefs und seiner Angestellten immer weiter auseinandergeht.<\/p>\n<p>Und da die Wirtschaft gerade wieder anzieht, sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass der Konjunkturzyklus\u00a0 auf Reiche und Arme ganz unterschiedliche Auswirkungen hat. W\u00e4hrend diejenigen am unteren Ende der Hackordnung oft die Ersten sind, die die Einschnitte sp\u00fcren, wenn die Zeiten schlechter werden, sind sie beileibe nicht die Ersten, die in den Genuss irgendwelcher Vorz\u00fcge kommen, wenn die Wirtschaft sich erholt.<\/p>\n<p><strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>60 Prozent Einkommensplus in den vergangenen f\u00fcnf Jahren f\u00fcr die Superreichen<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Einer Untersuchung des f\u00fchrenden Weltbank-\u00d6konoms Branko Milanovic zufolge konnte das reichste Prozent der gesamten Weltbev\u00f6lkerung ihr Einkommen zwischen 1988 und 2008 um 60 Prozent steigern, w\u00e4hrend es bei den \u00e4rmsten f\u00fcnf Prozent effektiv zu keinerlei Anstieg des Einkommens kam. Und dabei spreche ich nur vom Einkommen. Ich will gar nicht beim Thema Verm\u00f6gen ansetzen, wo der Zugang zu Kapital \u2013 egal ob geerbt, verdient oder geliehen \u2013 in Kombination mit einer effizienten Finanzplanung diesen Trend weiter verst\u00e4rkt hat.<\/p>\n<p>Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist inzwischen so ausgepr\u00e4gt, dass sie nicht l\u00e4nger ignoriert werden kann. Es tut gut zu sehen, wie sich das kollektive Gewissen von Davos im Kampf von Schuld gegen Gier zu wandeln scheint. Das Mantra der Trickle-Down-Effekte in der Wirtschaft endlich einzustellen, w\u00e4re ein Schritt in die richtige Richtung und w\u00fcrde den ehemals leeren Worth\u00fclsen der Teilnehmer Gewicht verleihen.<\/p>\n<p>Doch es ist schwer vorstellbar, dass diejenigen, die das Gl\u00fcck haben, zum reichsten Prozent der Weltbev\u00f6lkerung zu z\u00e4hlen, den Status quo ver\u00e4ndern wollen. Wieso? Weil es sie reicher macht, auch wenn der Rest der Welt daf\u00fcr den Preis bezahlt.<\/p>\n<p><strong>Die Biografie von Nina dos Santos:<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Biografie Nina dos Santos, CNN\" href=\"http:\/\/edition.cnn.com\/CNN\/anchors_reporters\/dossantos.nina.html?iref=allsearch\" target=\"_blank\">http:\/\/edition.cnn.com\/CNN\/anchors_reporters\/dossantos.nina.html?iref=allsearch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schuld gegen Gier: Ausgerechnet Davos will sich des Themas \u201esoziale Ungleichheit\u201c annehmen. 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