{"id":651196,"date":"2013-12-20T19:43:27","date_gmt":"2013-12-20T18:43:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=651196"},"modified":"2013-12-20T19:43:27","modified_gmt":"2013-12-20T18:43:27","slug":"grosbritannien-jeder-funfte-top-manager-ist-eine-frau-ganz-ohne-frauenquote-gastbeitrag-susan-speller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/12\/20\/grosbritannien-jeder-funfte-top-manager-ist-eine-frau-ganz-ohne-frauenquote-gastbeitrag-susan-speller\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Jeder f\u00fcnfte Top-Manager ist eine Frau &#8211; ganz ohne Frauenquote (Gastbeitrag Susan Speller)"},"content":{"rendered":"<p><strong>In Gro\u00dfbritannien gibt es keine Frauenquote \u2013 aber trotzdem\u00a0mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen. <\/strong><strong>Gastbeitrag von Susan Speller, britische Generalkonsulin in D\u00fcsseldorf:<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_651207\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651207\" class=\"size-medium wp-image-651207\" alt=\"Susan Speller, \" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/12\/Susan-Speller.GB_.2-300x285.jpg\" width=\"300\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/12\/Susan-Speller.GB_.2-300x285.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/12\/Susan-Speller.GB_.2-315x300.jpg 315w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/12\/Susan-Speller.GB_.2.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-651207\" class=\"wp-caption-text\">Susan Speller, Britische Konsulin in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jede f\u00fcnfte F\u00fchrungsposition ist in den gro\u00dfen britischen B\u00f6rsengesellschaften\u00a0mit einer Frau besetzt<\/strong><\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien ist jede f\u00fcnfte F\u00fchrungsposition in den Top 100 b\u00f6rsennotierten Unternehmen von einer Frau besetzt. Das ist ein guter Anfang &#8211; und vor allem ging es auch ohne gesetzliche Frauenquote.<\/p>\n<p>Die Frauenerwerbsquote im Vereinigten K\u00f6nigreich ist insgesamt traditionell vergleichsweise hoch: 65 Prozent. Sexismus im Arbeitsumfeld wird eher geahndet. Das Wort\u00a0\u201eRabenm\u00fctter\u201c gibt es auch nicht als Schimpfwort \u2013 das ist eine g\u00fcnstigere Ausgangslage f\u00fcr Frauen in britischen Chefetagen als beispielsweise in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es scheint\u00a0in der Diskussion um eine verbindliche Quote f\u00fcr weibliche Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder\u00a0nur zwei Lager zu geben: Gegner und Bef\u00fcrworter. Mit Verweis auf die geringen Fortschritte bei der Karrieref\u00f6rderung von talentierten Frauen betonen die Bef\u00fcrworter h\u00e4ufig: Nur eine feste Quote per Gesetz k\u00f6nne qualifizierten Frauen wirksam helfen, die gl\u00e4serne Decke in ihrem Unternehmen zu durchbrechen. Gegner einer gesetzlichen Quote, die f\u00fcr freiwillige L\u00f6sungen pl\u00e4dieren, stehen hingegen oft im Verdacht, es mit der Frauenf\u00f6rderung nicht so ernst zu meinen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Worum geht es denn eigentlich? Um Gleichstellung<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Dabei wird durch den starken Fokus auf die Quote\u00a0oft vergessen, worum es eigentlich geht: Um die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern in der Arbeitswelt\u00a0 und damit um einen langfristigen und nachhaltigen Wandel in der Unternehmenskultur &#8211; zum Nutzen der gesamten Wirtschaft.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Bessere Unternehmensergebnisse\u00a0mit Frauen im Top-Management<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Unternehmen erzielen bessere Ergebnisse, wenn ihre Spitzenkr\u00e4fte unterschiedlicher Herkunft sind und diese somit eine Vielfalt von Erfahrungen, Talente und Perspektiven einbringen k\u00f6nnen. Auch die Regierung Gro\u00dfbritanniens m\u00f6chte den Anteil der weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4fte in den Vorstandsetagen erh\u00f6hen \u2013 allerdings ohne eine gesetzliche Quote.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfbritannien freiwillige Selbstverpflichtung: 25 Prozent Frauenteil\u00a0 in F\u00fchrungspositionen<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Premierminister David Cameron wie auch Wirtschaftsminister Vince Cable und Innenministerin Theresa May werben in der Presse, in Gespr\u00e4chen mit Unternehmen und bei wichtigen Akteuren\u00a0f\u00fcr mehr Frauen in Spitzenpositionen. Eine Kommission, die die\u00a0britische Regierung eingesetzt hatte,\u00a0empfahl den obersten 350 b\u00f6rsennotierten Unternehmen Gro\u00dfbritanniens vor drei Jahren, sich f\u00fcr 2015 feste Ziele f\u00fcr die Anzahl von Frauen in Aufsichtsr\u00e4ten und Vorstandsgremien zu setzen. Die Unternehmen, die im FTSE 100 gelistet sind &#8211; dem <i>Financial Times Stock Exchange &#8211;\u00a0<\/i>sollten\u00a0sich ein Ziel von mindestens 25 Prozent weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften\u00a0setzen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Eine\u00a0 britische Regierungsinitiative half<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Doch echte Gleichstellung muss weiter unten anfangen und an vielen Stellschrauben ansetzen. Inzwischen haben sich \u00fcber 135 britische Unternehmen wie British Telecom, Tesco und Unilever mit knapp zwei Millionen Angestellten der Regierungs-Initiative \u201eThink, Act, Report\u201c <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/policies\/creating-a-fairer-and-more-equal-society\/supporting-pages\/think-act-report\">https:\/\/www.gov.uk\/government\/policies\/creating-a-fairer-and-more-equal-society\/supporting-pages\/think-act-report<\/a> angeschlossen, die den Blick auf die Gewinnung, Bindung, Bef\u00f6rderung und Bezahlung von Frauen in Unternehmen lenkt. B\u00f6rsennotierte Firmen legen seit Oktober 2013 die Zahl\u00a0weiblicher Mitarbeiter offen, um gl\u00e4serne Decken auf allen Ebenen im Unternehmen zu identifizieren und geeignete Personalentwicklungsmassnahmen zur Gleichstellung zu treffen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Kaum ein britisches Gro\u00dfunternehmen ohne Top-Managerin<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Heute liegt der Anteil weiblicher F\u00fchrungskr\u00e4fte in den FTSE 100-Unternehmen bei 19 Prozent, wobei 23,8 Prozent aller Aufsichtsratsmitglieder und 6,1 Prozent aller Vorstandsmitglieder weiblich sind. Nur noch sechs von 100 Unternehmen des FTSE 100 k\u00f6nnen kein weibliches Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied vorweisen. Lloyds of London\u00a0berief\u00a0gerade erstmals eine Frau zum CEO.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote birgt die Gefahr, dass das Thema mit der Unterzeichnung des Gesetzes als erledigt angesehen wird. Wie Viviane Reding teile ich die Meinung, dass wir keine Quotenfrauen sondern Top-Frauen brauchen, die aufgrund ihrer Leistung und ihres K\u00f6nnens in Spitzenpositionen bef\u00f6rdert werden, und nicht aufgrund ihres Geschlechts.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Das Beispiel Gro\u00dfbritanniens zeigt, dass nachhaltiger und echter Wandel durch kontinuierliches Engagement, aufeinander abgestimmte Ma\u00dfnahmen und die klare Unterst\u00fctzung durch die gesamte Regierung erreicht werden kann. Man muss als Regierung mit der Wirtschaft zusammenarbeiten, um einen solchen Kulturwandel hinzubekommen, und nicht unabh\u00e4ngig von ihr oder gar gegen sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Gro\u00dfbritannien gibt es keine Frauenquote \u2013 aber trotzdem\u00a0mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen. 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