{"id":650985,"date":"2013-11-25T01:01:06","date_gmt":"2013-11-25T00:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=650985"},"modified":"2013-11-25T01:03:52","modified_gmt":"2013-11-25T00:03:52","slug":"unfahige-goldrockchen-statt-hochqualifizierter-manner-was-fur-ein-quatsch-top-juristin-barbara-mayer-raumt-mit-vorurteilen-der-frauenquote-diskussion-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/11\/25\/unfahige-goldrockchen-statt-hochqualifizierter-manner-was-fur-ein-quatsch-top-juristin-barbara-mayer-raumt-mit-vorurteilen-der-frauenquote-diskussion-auf\/","title":{"rendered":"Unf\u00e4hige Goldr\u00f6ckchen statt hochqualifizierter M\u00e4nner? Was f\u00fcr ein Quatsch. Top-Juristin Barbara Mayer r\u00e4umt mit Vorurteilen der Frauenquote-Diskussion auf"},"content":{"rendered":"<h2><strong><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Wer hat Angst vor der Frauenquote?<\/span><\/strong><\/h2>\n<h2><strong><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Gastbeitrag von <a title=\"Barbara Mayer M&amp;A-Anw\u00e4ltin Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html\" target=\"_blank\">Babara Mayer, einer der f\u00fchrenden M&amp;A-Anw\u00e4ltinnen Deutschlands und Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner<\/a><\/span><\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">\u00a0.<\/span><\/div>\n<div><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcS7W75RXWI_NMx4JUAMzxo9-HB5qiB2DLCcASBKSOTE5FtvSOzn\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">In den Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD auf Vorgaben f\u00fcr Frauenquoten in Unternehmen geeinigt: Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsr\u00e4te sollen ab 2016 weiblich sein. Das betrifft allerdings nur eine winzige Zahl von Unternehmen, n\u00e4mlich nur b\u00f6rsennotierte mit mehr als 2000 Mitarbeitern.\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Wenn die Frauenquote Gesetz wird, sind also vielleicht 500 Unternehmen in Deutschland betroffen \u2013 von insgesamt f\u00fcnf Millionen. <\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Mustersch\u00fcler: Henkel, Deutsche Bank, Beiersdorf und Allianz\u00a0<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Dennoch schl\u00e4gt das Thema Wellen in der deutschen Wirtschaft. Denn bisher erf\u00fcllt nur jeder vierte Dax-Konzern die geplante Frauenquote. Henkel, Deutsche Bank, Beiersdorf und Allianz sind die Mustersch\u00fcler. Bei diesen vier Unternehmen erf\u00fcllen sowohl die Anteilseigner als auch die Arbeitnehmer die 30-Prozent-Quote im Aufsichtsrat.<\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Einige Unternehmen schaffen die 30-Prozent-Marke nur mit Hilfe einer starken Frauenpr\u00e4senz im Arbeitnehmer-Lager: Commerzbank, Deutsche Post, Deutsche Telekom und Lufthansa. <\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Auf der Anteilseigner-Seite sieht es hingegen d\u00fcster aus: Im 20-k\u00f6pfigen Aufsichtsrat der Lufthansa ist die Chefin des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller, die einzige Frau unter den zehn Vertretern der Anteilseigner. Dementsprechend geht in den Wirtschaftsverb\u00e4nden die Angst um. Die Angst davor, dass die Frauenquote unqualifizierte Goldr\u00f6ckchen hervorbringen k\u00f6nnte, die Pl\u00e4tze blockieren, die anderenfalls hochqualifizierte M\u00e4nner inneh\u00e4tten.<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Frauen m\u00fcssen Ingenieurinnen sein und M\u00e4nner nicht?<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Hochqualifizierte M\u00e4nner gegen unf\u00e4hige Goldr\u00f6ckchen? Das m\u00f6chte ich doch etwas n\u00e4her beleuchten.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller, die schon erw\u00e4hnte Chefin des Maschinenbau-Unternehmens Trumpf und damit eine der Spitzenfrauen der deutschen Wirtschaft, bezeichnete die in den Koalitionsverhandlungen angedachte Quote als &#8222;\u00fcberfl\u00fcssig\u201c. Und dass es zum Beispiel im Maschinenbau nicht gen\u00fcgend qualifizierte Frauen gebe. Die Pl\u00e4ne der k\u00fcnftigen Koalition l\u00f6sten &#8222;nicht das Problem, dass gerade Industrieunternehmen zu wenig Frauen und speziell Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen f\u00fcr die F\u00fchrungspositionen auf unteren Ebenen haben&#8220;.<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Leibinger-Kamm\u00fcller ist als Germanistin in drei Aufsichtsr\u00e4ten &#8211; und verlangt von anderen Frauen \u00a0ein naturwissenschaftliches oder Ingenieur-Studium<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Das mag sein, spricht aber nicht gegen die Frauenquote in den Aufsichtsr\u00e4ten. Denn die Aufsichtsr\u00e4te gro\u00dfer deutscher Unternehmen bestehen nicht etwa aus Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern, unter denen es wenige Frauen gibt. Und Frau Leibinger-Kamm\u00fcller sollte das eigentlich wissen. Sie selbst hat \u2013 ganz frauentypisch \u2013 Philologie studiert: Germanistik, Anglistik und Japanologie. Dennoch bereitet es f\u00fcr sie ersichtlich kein Problem, den Aufsichtsr\u00e4ten von Lufthansa, Siemens und Axel Springer anzugeh\u00f6ren. \u201eZur F\u00fchrung eines Unternehmens braucht man vor allem Pers\u00f6nlichkeit, Begeisterungsf\u00e4higkeit, Entscheidungskraft und Ver\u00e4nderungsbereitschaft,\u201c sagte sie 2011 in einem Interview. <\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Nur 13 Prozent der Aufsichtsr\u00e4te sind bisher Naturwissenschaftler oder Ingenieure<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Damit hat sie zweifellos recht. Nur: diese Qualit\u00e4ten sind nicht unbedingt die Schwerpunkte in einem naturwissenschaftlichen oder technischen Studium, sollte man meinen. Und in der Tat. In den Aufsichtsr\u00e4ten deutscher Gro\u00dfunternehmen sind Diplom-Ingenieure mit sieben Prozent und Naturwissenschaftler mit sechs Prozent eher schwach vertreten. Es dominieren hingegen Wirtschaftswissenschaftler und Juristen: bei den Funktionstr\u00e4gern aus den DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen sind die \u00d6konomen (Betriebswirte, Volkswirte und Bankkaufleute) mit 41 Prozent und die Juristen mit 18 Prozent vertreten. <\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Weder Cromme, noch Schneider, Wenning Bischoff oder Kley haben die Ausbildung, ohne die es bei Frauen nicht gehen soll<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Einige Beispiele aus der Elite der deutschen Aufsichtsr\u00e4te gef\u00e4llig?<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">&#8211; Gerhard Cromme, bis vor kurzem Aufsichtsratsvorsitzender des Technologie-Konzerns Siemens und des Stahl- und Technologieunternehmens ThyssenKrupp, Mitglied in den Aufsichtsr\u00e4ten von Axel Springer und Saint-Gobain, hat Jura und Volkswirtschaft studiert. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">&#8211; Manfred Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender des Gas- und Technologiekonzerns Linde, des Energieversorgungskonzerns RWE, lange Jahre in derselben Funktion auch beim Chemie-Konzern Bayer, Mitglied der Aufsichtsr\u00e4te von Daimler und TUI, hat Betriebswirtschaft studiert. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">&#8211; Werner Wenning, der Aufsichtsratsvorsitzende von Bayer, kommt aus dem Finanz- und Rechnungswesen. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">&#8211; Manfred Bischoff, Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler, hat Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft studiert. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">&#8211; Max Kley, Aufsichtsratsvorsitzender von SGL Carbon und Mitglied im Aufsichtsrat von HeidelbergCement und BASF, ist von Hause aus Jurist. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Mit anderen Worten: man(n) muss nicht Ingenieur oder Naturwissenschaftler sein, um f\u00fcr den Aufsichtsrat eines deutschen High-Tech-Konzerns qualifiziert zu sein. Dann sollte dasselbe auch f\u00fcr Frauen gelten. Und schon wird es schwierig mit der Argumentation: Der Frauenanteil unter den Studierenden der Rechtswissenschaften liegt bei etwa 51 Prozent beziehungsweise rund 35 Prozent bei den Wirtschaftswissenschaftlern.\u00a0<\/span><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><strong>Auch auf dem Ticket Unternehmer-Tochter kann man auch einen guten Aufsichtsrat-Job machen<\/strong><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">Dass sogar ein Philologie-Studium nicht von Schaden ist, wenn es darum geht, sich f\u00fcr die Leitung eines Unternehmens zu qualifizieren, zeigt das Beispiel von Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller. Sie h\u00e4tte ihre Position vermutlich nicht, wenn sie nicht die Tochter des Trumpf-Patriarchen Berthold Leibinger w\u00e4re. Aber sie f\u00fcllt ihre Position ersichtlich sehr gut aus \u2013 nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern eben auch in Aufsichtsr\u00e4ten von Lufthansa, Siemens und Axel Springer.<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>\u00dcber Barbara Mayer:\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><strong><a title=\"Barbara Mayer, Top-Anw\u00e4ltin M&amp;A Friedrich Graf von Westphalen &amp; Parnter\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html<\/a><\/strong><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer hat Angst vor der Frauenquote? Gastbeitrag von Babara Mayer, einer der f\u00fchrenden M&amp;A-Anw\u00e4ltinnen Deutschlands und Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner &nbsp; . \u00a0. . 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