{"id":650736,"date":"2014-04-23T00:53:23","date_gmt":"2014-04-22T22:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=650736"},"modified":"2014-04-23T00:53:23","modified_gmt":"2014-04-22T22:53:23","slug":"weg-mit-den-grosraumburos-gastbeitrag-von-stefan-kursawe-uber-gefahrdungsanalysen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/04\/23\/weg-mit-den-grosraumburos-gastbeitrag-von-stefan-kursawe-uber-gefahrdungsanalysen\/","title":{"rendered":"Weg mit den Gro\u00dfraumb\u00fcros ? Gastbeitrag von Stefan Kursawe \u00fcber Gef\u00e4hrdungsanalysen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Krankenkassen und Gewerkschaften ver\u00f6ffentlichen immer noch steigende Krankenst\u00e4nde in den Belegschaften wegen Burn-Outs, der \u00dcberforderung durch st\u00e4ndige Erreichbarkeit oder Stress-Reports. Mit Null Wirkung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dabei hat der Gesetzgeber die Arbeitgeber schon im vergangenen Oktober per Gesetz ausdr\u00fccklich verpflichtet, Gef\u00e4hrdungsanalysen \u00fcber die\u00a0psychische Belastungen im Unternehmen festzustellen und &#8211; daraus folgend &#8211; die Arbeitsabl\u00e4ufe oder Arbeitsverteilungen umzuorganisieren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_649138\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649138\" class=\"size-medium wp-image-649138\" alt=\"Stefan Kursawe, Partner und Arbeitsrechtler  von Heisse Kursawe Eversheds\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/Kursawe-Stefan_HKE_klein-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/Kursawe-Stefan_HKE_klein-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/Kursawe-Stefan_HKE_klein.jpg 430w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><p id=\"caption-attachment-649138\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Stefan Kursawe, Partner und Arbeitsrechtler von Heisse Kursawe Eversheds<\/strong><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwar mussten Arbeitgeber immer schon die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer sch\u00fctzen, doch damit waren eher der Schutz vor hei\u00dfen Hoch\u00f6fen oder Stahlwalzen gemeint.<\/p>\n<p>Dass Gesundheit auch psychische Gesundheit sein kann, ist arbeitsrechtlich ziemlich neu. Das erkl\u00e4rt vielleicht, dass Personalabteilungen das Thema ignorieren, obwohl doch dauernd dar\u00fcber in den Zeitungen berichtet wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Prinzip angezogene Handberemse funktionierte &#8211; aber nur bislang<\/strong><\/p>\n<p>Eine Umfrage von Heisse Kursawe Eversheds unter mehr als 500 Unternehmen verschiedener Branchen belegte: Nur ein Teil der Unternehmen (37,5 Prozent) aller Unternehmen versucht, psychischen Belastungen ihrer Mitarbeiter aktiv entgegenzuwirken. Mit angezogener Handbremse sozusagen: Durch gemeinsames Laufen nach Feierabend, Yoga-Kurse, Betriebsausfl\u00fcge oder regelm\u00e4\u00dfige Feedback-Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte sich jetzt \u00e4ndern. Denn der Betriebsrat darf jetzt Ma\u00dfnahmen zum Gesundheitsschutz \u201eim Rahmen der gesetzlichen Vorschriften\u201c zu fordern. Und dazu z\u00e4hlt jetzt auch die psychische Gesundheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen k\u00f6nnen sich nicht mehr verweigern <\/strong><\/p>\n<p>Was jetzt auf Unternehmen zukommt: Dass der Betriebsrat nun Forderungen aufstellt, denen sich der Arbeitgeber nicht schlichtweg verweigern kann, da die Sache sonst vor die Einigungsstelle l\u00e4uft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Betriebsr\u00e4te jetzt einfordern k\u00f6nnen:<\/strong><\/p>\n<p>Betriebsr\u00e4te k\u00f6nnten jetzt also beispielsweise fordern:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Begrenzung der \u00dcberstunden auf ein H\u00f6chstma\u00df<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Keine isolierten Arbeitspl\u00e4tze<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Keine Gro\u00dfraumb\u00fcros<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Keine Arbeit auf Abruf<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Keine Synchronisation mit Smartphones und Blackberrys nach einer bestimmten Uhrzeit<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bessere Qualifizierung der F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/p>\n<p>&#8211; Zustellung der Mails nur noch zur vollen Stunde an den Account des Adressaten, um\u00a0 die dauernde Ablenkung durch aufploppende Mails zu unterbinden und damit konzentrierter gearbeitet werden kann. Zur vollen Stunde werden dann die Mails gesammelt zugestellt und der Arbeitnehmer kann priorisieren und dann wieder konzentriert arbeiten, ohne dauernd mit einem Auge am Outlook zu h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Interessantes Ergebnis am Rande:<\/strong><\/p>\n<p>Besonders viel Wert auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter legen Unternehmen mit 51 \u2013 200 Arbeitnehmern und\u00a0 Familienunternehmen, wo der Eigent\u00fcmer noch selbst vor Ort ist.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten Absolventen mal die Liste ihrer Wunscharbeitgeber \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gesetzliche Pflicht, psychische Belastungen im Unternehmen zu ber\u00fccksichtigen &#8211; erst 28 Prozent interessieren sich daf\u00fcr<\/strong><\/p>\n<p>Bisher jedenfalls ruht der See aber noch still, wie die Heisse-Kursawe-Eversheds-Umfrage zeigt::<\/p>\n<p>&#8211; \u00a0Nur 12,5 Prozent der befragten Unternehmen haben sich bisher mit der Gesetzes\u00e4nderung besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 87,5 Prozent der Befragten haben sich mit der neuen Rechtslange und ihren Pflichten entweder noch \u00fcberhaupt nicht oder nur oberfl\u00e4chlich besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 43,75 Prozent der Befragten haben noch \u00fcberhaupt nichts davon geh\u00f6rt, dass Arbeitgeber nun verpflichtet sind, psychische Belastungen in ihrem Unternehmen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unabh\u00e4ngig von der \u00c4nderung des Gesetzes geben jetzt erst knapp 37,5 Prozent der befragten Unternehmen an, die psychischen Belastungen ihrer Arbeitnehmer zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><i>Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Der Arbeitgeber wird nun in den Paragrafen 4 und 5 ArbSchG ausdr\u00fccklich dazu verpflichtet, die sychische Gesundheit seiner Angestellten zu sch\u00fctzen.<\/i><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Mehr Infos: <a title=\"Arbeitsschutzgesetz\" href=\"http:\/\/www.scinexx.de\/wissen-aktuell-17413-2014-04-02.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.scinexx.de\/wissen-aktuell-17413-2014-04-02.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfraumb\u00fcros und ihre spezifische Gesundheitsgef\u00e4hrdung:<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Gro\u00dfraumb\u00fcros Gesundheitsgef\u00e4hrdung\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/03\/12\/studie-grosraumburos-penetrante-larmbelastigung-standige-ablenkung-und-kontrolle-erhohen-den-krankenstand\/\" target=\"_blank\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2014\/03\/12\/studie-grosraumburos-penetrante-larmbelastigung-standige-ablenkung-und-kontrolle-erhohen-den-krankenstand\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krankenkassen und Gewerkschaften ver\u00f6ffentlichen immer noch steigende Krankenst\u00e4nde in den Belegschaften wegen Burn-Outs, der \u00dcberforderung durch st\u00e4ndige Erreichbarkeit oder Stress-Reports. 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