{"id":650654,"date":"2013-10-20T23:53:22","date_gmt":"2013-10-20T21:53:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=650654"},"modified":"2013-10-21T12:21:29","modified_gmt":"2013-10-21T10:21:29","slug":"manager-im-hamsterrad-das-dann-plotzlich-still-steht-von-kienbaum-headhunter-stefan-fischhuber-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/10\/20\/manager-im-hamsterrad-das-dann-plotzlich-still-steht-von-kienbaum-headhunter-stefan-fischhuber-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Manager im Hamsterrad &#8211; das dann pl\u00f6tzlich still steht. Von Kienbaum-Headhunter Stefan Fischhuber (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_650697\" style=\"width: 140px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/10\/Fischhuber_130x190.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-650697\" class=\"size-full wp-image-650697\" alt=\"Stefan Fischhuber, Headhunter und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Kienbaum Executive Consultants\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/10\/Fischhuber_130x190.jpg\" width=\"130\" height=\"190\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-650697\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Fischhuber, Personalberater und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Kienbaum Executive Consultants<\/p><\/div>\n<p><strong>Young CxO\u00b4s mit 60 &#8211; 80- Stunden-Woche als Standard &#8211; Manager im Hamsterrad<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>An der Spitze deutscher Unternehmen ist Work-Life-Balance ein Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt. Wie ich immer wieder in Gespr\u00e4chen mit jungen Vorst\u00e4nden, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern und Eigent\u00fcmern h\u00f6re, ist eine 60-80 Stunden-Woche die Regel &#8211; nicht die Ausnahme. Immer erreichbar, auch am Wochenende und im Urlaub. Das ist der Standard. Die modernen Kommunikations-Gadgets sorgen daf\u00fcr, dass der Arbeitstag auch nach Feierabend f\u00fcr die sogenannten Young CxOs noch nicht zu Ende ist. Zwei und mehr Abende die Woche sind\u00a0verplant. Dabei bleibt noch nicht einmal mehr Zeit f\u00fcr Clubs wie Rotary oder Lions. Sondern andere Berufsnetzwerke, wo sich gleichgesinnte Vorst\u00e4nde oder Gesch\u00e4ftspartner treffen, um politische Kontakte zu pflegen und \u00fcber die jeweiligen Verb\u00e4nde Einfluss auszu\u00fcben. Inspiration und Networking-Punkte holen sich Manager obendrein bei Kultur- und Sportereignissen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Ehrgeizig und fit, Kurz-Tripps statt richtigem Urlaub<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>In diese Sph\u00e4ren der jungen Topmanager st\u00f6\u00dft nur vor, wer f\u00e4hig und ehrgeizig ist, dazu k\u00f6rperlich super fit, wer den richtigen Mentoren und Multiplikatoren positiv auff\u00e4llt &#8211; und auch das Gl\u00fcck des T\u00fcchtigen hat. F\u00fcr die erforderliche kontinuierliche H\u00f6chstleistung muss alles andere im Lot sein: Gesundheit, Familie, Freizeit undsoweiter. Sie achten auf die Ern\u00e4hrung, Alkohol gibt es nur in Ma\u00dfen, Rauchen ist out, Sport treiben sie regelm\u00e4\u00dfig und alle ein bis zwei Jahre steht ein Gesundheits-Check auf dem Programm der Wirtschaftselite. Urlaub hei\u00dft meist Kurztripps, gerne in ein zweites Domizil, wo man sofort abschalten kann &#8212; aber auch das zweite Home-office schon eingerichtet ist.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Die Ehefrau h\u00e4lt den R\u00fccken frei<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Stabile Familienverh\u00e4ltnisse sind die Regel und Basis dieses komplexen Erfolgsfundaments. Denn wer kann sich schon eine weitere, emotionale Baustelle neben dem anstrengenden Berufsleben leisten. R\u00fcckhalt und R\u00fcckendeckung sind zwingende Erfolgsfaktoren an der Spitze, gleichzeitig zementieren sie ein klassisches Rollenbild. Nur ganz selten schaffen beide Partner bei gleicher Belastung auch noch eine Familie aufzubauen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Entzugserscheinungen ohne Macht-Cocktail<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Emotionales Futter und neue Energie liefern Meilensteine, die sich Manager selbst setzen. Diese setzen sich zusammen aus Erfolgskomponenten wie Verantwortung, Macht, positives Feedback, ein tolles Team, Entscheidungsbefugnis, Geld, Bedeutung, Eitelkeit, Status, undsoweiter. Das alles ist leistungsf\u00f6rdernd, so wie der Adrenalin-Aussto\u00df beim Hochleistungssportler kurz vor dem Start. Dieser euphorisierende Cocktail kann aber auch zu einer Belastung werden. Insbesondere dann, wenn er auf einmal nicht mehr da ist: Das kann zu Entzugserscheinungen f\u00fchren und den (Ex)-Manager so belasten wie den ehemaligen Leistungssportler das hoch trainierte Herz, das vorsichtig an einen viel langsameren Rhythmus gew\u00f6hnt werden muss. Aber auch kurze Entlastungsphasen k\u00f6nnen schon zu ersten Unp\u00e4sslichkeiten f\u00fchren. Nicht umsonst bekommen viele F\u00fchrungskr\u00e4fte erst mal eine Grippe, wenn sie in Urlaub gehen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Jeder Tag an der Spitze kann der letzte sein<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte, die bereits sehr jung in die h\u00f6chste Verantwortungsebene vorstossen &#8211; und nicht Eigent\u00fcmer des Unternehmens sind -, m\u00fcssen jederzeit damit rechnen, abgel\u00f6st zu werden. T\u00e4glich. Warum auch immer. Und dann stehen sie vor der Frage: Was kommt nach der Top-Rolle? Was mache ich nach der Vollbremsung von 100 auf beinahe Null? Auch wenn sie dann meist nicht ins materielle Nichts fallen. Aber den t\u00e4glichen Adrenalin-Cocktail, der die H\u00f6chstleistungen erst erm\u00f6glicht und umgekehrt, den bekommen sie pl\u00f6tzlich nicht mehr. Fast nie kann ein Manager langsam herunterfahren und so K\u00f6rper und Geist an die ver\u00e4nderte Situation gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Alternative: Beirat oder Aufsichtsrat<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Je nach Alter suchen sie sich eine neue operative Management-Rolle oder verschiedene Aufsichts- und Beiratspositionen. Mit 55 aufzuh\u00f6ren, ist nicht sexy. Wir werden alle \u00e4lter und sind auch noch &#8211; wenn alles gut geht &#8211; mit 65 Jahren fit. Attraktiv sind zus\u00e4tzlich Private Equity Firmen, die immer auf der Suche nach exzellenten Deal-Zug\u00e4ngen und Management-Expertise sind. Auch Business Angels werden gebraucht. Die Rolle als Freelancer im Beratungsmarkt oder als Interim Manager sind ebenfalls Alternativen. Auch den Erfahrungsschatz als Dozent an Studenten weiterzugeben oder die Rolle des sozialen Unternehmers sind popul\u00e4r.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Schwieriger Absprung<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Jedoch: Nicht allen gelingt dieser elegante Absprung. Sie m\u00fcssen sich in relativ kurzer Zeit beinahe komplett neu erfinden. Dann zeigt sich, wer rechtzeitig belastbare Netzwerke aufgebaut hat und \u00fcber weitere Interessen und Talente verf\u00fcgt. Wer das nicht hat, f\u00e4llt schnell in ein tiefes Loch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Young CxO\u00b4s mit 60 &#8211; 80- Stunden-Woche als Standard &#8211; Manager im Hamsterrad . An der Spitze deutscher Unternehmen ist Work-Life-Balance ein Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt. 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