{"id":650171,"date":"2013-09-05T15:52:30","date_gmt":"2013-09-05T13:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=650171"},"modified":"2013-09-05T15:52:30","modified_gmt":"2013-09-05T13:52:30","slug":"manager-mussen-fuhren-konnen-nicht-bester-sachbearbeiter-der-abteilung-sein-gastbeitrag-von-markus-hornung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/09\/05\/manager-mussen-fuhren-konnen-nicht-bester-sachbearbeiter-der-abteilung-sein-gastbeitrag-von-markus-hornung\/","title":{"rendered":"Manager m\u00fcssen f\u00fchren k\u00f6nnen, nicht bester Sachbearbeiter der Abteilung sein &#8211; Gastbeitrag von Markus Hornung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gastbeitrag von Markus Hornung, Chef des Trainings- und Beratungsunternehmen\u00a0EQ Dynamics<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_650172\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-650172\" class=\"size-medium wp-image-650172\" alt=\"Hornung\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/08\/Hornung.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-650172\" class=\"wp-caption-text\">Markus Hornung<\/p><\/div>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten aufh\u00f6ren, \u00fcberall Vorbild sein zu wollen. Jahrzehntelang hat man Ihnen eingetrichtert: Sie m\u00fcssten mindestens genauso gut sein wie ihre Mitarbeiter. In allem. Unbedingt. Immer.<\/p>\n<p><strong>Wer Held sein will, versagt als Chef<\/strong><\/p>\n<p>Doch das Gegenteil ist\u00a0der Fall: Wer versucht, als F\u00fchrungskraft ein omnipotentes, heldenhaftes Vorbild zu sein \u2013 der macht seine Mitarbeiter tr\u00e4ge und erreicht genau das Gegenteil von Motivation. Mit anderen Worten: Er versagt.<\/p>\n<p><strong>Die Legende vom \u201eVorbild F\u00fchrungskraft\u201c <\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahrzehnten war die g\u00e4ngige Sicht auf\u00a0F\u00fchrungskr\u00e4fte und Unternehmer vor allem dogmatisch gepr\u00e4gt: Je vorbildhafter das Verhalten einer F\u00fchrungskraft, desto motivierter und leistungsst\u00e4rker die Mitarbeiter. Mit gutem Beispiel vorangehen, so sollte es sein.<\/p>\n<p><strong>Vorbild als Massstab aller Dinge &#8211; auch der negativen\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>An sich eine positive Entwicklung \u2013 sie wird dann aber zur Falle, wenn Mitarbeiter dies als Ausrede f\u00fcr eigene fehlende Leistungsbereitschaft anf\u00fchren: Weshalb fachlich top sein, wenn die F\u00fchrungskraft fachliche Schwachstellen hat? Weshalb als letzter das B\u00fcro verlassen, wenn der Vorgesetzte Dienst nach Vorschrift macht?<\/p>\n<p><strong> Nur F\u00fchren ist die Qualifikation<\/strong><\/p>\n<p>Die Aufgabe einer F\u00fchrungskraft ist allerdings eine ganz andere. Was Unternehmen dringend brauchen, ist ein differenzierter Umgang mit dem Thema Vorbild. Denn es gibt nur eins, was F\u00fchrungskr\u00e4fte deutlich besser k\u00f6nnen m\u00fcssen als ihre Mitarbeiter: F\u00fchren.<\/p>\n<p>Was F\u00fchrung meint? Erstens ein Vorbild sein in Haltung und Werten. Die Mitarbeiter zu konkreten T\u00e4tigkeiten bef\u00e4higen, auch wenn die F\u00fchrungskraft diese selbst nicht beherrscht und somit eigentlich kein Vorbild sein kann.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Der Vertriebschef muss eben nicht der beste Verk\u00e4ufer sein<\/strong><\/p>\n<p>Konkret: Ein Vertriebschef muss nicht selbst am besten verkaufen k\u00f6nnen, aber seine Verk\u00e4ufer zu guten Abschl\u00fcssen bef\u00e4higen. Und: Eine wertsch\u00e4tzende Haltung gegen\u00fcber Kunden zum Beispiel \u2013 die muss er vorleben.<\/p>\n<p><b>.<\/b><\/p>\n<p><strong>Wann ein Chef tats\u00e4chlich ein Vorbild abgeben sollte<\/strong><\/p>\n<p>Die Haltung eines Vorgesetzten zeigt sich stets in seinem t\u00e4glichen Verhalten \u2013 Vorbild sollte die F\u00fchrungskraft also in diesen Situationen sein:<\/p>\n<p>Erstens im Umgang mit Mitarbeitern oder Kunden: Verh\u00e4lt sich die F\u00fchrungskraft so, dass sein Gegen\u00fcber das Gef\u00fchl hat, man begegnet ihm\u00a0auf gleicher Augenh\u00f6he?<\/p>\n<ul>\n<li>Zweitens in Krisensituationen: Bleibt die F\u00fchrungskraft gelassen, geht sowohl emotional intelligent als auch strukturiert vor und beh\u00e4lt die Z\u00fcgel zu jeder Zeit fest in der Hand? Oder verf\u00e4llt sie in blinden Aktionismus?<\/li>\n<li>Drittens: Wie vermittelt sie ihren Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit von Entscheidungen oder Anweisungen? Geht sie offen mit Informationen um und erkl\u00e4rt dem Team Einzelma\u00dfnahmen auch in Bezug auf das gro\u00dfe Ganze beziehungsweise die \u00fcbergeordnete Strategie?<\/li>\n<li>Viertens: Wie geht der Vorgesetzte mit sich selbst um? Also sorgt er f\u00fcr sich und seine Leistungsf\u00e4higkeit durch intelligentes Zeitmanagement, das beispielsweise gen\u00fcgend Freir\u00e4ume f\u00fcr Mitarbeitergespr\u00e4che oder strategisches Arbeiten l\u00e4sst ? Oder durch einen gesunden ausgeglichenen Lebenswandel inklusive Sport und vollwertiger Ern\u00e4hrung? Nach wie vor ist dies ein vollkommen tabuisiertes Thema in deutschen Unternehmen, an dem allerdings der Begriff Vorbild ebenfalls festgemacht werden muss. Es gilt als \u201evorbildhaft\u201c, wenn eine F\u00fchrungskraft sich emotional und k\u00f6rperlich vernachl\u00e4ssigt und ruiniert, anstatt f\u00fcr ihre mentale und k\u00f6rperliche Gesundheit zu sorgen \u2013 eine bizarre Verschiebung der Wahrnehmungen und Priorit\u00e4ten.<\/li>\n<li>F\u00fcnftens: Wie emotional intelligent handelt eine F\u00fchrungskraft? Gibt sie ihren Mitarbeitern Raum f\u00fcr Emotionen, erkennt sie beispielsweise deren \u00c4rger und spricht sie offen dar\u00fcber?<\/li>\n<\/ul>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Chefs sind keine Superm\u00e4nner &#8211; aber die richtigen Fragen k\u00f6nnen sie stellen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fchren bedeutet aber auch, sich abzugrenzen. Sich dar\u00fcber klar zu sein, nicht alle Erwartungen der Mitarbeiter zu erf\u00fcllen: Zum einen m\u00fcssen F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht all das k\u00f6nnen, was sie ihren Mitarbeitern abverlangen. Zum anderen m\u00fcssen sie nicht f\u00fcr jedes Problem eine L\u00f6sung oder auf jede Frage eine Antwort parat haben.<\/p>\n<p>In der Praxis helfen der F\u00fchrungskraft drei Fragen zur Abgrenzung, die Mitarbeiter beantworten sollten, bevor der Vorgesetzte selbst zur Tat schreitet:<\/p>\n<p>1. Was genau ist Ihr Problem?<\/p>\n<p>2. Was haben Sie\u00a0bisher unternommen?<\/p>\n<p>3. Welche L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge haben Sie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn Fakt ist: Der Anspruch\u00a0an Manager ist \u00fcberzogen. Aber auch Manager selbst m\u00fcssen aufh\u00f6ren, sich als heldenhaftes Vorbild zu sehen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten sich selbst auch nicht als Supermann sehen<\/strong><\/p>\n<p>Denn auch klar ist: Ein Chef, der immer und in allem ein Vorbild sein muss, kann nur scheitern \u2013 und alle, die das erwarten, k\u00f6nnen nur entt\u00e4uscht werden. Deshalb sollten sich\u00a0F\u00fchrungskr\u00e4fte\u00a0einzig und allein auf das konzentrieren, was sie k\u00f6nnen muss: Das F\u00fchren. Sonst nichts. Denn F\u00fchrungskr\u00e4fte sind F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter sind Mitarbeiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Markus Hornung, <b>:<a href=\"http:\/\/www.eqdynamics.de\">www.eqdynamics.de<\/a>:\u00a0<\/b>Zu seinen bisherigen Kunden geh\u00f6ren unter anderem\u00a0 MAN Bus &amp; Truck Deutschland, LBS Bausparkasse und verschiedene Sparkassen in Deutschland<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Markus Hornung, Chef des Trainings- und Beratungsunternehmen\u00a0EQ Dynamics F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten aufh\u00f6ren, \u00fcberall Vorbild sein zu wollen. Jahrzehntelang hat man Ihnen eingetrichtert: Sie m\u00fcssten mindestens genauso gut sein wie ihre Mitarbeiter. In allem. Unbedingt. Immer. 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