{"id":649503,"date":"2013-07-03T01:37:31","date_gmt":"2013-07-02T23:37:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=649503"},"modified":"2015-05-19T15:55:29","modified_gmt":"2015-05-19T13:55:29","slug":"choleriker-im-chefsessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/07\/03\/choleriker-im-chefsessel\/","title":{"rendered":"Choleriker im Chefsessel"},"content":{"rendered":"<p>Warum verlieren Top-Manager ihren Job? Spontan w\u00fcrde man meinen, es seien rote Zahlen ihrer Firma oder sonstwelche greifbaren Mi\u00dferfolge. Aber nein: In 43 Prozent aller F\u00e4lle ist ihre mangelnde F\u00fchrungskompetenz der Grund, wieso sie geschasst werden, sagt eine Untersuchung der Personalberatung InterSearch Executive Consultants aus Hamburg. Oder man sich irgendwie einvernehmlich, aber eben vorzeitig trennt. Ganz so, als sei mangelnde F\u00fchrungskompetenz eine pl\u00f6tzliche \u00dcberraschung, die die vielen Berufsjahre vorher einfach nicht zu erkennen gewesen sei.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt es nur daran, dass dieser Grund des Scheitern immer vertuscht wird von den Sprechern der Unternehmens und geh\u00fcllt wird in nichtssagende immergleiche Floskeln. Die irgendwie auf Dauer wie Beleidigungen f\u00fcr die Intelligenz der Leser der Pressemitteilungen oder Verlautbarungen wirken.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Verbreitetes Ph\u00e4nomen: Choleriker im Chefsessel?<\/strong><\/p>\n<p>Nur ganz langsam sickert \u00fcber manche Kandidaten durch, dass sie eigentlich Choleriker waren &#8211; und davon scheint es etliche zu geben. Ist es doch das einzige Attribut, das wenn, dann als Negativum hochploppt.<\/p>\n<p>L\u00e9o Apotheker etwa, der zuletzt den PC-Hersteller Hewlett-Packard leitete, attestierten die Medien den Choleriker. <a title=\"Leo\u00b4Apotheker HP \" href=\"http:\/\/www.focus.de\/digital\/computer\/computer-leo-apotheker-streitbarer-manager-und-vertriebsexperte_aid_558015.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.focus.de\/digital\/computer\/computer-leo-apotheker-streitbarer-manager-und-vertriebsexperte_aid_558015.html<\/a><\/p>\n<p>Und auch\u00a0<a title=\"Thomas Sattelberger Choleriker TAZ\" href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2011\/03\/29\/a0124\" target=\"_blank\">Thomas Sattelberger, dem Ex-Telekom-Vorstand<\/a>, wird nachgesagt, dass er Choleriker sei. <a title=\"Thomas Sattelberger Choleriker TAZ\" href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2011\/03\/29\/a0124\" target=\"_blank\">http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2011\/03\/29\/a0124 <\/a><\/p>\n<p>Choleriker scheint ein Attribut zu ein, das so gerade noch akzeptabel ist f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte &#8211; ohne dass sie Anzeigen wegen Verleumdung und \u00fcbler Nachrede erstatten. So, als sch\u00f6ssen diese Leute nur ein kleines bisschen \u00fcbers Ziel hinaus.<\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdig genug. Aber diese Eigenschaft liegt wohl nahe genug an dem hungrigen Wolf, mit dem neue Hoffnungstr\u00e4ger gerne angek\u00fcndigt werden, wenn sie einen neuen Job antreten.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Unzureichende soziale Kompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Hin wie her, zur\u00fcck zur InterSearch-Studie: An zweiter Stelle steht unzureichende soziale Kompetenz mit 35 Prozent und die Unvereinbartkeit von Manager-Pers\u00f6nlichkeit und Unternehmenskultur mit 28 Prozent. Was darunter zu verstehen ist, hat Personalberaterin Heike Cohaus von P 4 Career k\u00fcrzlich hier im Management-Blog erkl\u00e4rt: <a title=\"Heike Cohausz P4 Career\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/01\/04\/angepasste-manager-helfen-dem-unternehmenserfolg-nicht-weiter\/\" target=\"_blank\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/01\/04\/angepasste-manager-helfen-dem-unternehmenserfolg-nicht-weiter\/<\/a><\/p>\n<p>Befragt hat InterSearch Executive Consultants hierf\u00fcr immerhin 200 Personalverantwortliche in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Spiegelbildlich passt hierzu eine weitere Umfrage und zwar unter 750 Arbeitnehmern: 28 Prozent von ihnen sind unzufrieden mit der Leistung ihres Unternehmenslenkers. Das gr\u00f6\u00dfte Defizit: Sie k\u00f6nnen nicht motivieren (52 Prozent), ihre Leute nicht mitreissen und nicht anspornen zu H\u00f6chstleistungen. Was den Entscheidern noch so fehlt? Pers\u00f6nliche Glaubw\u00fcrdigkeit und Werteorientierung (41 Prozent) sowie Pers\u00f6nlichkeit und Charisma (34 Prozent).<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Wo bleiben Bescheidenheit und Gemeinsinn bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften?<\/strong><\/p>\n<p>Die weiteren Eigenschaften: 27 Prozent der Befragten vermissen bei ihren Leadern Bescheidenheit und Gemeinsinn. 18 Prozent w\u00fcnschen sich eigenen Arbeitseinsatz ihrer Unternehmenslenker, doch nur sieben Prozent beanstanden mangelnden Mut und Unternehmergeist und f\u00fcnf Prozent Risikobereitschaft.<\/p>\n<p>Wie es soweit kommen kann? InterSearch-Managing Partner Thhomas Bochholdt glaubt: Die Unternehmen untersch\u00e4tzen die sogenannten und gerne mal verachteten weichen Kriterien im Auswahlprozess ihrer Kapit\u00e4ne.<\/p>\n<p>Vor allem: Kaum einer setzt &#8222;unterst\u00fctzende diagnostische Ma\u00dfnahmen im Auswahlverfahren&#8220; der Top-Manager ein. Nur in 43 Prozent der F\u00e4lle m\u00fcssen sich Manager irgendwie auf Herz und Nieren pr\u00fcfen lassen.<\/p>\n<p>Bei L\u00e9o Apotheker soll die Papierform gereicht haben bei HP. Angeblich hat er nicht einmal jemand von HP ihn vorher gesprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum verlieren Top-Manager ihren Job? Spontan w\u00fcrde man meinen, es seien rote Zahlen ihrer Firma oder sonstwelche greifbaren Mi\u00dferfolge. 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