{"id":649311,"date":"2013-06-18T18:27:23","date_gmt":"2013-06-18T16:27:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=649311"},"modified":"2013-06-19T12:24:55","modified_gmt":"2013-06-19T10:24:55","slug":"gastbeitrag-willms-buhse-fluthilfe-2-0-was-manager-aus-den-fluthilfe-einsatzen-lernen-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/06\/18\/gastbeitrag-willms-buhse-fluthilfe-2-0-was-manager-aus-den-fluthilfe-einsatzen-lernen-konnen\/","title":{"rendered":"Gastbeitrag Willms Buhse: Fluthilfe 2.0 &#8211; Was Manager aus den Fluthilfe-Eins\u00e4tzen lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fluthilfe 2.0 \u2013 4 Learnings f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte aus der Facebook-Flut<\/strong><\/p>\n<p><strong>Willms Buhse von DoubleYUU* \u00fcber die\u00a0Kraft der Vernetzung via Internet und den Potentialen, die sich so entfachen lassen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_644842\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-644842\" class=\"size-medium wp-image-644842\" alt=\"Willms Buhse, Chef von DoubleYUU\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg 431w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-644842\" class=\"wp-caption-text\">Willms Buhse, Chef von DoubleYUU<\/p><\/div>\n<p><strong>Vier Learnings f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/strong><\/p>\n<p>Vor der Flut waren Daniel Neumann oder Sven Mildner einfach zwei Menschen aus Dresden. W\u00e4hrend der Flut wurden die beiden zu den wichtigsten Akteuren bei der \u00dcberschwemmung in der Elbmetropole. Neumann sorgte mit seinen Hilfeaufrufen \u00fcber Facebook daf\u00fcr, dass jeden Tag tausende freiwillige Helfer an den verschiedensten Einsatzorten arbeiteten und Unz\u00e4hlige von Sands\u00e4cken f\u00fcllten. Mildner wiederum dokumentierte auf der Landkarte \u201eHochwasserhilfe Dresden\u201c im Internet mit Hilfe von Google Maps, wo Hilfe gebraucht wurde und wie sich die Lage in den einzelnen Stadtteilen darstellten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeinsam waren damit zwei ganz normale Netznutzer &#8211; und nicht etwa Einsatzleiter der Feuerwehr oder Krisenstabmitarbeiter \u2013 daf\u00fcr verantwortlich, dass viele Freiwillige an den richtigen Orten ihren Beitrag zur Bek\u00e4mpfung der Flut leisten konnten. Hilferufe von Flutopfern oder Deichhelfern auf der Facebook-Seite wurden tausendfach geteilt. Im Sekundentakt erschienen dann Hilfsangebote. Dadurch konnten alle freiwilligen Helfer selbst ihre Aktivit\u00e4ten organisieren. Sie wussten, wo sie gebraucht wurden. Wer die Helfer\u00a0mit Br\u00f6tchen oder anderen G\u00fctern unterst\u00fctzen wollte, konnte dies ebenfalls \u00fcber diese Dienste publik machen &#8211; und dabei sicher sein, dass irgendein Netznutzer daf\u00fcr sorgte, dass die Verpflegung oder Decken tats\u00e4chlich ans Ziel kamen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Internet als Vehikel oft schneller als Profi-Helfer<\/strong><\/p>\n<p>Mitunter waren die Facebook-Freiwilligen dabei sogar schneller als alle Profi-Helfer. Wo das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr oder die Feuerwehr noch auf Einsatzbefehle warteten, waren sie oft bereits auf Grundlage der Informationen aus dem Netz unterwegs zu den Krisenherden.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist dies ein tolles Beispiel f\u00fcr die Kraft der Vernetzung und den Potentialen, die sich entfachen lassen, wenn Menschen die Chance zur Selbstorganisation bekommen.<\/p>\n<p>Was aber k\u00f6nnen F\u00fchrungskr\u00e4fte aus dem Ph\u00e4nomen der \u201eFacebook-Flut\u201c lernen?<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>1. Schwarmintelligenz funktioniert\u00a0\u00a0&#8211; aber nur mit einem klaren Ziel\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich darauf vertrauen, dass Mitarbeiter im Alltag und insbesondere in Krisenzeiten eigeninitiativ und selbstorganisiert handeln wenn das Ziel sie eint. Dabei ist eine selbstorganisierte Gruppe nicht nur in der Lage, schneller und flexibler als eine zentral gesteuerte Organisation zu reagieren. Sie reagiert auch klug \u2013 Schwarmintelligenz funktioniert. Die Masse der Facebook-Nutzer in den betroffenen Flutgebieten wusste oft mehr als ein Einzelner, etwa das Mitglied eines Krisenstabs oder ein Einsatzleiter, und sogar oft mehr als eine spezialisierte Gruppe von Experten wie einem Team des Technischen Hilfswerks. Zudem kann sie mehr bewegen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>2. Wer selbstorganisiertes Handeln zul\u00e4sst, motiviert!\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Durch Selbstorganisation mit Hilfe von Vernetzungswerkzeugen werden viele zentrale Entscheidungen \u00fcberfl\u00fcssig. Das bedeutet, dass jemand, der eigenst\u00e4ndig Handeln will,\u00a0keine Umwege \u00fcber Entscheidungstr\u00e4ger nehmen muss. Jeder kann Ideen, Anregungen oder seine Hilfe beisteuern und aktiv werden \u2013 und extrem viele Menschen haben die M\u00f6glichkeit, dies zielgerichtet zu tun, so weit motiviert, dass sie tats\u00e4chlich aktiv geworden sind.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>3. Wer auf Transparenz und Vernetzung setzt, wird mit Geschwindigkeit belohnt<\/strong><\/p>\n<p>Gerade in un\u00fcbersichtlichen Situationen geht auch vieles schief. Auch Gruppen, die sich \u00fcber Facebook organisieren, treffen oft falsche Entscheidungen. So kam es vor, dass zu viele Helfer nach Hilferufen zu bestimmten Einsatzorten kamen und sich gegenseitig im Weg standen. Es dauerte oft nur Minuten, bis auch diese Information im Netzwerk geteilt wurde. Alle anderen konnten so sehr schnell darauf reagieren und andere Orte aufsuchen, wo Hilfe gebraucht wurde. \u00dcbertragen auf Unternehmen bedeutet dies: Auch im Unternehmenskontext sind Mitarbeiter oft viel n\u00e4her am Geschehen dran als F\u00fchrungskr\u00e4fte selbst. Sie k\u00f6nnen bei Auff\u00e4lligkeiten oft schneller Alarm schlagen. Wenn sie Alarm schlagen, wird dies transparent. Wer so ein Netzwerk beobachtet, erh\u00e4lt schneller Informationen, etwa dar\u00fcber, wie er Ressourcen neu zuteilen kann.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>4. Auf Selbstorganisation zu setzen hei\u00dft nicht, nicht mehr zu f\u00fchren &#8211; sondern im richtigen Moment loslassen oder wieder die Z\u00fcgel in die Hand nehmen<\/strong><\/p>\n<p>Selbstorganisation der Mitarbeiter hei\u00dft f\u00fcr\u00a0F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht, dass ab sofort alles ohne ihr Zutun erfolgt und sie sich folglich zur\u00fccklehnen k\u00f6nnen. Wir haben gesehen, dass Selbstorganisation \u00a0und Vernetzung nicht automatisch garantieren, dass jeder von alleine das richtige tut und dass sich mitunter zu viele Helfer an einem Ort im Wege stehen. Wer Vernetzung und Selbstorganisation zul\u00e4sst, muss also weiter f\u00fchren \u2013 aber anders. Er gibt nicht jede einzelne Handlung vor, sondern er setzt einen Handlungsrahmen, er plant und verteilt Ressourcen auf agile Art und Weise neu. Er kann auf unvorhergesehene Entwicklungen blitzschnell reagieren und hilft dem Netzwerk notfalls mit einem neuen Handlungsrahmen, um angemessen auf Probleme zu reagieren. Im richtigen Moment loszulassen und dann wieder die Z\u00fcgel in die Hand zunehmen ist ein Wechselspiel, das viele F\u00fchrungskr\u00e4fte erst lernen m\u00fcssen. Die gro\u00dfartige Arbeit der freiwilligen Helfer in Dresden sollte sie ermutigen, sich an diese Aufgabe zu wagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Facebook fluthilfe dresden<\/strong>:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/FluthilfeDresden?fref=ts\">https:\/\/www.facebook.com\/FluthilfeDresden?fref=ts<\/a><\/p>\n<p><strong>Google Maps:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/maps.google.de\/maps\/ms?msid=207517637844069836346.0004de4dda1c22c9e31d9&amp;msa=0\">https:\/\/maps.google.de\/maps\/ms?msid=207517637844069836346.0004de4dda1c22c9e31d9&amp;msa=0<\/a><\/p>\n<p><strong>Und was wir so dr\u00fcber schrieben<\/strong>:\u00a0<a href=\"http:\/\/doubleyuu.com\/blog\/fluthilfe-dresden-starkes-beispiel-fur-kollaboration-in-krisenzeiten\/\">http:\/\/doubleyuu.com\/blog\/fluthilfe-dresden-starkes-beispiel-fur-kollaboration-in-krisenzeiten\/<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>*Managementberatung DoubleYUU<\/strong>: <a title=\"Managementberatung DoubleYUU\" href=\"http:\/\/www.doubleyuu.com\/ueber-uns\/\" target=\"_blank\"> http:\/\/www.doubleyuu.com\/ueber-uns\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fluthilfe 2.0 \u2013 4 Learnings f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte aus der Facebook-Flut Willms Buhse von DoubleYUU* \u00fcber die\u00a0Kraft der Vernetzung via Internet und den Potentialen, die sich so entfachen lassen &nbsp; Vier Learnings f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte Vor der Flut waren Daniel Neumann oder &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/06\/18\/gastbeitrag-willms-buhse-fluthilfe-2-0-was-manager-aus-den-fluthilfe-einsatzen-lernen-konnen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2365,2525,2527,2526,1477],"class_list":["post-649311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-doubleyuu","tag-fluthilfe","tag-learnings","tag-management","tag-willms-buhse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=649311"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649311\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=649311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=649311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=649311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}