{"id":649178,"date":"2013-06-10T17:11:20","date_gmt":"2013-06-10T15:11:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=649178"},"modified":"2013-06-10T17:11:20","modified_gmt":"2013-06-10T15:11:20","slug":"ein-teller-backhahnchenschlegel-mit-barbara-mayer-und-gerhard-manz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/06\/10\/ein-teller-backhahnchenschlegel-mit-barbara-mayer-und-gerhard-manz\/","title":{"rendered":"Ein Teller Backh\u00e4hnchenschlegel mit Barbara Mayer und Gerhard Manz"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ich mach gerne Urlaub&#8220;, grinst <a title=\"Barbara Mayer, Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html\" target=\"_blank\">Barbara Mayer<\/a>, Top-Anw\u00e4ltin aus Freiburg und Partnerin der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner. Und das sagt sie auch ihren Mandanten, da kennt sie nichts. Etwa wenn sie eine Telefonkonferenz zusammen mit ihrem Partner <a title=\"Gerhard Manz von Friedrich Graf von Westphalen\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/50-0-Manz+Gerhard.html\" target=\"_blank\">Gerhard Manz <\/a>w\u00e4hrend des Urlaubs f\u00fchrt. Am Strand von Griechenland oder irgendwo in der Provence. Und wenn der Mandant sich wundert, warum die Telefonleitung so schlecht ist. Den Mut hat nicht jeder High-Potential-Anwalt.<\/p>\n<div id=\"attachment_649177\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/mayer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649177\" class=\"size-medium wp-image-649177\" alt=\"Barbara Mayer, Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/mayer-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/mayer-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/mayer.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-649177\" class=\"wp-caption-text\">Barbara Mayer, Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner in Freiburg<\/p><\/div>\n<p>Wir sitzen am Rande des Deutschen Anwaltstags in D\u00fcsseldorf\u00a0beim \u00d6sterreicher\u00a0in den <a title=\"Kitzb\u00fcheler Stuben\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/kitzbuheler.stuben?fref=ts\" target=\"_blank\">Kitzb\u00fcheler Stuben<\/a> vor dem Lokal, essen lauwarmen Kartoffelsalat mit Backh\u00e4hnchen-Schlegeln und lassen Revue passieren, was so war beim\u00a0 Anwaltstag. Mayer ist stolz, dass beim Empfang der\u00a0Arbeitsgemeinschaft der Anw\u00e4ltinnen gut 100 Besucher &#8211; darunter auch viele M\u00e4nner &#8211; waren. Das ist eins der Themen beim Anwaltstag: die Frauen, und wie man sie h\u00e4lt. Der Gro\u00dfteil der Frauen arbeitet in ihrer eigenen Praxis und zwar alleine. Ein weiterer Gro\u00dfteil arbeitet nur Teilzeit.<\/p>\n<div id=\"attachment_649179\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/manz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649179\" class=\"size-medium wp-image-649179\" alt=\"Gerhard Manz, Partner bei Friedrich Graf von Westphalen\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/manz-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/manz-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/manz.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-649179\" class=\"wp-caption-text\">Gerhard Manz, Partner bei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner in Freiburg<\/p><\/div>\n<p>.\u00a0<strong>Der Wollladen-Effekt<\/strong>.Ihr Kollege Manz erz\u00e4hlt vom sogenannten Wollladen Effekt, der bei Frauen regelm\u00e4ssig auftrete. Der bedeutet, dass Frauen, die sich selbst\u00e4ndig machten, gerne einen Wolladen aufmachen, weil\u00a0sie auch selbst gerne stricken. Und bei Anw\u00e4ltinnen sei das nicht anders: statt\u00a0gezielt nach einer guten Perspektive f\u00fcr ihre Karriere Ausschau zu halten, schauen sie oft\u00a0nach etwas, das ihnen gerade naheliegt. Und das ist\u00a0eben eher das Familienrecht oder das Arbeitsrecht &#8211;\u00a0und weniger das Urheber- oder Kartellrecht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>42 Prozent weniger Einkommen bei Anw\u00e4ltinnen als bei Anw\u00e4lten<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Aber Frauen entscheiden sich viel h\u00e4ufiger f\u00fcr kleinere Kanzleien, beobachtet auch Mayer. Die Folge: Sie haben weniger gewerbliche Mandanten und sie verdienen deutlich weniger. Und das betst\u00e4tige auch die\u00a0Studie des Deutschen Anwaltvereins, die auf dem Anwaltstag eine Hauptrolle spielte (man hatte eigens die TV-Moderatorin Gabi Bauer engagiert f\u00fcr die entsprechende Podiumsveranstaltung):\u00a0 Der Gender Pay Gap &#8211; die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern &#8211;\u00a0in der Rechtsberatung sogar bei 42 Prozent liegt\u00a0 &#8211; und die Frauen &#8211; nicht die sonst \u00fcblichen &#8211; rund\u00a020 Prozent weniger verdienen.<\/p>\n<p>Auch ihre Kanzlei bem\u00fche sich, junge Frauen zu halten &#8211; auch nachdem sie vielleicht Kinder bekommen haben: &#8222;Wir sind f\u00fcr gute Frauen flexibel ohne Ende&#8220;, sagt Mayer &#8211; und trotzdem springen so manche lieber ab. Warum? das verstehen sie selbst nicht so ganz.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Wenn Kanzleien nicht mal eine Homepage haben&#8230;ist das ein Signal<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Und wir kommen darauf zu sprechen, wie viele kleine Kanzleien den Zug der Zeit verpassen. Sie haben noch heute keine Homepage &#8211; was nicht entscheidend ist, aber ein Indiz. F\u00fcr mangelnde Innovationsfreude zum Beispiel. Zum Beispiel Soziet\u00e4ten in kleineren St\u00e4dten. Die fr\u00fcher noch ein paar lokalen Industriemandanten hatten, die aber im Laufe der Jahre sang- und klanglos abhanden gekommen sind. Mayer erz\u00e4hlt von so einer typischen Kanzlei, die heute nur noch auf 800 Euro Streitwert im Durchschnitt pro Fall kommt &#8211; und davon kaum leben kann. Warum die Firmenkunden weg gehen? Das liege an der fehlenden Spezialisierung und Internationalisierung, denken die beiden Badener Mayer und Manz.Denn an Einsatzfeldern mangelt es auch bei mittelst\u00e4ndischer Klienten keineswegs. Solche etwa, denen eine eigene Compliance-Abteilung zu teuer ist und die auf schlanke Strukturen Wert legen. Und heute verlangen Firmenkunden von ihren Lieferanten Zusicherungen, dass auch sie compliance-gerecht produzieren.<\/p>\n<p>Oder: Bauen denen Anw\u00e4lte ein Compliance-System auf, sinken die Versicherungspr\u00e4mien. Und vor allem: Stellt sich dann heraus, dass ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der eigenen Untergesellschaft in Bangladesh mit Schmiergeldern gearbeitet hat, kann daf\u00fcr die Muttergesellschaft hier belangt werden. Und dann kann sich das Top-Management zumindest damit pers\u00f6nlich rechtfertigen, dass es eine Compliance-Struktur geschaffen hat &#8211; auch mit Hilfe von Anw\u00e4lten, von denen sie sich dabei beraten lassen.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Die Flucht der\u00a0Unternehmen nach \u00d6sterreich und in die Schweiz &#8211; vor den deutschen AGB-Regeln \u00fcbers Kleingedruckte<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Manz und Mayer sprechen schon von der n\u00e4chsten Veranstaltung f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte und zwar dem <a title=\"3.Europ\u00e4ischer Handels- und Gesellschaftsrechtstag in Wien\" href=\"http:\/\/www.arge-inter.de\/pdf\/Programm_Wien_2013.pdf\" target=\"_blank\">3. Europ\u00e4ischen Handels- und Gesellschaftsrechtstag<\/a>\u00a0<a title=\"3.Europ\u00e4ischer Handels- und Gesellschaftsrechtstag in Wien\" href=\"http:\/\/www.arge-inter.de\/pdf\/Programm_Wien_2013.pdf\" target=\"_blank\">in Wien<\/a>\u00a0 Ende Juni. Wo es um gro\u00dfe Unternehmen aus Deutschland geht, die wegen des strenge Rechts der AGB\u00b4s ins \u00f6sterreichische oder schweizer Rechtssystem fl\u00fcchten. Die unbegrenzte Haftung etwa, mache denen zu schaffen. Manz erkl\u00e4rt: Wer eine Schraube f\u00fcr 90 Cent das St\u00fcck beispielsweise f\u00fcr Bremsanlagen f\u00fcr Autos produziert und seine Haftung je Fall nicht auf eine Million Euro beschr\u00e4nken kann, hat ein Problem. Denn das ist nach deutschem Recht unzul\u00e4ssig &#8211; jedenfalls mit Hilfe von vorformulierten Standardklauseln, also dem Kleingedruckten, den AGB\u00b4s .<\/p>\n<p>Ganz abgesehen davon, dass reine Verm\u00f6genssch\u00e4den als entgangener Gewinn nicht mal versicherbar sind: So zum Beispiel ein Schaden, den\u00a0ein Autohersteller dadurch erleidet, dass sein Band stillsteht, weil die vom Lieferanten\u00a0geschickte &#8211; und dringend ben\u00f6tigte &#8211; Spezial-Schraube zu kurz, zu lang oder zu dick ist. Wenn Ersatz auch gar nicht so schnell zu beschaffen ist. Nach deutschem Recht k\u00f6nnen die Hersteller dieses immense Risiko durch kleingedruckte AGB`s n\u00e4mlich weder &#8211; wirksam &#8211; ausschlie\u00dfen noch zumindest deckeln. Anders\u00a0als etwa nach schweizerischem Recht<\/p>\n<p>Deutsche Anw\u00e4lte m\u00fcssen ihren mandanten also raten, entweder jedesmal &#8211; l\u00e4stige &#8211;\u00a0Haftungsbeschr\u00e4nkungen per Individualvertrag zu vereinbaren. Oder\u00a0zu vereibaren, dass\u00a0 schweizerisches Recht gelte. Und dann k\u00f6nne sich der Mandant auch direkt\u00a0Anw\u00e4lte in der Schweiz beauftragen &#8211; jedenfalls bei wirklich wichtigen Vertr\u00e4gen.\u00a0\u00a0Bei kleineren Gesch\u00e4ften schreiben deutsche Anw\u00e4lte auch schon\u00a0mal unter ihren\u00a0Vertrag, dass dass Schweizer Recht gilt. &#8222;Das ist nicht perfekt, aber in der Praxis verbreitet&#8220;, sagt Mayer.<\/p>\n<div id=\"attachment_649205\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/schnitzel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649205\" class=\"size-medium wp-image-649205\" alt=\"Wiener Schnitzel in den &quot;Kitzb\u00fcheler Stuben&quot; - als Ersatzfoto, nur so lange das mit  Backhendel-Schlegeln noch produziert wird\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/schnitzel-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/schnitzel-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/schnitzel.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-649205\" class=\"wp-caption-text\">Wiener Schnitzel in den &#8222;Kitzb\u00fcheler Stuben&#8220; &#8211; als Ersatzfoto, nur so lange das mit Backhendel-Schlegeln noch produziert wird.<\/p><\/div>\n<p>Babara Mayer: <a title=\"Barbara Mayer, Partnerin bei Friedrich Graf von Westphalen\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fgvw.de\/119-0-Mayer+Barbara+Dr.html<\/a><\/p>\n<p>Gerhard Manz: <a title=\"Gerhard Manz\" href=\"http:\/\/www.fgvw.de\/50-0-Manz+Gerhard.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fgvw.de\/50-0-Manz+Gerhard.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich mach gerne Urlaub&#8220;, grinst Barbara Mayer, Top-Anw\u00e4ltin aus Freiburg und Partnerin der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen &amp; Partner. 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