{"id":649067,"date":"2013-07-17T13:02:01","date_gmt":"2013-07-17T11:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=649067"},"modified":"2013-07-17T13:02:01","modified_gmt":"2013-07-17T11:02:01","slug":"wirtschaftsstrafrechtler-wessing-uber-die-manager-in-der-zwickmuhle-die-keine-wahl-haben-sie-mussen-steueroasen-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/07\/17\/wirtschaftsstrafrechtler-wessing-uber-die-manager-in-der-zwickmuhle-die-keine-wahl-haben-sie-mussen-steueroasen-nutzen\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsstrafrechtler Wessing \u00fcber die Manager in der Zwickm\u00fchle, die keine Wahl haben: sie m\u00fcssen Steueroasen nutzen"},"content":{"rendered":"<p>.<\/p>\n<p><strong>Manager, die keine Strategien zur Steuervermeidung nutzen, machen sich alleine deshalb strafbar &#8211; wegen Untreue<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Deutsche Konzerne bringen den Fiskus j\u00e4hrlich um Milliarden Euro an Steuern, indem sie Gewinne ins Ausland verlagern oder ihre Fachabteilungen anderswie geschickt rechnen lassen. Die Zahlen pr\u00e4sentierte das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) jetzt samt entsprechender Studie: &#8222;Zwischen den nachgewiesenen Profiten der Kapital- und Personengesellschaften und den steuerlich erfassten Gewinnen nach den letzten verf\u00fcgbaren Zahlen aus dem Jahr 2008 klaffte eine L\u00fccke von 91,9 Milliarden Euro&#8220;, hei\u00dft es da.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Vorst\u00e4nde b\u00f6rsennotierter AG\u00b4s k\u00f6nnen gar nicht anders<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Und dann kam ein Kommentar, der im Nachrichtengewirr um Hoene\u00df &amp; Konsorten und die Forderungen, Steuerverschwender ebenfalls zu verknacken,\u00a0 ein wenig unterging &#8211; aber hochinteressant ist. Zumindest f\u00fcr Manager und ihre Unternehmen. Da meldete sich der D\u00fcsseldorfer Wirtschaftsstrafrechtler zu Worte mit einer Anmerkung, die auf ersten Blick verbl\u00fcfft, doch auf den zweiten Blick jedenfalls juristisch logisch erscheint:\u00a0&#8222;B\u00f6rsennotierte Unternehmen m\u00fcssen alle legalen Steuertricks nutzen. Die k\u00f6nnen gar nicht anders&#8220;, sagte Strafrechtsprofessor Wessing der Nachrichtenagentur &#8222;dpa&#8220;. Denn: Manager seien grunds\u00e4tzlich verpflichtet, so viel vom Verm\u00f6gen ihrer Gesellschaft zu schonen, wie irgend m\u00f6glich. Und weiter:\u00a0Moralische Erw\u00e4gungen spielten dabei keine Rolle.<\/p>\n<p>Mehr noch: &#8222;Ein Vorstand, der wissentlich einen legalen Steuervorteil nicht nutzt, macht sich pers\u00f6nlich strafbar. Das ist Untreue&#8220;, so Wessing.<\/p>\n<p>Einziger Ausweg: &#8222;Die Aktion\u00e4re k\u00f6nnten allerdings auf einer Hauptversammlung festlegen, dass die Gesellschaft bestimmte Steuerschlupfl\u00f6cher nicht nutzen soll.&#8220;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Komplizierte Steuergesetze<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Und dann bricht er eine Lanze f\u00fcr die Entscheider: F\u00fcr Manager sei die Lage angesichts der komplizierten Steuergesetze ohnehin schwierig. Schuld daran seien stetig komplexer werdende gesetzliche Regelungen, so Wessing bei &#8222;dpa&#8220;.\u00a0Im Klartext: Die Manager, die nicht alles daran setzen, von ihren Fachabteilungen &#8211; legale &#8211; Steuervermeidungstaktiken aust\u00fcfteln zu lassen, stehen also mit einem Bein im Gef\u00e4ngnis?<\/p>\n<p>Denn: &#8222;Der gesetzestreueste und wohlmeinendste Unternehmer kann heute nicht mehr sicher sein, nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Die Fallen und Fussangeln sind oft so versteckt, dass selbst Juristen sie nicht sehen.&#8220; \u00a0Und weiter: Wenn ein Nebengesetz mit Strafrechtsparagrafen jeweils 25 Unterpunkte hat, funktioniert das Gewissen nicht mehr als Korrektiv&#8220;, so der Rheinl\u00e4nder<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>G20-L\u00e4nder steuern gegen<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Vielleicht stehen die Strategien zur legalen Steuervermeidung auch schon vor dem endg\u00fcltigen Aus, vermeldet die Kanzlei Linklaters: Die Finanzminister der G20-L\u00e4nder wollen voraussichtlich am 19. Juli 2013 einen Aktionsplan gegen die doppelte Nichtbesteuerung initiieren- Und dass der Plan dann schlie\u00dflich im Rahmen des September-Gipfels in St.Petersburg verabschiedet und ver\u00f6ffentlicht werden solle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_643920\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/wessing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643920\" class=\"size-full wp-image-643920\" alt=\"J\u00fcrgen Wessing, Wirtschaftsstrafanwalt\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/wessing.jpg\" width=\"300\" height=\"214\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-643920\" class=\"wp-caption-text\">J\u00fcrgen Wessing, Wirtschaftsstrafanwalt<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Starbucks rechnet sich arm und nutzt Steueroasen\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kaffeehauskette-starbucks-wie-starbucks-sich-arm-rechnet,1472780,23559340.html\" target=\"_blank\"><strong>http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kaffeehauskette-starbucks-wie-starbucks-sich-arm-rechnet,1472780,23559340.html<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a title=\"J\u00fcrgen Wessing, Steuervermeidung, Wien, \" href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article116580689\/Deutsche-Konzerne-vermeiden-Steuern-in-Milliardenhoehe.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article116580689\/Deutsche-Konzerne-vermeiden-Steuern-in-Milliardenhoehe.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. 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