{"id":648957,"date":"2013-05-22T12:38:31","date_gmt":"2013-05-22T10:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=648957"},"modified":"2013-05-23T14:07:42","modified_gmt":"2013-05-23T12:07:42","slug":"ein-teller-hahnchen-glasnudeln-mit-ute-jasper-und-uber-business-behave-von-junganwalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/05\/22\/ein-teller-hahnchen-glasnudeln-mit-ute-jasper-und-uber-business-behave-von-junganwalten\/","title":{"rendered":"Ein Teller H\u00e4hnchen-Glasnudeln mit Ute Jasper &#8211; \u00fcber Business Behave von Junganw\u00e4lten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_648958\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jasper1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-648958\" class=\"size-medium wp-image-648958\" alt=\"Ute Jasper, Vergaberechtlerin und Partnerin bei Heuking K\u00fchn\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jasper1-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jasper1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jasper1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-648958\" class=\"wp-caption-text\">Ute Jasper, Vergaberechtlerin und Partnerin bei Heuking K\u00fchn<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201cWehe, ich sehe sie miteinander reden, statt dass sie sich um die G\u00e4ste k\u00fcmmern\u201c, witzelt Ute Jasper, Vergaberechtlerin und Partnerin bei Heuking K\u00fchn. Gemeint sind die Junganw\u00e4lte aus ihrem Team, denn\u00a0sie steht dem Team f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Sektor vor. Die Rheinl\u00e4nderin hat in puncto Business Behave genaue Vorstellungen: Finden bei Heuking Mandantenseminare statt oder \u00e4hnliche Veranstaltungen, sollen \u00a0sich in den Pausen alle ihre Team-Mitglieder um die G\u00e4ste k\u00fcmmern. Wie es sich f\u00fcr gute Gastgeber eben geh\u00f6rt. Auch diejenigen sollten das tun, die gar nicht selbst an der betreffenden Tagung teilnehmen. Sie m\u00fcssen dann ihre Schreibtischarbeit unterbrechen und die Kanzlei pr\u00e4sentieren. Um mit den Mandanten im Gespr\u00e4ch zu bleiben oder zu kommen. Und damit jene gerne die Kanzlei in dem modernen neuen Haus im D\u00fcsseldorfer Norden mit dem gro\u00dfen roten Kanzleinamen auf dem Dach besuchen. Denn eins darf nicht passieren: Dass jemand 20 Minuten alleine herumstehen muss, um dann frustriert nach Hause zu gehen.<\/p>\n<p><b>Feingef\u00fchl hat nicht jeder<\/b><\/p>\n<p>Oder dass Kollegen das n\u00f6tige Feingef\u00fchl aufbringen in Situationen, in denen sie st\u00f6ren. Etwa wenn ein Mandant oder ein Partner Pers\u00f6nliches unter vier Augen besprechen will. Nicht jeder habe so viel Feingef\u00fchl und Respekt, sich dann zu entschuldigen und den geordneten R\u00fcckzug anzutreten.<\/p>\n<p>Und was Jasper schier in Harnisch bringt: Wenn ein Junganwalt allen Ernstes mit einer gro\u00dfen Plastikt\u00fcte beim Mandanten anr\u00fcckt, in der er dessen Aktenordner zum Fall verstaut hat. Das zeige dem Kunden: Wie der Jurist mit seinen Akten umgeht, so geht er auch mit seinem Fall um, urteilt Jasper. Da hat sie strikte Ansichten.<\/p>\n<p><strong>Etikette-Trainings f\u00fcr junge Berater<\/strong><\/p>\n<p>Darauf legt Jasper gro\u00dfen Wert, denn guter Benimm ist der Mutter von vier Kindern wichtig. Zum Beispiel, dass ein Junior-Kollege wei\u00df, wen er wem zuerst vorstellt oder wen er zuerst durch die T\u00fcr gehen l\u00e4sst. Denn auf gute Kinderstube und Kenntnis der Etikette kann man nicht z\u00e4hlen. Nicht umsonst schicken manche Unternehmensberatungen oder Wirtschaftspr\u00fcfungs-Gesellschaften ihre jungen Mitarbeiter zuweilen zu Business-Behaviour-Trainings.<\/p>\n<p>Bestellt hat die couragierte Juristin im D\u00fcsseldorfer Monkeys East Glasnudeln mit H\u00e4hnchen, die sie \u201csehr lecker\u201d findet. Das Lokal hat vor einiger Zeit den Schachzug gemacht, ein Business Menue anzubieten, so dass es inzwischen fast jeden mittag voll besetzt ist. Au\u00dfer den B\u00fcrobewohnern aus der nahen Umgebung \u2013 etwa die von Ernst &amp; Young mit ihren Schiebe-Rollcontainer-Arbeitspl\u00e4tzen bei ihrer WP-Gesellschaft \u2013 sieht man hier regelm\u00e4\u00dfig Anw\u00e4lte aus dem K\u00f6-Dunstkreis, aber auch bekannte D\u00fcsseldorfer wie Tina M\u00fcller. Die Noch-Henkel-Top-Managerin, die ab Juni quasi entscheiden muss, ob sie entweder bei Beiersdorf startet \u2013 oder weiter spaziert geht und dennoch von dem D\u00fcsseldorfer Chemie-Riesen monatlich Geld \u00fcberwiesen bekommt, als Entsch\u00e4digung f\u00fcr ihr Wettbewerbsverbot. Nur damit sie ihr Wissen \u00fcber Henkel \u2013 von vor einem Jahr, denn so lange ist sie faktisch schon nicht mehr dort \u2013 nicht in Hamburg bei der Konkurrenz einbringt. Dass Helge Achenbach hier sehr oft auftaucht ist verstehbar, schlie\u00dflich ist er Eigent\u00fcmer der drei Monkeys Restaurants.<\/p>\n<div id=\"attachment_648966\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jaspersEssen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-648966\" class=\"size-medium wp-image-648966\" alt=\"Glasnudeln mit H\u00e4hnchen bei Monkey\u00b4s East\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jaspersEssen-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jaspersEssen-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/jaspersEssen.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-648966\" class=\"wp-caption-text\">Glasnudeln mit H\u00e4hnchen bei Monkey\u00b4s East<\/p><\/div>\n<p><b>Kanzlei-Ger\u00fcchte \u00fcber Shearman Sterling<\/b><\/p>\n<p>Irgendwann kommen wir auf die Anw\u00e4ltebranche zu sprechen, wo ja gerade mit dem Auseinanderbrechen der Kanzlei Shearman Sterling f\u00fcr \u00dcberraschung sorgte. Was mit ehrlichem Bedauern in der Szene quittiert wird mit Kommentaren wie \u201cder traurtige Schlu\u00dfpunkt einer Erfolgsgeschichte\u201d. Von drei Standorten werden jetzt zwei \u2013 D\u00fcsseldorf und M\u00fcnchen holterdipolter geschlossen und der verbleibende verkleinert. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche sagt, dass selbst die Partner von dieser Entscheidung \u00fcberrascht wurden.<\/p>\n<p>Wieder mal knallte es in einer angels\u00e4chsischen Kanzlei, wobei die Betroffenen vor vollendete Tatsachen gesetzt wurden \u2013 und die Weichen dabei nicht hier vor Ort, sondern dieses Mal in den Vereinigten Staaten gestellt wurden. Damals im Falle Linklaters fiel die Entscheidung \u00fcber den deutschen Standort in K\u00f6ln in London. Als bei Freshfields das gro\u00dfe Revirement stattfand, war das deutsche Management zumindest daran beteiligt.<\/p>\n<p><strong>B\u00e4umchen-Wechsel-Dich in Rekordzeit<\/strong><\/p>\n<p>Doch recht schnell melden sich jetzt die ersten Anw\u00e4lte von neuen Adressen aus:\u00a0 der Corporate- und Kapitalmarktexperte Hans Diekmann \u2013 erst war einer der wichtigsten Partner von Shearman &amp; Sterling &#8211; wechselt ruckzuck zu Allen &amp; Overy. Seine neuen Partner sind entz\u00fcckt, wie man auf D\u00fcsseldorfer Parkett h\u00f6rt. Kartellrechtler Hans-J\u00fcrgen Meyer-Lindemann meldete sich aus der amerikanischen Kanzlei Dechert in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p>Lachender Dritter ist auch Latham Watkins aus Hamburg. Die nutzen die Gelegenheit, rasch N\u00e4gel mit K\u00f6pfen zu machen und gr\u00fcnden ein D\u00fcsseldorfer B\u00fcro mit Ex-Shearman-Anw\u00e4lten. Jasper ist sich sicher, dass die Angelsachsen nach rein wirtschaftlichen Kriterien entscheiden. Was ihr gutes Recht ist, so sagt sie. Sicher.<\/p>\n<p>Wenn deutsche Anw\u00e4lte andere Kriterien f\u00fcr wichtig hielten, sei das genauso ok. Gerade die jungen Kollegen suchten die Work-Life-Balance. Qualifizierte Arbeit gern, spannende Projekte auch, aber bitte nicht, wenn das lange Weekend ansteht. Das geht, so Jasper, alles eine Frage der Organisation. Dann muss man aber bereit sein, auch zu ungew\u00f6hnlichen Zeiten zu arbeiten. Und schon mal Sonntags morgens zwischen sechs und neun Akten lesen und Schrifts\u00e4tze diktieren. &#8222;Als Anwalt hat man so viel Spielraum f\u00fcr das eigene Gl\u00fcck wie kaum jemand.&#8220;\u00a0 Deshalb \u00e4rgert sie sich, wenn Kollegen dauernd jammern. &#8222;Love\u00a0 it, leave it or change it&#8220; ist ihre Devise.<\/p>\n<p><strong>Nichts-\u00c4ndern ist auch eine Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Dabei: \u201cViele machen sich nur nicht klar, dass das Nichts-Tun auch eine Entscheidung ist\u201d, findet die Teamchefin f\u00fcrs Vergaberecht, die in M\u00fcnster Jura studiert hat. \u201cWenn man jeden morgen aufsteht und nichts \u00e4ndert, entscheidet man sich auch.\u201d<\/p>\n<p><b>Selbstbewusste M\u00e4nner brauchen Frauen nicht zu deckeln<\/b><\/p>\n<p>Entscheidungslosigkeit kann man Jasper kaum vorwerfen. Sonst h\u00e4tte das \u201cHandelsblatt\u201d sie nicht schon vor drei Jahren zu den Top-100-deutsche Business-Frauen gelistet.<\/p>\n<p>Daher die immer-gleiche-Frage auch an sie: Ob sie sich je ausgebremst gef\u00fchlt habe durch M\u00e4nner? Nein, das findet sie nicht und verbl\u00fcfft auf ersten Blick mit ihrer Erkl\u00e4rung: \u201cIch hatte immer mit selbstbewussten M\u00e4nnern zu tun &#8211; die hatten es nicht n\u00f6tig, mich zu deckeln.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; \u201cWehe, ich sehe sie miteinander reden, statt dass sie sich um die G\u00e4ste k\u00fcmmern\u201c, witzelt Ute Jasper, Vergaberechtlerin und Partnerin bei Heuking K\u00fchn. 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