{"id":648928,"date":"2013-05-16T19:17:49","date_gmt":"2013-05-16T17:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=648928"},"modified":"2013-05-16T19:17:49","modified_gmt":"2013-05-16T17:17:49","slug":"bbc-moderatorin-mishal-husain-wie-kriegt-sheryl-sandberg-das-alles-hin-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/05\/16\/bbc-moderatorin-mishal-husain-wie-kriegt-sheryl-sandberg-das-alles-hin-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"BBC-Moderatorin Mishal Husain: &#8222;Wie kriegt Sheryl Sandberg das alles hin?&#8220; (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_648929\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/BBC.Mishal-Husain_Jeff-Overs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-648929\" class=\"size-medium wp-image-648929\" alt=\"BBC-Moderatorin Mishal Husain\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/BBC.Mishal-Husain_Jeff-Overs-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/BBC.Mishal-Husain_Jeff-Overs-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/05\/BBC.Mishal-Husain_Jeff-Overs.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-648929\" class=\"wp-caption-text\">BBC-Moderatorin Mishal Husain*<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Exklusiv f\u00fcr den Management-Blog auf WiWo.de:<\/strong><\/p>\n<p><strong> Mishal Husain, Moderatorin der Nachrichtensendung &#8222;<i>Impact&#8220;<\/i> auf BBC World News,\u00a0\u00a0\u00fcber ihre Begegnung mit\u00a0Sheryl Sandberg von Facebook und die Herausforderungen ihres Jobs f\u00fcr sie ganz pers\u00f6nlich:\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war eins der Interviews der letzten Wochen, das die meisten Fragen aufgeworfen hat. Eine Kollegin nach der anderen kam im Newsroom auf mich zu und fragte, wie es war, Sheryl Sandberg von Facebook zu treffen. Sie sind fasziniert von ihrem Profil und ihrem Erfolg, wollen aber vor allem wissen, was alle berufst\u00e4tigen M\u00fctter brennend interessiert:\u201cWie kriegt sie das alles hin?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Sheryl Sandberg mit einem Jahresverdienst von mehreren Millionen Dollar keine typische berufst\u00e4tige Mutter, dennoch stellt sie durchaus g\u00fcltige \u00dcberlegungen an und leistet mit ihrer Ber\u00fchmtheit und ihrer Position ihren pers\u00f6nlichen Beitrag, indem sie Debatten sowohl unter Frauen als auch unter M\u00e4nnern anst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Debatte interessiert mich. Ich arbeite seit 15 Jahren f\u00fcr die BBC im Bereich Internationale Nachrichten und moderiere derzeit eine der wichtigsten Sendungen auf BBC World News &#8211; \u2018Impact\u2019. Ich bin Mutter von drei S\u00f6hnen im Alter von acht, sechs\u00a0und sechs Jahren, mein Mann ist Anwalt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zur Not \u00fcber Skype die Kiddies auf Windpocken untersuchen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nlicher Balanceakt zwischen Arbeit und Familie hat mir schon einige unvergessliche Momente beschert: Einmal habe ich w\u00e4hrend der Live\u00fcbertragung der Olympischen Spiele in Peking den WiFi-Hotspot dazu verwendet, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob bei der Supermarktbestellung, die zu uns nach Hause in London geschickt werden sollte, auch genug Windeln dabei waren. Einmal musste ich einen Besuch des Naturkundemuseums mit meinem \u00e4ltesten Sohn abbrechen, um schnell nach Pakistan zu fliegen, weil Benazir Bhutto ermordet worden war. Und einmal untersuchte ich meinen Sohn \u00fcber Skype auf Windpocken, w\u00e4hrend ich in Indien f\u00fcr BBC World News einen Dokumentarfilm drehte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine gute Organisation ist die halbe Miete &#8211; ein aufgekl\u00e4rter Chef die andere H\u00e4lfte\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Alltag. Ich sehe es als Teil eines erf\u00fcllten Lebens, das ich gl\u00fccklicherweise f\u00fchren darf. Ohne die Hilfe meines Mannes, meiner Mutter, meiner Schwiegermutter, unseres Kinderm\u00e4dchens und der M\u00fcttern der Klassenkameraden meiner Kinder k\u00f6nnte ich das nat\u00fcrlich niemals alles bew\u00e4ltigen. Noch wichtiger als das Organisatorische ist allerdings eine ausgeglichene Einstellung zur Arbeit. Ein aufgekl\u00e4rter Vorgesetzter oder Arbeitgeber macht mitunter einen sehr gro\u00dfen Unterschied aus. Sie m\u00fcssen wissen, dass berufst\u00e4tige M\u00fctter auch nach der Arbeit viele Verpflichtungen haben, darauf aber nicht reduziert oder als solche definiert werden sollen. Gleich wie gut gemeint es auch sein mag &#8211; die Frage \u201eWie geht\u2018s dir?\u201c und dem anschlie\u00dfenden \u201eWie geht\u2019s den Kindern?\u201c ist leider sehr erm\u00fcdend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kleine M\u00e4dchen kommandieren nicht einfach herum &#8211; sie haben F\u00fchrungsqualit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p>Bei unserem Gespr\u00e4ch sagte Sheryl Sandberg etwas sehr Wichtiges: Da sich schon bei Kindern eine geschlechterbasierte Wahrnehmung entwickelt, sollte man zum Beispiel kleine M\u00e4dchen nicht als \u201eherumkommandierend\u201c bezeichnen, sondern sie eher als M\u00e4dchen mit F\u00fchrungsqualit\u00e4ten umschreiben. Ob ich das mit ernster Miene tun k\u00f6nnte, wage ich zu bezweifeln, doch sie hat Recht: Wir m\u00fcssen ein Bewusstsein daf\u00fcr schaffen, wie unterschiedlich \u00fcber Jungen und M\u00e4dchen gesprochen wird. Vor Jahren sagte die Tochter eines Bekannten, dass sie sp\u00e4ter einmal \u00c4rztin werden wolle. Ihre Mutter antwortete: \u201aIch finde, du solltest einen Beruf w\u00e4hlen, der sich besser mit Familie vereinbaren l\u00e4sst.\u2019 F\u00fcr Kinder ist es schon schwer genug, in dieser heutigen wettbewerbsintensiven Welt aufzuwachsen, da m\u00fcssen wir ihnen ihre Tr\u00e4ume und W\u00fcnsche nicht auch noch ausreden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch erfolgreiche\u00a0M\u00e4nner ziert Bescheidenheit<\/strong><\/p>\n<p>Interessant fand ich auch, als Sheryl Sandberg dar\u00fcber sprach, wie Frauen und M\u00e4nner ihren eigenen Erfolg im sp\u00e4teren Berufsleben wahrnehmen \u2013 genauer gesagt, den Eindruck, den sie anderen vermitteln. Sandbergs Ansicht nach akzeptieren erfolgreiche M\u00e4nner Komplimente \u00fcber ihre Leistungen, w\u00e4hrend Frauen ihren Erfolg oft auf gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde schieben oder besonders betonen, dass ihnen geholfen wurde. Sie hat sicher nicht unrecht, aber ich sch\u00e4tze es auch, wenn erfolgreiche Menschen bescheiden bleiben. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo dazwischen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Spagat der Frauen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Frauen in der \u00d6ffentlichkeit haben heute vielleicht das gr\u00f6\u00dfte Wahrnehmungsproblem. Um m\u00f6glichst ansprechend zu wirken, m\u00fcssen sie entscheidungsfreudige, inspirierende F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten sein, gleichzeitig sollen sie sich aber ihre Weiblichkeit bewahren. Christine Lagarde hat diesen Spagat perfekt gemeistert; Hillary Clinton hat sich w\u00e4hrend des Pr\u00e4sidentschaftswahlkampfes 2008 etwas schwer getan, gewann jedoch nach ihrer Amtszeit als US-Au\u00dfenministerin neuen Respekt und Bewunderung. In Asien haben es weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte, die aus politischen Familien stammen, etwas einfacher, weil sie ihren Status und ihr Image ihrem bereits bekannten Familiennamen verdanken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Frauen in anderen Berufen haben es oft genauso schwer \u2013 darunter auch Frauen, die vor der Kamera arbeiten. Interviewer m\u00fcssen ihren eigenen Stil finden und ihm treu bleiben. Wenn Frauen kritische Fragen stellen, gelten sie oft als aggressiv, w\u00e4hrend ein gemilderter Ansatz gleich als zu weich interpretiert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sheryl Sandberg als Feministin\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Sheryl Sandberg erz\u00e4hlte mir, dass sie den Begriff \u201eFeministin\u201c erst seit kurzem annehmen kann. Dass sie so lange brauchte, kann ich nachvollziehen. Ich wuchs in den 80er-Jahren auf und begann meine berufliche Karriere in den 90er-Jahren. Ich dachte immer, ich w\u00fcrde ein leichteres Leben haben, weil fr\u00fchere Frauengenerationen so viel gek\u00e4mpft haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin diesen Frauen immer noch zu gro\u00dfem Dank verpflichtet, wei\u00df aber jetzt auch, dass diese Mission noch nicht beendet ist. Wir brauchen auch weiterhin Vorbilder, Beistand f\u00fcr Frauen, und wirksame Unterst\u00fctzung innerhalb von Berufssparten. Ich m\u00f6chte Sheryl Sandberg danken, dass sie dieses wichtige Thema wieder neu ins Gespr\u00e4ch gebracht hat. F\u00fcr mich hat sie definitiv F\u00fchrungsqualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mishal Husain moderiert die Nachrichtensendung <i>Impact <\/i>auf BBC World News.<\/strong><\/p>\n<p><strong>*Copyright der Bilder BBC World News.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Exklusiv f\u00fcr den Management-Blog auf WiWo.de: Mishal Husain, Moderatorin der Nachrichtensendung &#8222;Impact&#8220; auf BBC World News,\u00a0\u00a0\u00fcber ihre Begegnung mit\u00a0Sheryl Sandberg von Facebook und die Herausforderungen ihres Jobs f\u00fcr sie ganz pers\u00f6nlich:\u00a0\u00a0 &nbsp; Es war eins der Interviews &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/05\/16\/bbc-moderatorin-mishal-husain-wie-kriegt-sheryl-sandberg-das-alles-hin-gastbeitrag\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2449,2451,357,2452,2450,2448],"class_list":["post-648928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bbc","tag-christine-lagarde","tag-facebook","tag-hillary-clinton","tag-mishal-husain","tag-sheryl-sandberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/648928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=648928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/648928\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=648928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=648928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=648928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}