{"id":648567,"date":"2013-04-18T01:00:16","date_gmt":"2013-04-17T23:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=648567"},"modified":"2013-04-18T11:24:33","modified_gmt":"2013-04-18T09:24:33","slug":"social-business-plattformen-10-000-mitarbeiter-die-ihr-know-how-mit-kollegen-teilen-oder-wie-bayer-material-science-seine-wissenssilos-abschaffte-gastbeitrag-willms-buhse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/04\/18\/social-business-plattformen-10-000-mitarbeiter-die-ihr-know-how-mit-kollegen-teilen-oder-wie-bayer-material-science-seine-wissenssilos-abschaffte-gastbeitrag-willms-buhse\/","title":{"rendered":"Social-Business-Plattformen: 10.000 Mitarbeiter, die ihr Know-how mit Kollegen teilen.  Oder: Wie Bayer Material Science seine Wissenssilos abschaffte (Gastbeitrag Willms Buhse)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Willms Buhse, Chef von DoubleYUU, \u00fcber das erfolgreiche Wissensmanagement-Beispiel bei Bayer Material Science<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_644842\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-644842\" class=\"size-medium wp-image-644842\" alt=\"Willms Buhse, Chef von DoubleYUU\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg 431w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-644842\" class=\"wp-caption-text\">Willms Buhse, Chef von DoubleYUU<\/p><\/div>\n<p>Wissen ist Macht. Oder anders: Wer wei\u00df, ist m\u00e4chtig. Und wer viel wei\u00df, was andere nicht wissen &#8211; und dieses Wissen in den richtigen Situationen geschickt einsetzt &#8211; wird wichtig f\u00fcr Unternehmen; macht sich unersetzlich.<\/p>\n<p>Warum also Wissen teilen? Macht teilen? Macht abgeben? Wissen und damit Macht abgeben an andere, und sich damit ersetzlich machen?<\/p>\n<p>Diese Fragen beantwortet das Beispiel Kurt de Ruwe: Er war bis Februar CIO bei der Bayer Material Science AG (BMS). Mittlerweile ist er CIO bei Philips Lighting. Kurt De Ruwe teilt sein Wissen. Dies ist gerade in Deutschland nicht selbstverst\u00e4ndlich. Und nicht nur das. Kurt De Ruwe <a title=\"Kurt De Ruwe\" href=\"https:\/\/twitter.com\/KurtDeRuwe\" target=\"_blank\">https:\/\/twitter.com\/KurtDeRuwe<\/a> hat das ganze Unternehmen BMS dazu gebracht, es ihm gleichzutun. Daf\u00fcr ist er gerade mit dem Leader in the Digital Age Award ausgezeichnet worden. <a title=\"Digital Age Award Kurt De Ruwe\" href=\"http:\/\/lidaaward.com\/cebit-2013-netzwerker-weltveranderer-internetstars-internationale-vordenker-beim-leader-in-the-digital-age-award-2013-gekurt\/\" target=\"_blank\">http:\/\/lidaaward.com\/cebit-2013-netzwerker-weltveranderer-internetstars-internationale-vordenker-beim-leader-in-the-digital-age-award-2013-gekurt\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Echte F\u00fchrungsqualit\u00e4t beweist, wer loslassen kann und die Kontrolliererei l\u00e4sst<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWissen zu teilen bedeutet f\u00fcr die Manager, dass sie loslassen m\u00fcssen, nicht mehr kontrollieren d\u00fcrfen, und das ben\u00f6tigt echte F\u00fchrungsqualit\u00e4t. Es hei\u00dft, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte zu wirklichen Vorbildern in der Organisation werden k\u00f6nnen und Kurt De Ruwe ist mit dem, was er f\u00fcr Bayer Material Science getan hat, so ein Vorbild. Er hat ein soziales Network dort vorgestellt und dadurch die gesamte Organisation in ein offeneres und innovativeres Unternehmen verwandelt\u201c, sagte Cordelia Kroo\u00df, <a title=\"Cordelia Kroo\u00df\" href=\"http:\/\/shakespdaughterwrites.wordpress.com\" target=\"_blank\">http:\/\/shakespdaughterwrites.wordpress.com ,<\/a> Senior Enterprise Community Managerin bei BASF, in ihrer Laudatio bei der Verleihung des LIDA Awards.\u00a0 <a title=\"LIDA Awards\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_embedded&amp;v=3pU_OL1hzts\" target=\"_blank\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_embedded&amp;v=3pU_OL1hzts<\/a><\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st wurde alles durch unn\u00f6tige Doppelarbeiten, wie sie in gro\u00dfen Unternehmen des \u00f6fteren vorkommen. Verschiedene Teams an unterschiedlichen Standorten arbeiteten, ohne es zu wissen, am gleichen Thema. 50 Wissenschaftler schilderten im Jahr 2009 De Ruwe das Problem. Zu diesem Zeitpunkt fragte er sich zudem, wie er sicherstellen k\u00f6nnte, dass das Wissen der Fachleute, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen, an die folgende Mitarbeiter-Generation weitergegeben wird.<\/p>\n<p>Die ersten Versuche, den Know-how-Transfer mit Hilfe von Wissensmanagement-Software und Datenbanken zu verbessern, schlugen allerdings fehl. Einen zweiten Versuch startete De Ruwe mit einer anderen Software \u2013 einer Plattform zur internen Vernetzung.<\/p>\n<p><a title=\"Plattform zu internen Vernetzung\" href=\"http:\/\/www.techgig.com\/tech-news\/editors-pick\/IBM-Connections-IBM-s-smarter-connections-for-social-business-16863\" target=\"_blank\">http:\/\/www.techgig.com\/tech-news\/editors-pick\/IBM-Connections-IBM-s-smarter-connections-for-social-business-16863<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So eine so genannte Social-Business-Software funktioniert wie ein soziales Netzwerk. Wissen wird nicht in Form von Dokumenten in einer Wissensmanagement-Datenbank gespeichert. Die Mitarbeiter schreiben in Profile, was sie bei der Arbeit bewegt, \u00fcber welches Fachwissen sie verf\u00fcgen und bei welchen Themen sie Ansprechpartner sein k\u00f6nnen. Au\u00dferdem kann man auf so einer Plattform sehen, wer an welchen Dokumenten arbeitet.<\/p>\n<p>Wer Experten sucht, kann in so einem Netzwerk schnell erkennen, wer f\u00fcr eine Antwort in Frage kommt. Und wenn jemand die Frage eines Kollegen beantwortet, k\u00f6nnen alle Interessierten diesen Beitrag als kurze Nachricht mitlesen &#8211; \u00e4hnlich wie bei Facebook, nur dass die Interaktion im sicheren Unternehmensumfeld stattfindet. Auch Dokumente und Dateien k\u00f6nnen gemeinsam bearbeitet werden, so dass alle immer die aktuellste Version vor sich haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wird ersetzbar, wer sein Wissen teilt?<\/strong><\/p>\n<p>Intuitiver als die Suche nach Eintr\u00e4gen in einer Datenbank ist so ein System zweifellos. Doch bevor die Mitarbeiter bereit waren, \u00fcber die Plattform ihr Wissen zu teilen, musste Kurt De Ruwe noch eine weitere H\u00fcrde nehmen: Wie motiviert man Mitarbeiter, so eine Plattform tats\u00e4chlich zu benutzen? Denn auch die Mitarbeiter bei BMS hatten zun\u00e4chst die Sorge, dass sie ersetzbar werden, wenn sie ihr Wissen teilen.<\/p>\n<p>De Ruwe brachte sie trotzdem dazu, es zu tun: Zum einen war die Nutzung der Social-Business-Plattform freiwillig. Niemand musste mitmachen. Und es gab keine thematischen Vorgaben. Genau dieser offene Ansatz erwies sich als der richtige. \u201e Wenn man den Leuten ein Mal die richtige Plattform zur Verf\u00fcgung stellt, geschieht Magie\u201c, sagt De Ruwe. \u201eDie Nutzer \u00fcbernehmen das Ganze.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Social-Business-Plattformen funktionieren nur, wenn der Chef selbst als erster mitmacht<\/strong><\/p>\n<p>Zum anderen ging De Ruwe selbst mit gutem Beispiel voran: \u201eWenn ihr m\u00f6chtet, dass ich es wei\u00df, dann postet es als Nachricht im Netzwerk, denn das lese ich definitiv\u201c, erkl\u00e4rte er in einem Video f\u00fcr die Mitarbeiter. Der CIO war der erste, der sein Wissen teilte. Er bloggte und er las selbst in den Nachrichten-Str\u00f6men auf der Plattform. Er akzeptierte sie als verbindliche Informationsquelle. Zugleich brachte er auch weitere Mitglieder der F\u00fchrungsetage dazu, offen und transparent\u00a0 \u00fcber das neue Netzwerk zu allen Seiten zu kommunizieren und \u00fcber eigene Blogs ihr Wissen zu teilen.<\/p>\n<p>Das Experiment entwickelte sich zum Selbstl\u00e4ufer.\u00a0Dass viele F\u00fchrungskr\u00e4fte die Plattform nutzen, machte deutlich, dass das Management hinter ihr steht und das Engagement nicht als Zeitverschwendung einstuft. Au\u00dferdem fanden viele Experten tats\u00e4chlich schnell hilfreiche Antworten auf ihre Fragen. Die Plattform bew\u00e4hrte sich als n\u00fctzliches Arbeitswerkzeug \u2013 und immer mehr Experten waren daraufhin selbst bereit, ihr Wissen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Innerhalb weniger Wochen stieg die Zahl der Nutzer von 50 auf 2000.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erstrebenswerte F\u00fchrungskultur: Nicht der ist der Dumme, der Wissen teilt<\/strong><\/p>\n<p>Mittlerweile arbeiten\u00a0mehr als 10 000 Mitarbeiter mit der Social-Business-Plattform. Sie ist inzwischen weit mehr als nur ein St\u00fcck Technik, dass die Arbeit erleichtert. Sie hat sich zu einem Treiber f\u00fcr die Transformation der gesamten Organisation entwickelt. Mit Hilfe der Plattform entwickelt sich eine von Austausch und Ver\u00e4nderungswillen gepr\u00e4gte Firmenkultur, in der derjenige, der das Wissen teilt, kl\u00fcger wird, statt am Ende der Dumme zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willms Buhse, Chef von DoubleYUU, \u00fcber das erfolgreiche Wissensmanagement-Beispiel bei Bayer Material Science Wissen ist Macht. Oder anders: Wer wei\u00df, ist m\u00e4chtig. 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