{"id":648267,"date":"2013-03-20T16:00:08","date_gmt":"2013-03-20T15:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=648267"},"modified":"2013-03-21T14:08:12","modified_gmt":"2013-03-21T13:08:12","slug":"wenn-erst-der-kunde-einer-firma-klarmacht-was-fur-einen-vertriebschef-sie-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/03\/20\/wenn-erst-der-kunde-einer-firma-klarmacht-was-fur-einen-vertriebschef-sie-hat\/","title":{"rendered":"Wenn erst der Kunde einer Firma klarmacht, was f\u00fcr einen Vertriebschef sie hat"},"content":{"rendered":"<p>Headhunter Manfred Siebenlist hat seit zwei Jahrzehnten ein Produkt im Angebot, das noch nie jemand gebucht hat. Unverst\u00e4ndlicherweise, wie er findet. \u201eReferenzpr\u00fcfung\u201c hei\u00dft es und kostet zwischen 2000 und 3000 Euro. Was das genau ist? Unternehmen k\u00f6nnen bei der D\u00fcsseldorfer Personalberatung Siebenlist Grey &amp; Partner, deren Chef Siebenlist ist, einen Kandidaten checken lassen. Ob er wirklich koscher ist.<\/p>\n<p>Und dann f\u00e4hrt zum Beispiel einer seiner Leute zu einer der Firmen, wo der Kandidat gearbeitet haben will. Der h\u00f6rt sich dann mal in der Kantine nach dem Betreffenden um und befragt auch dessen Vorgesetzte. \u201eDas kann man nicht per Telefon machen, da muss schon\u00a0jemand hinfahren\u201c postuliert der Personalprofi. und herauskommen kann eben dabei ganz anderes als das, was in den Zeugnissen &#8211; oder gar in der Vita &#8211; steht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/siebelist.manfred.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-648268\" alt=\"siebelist.manfred\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/siebelist.manfred-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/siebelist.manfred-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/siebelist.manfred.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnten die Unternehmen ja auch selbst die Vergangenheit ihrer Bewerber checken und ob sie etwas auf dem Kerbholz haben \u2013 denn das ist nicht mal so selten heute. Zeugnisse sind austauschbar geworden, meist sind sie ja sogar selbst verfasst sogar und haben \u201eNull Aussagekraft\u201c. Die schaut sich Siebenhaar schon gar nicht mehr an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Polizeiliches F\u00fchrungszeugnis nur bei den Mitarbeitern, nicht den Chefs\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Doch es gibt ja andere M\u00f6glichkeiten wie Referenzen einholen oder wenigstens ein polizeiliches F\u00fchrungszeugnis zu verlangen. Das lassen sich &#8211; standardm\u00e4\u00dfig \u2013 aber die nur die Dienstleister wie Geb\u00e4udereiniger oder Autoverleiher vorlegen. Aber dann auch nur von den Mitarbeitern der Putzkolonnen \u2013 nicht von den F\u00fchrungskr\u00e4ften, die viel mehr M\u00f6glichkeiten haben, die Firma zu betr\u00fcgen. Und dass jene nicht nur die M\u00f6glichkeit dazu haben, sondern sie auch nach Kr\u00e4ften nutzen, <a title=\"KPMG-Studie Wirtschaftskriminalit\u00e4t F\u00fchrungskr\u00e4fte\" href=\"http:\/\/www.kpmg.de\/Themen\/33581.htm\" target=\"_blank\">belegt einmal mehr die Studie der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft KPMG<\/a>, die erst vor wenigen Monaten ver\u00f6ffentlicht wurde unter dem Titel &#8222;Verzerrte Wahrnehmung in der Wirtschaftskriminalit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Keine Auftr\u00e4ge mehr, solange der Mitarbeiter an Bord ist<\/strong><\/p>\n<p>Und Siebenlist erz\u00e4hlt von einem Extremfall, der erst wenige Monate her ist, und dessen Nachfolger er suchen durfte: Ein Vertriebschef aus der Lebensmittelbranche, um die 40 Jahre alt und mit prima Zeugnissen und Werdegang, war bei einer Firma in Norddeutschland eingestellt worden. Es vergingen nur ein paar Monate, da meldete sich einer der Gro\u00dfkunden \u2013 ein Discounter \u2013 und drohte mit sofortiger Auftragsk\u00fcndigung, wenn die Firma diesen Mann weiterhin besch\u00e4ftigte. Denn der war dort bekannt \u2013 und zwar einschl\u00e4gig, samt Gef\u00e4ngnisstrafen. All die sch\u00f6nen Firmenlogos hatte er aus dem Internet kopiert, die Zeugnisse selbst geschrieben, die unleserlichen Unterschriften weckten keinen Verdacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pschychologische Gr\u00fcnde\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Und was glaubt Siebenhaar, warum das Produkt \u201eReferenzpr\u00fcfung\u201c nie verlangt wird?\u00a0 Wo doch die Kosten einer fehlbesetzung enorm hoch sind &#8211; insbesondere gemessen an 2000 bis 3000 Euro f\u00fcr einen Gegencheck. Es scheint auch ein psychologischer Moment dabei zu sein: \u201eOft hat sich der Personalchef schon f\u00fcr einen Kandidaten innerlich entschieden \u2013 und will einfach nicht, dass dessen Einstellung noch platzt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wirtschaftskriminalit\u00e4t: Verzerrte Wahrnehmung der Gefahr f\u00fcr Unternehmen: <a title=\"Studie Wirtschaftskriminalit\u00e4t KPMG\" href=\"http:\/\/www.kpmg.de\/Themen\/33581.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kpmg.de\/Themen\/33581.htm<\/a><\/p>\n<p>Was macht Zeugnisse verd\u00e4chtig? <a href=\"http:\/\/www.channelpartner.de\/index.cfm?pid=301&amp;pk=290223\">http:\/\/www.channelpartner.de\/index.cfm?pid=301&amp;pk=290223<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Headhunter Manfred Siebenlist hat seit zwei Jahrzehnten ein Produkt im Angebot, das noch nie jemand gebucht hat. Unverst\u00e4ndlicherweise, wie er findet. \u201eReferenzpr\u00fcfung\u201c hei\u00dft es und kostet zwischen 2000 und 3000 Euro. 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