{"id":648238,"date":"2013-03-28T23:45:12","date_gmt":"2013-03-28T22:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=648238"},"modified":"2013-03-28T23:45:12","modified_gmt":"2013-03-28T22:45:12","slug":"smartphones-stressen-manager-doch-die-wollen-nur-einen-richtig-guten-job-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/03\/28\/smartphones-stressen-manager-doch-die-wollen-nur-einen-richtig-guten-job-machen\/","title":{"rendered":"Smartphones stressen Manager &#8211; doch die wollen nur &#8222;einen richtig guten Job machen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Immer im Bereitschaftsdienst, das ist der Modus der meisten Manager. Inoffiziell, versteht sich. Denn Dienstanweisungen gibts daf\u00fcr nicht. Nat\u00fcrlich nicht. Solche Ideen, dass diese Zeit irgendwie gutgeschrieben werden k\u00f6nnte, w\u00e4ren hierzulande so etwas \u00e4hnliches wie anarchistisch. Aber jedenfalls w\u00e4re die Idee karrierefeindlich.<\/p>\n<p>Fast alle F\u00fchrungskr\u00e4fte sind zumindest zeitweise auch am Feierabend f\u00fcr berufliche Anliegen erreichbar: Fast 70 Prozent sind h\u00e4ufig oder dauernd via Smarthone telefonisch erreichbar, und noch mehr Manager checken abends und am Wochenende damit ihre Mails.<\/p>\n<p>Denn: 70 Prozent der befragten F\u00fchrungskr\u00e4fte nutzen ihr Smartphone beruflich wie auch privat. Diese Verkn\u00fcpfung f\u00fchrt dazu, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zusehends verschwimmen, bilanziert eine Studie der Unternehmensberatung Mercer zusammen mit der Technischen Universit\u00e4t (TU) M\u00fcnchenEnde 2012. Befragt wurden 150 deutsche Manager aus Unternehmen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und Branchen.<\/p>\n<p>Selbst in ihrem Urlaub sind 25 Prozent der Manager noch auf Empfang &#8211; und zwar jederzeit oder wenigstens h\u00e4ufig. Insgesamt sind sogar 84 Prozent der befragten F\u00fchrungskr\u00e4fte zumindest zeitweise erreichbar.<\/p>\n<p>Diese st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit per Smartphone sorgt bei 90 Prozent der Manager f\u00fcr sp\u00fcrbare Mehrbelastung: Mehr als 33 Prozent der Befragten empfinden dadurch einen h\u00f6heren Stresspegel &#8211; und zwar oft oder sogar dauernd.Fast 70 Prozent der F\u00fchrungskr\u00e4fte empfinden es zumindest zeitweise als st\u00f6rend, wenn auch ihre Mittags- oder andere Pausen avon Kunden und Kollegen &#8222;jederzeit unterbrochen oder ganz beendet&#8220; werden k\u00f6nnen, zeigt die Befragung von Mercer und der TU M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drei Fragen hierzu an Unternehmensberater Volker N\u00fcrnberg von Mercer:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Management-Blog wiwo.de: Haben die Manager denn alle Angst um Ihren Job, wenn sie st\u00e4ndig auf Empfang bleiben? Dreht heute alles so schnell, dass sie Angst haben m\u00fcssen, zu haften, weil sie m\u00f6gliche Sch\u00e4den nicht verhindert haben k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass die Angst, den Job zu verlieren, Manager dazu treibt, st\u00e4ndig erreichbar zu sein. Und auch die Bef\u00fcrchtung, f\u00fcr Sch\u00e4den haften zu m\u00fcssen, die durch Nichterreichbarkeit entstanden sein k\u00f6nnten, d\u00fcrfte kaum eine Rolle spielen. Denn viele F\u00fchrungskr\u00e4fte sind durch eine D&amp;O-Versicherung gegen Fahrl\u00e4ssigkeit abgesichert. Ich denke, die meisten F\u00fchrungskr\u00e4fte versuchen tats\u00e4chlich einfach, einen richtig guten Job zu machen und gute Ergebnisse zu erzielen. Da kommt nat\u00fcrlich auch die\u00a0 &#8211; finanzielle &#8211; Beteiligung am daraus resultierenden Unternehmenserfolg zum Tragen.<\/p>\n<p>Aber die Motivation geht oft \u00fcber Boni hinaus &#8211; es gibt sicher viele Manager, insbesondere in den h\u00f6heren Etagen, die sich mit ihrem Unternehmen und ihrer Arbeit identifizieren und auch gut mit Stress umgehen k\u00f6nnen. Das ist dann auch eine Typfrage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Management-Blog wiwo.de: Oder ist es die Erkenntnis der Manager, lieber dauernd erreichbar zu sein und dadurch einen Schaden gleich verhindern zu k\u00f6nnen &#8211; ehe es sp\u00e4ter viel mehr Zeit und Geld kosten w\u00fcrde, ihn wieder zu beseitigen? \u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Man sollte sich manchmal vielleicht fragen, ob es immer zu besseren oder schnelleren Ergebnissen f\u00fchrt, wenn man zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Mails liest und beantwortet. Es kommt ja auch vor, dass Probleme, die anfangs riesengro\u00df erscheinen, oder gar Katastrophen mit ein wenig Abstand pl\u00f6tzlich nicht mehr ganz so bedeutend sind oder sich sogar erledigt haben.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem betrifft eine st\u00e4ndige Erreichbarkeit in den seltensten F\u00e4llen nur die F\u00fchrungskraft selbst, sie zieht mitunter weite Kreise: Ist der Chef st\u00e4ndig erreichbar, f\u00e4rbt das oft auch auf seine Mitarbeiter ab, die sich dann wom\u00f6glich gezwungen sehen, sich anzupassen. Das ist dann so eine Art Gruppenzwang, der entsteht, und das kann mitunter riskant sein, denn nicht alle Mitarbeiter k\u00f6nnen mit einem solchen Druck umgehen und dann kann sich letztlich negativ auf die Leistungsf\u00e4higkeit von Teams auswirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Management-Blog wiwo.de: Spielen auch die vielen Entlassungswellen der vergangenen 15 Jahre eine Rolle, weil es heute keine Stellvertreter mehr gibt? <\/strong><\/p>\n<p>Es wird in der Tat immer schwieriger, eine geeignete Vertretung zum Beispiel f\u00fcr den Urlaub zu finden, denn viele Arbeitsgebiete sind mittlerweile hochspezialisiert. Wenn man dann keinen gleichwertigen oder gar \u00fcberhaupt keinen Stellvertreter findet, \u00fcberlegt man sich nat\u00fcrlich zweimal, ob man sein Smartphone im Urlaub zu Hause l\u00e4sst. Schlie\u00dflich ist zu erwarten, dass sonst wirklich alles liegen bleibt und der erste Arbeitstag nach dem Urlaub zum Alptraum wird.<\/p>\n<p>Allerdings kann man auch in diesem Fall Wege finden, die freie Zeit nicht in einem inoffiziellen Bereitschaftsdienst zu verbringen. Man kann sich zum Beispiel einige wenige und vor allem feste Zeiten setzen, in denen man seine Mails liest und bearbeitet, beispielsweise zweimal t\u00e4glich 30 Minuten, die dann auch reichen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/N\u00fcrnberg-Mercer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"N\u00fcrnberg Mercer\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/03\/N\u00fcrnberg-Mercer-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Volker N\u00fcrnberg, Leiter Health Management bei Mercer<\/p>\n<p><a title=\"Mercer Volker N\u00fcrnberg Smartphones\" href=\"http:\/\/http:\/\/www.mercer.de\/articles\/smartphones\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mercer.de\/articles\/smartphones<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer im Bereitschaftsdienst, das ist der Modus der meisten Manager. Inoffiziell, versteht sich. Denn Dienstanweisungen gibts daf\u00fcr nicht. 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