{"id":647951,"date":"2013-02-26T18:32:28","date_gmt":"2013-02-26T17:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=647951"},"modified":"2013-02-26T18:32:28","modified_gmt":"2013-02-26T17:32:28","slug":"pr-frisierte-interviews","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/02\/26\/pr-frisierte-interviews\/","title":{"rendered":"PR: Frisierte Interviews"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich stehe nicht zu meinen Worten und mir ist das auch gar nicht peinlich<\/strong><\/p>\n<p>Wie wenig es manchmal den Interviewten und ihren PR-Profis nutzt, wenn sie Interviews im nachhinein verf\u00e4lschen, sagt\u00a0<a title=\"Meedia-Interview Bild-Sport-Chef Br\u00fcgelmann\" href=\"http:\/\/http:\/\/meedia.de\/index.php?id=1997&amp;tx_ttnews[tt_news]=44582\" target=\"_blank\">Sport-Bild-Chef Matthias Br\u00fcgelmann in einem &#8222;Meedia&#8220;- Interview<\/a> &#8211; n\u00e4mlich dass es wom\u00f6glich gar nicht mehr erscheint. Wenn pl\u00f6tzlich Interviewte manches oder sogar vieles nicht gesagt haben wollen und herausstreichen. Oder anders gesagt haben wollen und umformulieren, bis es weichgesp\u00fclt und langweilig klingt &#8211; und gar nicht mehr klartetxtig. Oder die so dreist sind, nachtr\u00e4glich eigene Fragen neu zu formulieren &#8211; und nat\u00fcrlich auch gleich l\u00e4nglich zu beantworten. <a title=\"Sport-Bild-Chef Br\u00fcgelmann im Meedia-Interview\" href=\"http:\/\/http:\/\/meedia.de\/index.php?id=1997&amp;tx_ttnews[tt_news]=44582\" target=\"_blank\">http:\/\/meedia.de\/index.php?id=1997&amp;tx_ttnews[tt_news]=44582<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Interview ohne Antworten<\/strong><\/p>\n<p>Dass der Schuss nach hinten losgehen kann, haben schon manche M\u00f6chtegern-Trickser erlebt: Unschlagbar war das mehrseitige Interview im &#8222;Handelsblatt&#8220; meiner Ex.Kollegen Nicole Bastian und Robert Landgraf mit einem BNP-Parisbas-Chef Badouin Prot in Paris, in dem nur noch die Fragen standen und der Platz, wo vorher die Antworten waren, nur noch Wei\u00dfraum. Mit dem Hinweis, dass die Bank beim Autorisieren allzu weit gegangen war.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a title=\"Handelsblatt-Interview ohne Antworten mit BNP Parisbas\" href=\"http:\/\/http:\/\/av.r.ftdata.co.uk\/files\/2011\/10\/Paribas_Handelsblatt_20111011.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/av.r.ftdata.co.uk\/files\/2011\/10\/Paribas_Handelsblatt_20111011.pdf<\/a><\/p>\n<p>Oder in der &#8222;Frankfurter Rundschau&#8220; vor Ewigkeiten mal ein St\u00fcck \u00fcber Dieter Bohlen &#8211; das eigentlich ein Interview h\u00e4tte werden sollen. Man kann sich denken, wie das St\u00fcck daraufhin ausfiel, denn der Autor sagte klipp und klar, wie die ganze Sache abgelaufen war.<\/p>\n<p>Gut war auch die <a title=\"neun Tageszeitungen ein zensiertes Interview gedruckt \" href=\"http:\/\/http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/16\/16213\/1.html\" target=\"_blank\">Gemeinschaftsaktion von neun gro\u00dfen Tageszeitungen samt Adressen wie der &#8222;S\u00fcddeutschen Zeitung&#8220;,<\/a> die vor zehn Jahren alle dasselbe handschriftlich &#8222;autorisierte&#8220; Interview SPD-Generalsekret\u00e4r Olaf Scholz abdruckten, das bis zur Unkenntlichkeit zensiert worden war. Damit der Leser mal sehen konnte, wie das so aussieht und was sich die Politik so erlaubt. <a title=\"heise.de Aktion von neun Tageszeitungen\" href=\"http:\/\/http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/16\/16213\/1.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/16\/16213\/1.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verlust von Zeit, Nerven und Geld<\/strong><\/p>\n<p>Und nicht nur die Politik: Selbst Pressestellen gro\u00dfer Konzerne gehen schon mal viel zu weit und streichen Fragen, die der CEO durchaus korrekt beantwortet hat, ganz raus und schreiben stattdessen gleich zwei neue Fragen-Antwort-Komplexe hinein, deren Inhalte im Interview selbst nie zur Sprache gekommen waren. Die Folge? Das fix und fertige Interview flog komplett raus, eine andere Geschichte kam rein. Das hatte sich die Pressestelle so sicher auch nicht vorgestellt, ihr CEO d\u00fcrfte ebensowenig amused gewesen sein. Verlust von Zeit, Nerven und Geld eben. Ganz abgesehen vom schlechten Benimm.<\/p>\n<p>Zu toppen ist so was nur noch von diesem Vorfall, der meinem Kollegen R\u00fcdiger Kiani-Kress und mir vor etlichen Jahren passierte. Wir waren zu einem Interview nach Hamburg geflogen, begleiteten den CEO in seinem Dienstwagen mit Fahrer 200 Kilometer in die Pampas und f\u00fchrten unter diesen suboptimalen Umst\u00e4nden ein Interview. Wegen Zeidruck musste das St\u00fcck noch im Zug auf der R\u00fcckfahrt mit mehrermaligem Umsteigen eilends geschrieben werden &#8211; als die Technik noch nicht so doll klappte wie heute. Alle waren angetan von dem lebendigen St\u00fcck, doch was passierte? Dem CEO fiel ein, das Interview h\u00e4tte &#8222;aus strategischen Gr\u00fcnden&#8220; besser mit seinem Vorstandskollegen xy gef\u00fchrt werden sollen, statt mit ihm &#8211; und zog komplett zur\u00fcck. Einen Tag vor Drucklegung. Die Chefredaktion war bgeistert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unw\u00fcrdige Interventionen<\/strong><\/p>\n<p>Sport-Bild-Chef Br\u00fcgelmann beschreibt jedenfalls sehr sch\u00f6n, wie gerade die PR-Agenturen der Vereine fleissig genau das wieder herausstreichen, was mancher Sportler l\u00e4nglich erz\u00e4hlt hat und was dann aus (vermeintlicher) Sicht des Vereins irgendwie sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnte. Und dass die meinungsfreudigsten die sind, die keine Angst haben m\u00fcssen &#8211; vor Sanktionen oder Geldstrafen: Ex-Sportler beispielsweise.<\/p>\n<p>Ist das nicht eigentlich traurig? Und unw\u00fcrdig?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>PS: W\u00e4re es nicht auch eine nette Idee, unter die Interviews mit den Stars und Sternchen zu schreiben, welche Themenkomplexe der Autor &#8211; auf Anweisung des Managers oder der Plattenfirma oder wem auch immer &#8211; gar nicht erst ansprechen durfte?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ich stehe nicht zu meinen Worten und mir ist das auch gar nicht peinlich Wie wenig es manchmal den Interviewten und ihren PR-Profis nutzt, wenn sie Interviews im nachhinein verf\u00e4lschen, sagt\u00a0Sport-Bild-Chef Matthias Br\u00fcgelmann in einem &#8222;Meedia&#8220;- Interview &#8211; n\u00e4mlich &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/02\/26\/pr-frisierte-interviews\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2252,2251,495,2249,868,869,2250],"class_list":["post-647951","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bnp-paribas","tag-chefredaktion","tag-handelsblatt","tag-interviews","tag-pr","tag-pr-agenturen","tag-pressestellen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=647951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647951\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=647951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=647951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=647951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}