{"id":647552,"date":"2013-01-28T18:04:57","date_gmt":"2013-01-28T17:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=647552"},"modified":"2013-01-29T17:14:23","modified_gmt":"2013-01-29T16:14:23","slug":"das-keks-barometer-oder-herr-rosenbauers-trauma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/01\/28\/das-keks-barometer-oder-herr-rosenbauers-trauma\/","title":{"rendered":"Das Keks-Barometer oder: Herr Rosenbauers Trauma"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/gregor-rosenbauer-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-647553\" title=\"gregor-rosenbauer (2)\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/gregor-rosenbauer-2-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/gregor-rosenbauer-2-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/gregor-rosenbauer-2.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>\u00a0Kennen Sie das Keks-Barometer? Nein, das ist kein offizieller Ausdruck f\u00fcr ein Barometer, das ein Herr Keks erfunden hat, aber es soll trotzdem ungef\u00e4hr so aussagekr\u00e4ftig sein wie eben ein Barometer. Im Klartext: &#8222;Je schlechter es f\u00fcr ein Unternehmen l\u00e4uft, umso weniger\u00a0Kekse werden dort den Besuchern angeboten&#8220;, ist Gregor Rosenbauers Erfahrung. Er beliefert n\u00e4mlich Unternehmen mit &#8211; Raten Sie mal was: &#8211; Konferenzkeksen der feinen Art. Deshalb hei\u00dft sein Versand in Hamburg auch <a title=\"Fein &amp; Fein Confeserie-Kekse via Internet\" href=\"http:\/\/http:\/\/www.feinundfein.de\/de\/Feingebaeck\" target=\"_blank\">Fein &amp; Fein<\/a>. Mit Konferenzkeksen sei es n\u00e4mlich so, erkl\u00e4rt der Ex-Werbeagenturchef: Sie sind der erste Streichposten f\u00fcr Firmen, wenn Kosten runter m\u00fcssen. Merkw\u00fcrdigerweise fallen den Managern die dann zuerst ein, meint Rosenbauer.<\/p>\n<p>Damit werden gleich drei Effekte erzielt: Nicht nur dass der Posten Kekse eingespart wird. Nein, gerade diese Ma\u00dfnahme demonstriere den Sparwillen der Company besonders gut gegen\u00fcber\u00a0Belegschaft und Besuchern.\u00a0Das Signal gegen\u00fcber den G\u00e4sten, vor allem denen, die der Firma etwas verkaufen wollen, ist:\u00a0Kommen Sie uns ja nicht mit einem teuren Angebot, es geht uns nicht gut und dann haben sie erst grade keine Chance auf den Zuschlag.<\/p>\n<p>Rosenbauer findet vor allem &#8211; und mit ihm sicher die meisten Experten f\u00fcr Business-Behave:\u00a0\u00a0\u00a0Wer eine halbe Stunde und l\u00e4nger anreist zu einem Unternehmen, der hat dort auch einen Keks verdient.&#8220; Und dann soll es &#8211; das ist n\u00e4mlich anscheinend sein Trauma &#8211; keiner aus einer Keksdose vom Supermarkt oder gar einem Discounter sein. Die sind bei ihm als staubig und muffig besetzt, als ein \u00e4sthetisches Problem und geschm\u00e4ht als &#8222;Industriekekse&#8220;. Nun denn, in vielen Firmen w\u00e4re man schon froh \u00fcber die.<\/p>\n<p>Rosenbauer backt als ehemaliger Werber mit seinen 65 Jahren nat\u00fcrlich nicht selbst mit, sondern l\u00e4sst backen &#8211; von einer Confiserie im M\u00fcnsterland. Das Wort B\u00e4ckerei mag er da nicht h\u00f6ren. Die Confiserie bestehe seit 30 Jahren &#8211; den Namen sagt er nicht &#8211; und die verschickt die Keksdosen auch direkt, damit der Frische zuliebe keine Zeit auf einem Post-Umweg nach Hamburg\u00a0verloren gehen soll. \u00a0In Hamburg sitzt nur Rosenbauer mit seinem 45-j\u00e4hrigen Mitgr\u00fcnder Stefan Kr\u00fcger, einem Vertriebsmann aus der Telefontechnikbranche sowie drei Mitarbeiterinnen &#8222;f\u00fcr die Abwicklung&#8220;. Seine Makronen, Buttermandel- oder Schoko-Kekse liefert er regelm\u00e4\u00dfig &#8211; nur die z\u00e4hlen f\u00fcr Fein &amp; Fein &#8211; an 700 Kunden, sein Ziel sind 2000 bis 3000 Stammkunden. Im Sommer gibt\u00b4s Keksmischungen ohne Schokolade, im Winter mit &#8211; weil\u00b4s dann nicht so schmiert. Sonderbestellungen mit Logo oder T\u00fctchen zu Weihnachten sind kein Thema. F\u00fcr den Hunger um die Mittagszeit gibt\u00b4s\u00a0K\u00e4segeb\u00e4ck, im Dezember das Weihnachtssortiment.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Zumutung: Termine mittags vor leeren Tischen<\/strong><\/p>\n<p>Damit d\u00fcrfte der Hamburger jedenfalls eine Marktl\u00fccke treffen. Im immer raueren Betriebsalltag finden immer mehr Leute Termine in der Mittagszeit und am Konferenztisch ohne jedwede Pizzaboten-Karte ganz selbstverst\u00e4ndlich. Da f\u00e4llt mir &#8211; ich habe auch ein Trauma &#8211; mein Besuch beim obersten Chef bei\u00a0einem gro\u00dfen Konsumartikel-Hersteller mitsamt dem obersten Pressechef ein, der von zw\u00f6lf Uhr bis 14.30 Uhr dauerte. Es gab weder eine Tasse Kaffee, noch ein Wasser geschweige denn einen Keks oder ein B\u00fctterchen. Als ich dann die ungastliche St\u00e4tte verlie\u00df, eilte der Firmenlenker von dannen mit den Worten: &#8222;Mal sehen, was die Kantine noch f\u00fcr mich hat jetzt.&#8220; Was immer er mir damit signalisieren wollte.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu Rosenbaum: Seine Erkenntnisse aus dem Kekse-Versand via Webshop-Bestellung:<\/p>\n<p>&#8211; Im S\u00fcden kaufen mehr Firmen seine Kekse als im Norden, es gebe eindeutig ein Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle. Rosenbauer: &#8222;Lebensart hat im S\u00fcden eine h\u00f6here Bedeutung, Essen ist denen immer schon wichtiger.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Generation Y will nicht nur ihre Work-Life-Balance, sondern auch Lebensqualit\u00e4t im Job\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Die ganz jungen Professionals haben eher das Bewusstsein f\u00fcr Lebensqualit\u00e4t als die \u00c4lteren. Die wollen ihr gesamtes Leben optimieren, nicht nur das Privatleben, auch den Firmenalltag.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/kekseQuadra_10_neu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-647587\" title=\"kekseQuadra_10_neu\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/01\/kekseQuadra_10_neu.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"149\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Anwaltskanzleien und WP-Gesellschaften sind gute Keks-Kunden<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Am meisten Kekse bestellen\u00a0Anwaltskanzleien und Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaften\u00a0&#8211; mit Abstand. namentlich nennen darf er das VW Design Center in Potsdam oder die Herausgeberetage der &#8222;FAZ&#8220; (aber nur diese Etage, keine weitere).<\/p>\n<p>Sein Unique-Selling-Point: Er schickt Vertriebsleuten oder etwa Seminarveranstaltern seine Kekse an ihre wechselnden Einsatzorte voraus. Etwa f\u00fcr einen Hersteller von Zahntechnik-Laborausr\u00fcstungen, der regelm\u00e4\u00dfig in den verschiedensten Laboren Veranstaltungen abh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dankbare Abnehmer seien \u00fcbrigens Firmen, die japanische Kunden haben. Japaner fassen n\u00e4mlich sonst &#8222;wegen ihrer Hygienevorstellungen&#8220; nicht\u00a0in Dosen, in denen jeder andere auch herumgrabbelt. Aber bei Rosenbauers Geb\u00e4ck sei das anders, denn da steckt es in wei\u00dfen Papierf\u00f6rmchen &#8211;\u00a0wie Rumkugeln beim B\u00e4cker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Kennen Sie das Keks-Barometer? Nein, das ist kein offizieller Ausdruck f\u00fcr ein Barometer, das ein Herr Keks erfunden hat, aber es soll trotzdem ungef\u00e4hr so aussagekr\u00e4ftig sein wie eben ein Barometer. Im Klartext: &#8222;Je schlechter es f\u00fcr ein Unternehmen l\u00e4uft, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2013\/01\/28\/das-keks-barometer-oder-herr-rosenbauers-trauma\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2166,2165,2168,2167],"class_list":["post-647552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-fein-fein","tag-gregor-rosenbauer","tag-kekse","tag-konferenzkekse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=647552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=647552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=647552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=647552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}