{"id":646931,"date":"2012-12-12T11:01:06","date_gmt":"2012-12-12T10:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=646931"},"modified":"2012-12-12T11:01:06","modified_gmt":"2012-12-12T10:01:06","slug":"stoppt-denn-keiner-den-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/12\/12\/stoppt-denn-keiner-den-wahnsinn\/","title":{"rendered":"&#8222;Stoppt denn keiner den Wahnsinn?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Eine F\u00fchrungskraft eines deutschen Markenartiklers\u00a0\u00a0sch\u00fcttet mir k\u00fcrzlich ihr Herz aus: \u00a0Von 17 auf f\u00fcnf Leute war seine Abteilung bereits zusammengestrichen worden in den vergangenen zehn Jahren. Das Lohn-Leistungs-Verh\u00e4ltnis sei optimal, schilderte er: die L\u00f6hne seiner Leute seien im Branchenvergleich weit unten und da alle um ihre Existenz bangen, sei das Leistungsniveau seiner Truppe extrem hoch.\u00a0Das Ganze best\u00e4tigt von externen Unternehmensberatern.<\/p>\n<p>Aber dennoch: Die Unternehmensleitung wolle nun auch seine Abteilung outsourcen an einen Denstleister. Das obwohl schon das Outsourcen der IT und mehrerer anderer Abteilungen die Qualit\u00e4t m\u00e4chtig gesenkt, manchmal nicht mal die Kosten verringert. Sein verzweifelter Schlusssatz war: &#8222;Warum stoppt denn keiner hier den Wahnsinn?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Kein Vertrauen mehr in die Unternehmenslenker<\/strong><\/p>\n<p>Der Mann steht f\u00fcr viele. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter hierzulande landauf landab das Vetrauen in ihre Top-Manager verloren haben, wie eine Untersuchung der Personalberatung <a title=\"Unternehmensberatung Rochus  Mummert\" href=\"http:\/\/rochusmummert.com\" target=\"_blank\">Rochus Mummert<\/a> Executive Consulting zeigt: Danach kann nicht mal jeder vierte Mitarbeiter &#8222;noch das Verhalten der Unternehmensf\u00fchrung nachvollziehen. Reden und Handeln des Topmanagements stimmt in ihren Augen nicht \u00fcberein. Schlimmer noch: Acht von zehn Mitarbeitern sprechen ihrer Firmenleitung die Glaubw\u00fcrdigkeit ab &#8211; mit schweren Folgen f\u00fcr den Unternehmenserfolg.&#8220; Befragt hatte die Beratung Mitarbeiter wie F\u00fchrungskr\u00e4fte gro\u00dfer und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Dass so viele Arbeitnehmer ihre obersten Vorgesetzten als falsche Prediger sehen, ist alarmierend und hat fatale Folgen f\u00fcr die Unternehmen&#8220;, warnt Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. &#8222;Wenn Fachkr\u00e4fte und leitende Angestellte die Aussagen ihrer Chefs nicht mehr ernst nehmen, dann verlieren Manager nicht nur den Respekt ihrer Mitarbeiter, sondern weitgehend auch die M\u00f6glichkeit, sie erfolgreich zu f\u00fchren&#8220;, erg\u00e4nzt der Studienverantwortliche Peter Euringer.<\/p>\n<p><strong>Ein tiefer Graben zwischen Top-Managern und Belegschaft<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen Top-Entscheidern und Belegschaft tut sich ein tiefer Graben auf:\u00a0 63 Prozent der Vorst\u00e4nde und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer denken, dass ihre Worte und Taten voll in Einklang stehen &#8211; aber leider sehen dass nur 17 Prozent der Mitarbeiter in Fachabteilungen und 31 Prozent der leitenden Angestellten es ebenso. Gradezu aberwitzig wird das Ergebnis im Hinblick auf die Vorbildfunktion. 63 Prozent der Chefs sind davon \u00fcberzeugt, eine hohe moralische Integrit\u00e4t zu haben &#8211; und vor allem daf\u00fcr von den Mitarbeitern gesch\u00e4tzt zu werden. Dramatisch: Nur 16 Prozent der Fachkr\u00e4fte und 22 Prozent der leitenden Angestellten sind ebenfalls dieser Meinung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hohe Glaubw\u00fcrdigkeit der Top-Manager = mehr Unternehmenserfolg<\/strong><\/p>\n<p>Die Rochus Mummert-Studie zeigt noch mehr Potenzial f\u00fcr Unternehmen hierzulande auf: Verl\u00e4sslichkeit und Transparenz des Top-Managements\u00a0 kann offenbar den Erfolg der Company steigern. In stark prosperierenden Unternehmen sehen 71 Prozent der Befragten keine Diskrepanz zwischen Reden und Handeln der Entscheider. Ganz im Gegensatz zu Unternehmen mit durchschnittlichen Wachstumsraten: da attestieren nur 13 Prozent der Angestellten den Unternehmenslenkern hohe Glaubw\u00fcrdigkeit. Und weiter wirkt sich die Glaubw\u00fcrdigkeit auf die Freude an der Arbeit aus:\u00a0 62 Prozent der Befragten, die zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Job sind, finden ihre Chefs moralisch hoch integer.<\/p>\n<p>Sudienverantwortlicher Euringer zieht denn auch seine Schl\u00fcsse daraus f\u00fcr die \u00dcberzeugungskraft der Top-Manager: &#8222;Wer schon seine Mitarbeiter nicht \u00fcberzeugt, der kann schwerlich bei Kunden und Gesch\u00e4ftspartnern punkten.&#8220;<\/p>\n<p>Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Mitarbeiter, die weder an ihre obersten Personalverantwortlichen beziehungsweise Unternehmensstrategen glauben, verm\u00f6gen auch nicht Kunden von ihrer Firma zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine F\u00fchrungskraft eines deutschen Markenartiklers\u00a0\u00a0sch\u00fcttet mir k\u00fcrzlich ihr Herz aus: \u00a0Von 17 auf f\u00fcnf Leute war seine Abteilung bereits zusammengestrichen worden in den vergangenen zehn Jahren. 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