{"id":646533,"date":"2012-11-28T15:34:12","date_gmt":"2012-11-28T14:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=646533"},"modified":"2016-01-06T16:53:23","modified_gmt":"2016-01-06T15:53:23","slug":"ein-teller-gamberoni-ruccolasalat-mit-polizeiprasidentin-elke-bartels-und-ihre-einsatze-mit-riesen-ratten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/11\/28\/ein-teller-gamberoni-ruccolasalat-mit-polizeiprasidentin-elke-bartels-und-ihre-einsatze-mit-riesen-ratten\/","title":{"rendered":"Ein Teller Gamberoni-Ruccolasalat mit Polizeipr\u00e4sidentin Elke Bartels &#8211; und ihre Eins\u00e4tze mit Riesen-Ratten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/Bartels.Elke2_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-646795\" title=\"Bartels.Elke2\" alt=\"\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/Bartels.Elke2_-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/Bartels.Elke2_-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/Bartels.Elke2_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Elke Bartels ist eine von acht Frauen, die es in NRW bis zur Polizeipr\u00e4sidentin gebracht haben &#8211; gegen\u00fcber zehn M\u00e4nnern. Immerhin, fast pari-pari und damit\u00a0ist kein \u00fcbler Schnitt. Soweit muss die freie Wirtschaft erst noch kommen. Und das ist nicht das einzige Vorbildliche: Bartels Mitarbeiter bekommen an einem polizeiinternen Burn-Out-Tag Vortr\u00e4ge von \u00c4rzten und Psychologen gehalten. Das Ziel: Sie sollen lernen, die Anzeichen f\u00fcr einen Burn-Out bei ihren Kollegen zu erkennen. Zum Beispiel daran, dass\u00a0sich jemand verzettelt, fahrig wird und das Gef\u00fchl \u00e4u\u00dfert, dass ihm die Luft abgeschn\u00fcrt wird. Ist das der Fall, wird der Betreffende zu Polizisten-Kollegen geschickt, die besonders geschult sind. Und leider auch recht gut ausgelastet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bef\u00f6rdert in einen Hexenkessel<\/strong><\/p>\n<p>Und Elke Bartels erz\u00e4hlt von den Besonderheiten bei der Polizei. Von den Kollegen als Gefahrengemeinschaft, die sich auf einander total verlassen k\u00f6nnen m\u00fcssen. Sich gegenseitig den R\u00fccken freihalten, wenn\u00b4s ernst wird. Fr\u00fcher waren ihr, die zuvor beim Regierungspr\u00e4sidenten von D\u00fcsseldorf gearbeitet hat, diese Themen auch nicht so vertraut.\u00a0Doch der Job als Polizeipr\u00e4sidentin ereilte sie quasi \u00fcber nacht und Nein-Sagen ging nicht. Ob diese Bef\u00f6rderung ein schierer Anlass zur Freude war?\u00a0Immerhin versetzte sie sie doch in einen Hexenkessel. Doch die Ehre ist jedenfalls eine gro\u00dfe Herausforderung und die nahm sie an. Die Katastrophe der Love-Parade und ihre Folgen\u00a0sind noch lange nicht aufgearbeitet,\u00a0die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit Mafiabossen verhandeln und mit Kindern Kakao trinken<\/strong><\/p>\n<p>Doch der Mut, auch so etwas anzupacken, zeichnet Bartels aus. Schlie\u00dflich kommt es vor, dass sie mit Mafiabossen verhandeln muss &#8211; ebenso wie viele Termine, die gesellschaftlich bedeutsam\u00a0sind: etwa wenn einmal im Jahr Kinder, die als ehrliche Finder irgendetwas auf dem Fundamt abgegeben hatten statt sich einzustecken, zum Kakao-Trinken\u00a0in ihre B\u00fcror\u00e4ume\u00a0eingeladen werden. Oder wenn die Polizei ihren Karnevalsball feiert. F\u00fcr sch\u00fcchterne Typen, die sich lieber hinter Gesetzestexten verstecken, w\u00e4re der Jobs nichts.<\/p>\n<p>Wir treffen uns also bei Due Milla, einem Italiener an der Niederrheinstra\u00dfe im D\u00fcsseldorfer Norden, nah am Flughafen. Bartels w\u00e4hlt Gamberoni auf Ruccolasalat, die sie auch durchaus \u00fcberzeugen. Mehr soll\u00b4s heute Mittag nicht sein, zumal sie abends noch einen Diensttermin hat, wo es auch wieder etwas zu essen geben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/BartelsGamberoniaufRuccolasalat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-646794\" title=\"BartelsGamberoniaufRuccolasalat\" alt=\"\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/BartelsGamberoniaufRuccolasalat-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/BartelsGamberoniaufRuccolasalat-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/BartelsGamberoniaufRuccolasalat.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>40 Zentimeter lange Ratten<\/strong><\/p>\n<p>So angenehm wie unserer sind aber nicht alle ihre Termine. Zum Beispiel, wenn sie nachts eine Streife begleitet. Das macht sie &#8222;turnusm\u00e4\u00dfig&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Dann zieht sie ihre Jeans mit Boots an und l\u00e4sst ihr Kost\u00fcm mit Pumps im Schrank. Schlie\u00dflich liefen ihr beim letzten Mal 40 Zentimeter lange Ratten \u00fcber den Weg. Als sie mit ihren Leuten rausfuhr, um &#8222;anzusehen, wor\u00fcber ich urteile&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachbarn, die sich f\u00fcrchten und Beh\u00f6rden, die sich machtlos f\u00fchlen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die B\u00fcrgerinitiativen oder Duisburger Nachbarn sich massiv beschweren, wie neulich \u00fcber die Zust\u00e4nde im Ortsteil Bergheim. Wo &#8222;die Situation eskaliert&#8220; und die Beh\u00f6rden\u00a0sich machtlos f\u00fchlen. Die Menschen dort k\u00f6nnen die Situation nicht mehr ertragen, sie gr\u00fcnden B\u00fcrgerinitiativen gegen ihre osteurop\u00e4ischen neuen Nachbarn: Denn in Duisburg sind neuerdings \u00fcber 5000 Armutsauswanderer, davon circa 1500 Bulgaren und circa 3500 Rum\u00e4nen. Zum Beispiel in dem Hochhaus In den Peschen, vor dem sich M\u00fcll, Unrat, Elektroschrott und Sperrm\u00fcll t\u00fcrmt. Wo der M\u00fcll nicht so schnell abgeholt werden kann, wie er sich ansammelt. Wo sich die Nachbarn f\u00fcrchten &#8211; vor einem Brennpunkt.<\/p>\n<p>&#8222;Das Problem ist, dass\u00a0die Armutsauswanderer\u00a0nicht sozialisiert sind.&#8220; Sie werfen ihren M\u00fcll auf die Stra\u00dfe und urinieren dort auch gleich. Bartels vergleicht: &#8222;Alles, was wir hier haben, ist ein Paradies gegen ihre Heimat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>146\u00a0Polizeieins\u00e4tze\u00a0im selben Haus<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem: &#8222;Die Stadt Duisburg hat zu wenig Geld, um beim Ordnungsamt so viele Leute einzustellen, dass jene dort permanent nach dem Rechten schauen k\u00f6nnen&#8220;, erz\u00e4hlt die Juristin. Das Hochhaus In den Peschen zum Beispiel h\u00e4tte es n\u00f6tig: In den Sommermonaten musste die Polizei wegen Anrufen der Anwohner 146 mal ausr\u00fccken &#8211; wegen Ruhest\u00f6rung. Weil die Menschen vor dem Haus sitzen, herump\u00f6beln. Und wenn dann die Polizei kommt, ist entweder vor\u00fcbergehend Ruhe oder es gibt Ansagen &#8211; und hinterher machen sie einfach weiter wie vorher. Jedenfalls sind die Polizeieins\u00e4tze nutzlos. Denn die Armutsauswanderer sind ohnehin nur selten der deutschen Sprache m\u00e4chtig, erz\u00e4hlt Polizeipr\u00e4sidentin Bartels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Matratzen wochenweise vermietet<\/strong><\/p>\n<p>Seit in der EU Freiz\u00fcgigkeit herrscht, gibt es in Duisburg diese Probleme, klagt Bartels. Drei Monate d\u00fcrfen sich die Armutsauswanderer frei bewegen in Deutschland und brauchen nur eine Adresse angeben. Gemeldet sind\u00a0 in dem Hochhaus in Duisburg Bergheim rund 100 Menschen &#8211; doch tats\u00e4chlich leben dort viel mehr.\u00a0 Etwa in Duisburg Hochfeld. Abgewrackte, abbruchreife H\u00e4user, deren Inhaber die Lage ausnutzen, seien dort: Die Eigent\u00fcmer dieser Immobilien vermieten den Bulgaren und Rum\u00e4nen einzelne Matratzen &#8211; und zwar wochenweise. Ohne funktionierende sanit\u00e4re Anlagen f\u00fcr 100 Euro pro Woche.<\/p>\n<p>&#8222;Man m\u00fcsste an diese Hausbesitzer herankommen in einer konzertierten Aktion&#8220;, schwebt Bartels vor. Schulamt, Ordnungsamt, Finanzamt, Bauordnungsamt undsoweiter Dabei: Die Hausbesitzer sind auch nicht einmal unbedingt deutscher Nationalit\u00e4t. T\u00fcrken sind es ebenso &#8211; die\u00a0nicht selbst in diesen H\u00e4usern wohnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kriminelle Banden von Rum\u00e4nen und Bulgaren<\/strong><\/p>\n<p>Doch w\u00e4re es nur das &#8211; Ruhest\u00f6rungen und M\u00fcll -, ginge es vielleicht so grade noch. Aber inzwischen bilden die Bulgaren und Rum\u00e4nen kriminelle Banden &#8211; wobei: &#8222;Die viel weniger Rum\u00e4nen begehen laut Statistik viel mehr Straftaten als die Bulgaren&#8220;, beobachtet Bartels. Sie klettern zu zehn Mann in einen Bully &#8211; der nat\u00fcrlich keine g\u00fcltige T\u00dcV-Plakette hat &#8211; und los geht\u00b4s auf Diebstour zu Einbr\u00fcchen und Handtaschendiebst\u00e4hlen. Dann legt die Polizei die Fahrzeuge zwar still, aber die Auswanderer haben ruckzuck neue Autos &#8211; deren Benzin sie selbstverst\u00e4ndlich klauen. Und sie legen unter den Augen der Polizisten als erstes einen Kavalierstart hin.<\/p>\n<p>Die Anwohner sind ziemlich ver\u00e4ngstigt und f\u00fcrchten schon um Leib und Leben. Deshalb l\u00e4sst Bartels dort mehr Fu\u00dfstreifen passieren, mehr Pr\u00e4senz zeigen mit Polizeibeamten &#8211; Personalstunden, die an anderer Stelle weggenommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Elke Bartels ist eine von acht Frauen, die es in NRW bis zur Polizeipr\u00e4sidentin gebracht haben &#8211; gegen\u00fcber zehn M\u00e4nnern. Immerhin, fast pari-pari und damit\u00a0ist kein \u00fcbler Schnitt. Soweit muss die freie Wirtschaft erst noch kommen. Und &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/11\/28\/ein-teller-gamberoni-ruccolasalat-mit-polizeiprasidentin-elke-bartels-und-ihre-einsatze-mit-riesen-ratten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2054,2055],"class_list":["post-646533","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-elke-bartels","tag-polizeiprasidentin-duisburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/646533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=646533"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/646533\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=646533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=646533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=646533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}