{"id":646508,"date":"2012-12-16T23:23:33","date_gmt":"2012-12-16T22:23:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=646508"},"modified":"2012-12-16T23:24:34","modified_gmt":"2012-12-16T22:24:34","slug":"wissensarbeiter-wenn-freie-mitarbeiter-unfreier-sind-als-festangestellte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/12\/16\/wissensarbeiter-wenn-freie-mitarbeiter-unfreier-sind-als-festangestellte\/","title":{"rendered":"Wissensarbeiter: Wenn freie Mitarbeiter unfreier sind als Festangestellte"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_646671\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/hays.Frank-Schabel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-646671\" class=\"size-medium wp-image-646671\" title=\"hays.Frank-Schabel\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/hays.Frank-Schabel-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/hays.Frank-Schabel-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/11\/hays.Frank-Schabel.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-646671\" class=\"wp-caption-text\">Frank Schabel, Hays<\/p><\/div>\n<p>Es h\u00f6rte sich so an, als breche f\u00fcr Wissensarbeiter eine neue, wunderbare Zeit an. F\u00fcr Mitarbeiter, die ihr Kapital im Kopf mitbringen &#8211; und eben einer Firma auch wieder entziehen, wenn sie denn ein besseres Jobangebot annehmen. Oder gleich als Freelancer nur projektweise f\u00fcr eine Company t\u00e4tig sind. Man implizierte eine Unabh\u00e4ngigkeit, wie sie Arbeitnehmer bis dahin nicht kannten. Das war vor gut 15 Jahren, als Wissensmanagement so langsam zum Begriff wurde. Doch es kam anders, wie eine Studie von <a title=\"Personaldienstleister Hays\" href=\"http:\/\/http:\/\/www.hays.de\/personaldienstleister\/start.cfm?nid=1a3dd39e-123c-43ef-9066-55d41e280a9c\" target=\"_blank\">Personaldienstleister Hays<\/a> jetzt res\u00fcmmiert, f\u00fcr zehn Vordenker der Wissensarbeit sowie 309 Festangestellte und 272 freiberufliche Wissensarbeiter nach ihrem Selbstverst\u00e4ndnis und ihrem Arbeitsumfeld befragt wurden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Festangestellte sind wesentlich \u00fcberzeugter von sich und ihrer Bedeutung im Unternehmen <\/strong><\/p>\n<p>Bringen sich Selbst\u00e4ndige oder Freiberufler nur vor\u00fcbergehend bei Unternehmen mit ihrem Know-how ein, so meinen nur 42 Prozent von ihnen, dass ihr Wissen eine strategisch wichtige Ressource darstellt und dass sie entsprechend gut behandelt werden. Zum Vergleich: Von den Festangestellten glauben dies 71 Prozent.\u00a0 Entsprechend finden nur 66 Prozent der befragten Freiberufler\/Selbst\u00e4ndigen, dass sie als Wissensarbeiter eine herausgehobene Stellung in der Firma haben.&#8220;Da es bei den Hochqualifizierten in Festanstellung langsam eng wird, binden Unternehmen zwar zunehmend spezialisierte Freiberufler, Wissensarbeiter, ein&#8220;, berichtet Frank Schabel von Hays. &#8222;Das Problem ist nur: \u00a0im Vergleich zu den festangestellten Kollegen werden die Freien mehr kontrolliert, als gef\u00fchrt.&#8220; Da gebe es einen konkreten Auftrag, den der Freie in vorgegebener Zeit erf\u00fcllen muss.Die Folge laut Schabel: Die Unternehmen \u00fcberwachen die Arbeitszeit, bedenken aber nicht, dass die Projekte erfolgreicher w\u00e4ren, wenn die Freien intensiver integriert w\u00fcrden. Freie w\u00fcrden sich dies ohenhin w\u00fcnschen, doch diesem Wunsch w\u00fcrden die F\u00fchrungskr\u00e4fte nur selten entsprechen.<\/p>\n<p><strong>2. Freiberufler sind weniger selbstbestimmt als Festangestellte<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie: &#8222;Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Freiberufler &#8211; mehr als 80 Prozent &#8211; f\u00fchlt sich zwar &#8211; \u00e4hnlich wie Festangestellte \u2013 von den Unternehmen als Spezialisten wertgesch\u00e4tzt und nach ihrer Meinung gefragt. Allerdings scheint das Ma\u00df an Selbstbestimmung, das Unternehmen den Freiberuflern zugestehen, deutlich geringer zu sein als bei Festangestellten.&#8220; Ulkigerweise lassen die Unternehmen &#8211; so die Studie &#8211; Freiberufler weniger an der langen Leine laufen als ihre festen Mitarbeiter. Und sie sind wenig Bereitschaft, die Freelancer zu integrieren.<\/p>\n<p>Die Hays-Studie berichtet: &#8222;So ist zwar den Freiberuflern die Vernetzung mit Kollegen innerhalb der Unternehmen sehr wichtig und ist ein Gro\u00dfteil in hohem Ma\u00dfe bereit, Fachwissen auszutauschen. Doch die Realit\u00e4t scheint anders zu sein: Nur 59 Prozent der befragten Freiberufler erleben einen solchen Austausch, 40 Prozent verneinen ihn.&#8220; Festangestellte zeichnen ein anderes Bild: Hier meinen 77 Prozent, ihr fachlicher Austausch mit ihren Kollegen werde gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Festangestellte wesentlich \u00fcberzeugter von ihrer Bedeutung <\/strong><\/p>\n<p>Ob Wissensarbeiter in eine Organisation fest integriert sind oder nur auf Zeit als Freiberufler ihr Know-how in Projekte einbringen, wirkt sich direkt auf ihre Haltung aus: W\u00e4hrend die \u00fcberwiegende Mehrheit der Festangestellten (71 Prozent) meint, Wissen sei eine wichtige strategische Ressource und werde auch als solche behandelt, bejahen dies nur 42% der befragten Freiberufler.<\/p>\n<p>An diesen empirischen Befund schlie\u00dft sich nahtlos an, dass zwei Drittel der befragten Freiberufler den Wissensarbeitern &#8211; und damit auch sich selbst &#8211; keine herausgehobene Stellung in Organisationen attestieren. Festangestellte sind also viel kritischer, was die Bedeutung der Wissensarbeiter betrifft.Entweder weil sie mit dem Blick von au\u00dfen klarer sehen &#8211; oder weil sie frustriert sind \u00fcber die mangelnde Integration\u00a0 bei ihren Kunden.<\/p>\n<p>Die Umfrage zeigt: Festangestellte Wissensarbeiter (55 Prozent) sind wesentlich st\u00e4rker mit Routinet\u00e4tigkeiten besch\u00e4ftigt. Unternehmen engagieren externe Spezialisten, um Know-how-L\u00fccken zu schlie\u00dfen \u2013 und nicht zum Erledigen administrativer Arbeiten.<\/p>\n<p>Doch mit der Treue der Angestellten ist es dennoch nicht so weit her: Festangestellte Wissensarbeiter sind in hohem Ma\u00dfe wechselwillig. So w\u00fcrden 60 Prozent ihre Firma verlassen, wenn sie sich bei einem neuen Arbeitgeber fachlich weiterentwickeln k\u00f6nnen. 40 Prozent denken sogar dar\u00fcber nach, in die Selbst\u00e4ndigkeit zu wechseln. Umgekehrt halten k\u00f6nnen sich aber nur 22 Prozent der Freiberufler vorstellen, sich als Angestellte zu verdingen.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Die Selbst\u00e4ndigkeit ist von der gro\u00dfen Mehrheit der externen Spezialisten bewusst gew\u00e4hlt, und keineswegs als Zwischen- oder gar Notl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Deshalb haben sie &#8211; so die Hays-Studie &#8211; ein ebenso hohes Selbstbewusstsein die festangestellten Wissensarbeiter: &#8222;Fast drei Viertel (72 Prozent) sind sich sicher beziehungsweise teilweise sicher, aufgrund ihrer Qualifikation immer ein attraktives Projekt zu finden.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verkehrte Welt: Selbst\u00e4ndige m\u00fcssen antreten, Angestellte d\u00fcrfen im Home Office arbeiten<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Im Detail: Mehr als 80 Prozent der Freiberufler f\u00fchlen sich zwar &#8211; \u00e4hnlich wie die Festangestellten \u2013 von den Unternehmen als Spezialisten wertgesch\u00e4tzt und denken, dass ihre Meinung dort gefragt ist. Doch der Grad der Selbstbestimmung, der Freiberuflern von den Firmen zugestanden wird, ist deutlich niedriger als bei Festangestellten: 62 Prozent der Festangestellten d\u00fcrfen selbst bestimmen, wo und wann sie arbeiten. Bei den Freiberuflern d\u00fcrfen das hingegen nur\u00a0 42 Prozent.<\/p>\n<p>Der Grund ist laut Hays die Bezahlunge: Da Freiberufler meist \u00fcber Stundenhonorare abrechnen, haben die Firmen ein viel h\u00f6heres Kontrollbed\u00fcrfnis als bei den eigenen Angestellten. Die Folge: Die Freiberufler m\u00fcssen im Unternehmen antreten und Pr\u00e4senz zeigen, die festangestellte Wissensarbeiter dagegen k\u00f6nnen im Home Office arbeiten.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass f\u00fcr die Freiberufler zwar zu 56 Prozent die Selbstbestimmung eins der wichtigsten Kriterien ist &#8211; aber nur 33 Prozent dies als vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt ansehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Freien nutzen Social Media intensiver<\/strong><\/p>\n<p>Der Bedarf, sich zu vernetzen, ist bei Freiberuflern h\u00f6her als bei festangestellten Wissensarbeitern: 69 Prozent der angestellten Wissensarbeiter nutzen Fachkonferenzen\/Workshops oder Messen (44 Prozent) als Plattform f\u00fcr Austausch und Vernetzung, jedoch nur 21 Prozent Social Media. Zum Vergleich: 58 Prozent der selbstst\u00e4ndigen Wissensarbeiter nutzen zwar auch am h\u00e4ufigsten Fachkonferenzen. Danach folgt \u00a0aber gleich Social Media mit 56\u00a0 Prozent, also das virtuelle Vernetzen mit Gleichgesinnten. Vermutlich, weil die Fachkonferenzen seltener stattfinden und Kontakte \u00fcber Social-Media-Dienste wie Xing oder LinkedIn einen unmittelbaren Austausch, schnelleren und h\u00e4ufigeren Kontakt erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Manches Ergebnis der Studie \u00fcberrascht: Auch Freiberufler erweisen sich als Teamplayer. Laut Hays sind sie bereit, ihr Wissen zu teilen &#8211; sind aber nicht etwa altruistisch: &#8222;Sie erkennen aber offensichtlich mehr als festangestellte Mitarbeiter die hohe Bedeutung von Teamarbeit und Vernetzung, um Wissensarbeit produktiv zu machen.&#8220;<\/p>\n<p>Weiter verbl\u00fcffend: Freiberufler sind unfreier als erwartet. Unternehmen brauchen sie einerseits, um Know-how-L\u00fccken zu schlie\u00dfen. Andererseits tun sich aber schwer damit, den Freien selbstbestimmtes Arbeiten zuzugestehen und sie in die Kommunikationsstrukturen zu integrieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es h\u00f6rte sich so an, als breche f\u00fcr Wissensarbeiter eine neue, wunderbare Zeit an. F\u00fcr Mitarbeiter, die ihr Kapital im Kopf mitbringen &#8211; und eben einer Firma auch wieder entziehen, wenn sie denn ein besseres Jobangebot annehmen. 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