{"id":646434,"date":"2012-11-06T12:39:52","date_gmt":"2012-11-06T11:39:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=646434"},"modified":"2012-11-08T22:25:32","modified_gmt":"2012-11-08T21:25:32","slug":"nach-hurrikan-sandy-kommt-der-sturm-namens-haushaltsklippe-gastbeitrag-von-cnn-kultmoderator-richard-quest-zur-us-wahl-exklusiv-fur-den-management-blog-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/11\/06\/nach-hurrikan-sandy-kommt-der-sturm-namens-haushaltsklippe-gastbeitrag-von-cnn-kultmoderator-richard-quest-zur-us-wahl-exklusiv-fur-den-management-blog-2\/","title":{"rendered":"\u201cNach Hurrikan Sandy kommt der Sturm namens Haushaltsklippe\u201d: Gastbeitrag von CNN-Kultmoderator Richard Quest zur US-Wahl exklusiv f\u00fcr den Management-Blog (4)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ganz gleich, wer die US-Wahl gewinnt \u2212 am Himmel ziehen schon die n\u00e4chsten Gewitterwolken auf<\/strong><\/p>\n<p>Von Richard Quest, International Business Correspondent und Moderator von <em>Quest Means <\/em><em>Business<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_640776\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2011\/04\/richard-quest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-640776\" class=\"size-medium wp-image-640776\" title=\"richard-quest\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2011\/04\/richard-quest-300x194.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2011\/04\/richard-quest-300x194.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2011\/04\/richard-quest.jpg 488w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-640776\" class=\"wp-caption-text\">CNN-Kultmoderator Richard Quest<\/p><\/div>\n<p>Nun kennen wir also die Oktober-\u00dcberraschung dieser Wahl: Hurrikan Sandy. F\u00fcr die Bewohner der beiden US-Staaten New York und New Jersey h\u00e4tten die Auswirkungen des Supersturms kaum gravierender sein k\u00f6nnen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Sturm den Ausgang der Wahl beeinflussen wird.<\/p>\n<p>Beobachtet man Pr\u00e4sident Obama in der Zeit unmittelbar nach dem Sturm, ist es kaum vorstellbar, dass Sandy keine Auswirkungen auf das Wahlergebnis haben sollte. In der Krise tr\u00e4gt Obama als Staatsoberhaupt die Verantwortung und vermittelt dabei das Gef\u00fchl, dass er die F\u00fchrung innehat. Um pr\u00e4sidial zu wirken, muss er nur seinen Job machen. Im Gro\u00dfen und Ganzen wurde sein Krisenmanagement auch \u00e4u\u00dferst positiv bewertet. Au\u00dferdem ist Obama sehr gut darin, Zuversicht auszustrahlen und in Momenten wie diesen h\u00e4lt Amerika f\u00fcr gew\u00f6hnlich zusammen.<\/p>\n<p>Romneys Situation hingegen ist schwieriger. Nachdem er seine Angriffe auf Obama f\u00fcr kurze Zeit eingestellt hatte, kritisiert er den Pr\u00e4sidenten wieder wie eh und je. Als er zudem als Reaktion auf den Hurrikan einen Wahlkampfauftritt in Ohio kurzerhand in eine Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltung f\u00fcr die Opfer umgestaltete, konnte er wieder an Boden gewinnen. Man k\u00f6nnte aber auch argumentieren, dass die Bewohner der Bundesstaaten, die am st\u00e4rksten von Sandy betroffen sind, sowieso den Kandidaten der Demokraten gew\u00e4hlt h\u00e4tten, so dass vielleicht nichts von alledem eine Rolle spielt. Eine alte Weisheit, die man oft nach der ersten Amtszeit eines Pr\u00e4sidenten zu h\u00f6ren bekommt, besagt, man solle nicht mitten im Geschehen einen anderen Kurs einschlagen. Nach dem Hurrikan Sandy beschleicht einen der starke Verdacht, dass dieser Gedanke nun wesentlich mehr Nachhall finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Trotz allem geht es bei dieser Wahl nicht um Sandy. In den entscheidenden Staaten wie Ohio, in denen Romney momentan knapp vorne liegt, ist es schwer zu sagen, ob die Katastrophe an der K\u00fcste genug Anlass bietet, die W\u00e4hler auf Obamas Seite zu ziehen. Fakt ist, dass die Wirtschaft in jedem Bundesstaat, der nicht unmittelbar vom Sturm getroffen wurde, das wichtigste Thema bleibt \u2013 und das aus gutem Grund.<\/p>\n<p>Denkt man an die Reden, die im Wahlkampf gehalten wurden, k\u00f6nnte man glauben, dass es zwischen den m\u00f6glichen Konjunkturprogrammen der zwei Kandidaten einen himmelweiten Unterschied gebe. Bei der Steuerfrage ist das sicherlich der Fall, doch anderswo kann man kaum einen Unterschied zwischen den beiden ausmachen. Romneys nebul\u00f6ser F\u00fcnf-Punkte-Plan konzentriert sich auf die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, w\u00e4hrend Obama etwas vage auf den Fortschritt und positive Signale hinweist. Den W\u00e4hlern zeigen die am Freitag ver\u00f6ffentlichten Arbeitslosenzahlen, dass das Wirtschaftswachstum verhalten bleibt und es trotz des vorsichtigen Optimismus immer wieder R\u00fcckschl\u00e4ge geben kann.<\/p>\n<p>Zudem steht uns eine weitere Krise ins Haus, die alles andere in den Schatten stellen k\u00f6nnte. Ganz gleich welcher der beiden Kandidaten ab dem n\u00e4chsten Jahr im Wei\u00dfen Haus sitzen mag, ab Januar steuern wir auf eine Katastrophe riesigen Ausma\u00dfes zu. Anders als bei Sandy sehen diese auch alle kommen. Denn der n\u00e4chste Sturm ist nicht meteorologischer, sondern wirtschaftlicher Natur \u2212 die so genannte Haushaltsklippe.<\/p>\n<p>Im Januar laufen nicht nur die Steuererleichterungen aus, die unter der Regierung Bush eingef\u00fchrt und dann nochmals um zwei Jahre verl\u00e4ngert worden sind, es wird auch K\u00fcrzungen bei den Staatsausgaben geben, die aus dem &#8218;Budget Control Act&#8216; von 2011 resultieren. Alles in allem eine b\u00f6se Mischung aus Sparma\u00dfnahmen und Steuererh\u00f6hungen, die Amerikas Bruttoinlandsprodukt um 4 Prozent schrumpfen lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Anders als bei Hurrikan Sandy st\u00fcnde es in der Macht des Kongresses, dem Land dieses albtraumhafte Szenario zu ersparen. Um es einmal banal auszudr\u00fccken: Ein Kompromiss muss her. Doch Kompromisse konnte der Pr\u00e4sident dem Kongress in den letzten Jahren selten abringen. Romney, der viel dar\u00fcber gesprochen hat, wie gut er Allianzen \u00fcber Parteigrenzen hinweg schmieden k\u00f6nne, kann hier vielleicht besser abschneiden als der jetzige Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Pr\u00e4sident Obama zuhause ist und sich dem Krisenmanagement an der Nordostk\u00fcste widmet, gewinnt er vielleicht die Herzen einiger W\u00e4hler. Romney bleibt indes bei den Reichen beliebt und scheint in einigen entscheidenden Staaten den Fu\u00df fest in der T\u00fcr zu haben. Nach wie vor sind die Umfrageergebnisse viel zu knapp, um \u00fcber den Wahlausgang spekulieren zu k\u00f6nnen. Doch welchen Einfluss Sandy auch immer auf die Wahl haben mag, am Horizont \u00fcber Amerika ziehen bereits die n\u00e4chsten Gewitterwolken auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz gleich, wer die US-Wahl gewinnt \u2212 am Himmel ziehen schon die n\u00e4chsten Gewitterwolken auf Von Richard Quest, International Business Correspondent und Moderator von Quest Means Business Nun kennen wir also die Oktober-\u00dcberraschung dieser Wahl: Hurrikan Sandy. 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