{"id":644793,"date":"2012-07-17T19:50:51","date_gmt":"2012-07-17T17:50:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=644793"},"modified":"2012-07-19T15:47:14","modified_gmt":"2012-07-19T13:47:14","slug":"wie-aufsichtsrate-heute-arbeiten-exklusiv-studie-von-ernst-young","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/17\/wie-aufsichtsrate-heute-arbeiten-exklusiv-studie-von-ernst-young\/","title":{"rendered":"Exklusiv-Studie von Ernst &#038; Young: Aufsichtsr\u00e4te werden knapp"},"content":{"rendered":"<p>Im Blackberry-Zeitalter sind die meisten Aufsichtsr\u00e4te noch nicht angekommen: 77 Prozent von ihnen nutzen weder der Smartphones noch Tablet-PC. Warum? Aus einem ganz simplen Grund: Weil die Unternehmen, deren Gesch\u00e4fte sie kontrollieren, ihnen keine zur Verf\u00fcgung stellen. Das\u00a0hat die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft Ernst &amp; Young in einer Untersuchung \u00fcber die Arbeitsweise der Aufsichtsr\u00e4te herausgefunden. Sie liegt wiwo.de exklusiv vor. Befragt haben die Zahlen-Profis hierf\u00fcr 22 Leiter deutscher Aufsichtsratsb\u00fcros, von denen jedes zweite ein DAX-30-Unternehmen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ziel der Umfrage: Ernst &amp; Young wollte herausfinden, was die Aufsichtsr\u00e4te in Deutschland heute leisten \u2013 und was nur Klischeevorstellung ist. Hat sich die Job-Beschreibung dieser Positionen in den vergangenen Jahren doch entscheidend gewandelt:\u00a0 \u201eDie Aufgaben sind komplex geworden, die Verantwortungsbereiche und die Haftungsrisiken gewachsen\u201c, beschreibt Christian Orth, Partner bei Ernst &amp; Young.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aufsichtsr\u00e4te werden rar<\/strong><\/p>\n<p>Die Folge bekommen die Unternehmen heute besonders dann zu sp\u00fcren, wenn sie die Aufsichtsratsposten neu besetzen &#8211; und dann insbesondere die Nicht-Dax-Unternehmen: \u201eWegen der hohen Haftung von Aufsichtsr\u00e4ten und des teils geringen Sal\u00e4rs wird es immer schwieriger, geeignete Pers\u00f6nlichkeiten f\u00fcr \u00a0Aufsichtsratspositionen zu finden \u2013 gerade f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler\u201c, beobachtet Christian Orth. Das, obwohl immerhin rund 30 Prozent der befragten Unternehmen angeben, dass sie alle ein bis zwei Jahre \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Verg\u00fctungen ihrer Aufsichtsr\u00e4te auch angemessen dotiert sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_644819\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/Orth-Christian_neu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-644819\" class=\"size-medium wp-image-644819\" title=\"Orth Christian_neu\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/Orth-Christian_neu-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/Orth-Christian_neu-214x300.jpg 214w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/Orth-Christian_neu.jpg 463w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-644819\" class=\"wp-caption-text\">Christian Orth, Partner bei Ernst &amp; Young<\/p><\/div>\n<p><strong>Die Kurzfrist-Denke ist immer noch nicht ausgerottet<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Tendenzen inzwischen l\u00e4ngst wieder in Richtung Langfristigkeit und Kontinuit\u00e4t\u00a0gehen, zahlen rund 25 Prozent der befragten Unternehmen ihren Aufsichtsr\u00e4ten Honorare mit erfolgsbezogenen Elementen, also Pr\u00e4mien. Laut Ernst &amp; Young-Studie folgen dabei 27 Prozent\u00a0den Regeln zur\u00a0 guten Unternehmensf\u00fchrung und halten sich an den Corporate-Governance-Kodex mit seinen Empfehlungen.<\/p>\n<p>Immerhin wollen neun Prozent der Pr\u00e4mienzahler diese flexiblen Honorar-Bestandteile bei ihren Aufsichtsr\u00e4ten k\u00fcnftig senken und 18 Prozent m\u00f6chten sie ganz abschaffen. Das Problem ist also erkannt, dass die quartalsbezogene Denkweise und nur das Schielen auf die n\u00e4chsten Zahlen dem Unternehmen auf lange Sicht nicht n\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Umfrage des Weiteren: 77 Prozent der Befragten schicken ihren Kontrolleuren\u00a0die n\u00f6tigen Unterlagen f\u00fcr ihren Job zehn bis 14 Tage vor den Sitzungen. Doch weil es so viele Infos sind, schaffen es viele Aufsichtsr\u00e4te dann doch\u00a0nicht, alles vorher zu lesen. Immerhin bekommen 41 Prozent von ihnen sie noch per Post in Haus. Per E-Mail verschicken 36 Prozent der Unternehmen diese vertraulichen Unterlagen ihren Kontrolleuren \u2013 ungeachtet der Risiken. Orth: \u201eSolch ein Sicherheitsrisiko einzugehen, ist unn\u00f6tig. Zumal die Informationen nicht gesch\u00fctzt sind vor unbefugten Ver\u00e4nderungen oder der Einsicht durch Dritte.\u201c<\/p>\n<p>Immer mehr Aufsichtsr\u00e4te sind schlau genug, die eigenen Grenzen zu erkennen und nutzen die Expertise von anderen: 68 Prozent von ihnen bedienen sich der Pr\u00fcfberichte des Abschlusspr\u00fcfers. 77 Prozent f\u00fchren regelm\u00e4\u00dfig Gespr\u00e4che mit ihm oder treffen ihn gar. 23 Prozent der Aufsichtsr\u00e4te glauben, dass sich dieser Austausch mit Fachleuten verst\u00e4rken wird.<\/p>\n<p>Die\u00a0Qualit\u00e4t der Aufsichtsratsarbeit lassen 23 Prozent der befragten Unternehmen von externen Dienstleistern\u00a0checken. 91 Prozent begn\u00fcgen sich damit, selbst die Effizient der Kontrolleure checken &#8211; und manche machen sicherheitshalber beides.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>T\u00dcV-zertifizierte Aufsichtsr\u00e4te<\/strong><\/p>\n<p>Um diesem Dilemma abzuhelfen, will \u00fcbrigens jetzt die T\u00dcV S\u00fcd Akademie Aufsichtsr\u00e4te zertifizieren. Ein entsprechendes Programm \u201eZertifiziertes Mitglied im Aufsichtsrat\/Beirat\u201c sei bereits entwickelt und lege besonderen Wert auf den Wissenstransfer zwischen den einzelnen Fachgebieten \u2013 und helfe zuk\u00fcnftigen Mandatstr\u00e4gern, ihren Job zu meistern. Der Anlass f\u00fcr das Unterst\u00fctzungsprogramm f\u00fcr die Top-Leute der Wirtschaft: \u201eViele Aufsichtsr\u00e4te sind zu einseitig qualifiziert f\u00fcr ihr umfassenden Kontrollaufgaben\u201c, kritisiert T\u00dcV-S\u00fcd-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Kai Probst. Zu komplex sind die Aufgaben geworden. Nicht zu vergessen ist die volle pers\u00f6nliche <a title=\"Manager-Haftung\" href=\"http:\/\/https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/01\/09\/exklusiv-interview-managerhaftungs-experte-michael-hendricks-aufsichtsrat-und-vorstand-als-unkalkulierbares-risiko\/#more-642883\" target=\"_blank\">Haftung<\/a> der Kontrolleure f\u00fcr <a title=\"manager-Haftung\" href=\"http:\/\/https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/#more-643826\" target=\"_blank\">Fehlentscheidungen<\/a>. Und ganz abgesehen davon \u201esollten Aufsichtsr\u00e4te interdisziplin\u00e4r denken und die richtigen Fragen stellen k\u00f6nnen\u201c, so Probst. Und wundert sich, dass es trotz der hohen Anforderungen nicht l\u00e4ngst einheitliche Standards f\u00fcr diese Position gibt. Ob allerdings Wirtschaftsbosse mit Rang und Namen Lust haben, sich einer solchen Pr\u00fcfung zu unterwerfen, darf bezweifelt werden. Vermutlich eignet sich solch ein Zertfikat eher f\u00fcr Aufsichtsrat-Anw\u00e4rter, die ein Zertifikat statt Renomme\u00b4vorweisen wollen.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Frauen? Bei Diversity interessieren am ehesten Ausl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zur Ernst &amp; Young- Studie: Die Besetzung der Aufsichtsr\u00e4te interessiert die Befragten im Wesentlichen bez\u00fcglich der Internationalit\u00e4t: Der wichtigste Punkt bei den Unternehmen, die ein Diversity-Konzept vorweisen k\u00f6nnen \u2013 das sind 60 Prozent &#8211; , ist dieser: Ob man auch gen\u00fcgen Ausl\u00e4nder an Bord hat. Ungeachtet aller Diskussionen und Aufregungen um Frauen, die in die Aufsichtsr\u00e4te sollen &#8211; ob mit oder ohne Quote -, haben 70 Prozent der Befragten aber nicht mal einen Plan f\u00fcr eine Zusammensetzung ihrer Kontrollzirkel.<\/p>\n<p><strong>Lesehinweise: Manager- bzw. Aufsichtsrats-Haftung<\/strong>: <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/01\/09\/exklusiv-interview-managerhaftungs-experte-michael-hendricks-aufsichtsrat-und-vorstand-als-unkalkulierbares-risiko\/#more-642883\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/01\/09\/exklusiv-interview-managerhaftungs-experte-michael-hendricks-aufsichtsrat-und-vorstand-als-unkalkulierbares-risiko\/#more-642883<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/#more-643826\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/06\/unternehmerhaftung-manager-am-pranger\/#more-643826<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Blackberry-Zeitalter sind die meisten Aufsichtsr\u00e4te noch nicht angekommen: 77 Prozent von ihnen nutzen weder der Smartphones noch Tablet-PC. Warum? Aus einem ganz simplen Grund: Weil die Unternehmen, deren Gesch\u00e4fte sie kontrollieren, ihnen keine zur Verf\u00fcgung stellen. Das\u00a0hat die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/17\/wie-aufsichtsrate-heute-arbeiten-exklusiv-studie-von-ernst-young\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[108,1785,333,1784,1786,1068],"class_list":["post-644793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-aufsichtsrate","tag-christian-orth","tag-ernst-young","tag-exklusiv-studie","tag-kai-probst","tag-tuv-sud"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/644793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=644793"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/644793\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=644793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=644793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=644793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}