{"id":644629,"date":"2012-07-24T01:02:42","date_gmt":"2012-07-23T23:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=644629"},"modified":"2012-07-24T15:40:58","modified_gmt":"2012-07-24T13:40:58","slug":"die-social-business-herausforderung-das-ist-eben-etwas-neues-reicht-nicht-als-begrundung-ein-gastbeitrag-von-doubleyuu-grunder-willms-bruhse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/24\/die-social-business-herausforderung-das-ist-eben-etwas-neues-reicht-nicht-als-begrundung-ein-gastbeitrag-von-doubleyuu-grunder-willms-bruhse\/","title":{"rendered":"Die Social-Business-Herausforderung: &#8222;Das ist eben etwas Neues&#8220; reicht nicht als Begr\u00fcndung. Ein Gastbeitrag von DoubleYuu-Gr\u00fcnder Willms Buhse"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gastautor Willms Buhse ist Vortragsredner, Buchautor und Enterprise 2.0-Experte. Er ist Gr\u00fcnder des Beratungsunternehmens DoubleYuu in Hamburg, das auf interne Firmennetzwerke\u00a0spezialisiert ist, die <em>mit Hilfe von Webtechnologien das vernetzte Denken, das Engagement und die Partizipation des Einzelnen im Unternehmen steigern.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_644842\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-644842\" class=\"size-medium wp-image-644842\" title=\"willms-buhse-pressefoto05\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/07\/willms-buhse-pressefoto05.jpg 431w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-644842\" class=\"wp-caption-text\">Willms Buhse<\/p><\/div>\n<p>Wenn es M\u00f6glichkeiten g\u00e4be, die Kommunikation innerhalb des Unternehmens so zu verbessern, dass die Mitarbeiter kreativer und produktiver arbeiten, Doppelarbeiten vermieden werden und die Leute dann auch noch zufrieden sind \u2013 w\u00fcrden Sie als Manager sie nicht nutzen wollen?<\/p>\n<p>Klar ist: Mit der Art und Weise, wie heute in Unternehmen kommuniziert wird, liegt einiges im Argen. 150 E-Mails erhalten deutsche Arbeitnehmer beispielsweise durchschnittlich (<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/karriere\/so-bewaeltigt-man-die-e-mail-flut-im-buero,1473056,11287216.html\">http:\/\/www.fr-online.de\/karriere\/so-bewaeltigt-man-die-e-mail-flut-im-buero,1473056,11287216.html<\/a>). Nach anderen Sch\u00e4tzungen sind es sogar 200.<\/p>\n<p>Klar ist aber: Es sind jetzt schon zu viele und es werden immer mehr. Sie zu lesen und beantworten, kostet nicht nur Zeit. Wichtige Informationen werden unter Umst\u00e4nden auch mal \u00fcbersehen \u2013 zum Beispiel, dass Team A schon l\u00e4ngst ein Problem gel\u00f6st hat, an dem Team B sich gerade die Z\u00e4hne ausbei\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier liegt derzeit eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr Manager. Sie m\u00fcssen Kommunikation und Zusammenarbeit in ihrem Unternehmen neu gestalten, wenn es weiterhin reaktionsschnell und innovativ bleiben soll. Aber wie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es M\u00f6glichkeiten, ohne E-Mails auszukommen. Das gemeinsame Arbeiten an zentral gespeicherten Dokumenten oder die Verabredung per Chat statt per Mail zum Lunch sorgt f\u00fcr eine aufger\u00e4umte Mail-Inbox und helfen so, produktiver, zufriedener und kreativer zu arbeiten. Das interne Vernetzen mit Hilfe von Profilen, die so sorgf\u00e4ltig gepflegt und mit aktuellen Meldungen erg\u00e4nzt werden &#8211; \u00e4hnlich wie bei Xing oder Facebook -, ist enorm hilfreich. Damit lassen sich wichtige und n\u00fctzliche Kontakte im ganzen Unternehmen finden, auch jenseits der eigenen Abteilung. Interne Blogs tragen dazu bei, Expertise \u00fcber Abteilungsgrenzen hinweg auszutauschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dass Wissen oder Anweisungen verloren gehen, wird dadurch unwahrscheinlicher. Die Nachrichten-Flut l\u00e4sst sich so ebenfalls ein wenig eind\u00e4mmen. Und dass der Wissensaustausch auch gut f\u00fcr das Gesch\u00e4ft ist, zeigt ein Beispiel, das ich bei CoreMedia, einem Hamburger Softwareunternehmen, bei dem ich f\u00fcnf Jahre in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung t\u00e4tig war, verfolgt habe. Phil, <\/em><em>einer unserer Vertriebsmitarbeiter, hatte zun\u00e4chst kein Gl\u00fcck mit seinen Kundenpr\u00e4sentation in Russland. Er sprach mit den Kunden Englisch, hatte aber Folien, auf denen auf Russisch Fakten und Vorteile unserer Software aufgef\u00fchrt waren. Er schrieb nach seinen vergeblichen Versuchen, Kunde in Russland zu gewinnen, einen Beitrag im Firmenblog, in denen er berichtete, dass er die Bem\u00fchungen, den russischen Markt zu erobern, zur\u00fcckfahren wolle, weil die Kundenansprache irgendwie nicht funktioniert. <\/em><\/p>\n<p><em>Als Reaktion auf diesen Blogbeitrag meldete sich Lydia zu Wort, eine Software-Entwicklerin, die Phil nicht pers\u00f6nlich kannte. Lydia ist Russin und arbeitete bei uns in Hamburg f\u00fcr Core Media. Sie sah die Pr\u00e4sentationsunterlagen durch und fand mehrere \u00dcbersetzungsfehler, durch die unsere Software nicht optimal dargestellt wurde. Phil und Lydia telefonierten, den n\u00e4chsten Vertriebsgespr\u00e4ch in Russland setzen sie gemeinsam f\u00fcr einen Verlag eine Pilotinstallation auf. CoreMedia bekam den Auftrag im Wert von fast 350.000 Euro.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00dcber 50 Prozent der deutschen Unternehmen haben erkannt, welches Potential der mit Hilfe von Web-Technologien beschleunigte interne Wissensaustausch hat. Unternehmen wie die Allianz <a href=\"https:\/\/www.allianzdeutschland.de\/news\/news-2012\/29-02-12-allianz-wird-zum-enterprise-2-0\/\">https:\/\/www.allianzdeutschland.de\/news\/news-2012\/29-02-12-allianz-wird-zum-enterprise-2-0\/<\/a>, Adidas, BASF, Deutsche Telekom oder Otto f\u00fchren nun neue Kommunikationswerkzeuge innerhalb ihrer Firmen ein<\/em>: Diese so genannten Enterprise 2.0- Technologien <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enterprise_2.0\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enterprise_2.0<\/a> , die E-Mail erg\u00e4nzen und zum Teil ersetzen, tragen dazu bei, dass Unternehmen schneller und innovativer werden. So weit, so gut, oder?<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sind Sie netz-affin oder netz-skeptisch?<\/strong><\/p>\n<p>Leider nicht, es ist keineswegs damit getan, eine etablierte Technologie f\u00fcr die Wissensarbeiten von heute \u2013 die E-Mail \u2013 durch ein paar noch neuere Technologien aus dem Web 2.0 zu ersetzen. Wir haben als Berater in zahlreichen Projekten die Erfahrung gemacht, dass der Wandel hin zu neuen Kommunikationsstrukturen behutsam vorgenommen werden muss, um alle Mitarbeiter mit an Bord zu bekommen. Denn dabei droht auch in den Unternehmen ein Konflikt, der auch anderswo in der Gesellschaft zu beobachten ist: Der Konflikt zwischen netz-affinen und netz-skeptischen Menschen \u2013 eine Grenze, die nicht immer, aber mitunter auch entlang der Generationengrenzen (<a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/it\/0,2828,625126,00.html\">http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/it\/0,2828,625126,00.html<\/a>) verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schauen Sie sich doch einmal in Ihrem B\u00fcro um. Es wird sicherlich Menschen geben, f\u00fcr die Social Media kein Fremdwort, sondern Teil ihres Alltags ist. Sie twittern, bloggen und wenn es ein neues Betriebssystem oder eine neue Anwendung gibt, arbeiten sie sich in diese Softwarewelten ein &#8211; manche mit Feuereifer, mache einfach nur zielstrebig. F\u00fcr sie wird die Einf\u00fchrung von Enterprise 2.0 keine gro\u00dfe Umstellung werden, benutzen sie doch t\u00e4glich Tools mit \u00e4hnlichen Funktionen. Viele von haben Werte wie Offenheit, Transparenz oder die Bereitschaft sich zu vernetzten und Wissen zu teilen verinnerlicht und w\u00fcnschen sich diese M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Berufsalltag. F\u00fcr sie sind Kurznachrichten, Chats oder Onlineprofile auch als Business-Werkzeuge etwas, das ihnen Spa\u00df macht. <em>Nicht alle, aber viele von ihnen<\/em> <em>haben oft weniger Scheu, auch im Unternehmen ihr Wissen zu teilen, weil sie genau das im Web jeden Tag tun und dort erleben, wie man durch positive R\u00fcckmeldungen und eine steigende Reputation von diesem Teilen auch selbst profitiert.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings hat nicht jeder Lust, sich diese stark an das Web 2.0, an Facebook, Twitter und Co. erinnernden neuen Kommunikationswerkzeuge, zu erschlie\u00dfen. Und manch einem geht die Technik-Euphorie der Netzfans auch geh\u00f6rig auf die Nerven. Viele Mitarbeiter finden neue Technik keineswegs cool, sondern eher anstrengend, unsicher und empfinden sie als eine Gef\u00e4hrdung f\u00fcr Ihre Privatsph\u00e4re. Sie nutzen E-Mail und den Rest der Unternehmensanwendungen, aber sie lieben diese Tools nicht. Sie haben keine Lust, st\u00e4ndig neue Kommunikationskan\u00e4le auszuprobieren, ihnen reicht es verl\u00e4sslich und pers\u00f6nlich \u00fcber die etablierten Kan\u00e4le zu kommunizieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neue Managementaufgabe<\/strong><\/p>\n<p>Es ist Aufgabe des Managements, f\u00fcr die Kommunikation im Unternehmen Werkzeuge bereitzustellen, die sowohl den Web 2.0-begeisterten als auch den netz-skeptischen Mitarbeitern gerecht werden. <a href=\"http:\/\/www.doubleyuu.com\/analyse-zu-sharepoint-2010\/\">http:\/\/www.doubleyuu.com\/analyse-zu-sharepoint-2010\/<\/a>. Sie m\u00fcssen gerade Letzteren genau aufzeigen, welchen Nutzen die neuen Werkzeuge haben und wie sie ihnen bei der Arbeit helfen. Einfach nur darauf zu verweisen, dass Wikis modern und E-Mails altmodisch sind, hilft da nicht weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsinnige Doppelarbeiten<\/strong><\/p>\n<p>Wer neue Werkzeuge wie einen Chat oder Mitarbeiterprofile einf\u00fchrt, muss also nicht nur erkl\u00e4ren, wie man sie bedient, sondern auch dass damit Unternehmen agiler, kundenorientierter und produktiver werden, weil unter anderem Doppelarbeiten sich substantiell reduzieren lassen. Denn wieder und wieder die gleiche Arbeit aufs Neue zu erledigen, das ist weder modern noch altmodisch \u2013 sondern einfach nur unsinnig. Ob man das durch eine Mail zur richtigen Zeit, einen Blogbeitrag, eine Chatnachricht oder einen Anruf erreicht, ist dabei nebens\u00e4chlich. Wichtig ist, dass beide Nutzergruppen die Werkzeuge nutzen k\u00f6nnen, denen sie vertrauen und Informationen vermittelt bekommen, die sie f\u00fcr ihre Arbeit ben\u00f6tigen. Wetten, dass sich wenigstens darauf in jedem Unternehmen die Netz-Skeptiker und die Netz-Euphoriker einigen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gastautor Willms Buhse ist Vortragsredner, Buchautor und Enterprise 2.0-Experte. 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