{"id":644108,"date":"2012-05-29T17:09:39","date_gmt":"2012-05-29T15:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=644108"},"modified":"2012-05-29T17:09:39","modified_gmt":"2012-05-29T15:09:39","slug":"stoppschild-fur-wichtighuber-business-behave","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/29\/stoppschild-fur-wichtighuber-business-behave\/","title":{"rendered":"Stoppschild f\u00fcr Wichtighuber &#8211; Business Behave"},"content":{"rendered":"<p><strong>Immer und \u00fcberall erreichbar? Manchmal geht es eben doch nicht<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kennen Sie diese Leute? Die davon ausgehen, dass sie die Wichtigsten \u00fcberhaupt sind. Immer und \u00fcberall und vor allem: Zu jedem Zeitpunkt, der ihnen gerade in den Kram passt. Kollateralsch\u00e4den sind ihnen gleichg\u00fcltig. Wenn sie andere Leute dampfwalzengleich \u00fcberfahren &#8211; bildlich gesehen &#8211; ist es ihnen egal.<br \/>\nGegenwehr? Ganz schwierig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie haben Lungenentz\u00fcndung? Mir doch egal<\/strong><\/p>\n<p>Meine Freundin und ihr Mann, ein Berater, wurden erst k\u00fcrzlich Opfer von so einem Wichtighuber, wie die Bayern solche Vertreter ihrer Art nennen. Ihr Mann lag im Bett mit einer Lungenentz\u00fcndung und 40 Grad Fieber, als ein &#8211; zugegebenermassen wichtiger Kunde &#8211; bei ihnen zu Hause anrief und verlangte, den Kranken zu sprechen: &#8222;Ich muss ihn jetzt sofort sprechen&#8220;, herrschte der Kunde die verdatterte Ehefrau an.Und sie gehorchte, so verbl\u00fcfft war sie \u00fcber den autorit\u00e4ren Umgangston. Und ihr Mann gleich mit, trotz Fieber stand er dem unversch\u00e4mten Anrufer Rede und Antwort so gut es eben ging, vom Bett aus, ohne Unterlagen und schwer gehandicappt. Fast unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, dass es eigentlich gar nichts Eiliges war. Es war nur ein Reflex des Kunden nach dem Motto: Mein Berater ist nicht f\u00fcr mich da, weil er krank ist? Dann kann er nur simulieren. Derselbe Mann rief den Berater nat\u00fcrlich wenige Wochen sp\u00e4ter auch in seinem Kurzurlaub in Spanien, an einem Br\u00fcckentag an. Es war dasselbe Spiel gewesen: Im B\u00fcro hatte ihm die Sekret\u00e4rin gesagt, dass der Berater einen Tag Urlaub macht &#8211; und jetzt musste ihn der Kunde erst recht sprechen. &#8222;Was, er macht schon wieder Urlaub?&#8220; hatte er sofort losgegiftet &#8211; um den armen Mann postwendend auf seinem Handy anzuherrschen, in aggressivem Ton, beim Fr\u00fchst\u00fcck am Urlaubsort. Auch dieses Mal h\u00e4tte das Ansinnen locker Zeit bis zum Montag Zeit gehabt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gegenwehr? Am besten Humor<\/strong><\/p>\n<p>Wie man solchen Raudis begegnet? Ihnen zu versuchen, ruhig mit guten Argumenten zu kommen, ist ziemlich sinnlos. Die w\u00fcrden sie ohnehin nicht h\u00f6ren wollen, sondern erst recht den Autorit\u00e4ren geben. Die bessere M\u00f6glichkeit ist, solche Leute mit Humor zu nehmen und ins Leere laufen zu lassen. Doch das erfordert so viel Souver\u00e4nit\u00e4t, die in solch einem Moment nicht leicht ist. Eine Bemerkung wie &#8222;H\u00e4tte er gewusst, dass Sie ihn heute sprechen wollen, h\u00e4tte er die Lungenentz\u00fcndung nat\u00fcrlich erst morgen bekommen&#8220;, kann auch nach hinten losgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;wenn es gar nicht anders geht, die Ausrede<\/strong><\/p>\n<p>Die letzte Rettung ist in dem Fall die Technik, oder besser gesagt, die nicht funktionierende Technik. Am Urlaubsort zum Beispiel muss man ja nicht unbedingt einen guten Handy-Empfang haben, hoch in den Bergen oder mitten am Strand. Zu dumm. Meine M\u00fcnchner Freundin hat f\u00fcr diese Situationen folgende Taktik entwickelt und ruft lautstark in ihr Mobiltelefon:&#8220; Hallo? Halloooooo???? Ich h\u00f6re Sie nicht mehr. Huhu? Warum sagen Sie denn nichts mehr? Also ich h\u00e4nge jetzt ein, rufen Sie mich doch nochmal an.&#8220; Und stellt ihr Handy kurzerhand ab. Dann ist die b\u00f6se b\u00f6se Technik schuld, der unmanierliche Anrufer kalt gestellt &#8211; und die Form gewahrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lust auf mehr? Das dritte Kolumnenbuch zum Thema Business Behave und der Gegenwehr auf Unversch\u00e4mtheiten von Gabriele Schlegel mit Claudia T\u00f6dtmann mit dem Titel &#8222;Wie kommen Sie mir denn?&#8220; gibt es im Handelsblatt-Shop:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.handelsblatt-shop.com\/buecher-eigener-autoren\/wie-kommen-sie-mir-denn-p698.html\">http:\/\/www.handelsblatt-shop.com\/buecher-eigener-autoren\/wie-kommen-sie-mir-denn-p698.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer und \u00fcberall erreichbar? Manchmal geht es eben doch nicht &nbsp; Kennen Sie diese Leute? Die davon ausgehen, dass sie die Wichtigsten \u00fcberhaupt sind. 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