{"id":643948,"date":"2012-05-14T00:19:43","date_gmt":"2012-05-13T22:19:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643948"},"modified":"2012-05-15T00:33:03","modified_gmt":"2012-05-14T22:33:03","slug":"das-top-manager-gefuhl-uber-dem-gesetz-zu-stehen-auch-uber-zeugnisfalschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/14\/das-top-manager-gefuhl-uber-dem-gesetz-zu-stehen-auch-uber-zeugnisfalschungen\/","title":{"rendered":"Das Top-Manager-Gef\u00fchl, \u00fcber dem Gesetz zu stehen &#8211; auch \u00fcber Zeugnisf\u00e4lschungen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Jahren melden sich immer mal wieder Detekteien mit Pressemitteilungen zu Worte, in denen sie vor einer relativ hohen Quote von gef\u00e4lschten Zeugnissen warnen. Einer der wenigen F\u00e4lle, die dann auch mal bekannt wurden, war zuletzt der Fall des Arbeitsrechtlers in einer D\u00fcsseldorfer Gro\u00dfkanzlei auf der K\u00f6nigsallee, der seine Noten verf\u00e4lscht hatte. Das, nachdem er wohl mehr als hundert Bewerbungen geschrieben hatte &#8211; und anscheinend nirgends unterkam mit seinem durchschnittlichen Examen.<\/p>\n<p>Im Falle von Scott Thompson, dem Yahoo-Chef, liegt der Fall ein klein wenig anders. Er hatte keine Probleme einen Job zu bekommen. Aber irgendwann &#8211; und wohl schon zu Zeiten seiner fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit f\u00fcr PayPal &#8211; stand pl\u00f6tzlich ein Bachelorabschluss in Computerwissenschaften in seiner Vita, den es tats\u00e4chlich nicht gab. Fakt ist wohl, dass er einen Bachelor in Finanzbuchhaltung hatte, aber eben nicht diesen zweiten Abschluss. Aufgedeckt wurde dies vom Manager eines Hedgefonds, Daniel Loeb von Third Point, einem Gro\u00dfaktion\u00e4r, der wohl nicht gerade Thompsons Verb\u00fcndeter war. Dass das alles ein unbeabsichtigter Fehler war, versuchte das Internetunternehmen Yahoo zwar in der vergangenen Woche noch Glauben zu machen &#8211; doch vergebens. Dass er sich bei den Yahoo-Mitarbeitern entschuldigte, half ihm auch nicht mehr. Jetzt musste der 54-j\u00e4hrige Thompson von seinem Posten zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p>Man kann es sich vorstellen, dass durch irgendeinen Verwaltungsfehler, eine Fahrl\u00e4ssigkeit oder ein Unterlassungsfehler aus einem zwei Abschl\u00fcsse wurden. Was man sich nicht vorstellen kann: Warum jemand, der es bereits an die Spitze geschafft hat, den Fehler nicht berichtigen l\u00e4sst. N\u00f6tig hat er den zweiten Abschluss nicht mehr. F\u00fcr nichts.<\/p>\n<p>Anders als der Anwalt, der auf der Strasse stand und um einen Job k\u00e4mpfte, h\u00e4tte Thompson nichts verloren, h\u00e4tte er nur rechtzeitig eingegriffen.Der zweite, falsche Titel verbesserte seine Situation kaum und bef\u00f6rderte vermutlich seine Karriere ebensowenig. Oder ist es einfach diese Top-Manager-Gef\u00fchl von &#8222;ich entscheide selbst, welche Gesetze f\u00fcr mich gelten&#8220;?<\/p>\n<p>Dumm nur, dass dieses Nicht-Berichtigen am Ende f\u00fcr Thompson pers\u00f6nlich die vermutlich nicht nur gr\u00f6\u00dfte Niederlage seiner Karriere bereitete. Es war gefundenes Fressen f\u00fcr seinen Gegenspieler. So schreibt die Nachrichtenagentur dpa: &#8222;F\u00fcr Gro\u00dfaktion\u00e4r Loeb war diese Entdeckung der Hebel, um den Firmenchef zu st\u00fcrzen, der seinen eigenen Machtpl\u00e4nen im Weg stand. Loeb h\u00e4lt \u00fcber seinen Hedgefonds Third Point 5,8 Prozent an Yahoo und fordert schon lange, dass er in das oberste Konzerngremium einziehen kann, in den Verwaltungsrat. Nach dem Sturz Thompsons wird Loeb nun insgesamt drei Sitze in dem Gremium bekommen, einen davon besetzt er selbst, die beiden anderen bekleiden Vertraute.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren melden sich immer mal wieder Detekteien mit Pressemitteilungen zu Worte, in denen sie vor einer relativ hohen Quote von gef\u00e4lschten Zeugnissen warnen. 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