{"id":643892,"date":"2012-05-08T12:54:58","date_gmt":"2012-05-08T10:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643892"},"modified":"2012-05-08T12:54:58","modified_gmt":"2012-05-08T10:54:58","slug":"wer-anderen-die-vorfahrt-nimmt-%e2%80%93-und-ihre-zeit-klaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/08\/wer-anderen-die-vorfahrt-nimmt-%e2%80%93-und-ihre-zeit-klaut\/","title":{"rendered":"Wer anderen die Vorfahrt nimmt \u2013 und ihre Zeit klaut"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt Menschen, die haben ein unersch\u00fctterliches Selbstbewusstsein. Das sind jene, die in einen Raum kommen, in dem zwei andere gerade eine dienstliche Besprechung haben, und sie als Hereinkommender nehmen sich das Recht heraus, die anderen zu unterbrechen. Egal, ob sie ein\u00a0 Chef sind oder gleichrangig sind in der Hierarchie. Sie unterbrechen die anderen auch dann, wenn ihr eigenes Anliegen keineswegs eilig oder tagesaktuell ist. Und sie unterbrechen auch Dienstbesprechungen anderer, keineswegs eine private Plauderei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andere Degradieren vor Freude \u00fcber die eigene Wichtigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Das Missliche ist dann: Der Bewohner des Zimmers freut sich so \u00fcber seine Wichtigkeit, dass gleich zwei Leute etwas von ihm wollen, dass er sich &#8211;\u00a0 ohne nachzudenken &#8211; dem zweiten zuwendet. Wenn\u00b4s ein Chef oder Chefchen ist, umso begeisterter. H\u00f6flichkeitsregeln? In Anbetracht der Hierarchie wie weggeblasen.<br \/>\nMan steht also als derart Abgekanzelter schlimmstenfalls zehn Minuten daneben, verliert kostbare Zeit und wartet. Wartet, bis sich der Bewohner des B\u00fcros freundlicherweise einem wieder zuwendet und es weitergeht im Text. So ganz nebenbei hat der Eindringling die Hackordnung klargestellt. Dumm nur, dass Sie sich darin ganz unten befinden in dem Moment.<\/p>\n<p><strong>Reinkommen und andere unterbrechen ist definitiv unh\u00f6flich<\/strong><\/p>\n<p>Jedoch: Gleich in der Sekunde, in der der Eindringling die H\u00f6flichkeitsgrenze \u00fcberschreitet, muss er gestoppt werden. Am besten mit diesen Worten \u2013 und samt der passenden Handbewegung: \u201eBitte unterbrechen Sie uns nicht und lassen Sie uns erst zum Ende kommen. Danach k\u00f6nnen Sie sofort Ihr Anliegen vorbringen.\u201c Oder schneller und im Klartext: \u201eStop, einer nach dem anderen.\u201c Und dann ist wichtig, keine Pause eintreten zu lassen, sondern gleich weiter zu reden. Nur dieses dominante Verteidigen seiner Ich-war-zuerst-hier-Rechte hilft in diesem Fall. F\u00fcr Frauen gilt dies umso mehr, neigen sie doch dazu, h\u00f6flich zur\u00fcck zu stehen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist die Situation, wenn ein Kunde an einem Tresen steht und mit dem Verk\u00e4ufer spricht, dann aber das Telefon klingelt. Ist der Verk\u00e4ufer \u00fcberfordert, geht er direkt ans Telefon und l\u00e4sst denjenigen, der sich eigens pers\u00f6nlich zu ihm bem\u00fcht hat, dumm herum stehen. Verkehrte Welt, oder? Auch hier hilft nur eins, hart bleiben, siehe oben. Es kann nicht sein, dass jemand so \u00fcber die kostbare Zeit anderer verf\u00fcgen darf. Zumal es f\u00fcr den Verk\u00e4ufer Arbei tszeit ist und den Stehen-Gelassenen dessen wenige Freizeit.<\/p>\n<p><strong><\/strong>\u00a0<strong>Die rigide Banker-Floskel<\/strong><\/p>\n<p>Banken haben f\u00fcr diese Gelegenheit eine Strategie, die superunh\u00f6flich ist, aber effizient: Erreichen Sie Ihren Berater nicht, sondern einen unzust\u00e4ndigen Kollegen, rattert dieser routiniert herunter: \u201eHerr Meier ist im Kundengespr\u00e4ch.\u201c Ende, aus, unter<strong><\/strong>brechen undenkbar, auch nicht per Telefon. Sch\u00f6n w\u00e4re nur, die Banker w\u00fcrden sagen \u201eHerr Meier ist in einem anderen Kundengespr\u00e4ch.\u201c, denn schlie\u00dflich ist der Anrufer kein Bittsteller \u2013 sondern auch ein Kunde.<\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p><strong>Lesetipp:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eWie kommen Sie mir denn?\u201c <\/strong><strong>von Gabriele Schlegel und Claudia T\u00f6dtmann<br \/>\n144 Seiten, 15,90 \u20ac<br \/>\nISBN: 978-3709302057<br \/>\nErh\u00e4ltlich unter <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt-shop.com\/buecher-eigener-autoren\/wie-kommen-sie-mir-denn-p698.html\">http:\/\/www.handelsblatt-shop.com\/buecher-eigener-autoren\/wie-kommen-sie-mir-denn-p698.html<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es gibt Menschen, die haben ein unersch\u00fctterliches Selbstbewusstsein. 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