{"id":643839,"date":"2012-05-03T01:23:04","date_gmt":"2012-05-02T23:23:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643839"},"modified":"2012-05-03T01:23:04","modified_gmt":"2012-05-02T23:23:04","slug":"luxuslabels-als-spendensammler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/05\/03\/luxuslabels-als-spendensammler\/","title":{"rendered":"Luxuslabels als Spendensammler"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Textilh\u00e4ndler H&amp;M probiert wieder mal einen neuen Marketing-Dreh, um seinen Absatz anzukurbeln: Wer etwas aus der Kollektion &#8222;Fashion against Aids&#8220; kauft, von dessen Kaufpreis &#8222;gehen 25 Prozent an HIV\/Aids-Pr\u00e4ventionsprojekte&#8220; verspricht der Filialist. Muss dass ein? Reicht es nicht, wenn diese &#8211; wirtschaftlich nicht ganz erfolglose &#8211; Kette einfach einen Betrag X spendet und das meinetwegen ohne Ende kommuniziert: auf Plakaten, in der TV-Werbung, im Newsletter, auf den Plastikt\u00fcten &#8211; wo auch immer. Aber die Kunden mit ihrem Gewissen kapern und zum Kauf irgendwelcher F\u00e4hnchen verleiten &#8211; im Tausch gegen ein gutes Gef\u00fchl zur Pl\u00fcdde -, das ist impertinent. <a href=\"http:\/\/https:\/\/www.hm.com\/de\/faa?cm_mmc=Newsletter-_-20120426-_-faa-_-DE#inspiration\">https:\/\/www.hm.com\/de\/faa?cm_mmc=Newsletter-_-20120426-_-faa-_-DE#inspiration<\/a><\/p>\n<p><strong>Luxuslabels als Spenden-Sammler<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso impertinent ist es, wenn ein Luxuslabel wie Stuart Weitzmann &#8211; das ist der Designer mit den hohen Abs\u00e4tzen, der behauptete, auf seinen Pumps k\u00f6nnten seine Kundinnen auch gut laufen und nicht nur dekorativ auf dem Sofa sitzen &#8211; seine gesammte Kundendatei anschreibt. Und um Spenden f\u00fcr irgendein Projekt bittet. Auch das ist komplett daneben. Fast schon so etwas wie verlogen. Entweder der Luxusproduzent h\u00e4ngt sein Herz an ein Projekt, dann soll er gef\u00e4lligst daf\u00fcr pers\u00f6nlich oder als Unternehmer spenden und dr\u00fcber reden &#8211; oder nicht. Aber seine Kundenliste zweckentfremden und die Konsumenten einspannen wollen &#8211; das geht gar nicht. Denn welches Gef\u00fchl stellt sich bei denen ein? Richtig, dass ausgerechnet der Luxuslabel-Unternehmer seine Kunden f\u00fcr Melkk\u00fche h\u00e4lt. Und sogar solche, deren Namen er nicht h\u00fctet wie einen wertvollen Schatz, sondern freigiebig f\u00fcr irgendwelche Projekte hergibt. Und sie bel\u00e4stigt und ihnen vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen verursacht.<\/p>\n<p><strong>Traumlabel mit Klingelbeutel<\/strong><\/p>\n<p>Zumal: Warum kaufen Frauen so s\u00fcndhaft teuere Schuhe? Um sich zu belohnen, sich zu tr\u00f6sten, sich etwas zu g\u00f6nnen oder vielleicht, um etwas still zu geniessen &#8211; was auch immer. Aber nicht, um sich outen und anzapfen zu lassen als &#8211; vermeintlich oder tats\u00e4chlich &#8211; zahlungskr\u00e4ftige Kundin mit Spendenpotenzial.<\/p>\n<p>Und es gibt auch Menschen, die lange Jahre auf einen bestimmten Gegenstand sparen &#8211; das kann der F\u00fcllfederhalter, die Armbanduhr oder das heissersehnte Kleid von Dior sein. Wie m\u00fcssen die sich f\u00fchlen, wenn sie diese Spendenaufforderung ihres Traumlabels erhalten? Vorgef\u00fchrt, zum Beispiel.<\/p>\n<p>Vor knapp 20 Jahren gab es eine Studie von der EBS, der European Business School im Rheingau, \u00fcber die weihnachtlichen Spendenprojekte der Unternehmen: Ein Gro\u00dfteil der Spenden, die die Unternehmen auf ihren Weihnachtskarten an Gesch\u00e4ftspartner und Kunden undsoweiter erw\u00e4hnten, fanden danach in Wahrheit gar nicht statt. Und damals war die \u00c4ra der Controller und Entlasser noch gar nicht in Sicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Textilh\u00e4ndler H&amp;M probiert wieder mal einen neuen Marketing-Dreh, um seinen Absatz anzukurbeln: Wer etwas aus der Kollektion &#8222;Fashion against Aids&#8220; kauft, von dessen Kaufpreis &#8222;gehen 25 Prozent an HIV\/Aids-Pr\u00e4ventionsprojekte&#8220; verspricht der Filialist. Muss dass ein? 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