{"id":643778,"date":"2012-04-24T00:31:56","date_gmt":"2012-04-23T22:31:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643778"},"modified":"2012-04-24T00:31:56","modified_gmt":"2012-04-23T22:31:56","slug":"welcher-dax-30-aufsichtsratschef-hat-denn-da-gepetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/04\/24\/welcher-dax-30-aufsichtsratschef-hat-denn-da-gepetzt\/","title":{"rendered":"Welcher Dax-30-Aufsichtsratschef hat denn da gepetzt?"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der freundliche Bitte der Kodex-Kollegen, die Vorstandsgeh\u00e4lter auf ihrem All-time-high zu kappen, sollte<\/strong> <strong>man nachkommen.<\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<div><\/div>\n<div>In einem Brief mit der Aufforderung Geh\u00e4lter-Deckelungen in Vorstandsvertr\u00e4ge einzubinden, wurde nur Simone Bagel-Trah, die einzige Frau unter den Aufsichtsratsvorsitzenden der Dax30-Konzerne namentlich angesprochen. Quelle: REUTERS<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>Zwei Top-Manager aus der Kommission f\u00fcr gute Unternehmensf\u00fchrung preschen voran und geben \u2013 ja was eigentlich? \u2013 die Moralapostel? Die Spielverderber? Die Sauberm\u00e4nner der Nation? Sie forderten jedenfalls in einem \u201evertraulichen\u201c Brief die Aufsichtsratsvorsitzenden der Dax30-Konzerne wie Gerhard Cromme, Simone Bagel-Trah oder Manfred Schneider auf, in die Vorstandvertr\u00e4ge ihrer Unternehmen f\u00fcr die Geh\u00e4lter Deckelungen hineinzuf\u00fcgen. Der Brief war derart \u201evertrauensvoll\u201c, dass er auch gleich bei der D\u00fcsseldorfer Wirtschaftstageszeitung \u201eHandelsblatt\u201c landete und diese sich l\u00e4nglich mit dem Thema befasste. Der Brief war in der Zeitung abgedruckt, doch wer ihn fr\u00f6hlich weiterreichte an die Presse, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren. Dass einzig Frau Bagel-Trah in der Anrede namhaft gemacht wird, entspricht nur dem Comment: Schlie\u00dflich ist sie die einzige Dame unter den 30 Chef-Kontrolleuren.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>&lt;a href=&#8220;http:\/\/ad.de.doubleclick.net\/jump\/iqwiwo\/erfolg\/management\/art\/;kw=iqwiwo,erfolg;doc=artikel;sz=300&#215;250;tile=4;ord=123456789?&#8220; target=&#8220;_blank&#8220; &gt;&lt;img src=&#8220;http:\/\/ad.de.doubleclick.net\/ad\/iqwiwo\/erfolg\/management\/art\/;kw=iqwiwo,erfolg;doc=artikel;sz=300&#215;250;tile=4;ord=123456789?&#8220; border=&#8220;0&#8243; alt=&#8220;&#8220; \/&gt;&lt;\/a<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Eigene Obergrenze<\/strong><\/p>\n<p>Die Rede ist nun in dem Brief von der \u201eSorge\u201c, die die beiden Unterzeichner erf\u00fcllt, dass es zu neuen Regelungen im Kodex oder schlimmer noch zu einem Gesetz kommen k\u00f6nnte. Und dass sie deshalb anregten, doch lieber selbst Obergrenzen einzuziehen \u2013 ehe \u201ePolitiker schon aus populistischem Impuls an Gesetze denken, die im Zweifelsfall die mehrheitliche Unterst\u00fctzung der Medien finden w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>K\u00e4me der Brief aus den eigenen Reihen der Dax-Vorst\u00e4nde, h\u00e4tte er vielleicht mehr Glaubw\u00fcrdigkeit. So kommt er im Falle Gentz von einem Ex-Vorstand, der sich zuletzt ebenfalls mit Sorgen hervortat. Konkret bef\u00fcrchtete er n\u00e4mlich schon vor einem Jahr \u2013 bei einer jahrzehntelangen M\u00e4nnerquote von mindestens rund 95 Prozent in den Dax-Vorst\u00e4nden, dass die armen Herren jetzt pl\u00f6tzlich zur\u00fcckgesetzt werden &#8211; wenn nach und nach auch ein paar Frauen am Vorstandstisch Platz nehmen.\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/manfred-gentz-maenner-haben-nur-noch-alibi-funktion\/5256860.html\" target=\"_blank\">Nebenbei bemerkt sind ja selbst innerhalb des vergangenen Jahres trotz allem Geschrei um die Frauenquote kaum welche dazugekommen.<\/a><\/p>\n<p>Der andere der beiden Helden ist ausgerechnet Aufsichtsratschef in der Bank, die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/bei-500-000-euro-gehaelter-der-staatsbanker-werden-gedeckelt-11055172.html\" target=\"_blank\">durch ihre besondere Geschichte ihren Top-Leuten gar nicht zahlen darf, was sie will \u2013 sondern ohnehin schon gedeckelt ist. <\/a><\/p>\n<p>Er kann also innerhalb seines eigenen Unternehmens keinen Top-Mann weiter frustrieren, sondern im Gegenteil, ihm zu einer gewissen Schadenfreude verhelfen.<\/p>\n<p>Und wie das Ansinnen der beiden Schreiber praktisch aussehen sollte, w\u00fcrde einen ja auch mal interessieren. Handfestes gibt der Brief leider nicht her. Und dann wird\u00b4s auch juristisch schwierig: Denn welcher Manager l\u00e4sst sich w\u00e4hrend seiner Vertragslaufzeit so einfach freiwillig sein Gehalt k\u00fcrzen?<\/p>\n<p>F\u00fcr den k\u00fcnftigen Deutsche-Bank-Vorstandschef Anshu Jain beispielsweise wird es bitter genug, wenn er nach seiner Bef\u00f6rderung bald nicht mehr wie 2011 zuletzt 9,8 Millionen Euro im Jahr bekommt \u2013 sondern weniger. Der Grund: Er soll nicht mehr erhalten als sein k\u00fcnftiger Co-Chef J\u00fcrgen Fitschen, der zuletzt 4,2 Millionen Euro bekam. Also wird der eine gek\u00fcrzt, der andere gepusht \u2013 auf alle F\u00e4lle soll es am Ende weniger werden als die 9,4 Millionen Euro, die deren Vorg\u00e4nger Josef Ackermann bekam.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder war es einfach der Zeitpunkt, der M\u00fcller und Gentz nun zur Feder treibt? Denn, dass die rasante Entwicklung der Spitzengeh\u00e4lter im krassen Gegensatz zum Schicksal der Mitarbeiter steht, ist lange bekannt. Zuletzt wurde vorgerechnet, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche in zwei Tagen das verdient, was sein Facharbeiter im Jahr bekommt \u2013 ohne t\u00e4glich seit \u00fcber zehn Jahren das Damokles-Schwert der n\u00e4chsten K\u00fcndigungswelle \u00fcber sich und entsprechende Sorgen um die Existenz seiner Familie aushalten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<div>\n<p>Besser ist es allemal, diese Ausw\u00fcchse zu stoppen, schon des lieben Betriebsfriedens willen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der freundliche Bitte der Kodex-Kollegen, die Vorstandsgeh\u00e4lter auf ihrem All-time-high zu kappen, sollte man nachkommen. 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