{"id":643748,"date":"2012-07-10T01:40:42","date_gmt":"2012-07-09T23:40:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643748"},"modified":"2012-07-10T14:58:15","modified_gmt":"2012-07-10T12:58:15","slug":"ein-teller-geschnetzeltes-mit-steueranwalt-claus-esers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/10\/ein-teller-geschnetzeltes-mit-steueranwalt-claus-esers\/","title":{"rendered":"Ein Teller Geschnetzeltes mit Steueranwalt Claus E\u00dfers"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_643749\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/04\/E\u00dfer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643749\" class=\"size-medium wp-image-643749\" title=\"E\u00dfer\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/04\/E\u00dfer-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/04\/E\u00dfer-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/04\/E\u00dfer.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-643749\" class=\"wp-caption-text\">Claus E\u00dfers von Hoffmann Liebs Fritsch &amp; Partner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt M\u00e4nner, die haben einen besonderen Gang &#8211; und das ist ihnen oft nicht mal bewu\u00dft. So jemand ist Claus E\u00dfers, denn er\u00a0tanzte\u00a0zehn Jahre lang Formation und\u00a0das hat seinen Gang gepr\u00e4gt. Man riet ihm damals zu Diplomatenlaufbahn, doch es kam anders. E\u00dfers ist Steuerrechtler bei der Wirtschaftskanzlei Hoffmann Liebs Fritsch &amp; Partner in D\u00fcsseldorf und ist &#8222;sehr gerne Anwalt&#8220;, erz\u00e4hlt er. Fr\u00fcher in Pension zu gehen kann sich E\u00dfers deshalb auch nicht vorstellen. Obwohl er\u00a0eigentlich mal Elektrotechnik studieren wollte. Und Jura nur nebenbei, um Patentanwalt zu werden. Doch ihm wurde klar, dass er lieber &#8222;etwas mit Menschen machen&#8220; wollte und\u00a0lie\u00df die Elektrotechnik sausen. Anwalt wurde dann seine Berufung &#8211; und nicht Richter , wie sein Vater, wie er klar stellt. &#8222;Richter sehen n\u00e4mlich nur einmal die Woche Menschen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manchmal beginnt im Leben eine Leidenschaft\u00a0als Pflicht<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich lief es mit seinem Desinteresse an seinem ersten Tanzkurs, das ebenfalls in Begeisterung umschlug. E\u00dfers, der zehn Jahre lang Formation getanzt hat, wollte zuerst gar nicht in die Tanzstunde. Eigentlich. Doch seine Eltern wollten, dass er daran teilnimmt: um auf seine Schwester\u00a0ein Auge zu haben. Um ihr Tanzpartner zu sein und auf sie aufzupassen. Der Deal war dann: Er bekam als Gegenleistung eine Blinklichtanlage f\u00fcr sein Mofa. Das Ende vom Lied: Die Schwester h\u00f6rte nach dem ersten Kurs auf, E\u00dfers aber war so begeistert, dass er sich s\u00e4mtliche\u00a0Abzeichen ertanzte bis hin zu Gold Star und Formation in Standard und Latein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ich habe Ihren Prozess gewonnen&#8220;, &#8211; aber &#8222;Sie haben Ihren Proze\u00df verloren&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>E\u00dfers hat f\u00fcr unseren Lunch das italienische Restaurant &#8222;Rosati&#8220; im D\u00fcsseldorfer Norden zwischen Messe und Theodor-Heuss-Br\u00fccke, am Reeser Platz, ausgesucht. Das Restaurant ist die Art Italiener, der sich schon seit Jahrzehnten in D\u00fcsseldorf h\u00e4lt, seine Stammkundschaft hat und den modische Trends nicht sonderlich interessieren. E\u00dfers bestellt Kalbsgeschnetzeltes mit Pasta &#8211; und ist davon ganz angetan. Dabei erz\u00e4hlt er von den Anw\u00e4lten, die ihren Klienten sagen &#8222;Ich habe Ihren Prozess gewonnen&#8220;, aber &#8222;Sie haben Ihren Prozess verloren&#8220;. Und er spricht von der Sorte \u00a0Manager, die \u00fcbers Wasser gehen. Bis ihnen die Justiz eines Tages vielleicht ihre Grenzen aufzeigt. &#8222;Wenn der gebrochen deutsch sprechende Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter in der U-Haft entscheidet, ob und wann kalt geduscht wird und ob \u00fcberhaupt. In der Totalisolation, in der man nichts machen kann &#8211; nur Briefe schreiben.&#8220; Da hat er schon so manchen Wirtschaftsboss erlebt, der bis dahin nicht das Gef\u00fchl hatte, dass Gesetze auch f\u00fcr ihn gelten. Der sich benahm, als w\u00fcrden Regeln nur f\u00fcr die anderen gelten, die nicht so hoch oben auf der Leiter der Unternehmenshierarchie standen wie er selbst. Manager, die sich noch hoch erhobenen Hauptes abf\u00fchren lie\u00dfen, doch nach sp\u00e4testens zwei Tagen\u00a0in der U-Haft ganz kleinlaut wurden.<\/p>\n<p>E\u00dfers Ding ist die Beratung der Mittelst\u00e4ndler, erz\u00e4hlt der Rheinl\u00e4nder. Jener Haudegen, die China nicht einfach Produkte abkaufen. Sondern die selbst\u00a0hinfahren und sich vor Ort ansehen, wie ihre Produkte gebaut werden. Die sich von\u00a0den Ger\u00e4ten und den Methoden selbst \u00fcberzeugen. Warum? &#8222;Die Beratung der Mittelst\u00e4ndlers erfolgt auf Augenh\u00f6he&#8220;, erz\u00e4hlt E\u00dfers. Nur so geht es, sagt er. &#8222;Denn im Unternehmen selbst traut sich keiner, mit einem gestandenen Mittelst\u00e4ndler\u00a0konstruktiv und in der Sache hart zu diskutieren. Da bestehen einfach zu viele Abh\u00e4ngigkeiten.&#8220; Schlie\u00dflich m\u00fcsse auch er im richtigen Moment mal &#8222;nein&#8220; sagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manchmal schmollt auch der\u00a0Mandant <\/strong><\/p>\n<p>So wie in dem\u00a0Fall aus den Zeiten des neuen Marktes. Als ein Mittelst\u00e4ndler sein Unternehmen an ein englisches Unternehmen ver\u00e4u\u00dfern wollte &#8211; und schon nur noch seine sp\u00e4tere Fahrt\u00a0in die Toskana im Kopf hatte.<\/p>\n<p>Der Kaufpreis sollte allein in Aktien den englischen Unternehmens gezahlt werden, das sei damals der K\u00f6nigsweg und sehr hipp gewesen. Aber: Die deutsche Steuer f\u00e4llt sofort im Jahr des Verkaufs an. Somit h\u00e4tte der Verk\u00e4ufer &#8211; sein Mandant &#8211;\u00a0die Steuern aus eigenen Mitteln vorfinanzieren m\u00fcssen. Das kann fast keiner,\u00a0auch E\u00dfers Mandant nicht. Er bat dann den englischen K\u00e4ufer (&#8222;aus heutiger Sicht eher den englischen Patient&#8220;), einen Teil des Kaufpreises bar zu zahlen, damit E\u00dfers Mandant das Geld f\u00fcr die Steuer hatte. Das\u00a0lehnte der Brite strikt ab, &#8211; der Jurist\u00a0zog\u00a0die Reissleine. &#8222;Sonst w\u00e4re das Unternehmen weg gewesen, wir h\u00e4tten das Risiko des Schicksals der Aktien des K\u00e4ufers gehabt &#8211; der kurz darauf in die Insolvenz ging &#8211; und h\u00e4tten zugleich aus eigenen Mitteln die f\u00e4lligen Steuern vorfinanzieren m\u00fcssen&#8220;, erinnert sich der D\u00fcsseldorfer. Auf dem R\u00fcckflug habe der Mandant kein Wort mehr mit mit ihm gesprochen. Doch als der englische K\u00e4ufer\u00a0drei Wochen sp\u00e4ter insolvent wurde, bekam E\u00dfers eine Kiste Wein &#8211; aus der Toskana, wo der Mandant dann ein mittelst\u00e4ndisches Unternehmen gekauft hat. Und das geh\u00f6rt ihm noch heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_643989\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/Geschnetzeltes.Essers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643989\" class=\"size-medium wp-image-643989\" title=\"Geschnetzeltes.Essers\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/Geschnetzeltes.Essers-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/Geschnetzeltes.Essers-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/05\/Geschnetzeltes.Essers.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-643989\" class=\"wp-caption-text\">Kalbsgeschnetzeltes bei Rosati in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Es gibt M\u00e4nner, die haben einen besonderen Gang &#8211; und das ist ihnen oft nicht mal bewu\u00dft. 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