{"id":643429,"date":"2012-03-14T13:02:41","date_gmt":"2012-03-14T12:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643429"},"modified":"2012-03-15T21:51:09","modified_gmt":"2012-03-15T20:51:09","slug":"heiteres-aus-den-agenturen-eine-groselternzeit-als-job-auszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/03\/14\/heiteres-aus-den-agenturen-eine-groselternzeit-als-job-auszeit\/","title":{"rendered":"Heiteres aus den Agenturen: Eine &#8222;Gro\u00dfelternzeit&#8220; als Job-Auszeit?"},"content":{"rendered":"<p>Bundesfamilienministerin Kristina Schr\u00f6der sorgt schon wieder f\u00fcr\u00a0Heiterkeit. Nach der Soft-Frauenquote, bei der\u00a0sie sich anscheinend anfangs selbst nicht \u00fcberlegt hatte, was das sein soll, wartet sie jetzt mit einem neuen lustigen Vorschlag auf. Da vermeldet gerade\u00a0die Nachrichtenagentur dda: &#8222;Schr\u00f6der will\u00a0Gro\u00dfelternzeit<br \/>\neinf\u00fchren&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Da werden sich die Unternehmen freuen:\u00a0Planungsunsicherheit und neue B\u00fcrokratie<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfartig. De Unternehmen, die gerade bemerken, dass ihnen nichts anderes \u00fcbrig bleiben wird, als ihre alten Hasen nolens volens doch zu behalten und lieber nicht weiter in gro\u00dfem Stil ab dem 53. Lebensjahr in die Pampas zu schicken &#8211; weil ihnen n\u00e4mlich die Fachleute dann fehlen &#8211; sollen diese jetzt hergeben wollen f\u00fcr die Hege und Aufzucht der n\u00e4chsten deutschen\u00a0Baby-Generation?\u00a0Na die werden sich freuen. Neue B\u00fcrokatiemonster, neue Unsicherheiten und die erfahrenen Leute, die den Schlingerkurs junger hungriger W\u00f6lfe &#8211;\u00a0so nennt man die jungen Kollegen gerne, um Gestandene auf die Palme zu bringen &#8211; \u00a0irgendwann zu korrigieren, sind f\u00fcr die Unternehmen dann auch nicht mehr einplanbar, sondern ratzfatz weg an die Wiege der Enkelkinder. Zur Freude der Personalabteilungen, denen auf dem Wege die Arbeit zwar nicht ausgeht, aber zu konstruktiven vorw\u00e4rts gerichteten Aufgaben kommt man so nicht mehr. Denn ganz sicher sind solche Konstruktionen mit vielen formularen und Fu\u00dfangeln dann verbunden, wenn\u00b4s soweit kommt.<\/p>\n<p>Das Ganze\u00a0klingt wie aus tausenundeiner Nacht, n\u00e4mlich wie ein\u00a0M\u00e4rchen: Da sollen junge Omas und Opas &#8211; die ich im Arbeitsalltag \u00fcbrigens kaum treffe wg Aussortiert &#8211;\u00a0nochmal und vielleicht sogar erstmals bei M\u00e4nnern ins Windeln und Baby-F\u00fcttern einsteigen. Fragt sich nur, ob die das wollen und ob die\u00a0Mamis und Papis das ebenso wollen.<\/p>\n<p>Zum einen wohnen die Generationen ja oft gar nicht mehr als selben Ort &#8211; wir huldigen schlie\u00dflich der flexiblen Gesellschaft, in der Arbeitnehmer\u00a0 jedem Unternehmen an jeden Ort folgen sollen. Soll dann also die junge Oma, die noch keine 60 ist in ihrem Wohnort in Frankfurt alles stehen und liegen lassen und sich f\u00fcr ein halbes Jahr bei Tochter und Sohn in Stuttgart einnisten? Das wird eng und der Familienknatsch ist\u00a0vorprogrammiert. ganz abgesehen vom jungen Opa, der auch nicht alleine in Frankfurt bleiben will so lange.<\/p>\n<p>Die ganz andere Frage ist, ob die frischgebackenen Eltern diese Auszeiten nicht lieber selbst nutzen wollen und die Zeit &#8222;mit dem Kind genie\u00dfen&#8220;, wie es immer so sch\u00f6n hei\u00dft? Die ist ja tats\u00e4chlich ruckzuck um: &#8222;Kinder sind ein durchlaufender Posten&#8220;, sagte mir erst k\u00fcrzlich so eine Gro\u00dfmutter wehm\u00fctig, die\u00a0sich f\u00fcr ihre Enkelkinder \u00fcber die Massen der Normalos etliche Jahre vier Tage die Woche (jedes Kind bekam 2 Tage) eingesetzt hat. Sp\u00e4testens mit 16 Jahren entfernen sich die Kinder im Affenzahn von den Rocksch\u00f6ssen der Eltern und wohnen mitnichten wie in Italien bis zum 30.Lebensjahr und l\u00e4nger mit den Eltern unter einem Dach.<\/p>\n<p>Dazu kommt: ich kenne nicht viele F\u00e4lle, in denen sich Gro\u00dfeltern so einbringen\u00a0wollen &#8211; oder einbringen k\u00f6nnen. Sind die Kinder Akademiker, sind die Gro\u00dfeltern mindestens 65 Jahre und k\u00fcnstliche H\u00fcften oder sonstwelche Malessen stehen im Wege. Die kann Frau Schr\u00f6der also auch nicht meinen, denn die k\u00f6nnen mit ihrer Zeit ohnehin machen was sie wollen und sind l\u00e4ngst nicht mehr im Arbeitsalltag eingebunden.<\/p>\n<p>Und wollen die anderen das \u00fcberhaupt? Wer geht dann auf die Kreuzfahrten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesfamilienministerin Kristina Schr\u00f6der sorgt schon wieder f\u00fcr\u00a0Heiterkeit. Nach der Soft-Frauenquote, bei der\u00a0sie sich anscheinend anfangs selbst nicht \u00fcberlegt hatte, was das sein soll, wartet sie jetzt mit einem neuen lustigen Vorschlag auf. 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