{"id":643284,"date":"2012-03-03T11:06:36","date_gmt":"2012-03-03T10:06:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=643284"},"modified":"2012-03-03T11:06:36","modified_gmt":"2012-03-03T10:06:36","slug":"welche-eigenschaften-brauchen-leader-gastbeitrag-von-willms-buhse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/03\/03\/welche-eigenschaften-brauchen-leader-gastbeitrag-von-willms-buhse\/","title":{"rendered":"Welche Eigenschaften brauchen Leader? Gastbeitrag von Willms Buhse"},"content":{"rendered":"<p>Das Gastautor Willms Buhse ist Vortragsredner, Buchautor und Enterprise 2.0-Experte. Er ist Gr\u00fcnder des Beratungsunternehmens doubleYUU in Hamburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Eigenschaften brauchen Leader? Gedanken zu den Gewinnern des Leader-in-the-Digital-Age-Award (Lida)<\/strong><\/p>\n<p>Mit Jay Rogers, dem CEO das US-Autobauers Local Motors, und Tim Renner, dem Kopf hinter dem Musik-Netzwerk Motor, wurden gerade bemerkenswerte zwei Manager von einer hochkar\u00e4tig besetzten Jury geehrt. Rogers ist Gewinner des <a href=\"http:\/\/lidaaward.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/lidaaward.com <\/a>Leader in the Digital Age Award 2012 (LIida-Award), der unter dem Vorsitz von Niedersachsens Wirtschaftsminister J\u00f6rg Bode verliehen wird, in der Kategorie Manager\/Vordenker 2012 . Tim Renner wird der Preis in der Kategorie Entertainment 2012 verliehen.<\/p>\n<p>Ich habe beide als Jurymitglied unterst\u00fctzt, denn beide sind eine gute Wahl, denn der Lida-Award, der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Manager auszuzeichnen, die vernetzt denken und zeitgem\u00e4\u00dfe Leadership-Modelle erfolgreich umsetzen. Und genau das tun beide.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mw.niedersachsen.de\/portal\/live.php?navigation_id=5459&amp;article_id=103408&amp;_psmand=18\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mw.niedersachsen.de\/portal\/live.php?navigation_id=5459&amp;article_id=103408&amp;_psmand=18<\/a> Niedersachsens Wirtschaftsminister J\u00f6rg Bode nennt Jay zurecht &#8222;einen Manager, der sein Unternehmen perfekt an die Anforderungen einer vernetzten, digitalen Welt angepasst hat&#8220;.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend andere Automotive-Firmen auf hermetisch abgeschlossene eigene Entwicklungsabteilungen setzen, Jay steht f\u00fcr die Idee, mit Hilfe einer Online-Community Autos in einem offenen Kollaborationsprozess zu bauen. Mitmachen darf jeder. Dazu muss man kein Ingenieur sein, sondern nur mit einem Web-Browser und &#8211; wenn man will &#8211; einem CAD-Programm umgehen k\u00f6nnen. Autofans rund um die Welt helfen Local Motors mit Ideen und Entw\u00fcrfen und haben so das Design und die Bauteile des Ralley Fighters gestaltet, der seit letztem Sommer in den USA auf den Stra\u00dfen f\u00e4hrt.<\/p>\n<p>So schnell wie das total vernetzte Auto-Unternehmen Local Motors kann kein anderer Fahrzeug entwickeln. 18 Monate dauete es vom Enturf bis zu dem Zeitpunkt, am den der Rally Fighter, das erste Auto von Local Motors auf der Stra\u00dfe fuhr. Bisher reden wir in der Automotive-Industrie \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren und mehr, um ein neues Fahrzeug zu entwickeln. So schnell ist Local Motors nur, weil Jay verstanden hat, vernetzt zu denken und die Dynamik des Webs zu nutzen.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber den Preis von Tim Renner &#8211; wirklich ein <a href=\"http:\/\/www.nordmedia.de\/presseinfomodul\/detail\/395.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.nordmedia.de\/presseinfomodul\/detail\/395.html<\/a> Taktgeber der Musikindustrie &#8211; freue ich mich. Tim kenne ich seit 15 Jahren und bin beeindruckt, mit wie viel Engagement er daf\u00fcr k\u00e4mpft, dass sich die Unterhaltungsindustrie neu erfindet. Besonders zu Zeiten von\u00a0 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napster\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napster<\/a> Napster war es selten, dass ein Musikmanager das Internet nicht als Teufelszeug ansah, sondern als Chance betrachtet f\u00fcr K\u00fcnstler, mit Fans zu interagieren und neue Erl\u00f6smodelle aufzubauen.<\/p>\n<p>Beides sind Manager, die viele Eigenschaften mitbringen, die f\u00fcr heutige F\u00fchrungskr\u00e4fte unabdingbar sind: Beide haben einen digitalen &#8222;Mindset&#8220;, das hei\u00dft: Sie haben verstanden, wie das Internet funktioniert. Sie haben Werte, wie sie f\u00fcr die Netzgemeinschaft selbstverst\u00e4ndlich sind, verinnerlicht: Sie leben Offenheit, Transparenz, Agilit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Dialogbereitschaft vor.<\/p>\n<p>Jay hat sein ganzes Unternehmen um diese Werte herum aufgebaut. &#8222;Transparenz, Partizipation, Agilit\u00e4t und Offenheit sind Werte, die Local Motors auf allen Ebenen pr\u00e4gen&#8220;, sagt er. Das sind nicht nur leere Worte: Die Community Manager, die die Nutzergemeinschaft steuern und motivieren, sind in seinem Unternehmen so wichtig wie die Ingenieure. Kommunikation mit den Netznutzern hat f\u00fcr Local Motors absolute Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Konstruktionsdaten f\u00fcr den Ralley Fighter sind im Internet zu finden. Konstruktionsdaten sind in der \u00fcbrigen Automotive-Industrie &#8211; eine Branche, die es in der Disziplin Geheimhaltung leicht zur Weltmeisterschaft bringt &#8211; das am besten geh\u00fctete Geheimnis. Local Motors macht sie \u00f6ffentlich, damit die Netzgemeinschaft sie verbessern kann. Die Community entscheidet, welche Entw\u00fcrfe die besten sind. Jay f\u00fchrt, aber er befiehlt nicht. Er ist der oberste Vernetzer, ein Leader, der motiviert, und moderiert,\u00a0 der daf\u00fcr sorgt, dass das Wissen flie\u00dft und Mitarbeitern und Community-Aktiven eine B\u00fchne baut, auf der sie kreativ sein k\u00f6nnen. Aber dar\u00fcber vergisst er auch das Anf\u00fchren nicht. Er entscheidet schlussendlich, welche der vielen Ideen mit dem Budget von Local Motors umgesetzt werden. Local Motors ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass die netz-gest\u00fctzte Zusammenarbeit &#8211; die sogenannte Collaboration &#8211; ausschlie\u00dft, dass jemand zentral unternehmerische Entscheidungen trifft.<\/p>\n<p>Wie gut diese Vorgehensweise funktioniert, haben wir bei doubleyuu Ende 2012 zusammen mit T-Systems und der Universit\u00e4t St. Gallen <a href=\"http:\/\/www.doubleyuu.com\/local-motors-studienergebnisse\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.doubleyuu.com\/local-motors-studienergebnisse\/<\/a> in einer Studie\u00a0 nachgewiesen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Ford beispielsweise f\u00fcr seinen 4-Wheel-Drive F150 in f\u00fcnf Jahren etwa 1,5 Milliarden Dollar investieren musste und Tesla f\u00fcr den Roadster sechs Jahre und 250 Millionen Dollar Kapital ben\u00f6tigte, kam der Rally Fighter, das erste Modell, das Local Motors zum Verkauf anbietet, mit einem Budget von 3,6 Millionen Dollar aus. Local Motors muss also nur ein bis zwei Prozent des Kapitals aufwenden, das die klassische Automotive-Industrie in ein neues Fahrzeugmodell investiert.<\/p>\n<p>Bereits jetzt ist Local Motors nach eigenen Angaben an einem Punkt, an dem schon 150 verkaufte Fahrzeuge pro neuer Serie ausreichen, um den Break-Even zu erreichen. Nicht schlecht, oder?<\/p>\n<p>Auch Tim hat den digitalen &#8222;Mindset&#8220; verinnerlicht: Er schreibt nicht nur B\u00fccher \u00fcber den Wandel in der Musikindustrie, sondern ist permanent online als Blogger aktiv. Und er setzt nicht auf ein Alternativmodell zum bisherigen Musikgesch\u00e4ft, sondern er reagiert &#8211; wie Jay Rogers &#8211; situativ auf Ver\u00e4nderungen. Er stellt sich dem massiven Umbruchsprozess, den die globale Vernetzung und Digitalisierung in der Musikindustrie eingeleitet haben, durch mutiges Ausprobieren. Statt alten, zum Niedergang verurteilten Gesch\u00e4ftsmodellen nachzutrauern, begann er, neue aufzubauen: als der Kopf hinter Motor FM, einem auf neue K\u00fcnstler spezialisierten Musikradio, als Chef von Motor Entertainment einer Firma die den K\u00fcnstlern als Dienstleister ihre Ver\u00f6ffentlichungen managed, oder als Vorstand und Begr\u00fcnder der all2gethernow, einem Berliner Netzwerk welches Musikern auf den Weg in die Unabh\u00e4ngigkeit hilft.<\/p>\n<p>Tim und Jay k\u00f6nnen etwas, was viele F\u00fchrungskr\u00e4fte heute noch nicht k\u00f6nnen: Sie haben sich von der agilen Software-Entwicklung abgeschaut, wie man heute managed. Sie orientieren sich nicht an alten F\u00fchrungsmodellen wie &#8222;Command and Control&#8220; oder kooperative F\u00fchrung, bei denen letztlich doch immer der einsame Manager allein die Definitionsmacht dar\u00fcber hat, was richtig, notwendig und angemessen ist.<\/p>\n<p>Ihre Managementmethode erkennt an, dass man als F\u00fchrungskraft nicht immer allein und im Voraus alles am Besten wei\u00df. Wie bei einem agilen Software-Projekt denken sie an das gro\u00dfe Ganze, gehen aber in kleinen Schritten vor. Im agilen Management werden keine Demoversionen einer Software, wohl aber andere Zwischenst\u00e4nde, etwa aus der Arbeit an der Organisations- oder Konzeptentwicklung, vorgestellt, bewertet und durch das schnelle Feedback fortlaufend zielf\u00fchrend weiterentwickelt. Jeder Zwischenschritt wird vom Team bewertet. Die so gewonnen Erkenntnisse werden genutzt, um zu definieren, wie der n\u00e4chste Projektschritt aussehen soll.<\/p>\n<p>Dieses Vorantasten erlaubt es, permanent auf Probleme und neue Anforderungen zu reagieren. Auf Methoden aus dem agilen Management zu setzen ist eine sinnvolle Methode, um in einer Zeit erfolgreich zu sein, die vom Netz und einem dauerhaften, extrem dynamischen Wandel gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Das allerdings ist eine Erkenntnis, die noch nicht besonders weit in der Gesch\u00e4ftswelt verbreitet ist. Genau deshalb freut es mich so, dass gerade Jay und Tim 2012 den LIDA-Award am 7.3. 2012 im Zuge einer Abendveranstaltung auf der Cebit verliehen bekommen. Und zwei weitere Preise folgen als \u00dcberraschung noch.<\/p>\n<p><strong>P.S. Wer Lust hat, daran teilzunehmen, dem gibt die WiWo exklusiv die Chance dazu: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir haben f\u00fcnf Tickets f\u00fcr den Lida-Award, die wir nach dem Prinzip first come-first serve vergeben. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bitte eine einfache Mail mit Ihren Koordinaten schicken an: claudia.toedtmann@wiwo.de mit dem Betreff &#8222;Lida Award-Tickets&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber den Gastautor: <a href=\"http:\/\/www.willmsbuhse.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.willmsbuhse.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.doubleyuu.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.doubleyuu.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gastautor Willms Buhse ist Vortragsredner, Buchautor und Enterprise 2.0-Experte. Er ist Gr\u00fcnder des Beratungsunternehmens doubleYUU in Hamburg. &nbsp; Welche Eigenschaften brauchen Leader? 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