{"id":642854,"date":"2012-01-04T02:32:22","date_gmt":"2012-01-04T01:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=642854"},"modified":"2013-04-22T16:18:21","modified_gmt":"2013-04-22T14:18:21","slug":"ich-sah-aus-wie-ein-mehlwurm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/01\/04\/ich-sah-aus-wie-ein-mehlwurm\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich sah aus wie ein Mehlwurm&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Weihnachten ist vorbei, ich wei\u00df. Mit gef\u00fchlsduseligen Themen sollte zum Jahresbeginn eigentlich Schluss sein.\u00a0Doch es gab k\u00fcrzlich gab zum dritten Mal in D\u00fcsseldorf eine bemerkenswerte Veranstaltung: einen Charity Ladies\u00b4\u00a0 Lunch von DKMS Life &#8211; einer Organisation f\u00fcr krebskranke Frauen &#8211; mit dem Hauptsponsor Schwarzkopf und -zig anderen von Douglas \u00fcber Art Deco bis zur Sarasin Bank. Die geladenen Damen, die eine stolze Summe f\u00fcr ihre Anwesenheit berappen mussten,\u00a0 fanden sich im Hyatt an der D\u00fcsseldorfer Hafenspitze zum Lunch ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was es konkret zu f\u00f6rdern galt: Kosmetikseminare f\u00fcr krebskranke Frauen. Schon im Vorfeld h\u00f6rte ich b\u00f6sen Spott \u00fcber solche Kurse: &#8222;Typisch D\u00fcsseldorf, da gibt es sogar Krebskranke f\u00fcr Schminkkurse.&#8220; Dabei: Wer so redet, ist nur borniert. Er weiss n\u00e4mlich nicht &#8211; konkret war es eine studierte und gebildete Sie &#8211; , dass es a) diese Kurse in mehreren, auch unverd\u00e4chtigen St\u00e4dten gibt und b) dass diese Kurse mitnichten die Eitelkeit irgendwelcher Zicken bedienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stattdessen hilft der richtige Umgang mit Kosmetik lediglich denjenigen, die nach mehreren Monaten qualvoller Chemotherapie feststellen: Ihnen sind nicht nur die Kopfhaare ausgegangen &#8211; was sie mit Per\u00fccken oder T\u00fcchern zu kaschieren versuchen. So, und warum kaschiert man das? Weil man eben nicht auffallen m\u00f6chte, weil man aussehen will wie andere auch und nicht jedem Fremden sein Leid offenbaren will. Und weil man eben nicht mit jedem \u00fcber seine Krankheit sprechen will. Vielleicht will man sie gar nicht zugeben m\u00fcssen, solange nicht klar ist, ob die Chemo anschl\u00e4gt und ob man \u00fcberlebt. Also denen, denen schon nach den ersten Wochen die Kopfhaare ausgehen, bemerken irgendwann &#8211; sagen wir nach der vierten Chemo &#8211; , dass es damit nicht mal getan ist: Die Wimpern gehen fl\u00f6ten und die Augenbrauen auch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein junger Mann aus einer Gro\u00dfbank, der betroffen war, brachte es so auf den Punkt: &#8222;Ich sah aus wie ein Mehlwurm&#8220;. Blass und angegriffen und dann auch noch komplett nackt im Gesicht. Wer aber w\u00e4hrend der Geschichte weiter arbeitet oder zumindest irgendwie am Leben weiter teilnimmt, m\u00f6chte dabei so wenig wie m\u00f6glich auffallen damit. Denn man\u00a0 traut sich sonst vielleicht nicht mehr unter Leute oder gar nicht aus dem Haus. Weil einen &#8222;alle wie einen Alien und schrecklich mitleidig ansehen&#8220; Und das gelingt wie? Richtig, mit geschicktem Schminken. Nur, die Tricks muss man kennen. Sprich gezeigt bekommen. Wie man nicht vorhandene Augenbrauen und Wimpern vort\u00e4uscht. Wie man die Augenringe nach den Chemos wegschminkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und daf\u00fcr sind Kurse da f\u00fcr die Firmen wie Shiseido, Astor, L\u00d3real oder Henkel &#8211; www.dkms-life.de &#8211; Produkte herausr\u00fccken. Starfotograf Jim Rakete opferte seine Zeit und Fotomaterial und fotografierte Frauen nach dem Schminken. Um zu zeigen: es geht. Dass man auch mit Krebs seinen Stolz bewahren kann und keineswegs wie E.T. auszusehen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten ist vorbei, ich wei\u00df. Mit gef\u00fchlsduseligen Themen sollte zum Jahresbeginn eigentlich Schluss sein.\u00a0Doch es gab k\u00fcrzlich gab zum dritten Mal in D\u00fcsseldorf eine bemerkenswerte Veranstaltung: einen Charity Ladies\u00b4\u00a0 Lunch von DKMS Life &#8211; einer Organisation f\u00fcr krebskranke Frauen &#8211; &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/01\/04\/ich-sah-aus-wie-ein-mehlwurm\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1350,1346,1351,1344,298,305,514,1349,1347,722,1345,1348],"class_list":["post-642854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-artdeco","tag-charity-ladies-lunch","tag-chemotherapie","tag-dkms","tag-douglas","tag-dusseldorf","tag-henkel","tag-jim-rakete","tag-krebs","tag-loreal","tag-schwarzkopf","tag-shiseido"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=642854"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642854\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=642854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=642854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=642854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}