{"id":642779,"date":"2012-02-29T01:34:10","date_gmt":"2012-02-29T00:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=642779"},"modified":"2012-02-29T01:34:10","modified_gmt":"2012-02-29T00:34:10","slug":"ja-wo-stecken-sie-denn-die-ungeahnten-talente-im-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/02\/29\/ja-wo-stecken-sie-denn-die-ungeahnten-talente-im-unternehmen\/","title":{"rendered":"Ja wo stecken sie denn, die ungeahnten Talente im Unternehmen?"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Das ist so was mit den Vorurteilen. Meist bemerkt man sie, wenn andere ihnen erliegen &#8211; und weniger man selbst. Manchmal aber erliegen ihnen die Menschen gruppenweise &#8211; und bemerken es nicht mal. Im Gegenteil, vielleicht nennt sich das dann sogar Firmenkultur &#8211; und man ist irgendwie stolz drauf.\u00a0 Und will, dass sich Neulinge im Unternehmen an sie anpassen. Eins dieser einm\u00fctig gelebten Vorurteile in vielen Unternehmen ist jenes: Jeder Neue, der von aussen kommt, ist erst mal viel besser als die Kollegen, die schon an Bord sind. Das dauert freilich nicht so lange, der Lack des Neuank\u00f6mmlings ist schnell ab und die allgemeine gegenseitige Geringsch\u00e4tzung erwischt auch ihn. Nur die wenigsten schaffen es, ihren Lack zu verteidigen und bew\u00e4ltigen den Durchmarsch in die Chefetage. Die anderen, die gro\u00dfe Mehrzahl bekommt die Chancen nicht. Oft deshalb, weil die \u00dcberpr\u00fcfung der schlummernden F\u00e4higkeiten bei den Mitarbeitern nicht irgendwie institutionalisiert ist. Und dann unterbleibt\u00b4s eben. Die j\u00e4hrlichen Mitarbeitergespr\u00e4che k\u00f6nnen das nicht leisten, sind sie doch fast \u00fcberall eine Farce und inzwischen bei vielen Unternehmen nur noch dazu da, damit der Vorgesetzte sie der Unternehmensf\u00fchrung nachweisen und seine eigene Pr\u00e4mie ins Trockene retten kann. Um den Mitarbeiter und seine Perspektiven gehts dabei nie mehr. Er kann froh sein, wenn er keinen Vorgesetzten hat, der diese Jahresgespr\u00e4che nicht nur als seinen eigenen Abrechnungsmoment benutzt. Als M\u00f6glichkeit einzusch\u00fcchtern, mit Vorw\u00fcrfen zu \u00fcbersch\u00fctten und zu sticheln &#8211; damit der Mitarbeiter ja keine Gehaltserh\u00f6hung verlangt.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Jedes zweite Unternehmen ohne Talent-Management<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Hierzu passt eine Untersuchung des Personaldienstleisters Robert Half mit dem Ergebnis: Jede zweite Firma in Deutschland hat kein Talent-Management-Programm, mit dem hausintern die potenziellen F\u00fchrungkr\u00e4fte identifiziert werden k\u00f6nnen &#8211; und am besten auch identifiziert werden.<\/p>\n<p align=\"left\">Und das, obwohl sich der drohende Personalmangel aufgrund der Demographie schon seit zehn Jahren abzeichnet.<\/p>\n<p align=\"left\">Dabei: \u201eUnternehmen m\u00fcssen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern mit F\u00fchrungsqualit\u00e4ten nicht in die Ferne schweifen, denn oft schlummern ungeahnte Talente innerhalb der Firma&#8220;, wei\u00df Sven Hennige, Managing Director Central Europe von Robert Half International. \u201eUmso wichtiger ist es, einen Talentpool aufzubauen, um vielversprechende Kandidaten rechtzeitig zu erkennen und sie zu F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten auszubilden.&#8220; H\u00e4tte es doch den Vorteil, dass man sich nicht auf Experimente mit neuen Mitarbeitern einlassen und weniger Headhunterhonorare zahlen zu m\u00fcssen. Und, was erst seit maximal einem Jahr von den Unternehmen als Problem erkannt wird: Dass ihnen weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte fehlen zwecks Erf\u00fcllung der Quote. Obwohl sie m\u00f6glicherweise genug geeignete Frauen in der dritten, vierten Ebene haben, die sie aber &#8211; vermutlich unbewusst &#8211; versauern lassen. Das sind auch Vorurteile. Denn stoisch quaken sie im Chor: &#8222;Die Frauen fehlen, die Frauen wollen gar nicht in F\u00fchrungspositionen, weil sie lieber bei den Kindern zuhause bleiben&#8220;. Dass jede zweite Frau tats\u00e4chlich kinderlos bleibt, f\u00e4llt ihnen dabei gar nicht auf. Und wieviele Frauen es gibt, die erlernt haben, sich nicht vorzudr\u00e4ngeln und Verantwortung nur zu \u00fcbernehmen, wenn sie dazu aufgerufen werden, schon dreimal nicht. Diesen Vorurteilen k\u00f6nnte ein gut gemachtes Programm den Garaus machen und helfen, wach zu k\u00fcssende Dornr\u00f6schen im letzten Winkel der Firma, oben im Turm zu finden.<\/p>\n<p align=\"left\">Doch diese Fehl-Vorurteile, dass man auch etliche m\u00f6glicherweise durchaus f\u00e4hige Leute l\u00e4ngst im Hause hat, sie aber nicht in die N\u00e4he der Ruder kommen l\u00e4sst, gesteht man sich eben auch nicht so gerne ein.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Mitarbeiter als Kaugummi unter der Schuhsohle<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Und das wiederum ist nur konsequent und entspricht ohnehin der verbreiteten Firmen-Geisteshaltung, dass die eigenen Mitarbeiter nur Kostenfaktoren sind, die man leider ebenso schlecht los wird wie ein Kaugummi unterm Schuh. Daraus resultiert denn auch die unerf\u00fcllte Sehnsucht nach Respekt, Anerkennung und Lob ihrer Vorgesetzten, den die meisten Angestellten etlichen Umfragen zufolge haben.<\/p>\n<p align=\"left\">Zumal: Wie oft klagen Angestellte, dass ihre wahren Potenziale vom eigenen Arbeitgeber \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen werden und sich niemand f\u00fcr ihre F\u00e4higkeiten interessiere, die im Unternehmensalltag bei ihren derzeitigen Aufgaben so gar nicht zum Tragen k\u00e4men. Alle Managementans\u00e4tze, derlei F\u00e4higkeiten planm\u00e4ssig im Unternehmen zu erfassen, sind irgendwann, sp\u00e4testens vor zehn, f\u00fcnfzehn Jahren endg\u00fcltig verebbt. Auditings wurden kein Renner in der Produktrange der Resonalberater. Die Flut, die die Unternehmen dann erreichte, war die der Kosten-Spar- und Entlassungswellen, vom Halten-Wollen der Mitarbeiter war nicht mehr die Rede.Ging es doch nur noch ums Loswerden, um sozialvertr\u00e4glichen Mitarbeiterabbau, edler ausgedr\u00fcckt. So f\u00fcr die TV- und Radionachrichten. Gemeint war \u00fcbrigens, auf Kosten der Allgemeinheit und des Steuerzahlers. Aber das \u00fcberdeckte der Stempel &#8222;sozial&#8220; trefflich.<\/p>\n<p align=\"left\">Erkannt haben dies die Urheber der Arbeitgeber-Rankings. F\u00fcr die n\u00e4mlich legen sich manche Unternehmen ganz sch\u00f6n ins Zeug, um darin eine gute Figur zu machen &#8211; und die \u00fcberreifen (in die innere Emigration gefl\u00fcchteten) Angestellten von der Konkurrenz nur noch abpfl\u00fccken zu m\u00fcssen. Die warten nur darauf, in neuer Umgebung mit mehr Wertsch\u00e4tzung, ihrem Leben neuen Sinn zu geben. Denn, so verk\u00fcndete eine andere Studie der vergangenen Tage: Die allermeisten Arbeitnehmer lieben ja ihren Job.<\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.roberthalf.de\/Presse\"> www.roberthalf.de\/Presse <\/a><\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0Quelle: Robert Half, Workplace Survey 2011<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist so was mit den Vorurteilen. Meist bemerkt man sie, wenn andere ihnen erliegen &#8211; und weniger man selbst. Manchmal aber erliegen ihnen die Menschen gruppenweise &#8211; und bemerken es nicht mal. 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