{"id":642314,"date":"2011-11-01T23:54:58","date_gmt":"2011-11-01T22:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=642314"},"modified":"2011-11-01T23:59:18","modified_gmt":"2011-11-01T22:59:20","slug":"wer-als-manager-versagt-hat-darf-gleich-noch-einmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/11\/01\/wer-als-manager-versagt-hat-darf-gleich-noch-einmal\/","title":{"rendered":"Wer als Manager versagt hat, darf gleich noch einmal"},"content":{"rendered":"<div id=\"spLogo\">Das ist eins der Mysterien im Unternehmensalltag: Da gibt es Leute, die versagen. Mit Krawumm, so richtig. So dass am Ende alle froh sind, wenn der \u00dcbelt\u00e4ter endlich weg ist. Das ganze bleibt auch nicht unbemerkt von der \u00d6ffentlichkeit. Branchenbl\u00e4tter berichten, wom\u00f6glich auch die \u00fcberregionale oder gar die Publikums-Presse. Und dann passiert etwas, zeitversetzt, was alle verbl\u00fcfft: Der Mann taucht wieder auf, wieder in hervorgehobener Position, andere Mitarbeiter m\u00fcssen unter ihm leiden, wieder l\u00e4uft alles m\u00f6gliche schief, das Spielchen wiederholt sich &#8211; so als ob nichts gewesen w\u00e4re.<\/div>\n<div id=\"spSZM\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/spiegel.ivwbox.de\/cgi-bin\/ivw\/CP\/1309;\/wirtschaft\/unternehmen\/c-21\/r-5051\/p-druckversion\/a-794962\/be-PB64-d2lydHNjaGFmdC91bnRlcm5laG1lbi9hcnRpa2Vs\/szwprofil-1309?r=http%3A\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0%2C1518%2C794962%2C00.html&amp;d=2903.8000343156623\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" align=\"right\" border=\"0\" \/><\/div>\n<div>Eugene Isenberg, Vorstandschef beim amerikanischen \u00d6lunternehmen\u00a0 Nabors Industries scheint so ein Kandidat zu sein. 100 Millionen Dollar Abfindung bekommt er &#8211; so viel wie der Nettogewinn der Firma &#8211; und kann obendrein als Verwaltungsrat bleiben. <a title=\"Wirtschaft abstrus: Manager kassiert 100 Millionen Dollar Abfindung - und bleibt\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,794962,00.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,794962,00.html\u00a0<\/a><\/div>\n<div>Seine Lebensbilanz dennoch: 750 Millionen Dollar an Geh\u00e4ltern und Boni &#8211; ohne die Abfindung oben.<\/div>\n<div>Vor allem: Nabors Industries Das alles geschah, obwohl er schon vor drei Jahren als einer der &#8222;\u00fcberbezahltesten Manager&#8220; geoutet wurde von einem Institut, das sich mit dem Thema gute Unternehmensf\u00fchrung befasst.<\/div>\n<div>Leo Apotheker ist auch so jemand &#8211; dessen Beispiel hier nur stellvertretende f\u00fcr viele andere steht: Nachdem er bei SAP seinen Posten r\u00e4umen musste, weil &#8211; laut Wikipedia &#8211; weder Kunden noch Mitarbeiter Vertrauen zu ihm hatten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%A9o_Apotheker\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%A9o_Apotheker<\/a><\/div>\n<div>Sein schroffer F\u00fchrungsstil brach ihm am Ende unter anderem das Genick &#8211; so wie diese Schw\u00e4che oder einfach <strong>Unerzogenheit<\/strong>, sein <strong>Business Behaviour<\/strong>,\u00a0 immer dann auch ausserhalb der Firma thematisiert wird, wenn die Zahlen nicht mehr stimmen &#8211; bis dahin d\u00fcrfen Mitarbeiter ruhig verschlissen oder gar misshandelt werden.<\/div>\n<div>Zur allgemeinen \u00dcberraschung tauchte Apotheker aber pl\u00f6tzlich bei Hewlett-Packard (HP) wieder auf. Doch da ging es rasch: Nach nur elf Monaten wurde er abserviert, wegen seiner strategischen Entscheidungen &#8211; aber daf\u00fcr mit 13 Millionen Dollar Abfindung.<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,789231,00.html#ref=nldt\">http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,789231,00.html#ref=nldt<\/a><\/div>\n<div>Nun mag man sagen: Die Herren hatten blo\u00df gute Anw\u00e4lte, die ihnen gleich beim Einstieg ins Unternehmen in den Arbeitsvertrag wirklich gute Vertragsklauseln reinverhandelten. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Geschichten.<\/div>\n<div>Apotheker folgte bei HP \u00fcbrigens Meg Whitman mit &#8211; nat\u00fcrlich, sie ist ja eine Frau &#8211; nicht ann\u00e4hernd so viel Gehalt: eine Million Dollar Jahresgehalt und der Option, sich sechs Millionen dazuzu verdienen als Boni.<\/div>\n<div>Wie es dazu kommen konnte, dieser HP-Runde von elf Monaten f\u00fcr diese Irrsinnssumme?<\/div>\n<div>Ein Personalexperte eines amerikanischen Personaldienstleisters &#8211; der seinen Namen in diesem Zusammenhang nicht genannt wissen will, der aber Insiderinfomationen hat &#8211; lieferte mir k\u00fcrzlich diese Erkl\u00e4rung: Niemand bei HP hatte sich Leo Apotheker vor seinem Engagement angeschaut. Niemand hatte ihn auch nur einmal zu einer Art Vorstellungsgespr\u00e4ch gebeten. Er soll vom Fleck weg engagiert worden sein. Das ist wie Blindflug im Nebel. Da hat man sich einfach nicht gr\u00fcndlich informiert, sondern von seiner vorherigen Position blenden lassen und dem klangvollen Namen SAP: Anscheinend aber hat niemand mal recherchiert, wie es genau um Apothekers F\u00fchrungsqualit\u00e4t bestellt war und wie Ex-Mitarbeiter \u00fcber ihn schon damals klagten. Das war ein<strong> teures Vers\u00e4umnis<\/strong>.<\/div>\n<div>Schade nur, dass bei diesen Vers\u00e4umnissen nie zu Ende gedacht wird. Kernfrage w\u00e4re: Wer hat sich welches Vers\u00e4umnis geleistet? Auch diese Herrschaften sollten zur Rechenschaft gezogen werden.<\/div>\n<div>Nur der Hinweis auf die Herkunft des Kandidaten aus einem namhaften Unternehmen gen\u00fcgt (auch) auf dieser Ebene niemals. Und schon gar nicht in den Gehalts-Sph\u00e4ren.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eins der Mysterien im Unternehmensalltag: Da gibt es Leute, die versagen. Mit Krawumm, so richtig. 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