{"id":642215,"date":"2012-07-19T16:24:28","date_gmt":"2012-07-19T14:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=642215"},"modified":"2012-07-22T22:44:04","modified_gmt":"2012-07-22T20:44:04","slug":"arme-junge-ceo%c2%b4s-denen-unter-anderem-das-tempo-der-nachrichtenstrome-das-leben-schwer-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/19\/arme-junge-ceo%c2%b4s-denen-unter-anderem-das-tempo-der-nachrichtenstrome-das-leben-schwer-macht\/","title":{"rendered":"Arme, junge CEO\u00b4s &#8211; denen unter anderem das Tempo der Nachrichtenstr\u00f6me das Leben schwer macht"},"content":{"rendered":"<p>Es ist schon vertrackt mit den Anforderungen der neuen Medien, besonders f\u00fcr Bosse. &#8222;Der \u00e4ussere Druck auf die Unternehmenslenker hat massiv zugenommen.&#8220; Vor allem: &#8222;Die meisten CEO\u00b4s stehen der Grundgeschwindigkeit, wie man mit den neuen Medien umgehen muss, unsicher gegen\u00fcber,&#8220; berichtet Klaus-Peter Gushurst, Deutschand-Chef der Unternehmensberatung Booz &amp; Company. Und dass sie klagen, der Umgang mit den neuen Medien sei f\u00fcr sie eine Belastung.<\/p>\n<p>Denn: Der mediale Druck ist gestiegen und wie man kommuniziert, ist kompliziert geworden.\u00a0Gushurst schildert :\u00a0&#8222;Wie reagiert man ad\u00e4qaut und mit welchem Medium auf irgendwelche Ger\u00fcchte?&#8220; ist eine der zentralen Fragen heute &#8211; und leider ohne jede Patentl\u00f6sung. F\u00fcr die PR-Abteilungen ist es ebenso Neuland wie f\u00fcr die Unternehmenslenker.<\/p>\n<p>Und Gushurst skizziert, wie die Geschwindigkeit der Nachrichtenstr\u00f6me den Managern heute zusetzt: So ein Konzern-Chef sei schon arm dran, wenn er etwa eine Betriebsversammlung abh\u00e4lt. Schon eine Stunde sp\u00e4ter wird im Netz verbreitet, was er gesagt hat- und was nicht.\u00a0Die Erfahrung, wie man aber mit solchen schnellen Medien umgeht, ist bei den CEO\u00b4s noch nicht angekommen.<\/p>\n<p>Das Problem n\u00e4mlich ist: Kokettieren sie meistens doch sogar noch damit, dass sie lieber nicht auf Twitter oder Facebook alles von sich preisgeben wollten. Und sie zeigen schon damit, wie wenig Ahnung sie von beidem haben. Und wie wenig sie begriffen haben, wovon\u00a0sie sich gerade so gef\u00e4llig bel\u00e4chelnd distanzieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ach wissen Sie, ich bin old fashioned&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Meist grinsen sie dann triumphierend, wenn sie dann sagen &#8222;Wissen, Sie, ich bin old-fashioned. Ich mach\u00b4so was nicht.&#8220; Fast, als w\u00e4re es etwas Unanst\u00e4ndiges. Gemeint ist aber: Ich will mir keine M\u00fche geben, zumindest zu verstehen, worum es jeweils geht. Dass es zum Beispiel der Tweet eines Studenten war, der den Stein ins Rollen brachte, weswegen letztlich der Ex-Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler zur\u00fccktrat &#8211; das hat fast keiner realisiert. Oder ganz schnell vergessen.<\/p>\n<p>Auch dass es Tweets waren, die die New Yorker Redaktionen auf den notgelandeten Flieger auf dem Hudson-River erst aufmerksam machten.<\/p>\n<p>Oder trauen\u00a0sich\u00a0Top-Entscheider einfach nicht? Nach einem Business-Fr\u00fchst\u00fcck zum Thema Social Media der Wirtschaftskanzlei Simmons &amp; Simmons in D\u00fcsseldorf in aller Fr\u00fche tauschten sich im Fahrstuhl\u00a0ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und seine Assistentin aus. Der Herr offenbarte ihr,\u00a0dass es ihm Angst und Bange sei bei dem, was da auf ihn zuk\u00e4me mit Dingen wie Facebook oder Twitter.<\/p>\n<p>Dabei haben die neuen Medien durchaus Vorteile und das hat die Presse den managern in den vergangenen Jahren auch nicht vorenthalten.\u00a0Unternehmensberater Gushurst erinnert an Obama, der im Pr\u00e4sidenten-Wahlkampf 2008 die neuen Medien sehr gut zu nutzen verstanden habe. Ihm war es gelungen, via Internet\u00a0W\u00e4hler zu gewinnen. Schl\u00fcsse f\u00fcr ihre eigene Arbeit haben die Wirtschaftsbosse hierzulande daraus nicht gezogen.<\/p>\n<p>Anders als Bill Gates zum Beispiel ist kaum einer von ihnen bei Twitter vertreten &#8211; eher schon Politiker wie Dagmar W\u00f6hrl oder Hannelore Kraft.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Fr\u00fcher reichte ein Zeitungs-Interview<\/strong><\/p>\n<p>Der M\u00fcnchner Gushurst berichtet: &#8222;Fr\u00fcher traf ein Unternehmenslenker eine unpopul\u00e4re Entscheidung, dann gab er zwei Tage sp\u00e4ter gro\u00dfes Interview in einer der gro\u00dfen \u00fcberregionalen Zeitungen &#8211; und die Sache war klar. Man konnte danach wieder zur Tagesordnung \u00fcbergehen.&#8220; Damit ist es heute nicht mehr getan, vergleicht er.\u00a0 Es gebe ein generelles Thema rund um die Authenzit\u00e4t, so Gushurst. Die Bev\u00f6lkerung will heute n\u00e4mlich zum einen nicht mehr belogen werden. Und zum anderen wollen sie &#8222;keine weichgep\u00fclten Nachrichten mehr bekommen&#8220;.<\/p>\n<p>Noch aus Betriebsversammlungen senden die Mitarbeiter die ihnen verk\u00fcndeten, heissen Nachrichten\u00a0 per SMS, Mail, Facebook oder Twitter raus aus dem Firmengel\u00e4nde in alle Welt. An unbestimmte Adressaten und an Info-Kan\u00e4le, die vor allem die Journalisten als fortlaufenden Informationsstrom sch\u00e4tzen. Ebenso wie sie selbst permanent Infos hinein geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rauer Wind, gefeuerte Manager<\/strong><\/p>\n<p>Ganz schnell wird es f\u00fcr Manager dann n\u00e4mlich ruckzuck ungem\u00fctlich. Dem sie manchmal auch zum Opfer fallen: &#8222;Sobald der Wind rauer wird, werden die\u00a0Vorst\u00e4nde gefeuert&#8220;, res\u00fcmmiert Booz-Chef Klaus-Peter Gushurst. Ist die konjunkturelle Lage gut, d\u00fcrfen die Chefs auf ihren Posten bleiben. Doch sobald ein Unternehmen restrukturiert werden soll, werden neue Manager von aussen an Bord geholt, erz\u00e4hlt der Spezialist f\u00fcr die Autobranche.\u00a0Die Externen sind denn auch in den ersten zwei Jahren\u00a0erfolgreich &#8211; anscheinend. Erfolgreicher als Manager, die intern die Karriereleiter hochgeklettert sind. Die\u00a0externen Manager greifen schneller und h\u00e4rter durch, als es\u00a0diejenigen\u00a0Top-Manager t\u00e4ten, die schon lange in der Company sind. &#8222;Doch in einem stabilem Umfeld, sind regelm\u00e4ssig die Manager erfolgreicher, die innerhalb ihrer Firma an die Spitze geklettert sind.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Auf Restrukturierungsmanager folgen Strategen<\/strong><\/p>\n<p>Externen Managern passieren dagegen regelm\u00e4ssig diese Fehler: &#8222;Sie kennen die Firma nicht so gut, sie f\u00f6rdern die falschen F\u00fchrungskr\u00e4fte &#8211; und sind bei Handlungsbedaf unbefangener&#8220;, beobachtet Gushurst.\u00a0In den Vereinigten Staaten m\u00fcssen diese Restrukturierungsmanager meist nach zwei Jahren wieder gehen, dann haben sie ihre Hausaufgaben erledigt und f\u00fcr die Firma wird es Zeit, sich jetzt wieder einen Strategen zu suchen. Denn: Wer ein Unternehmen strategisch neu ausrichten will, muss es gut kennen &#8211; so wie Ex-Chef von BASF J\u00fcrgen\u00a0Hambrecht und sein Nachfolger\u00a0Kurt Bock.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>49,5 Jahre alt und schon CEO<\/strong><\/p>\n<p>Wenn also Manager nur noch f\u00fcr Phasen des Unternehmens gebraucht werden und ihr Verschlei\u00df steigt, ist es kein Wunder wenn die\u00a0CEO\u00b4s\u00a0 immer j\u00fcnger werden: 49,5 Jahre ist heute &#8211; so hat es Booz k\u00fcrzlich in einer Studie erforscht &#8211; das Durchschnittsalter, mit dem Vorstandschefs auf ihrem Posten landen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sieben Jahre bleiben CEO\u00b4s heute im Schnitt im Amt<\/strong><\/p>\n<p>Das Prinzip &#8222;Hire and fire&#8220; wird in Deutschland gelebt, weniger in den Vereinigten Staaten, vergleicht Gushurst. Auch wenn hierzulande die Verweildauer &#8211; der Ausdruck klingt eigentlich zu gem\u00fctlich &#8211; der CEO\u00b4s wieder auf sieben Jahre angestiegen, nachdem er vor vier Jahren auf 4,5 Jahre gesunken war.\u00a0Der Grund: Renditen, Aktienkurse und Ums\u00e4tze stimmen.<\/p>\n<p>Zumal, so meint Gushurst aus seiner langen Beratererfahrung, ein Wechsel unter f\u00fcnf Jahren keinen Sinn hat.\u00a0Zum Vergleich:\u00a0Die Verweildauer von CEO\u00b4s betr\u00e4gt international im Schnitt 6,5 Jahre.<\/p>\n<p>Im deutschsprachigen Raum lag die Fluktuationsquote bei 16,7 Prozent &#8211; und hat sich damit von 8,7 Prozent in 2010 verdoppelt.<\/p>\n<p>Im Detail: Der Health-Care-Sektor hatte 2011 die h\u00f6chste CEO-Fluktuationsquote mit 33,3 Prozent. Bei der Bank- und Versicherungswirtschaft lag sie bei 11,1 Prozent, in der IT-Branche bei 15 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon vertrackt mit den Anforderungen der neuen Medien, besonders f\u00fcr Bosse. &#8222;Der \u00e4ussere Druck auf die Unternehmenslenker hat massiv zugenommen.&#8220; Vor allem: &#8222;Die meisten CEO\u00b4s stehen der Grundgeschwindigkeit, wie man mit den neuen Medien umgehen muss, unsicher gegen\u00fcber,&#8220; &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2012\/07\/19\/arme-junge-ceo%c2%b4s-denen-unter-anderem-das-tempo-der-nachrichtenstrome-das-leben-schwer-macht\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[179,1789,1788,1787],"class_list":["post-642215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-booz-company","tag-klaus-peter-gushurst","tag-nachrichten","tag-uberforderte-manager"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=642215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=642215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=642215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=642215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}