{"id":641957,"date":"2011-09-29T01:06:28","date_gmt":"2011-09-28T23:06:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=641957"},"modified":"2011-09-29T01:06:28","modified_gmt":"2011-09-28T23:06:28","slug":"wie-das-mittelmanagement-dem-ansehen-seiner-firma-schadet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/09\/29\/wie-das-mittelmanagement-dem-ansehen-seiner-firma-schadet\/","title":{"rendered":"Wie die Mittelmanager ihrer Firma schaden &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Ein kluger Banker &#8211; ein sehr h\u00f6flicher und kultivierter Mann &#8211; berichtete mir mal sein Management-Geheimnis: Jeden Freitagnachmittag gehe er herum und bedanke er sich bei jedem einzelnen Mitarbeiter &#8211; f\u00fcr seinen Einsatz w\u00e4hrend der Woche. Das sei das Geringste, was er f\u00fcr sie als Vorgesetzter tun k\u00f6nne. Es koste die Company kein Geld und diene der Stimmung. Wie wahr.<\/p>\n<p>Die Personalberatung Rochus Mummert ahnte, dass es mit solchen Gesten hierzulande nur suboptimal bestellt ist und beauftragte die Marktforscher von Toluna in Frankfurt mit einer Meinungsumfrage &#8211; mit einem wenig schmeichelhaften Ergebnis f\u00fcr den deutschen B\u00fcroalltag, den Ausl\u00e4nder regelm\u00e4\u00dfig als kalt und humorlos empfinden: Deutsche Angestellte sind ungl\u00fccklich \u00fcber die mangelnde Wertsch\u00e4tzung, die sie tagt\u00e4glich erfahren. Ob den Vorgesetzten diese Tatsache wirklich unklar ist? Oder ob sie nicht wissen, wie man das anstellt, Mitarbeiter wertsch\u00e4tzen? Oder ob ihnen die Befindlichkeit ihrer Belegschaft tats\u00e4chlich gleichg\u00fcltig ist? Oder wollen sie sie einfach nur klein halten?<\/p>\n<p>Apropos klein halten: Ein Management-Trainer erz\u00e4hlte mir diese Woche von einem Unternehmen, das eine Bestandsaufnahme seiner weiblichen Belegschaft machte und herausfinden wollte, ob jemand davon geeignet sei, f\u00fcr eine F\u00fchrungsposition, erlebte ihr blaues Wunder: Sie hatten mehr als genug talentierte Frauen l\u00e4ngst an Bord, die aber samt und sonders von ihren Vorgesetzten klein gehalten wurden oder in beruflichen Sackgassen steckten, auf einem Karriere-Abstellgleis. Dar\u00fcber sollten all die Unternehmen mal nachdenken, die nur bejammern, sie w\u00fcrden am Markt nicht genug Vorstands-Kandidatinnen finden. Sie w\u00fcrden sie ja nehmen, wenn\u00b4s nur welche g\u00e4be. Mein Vorschlag: Sondieren Sie erst mal im eigenen Haus die Lage. Wenn Sie es nicht selbst k\u00f6nne: Es gibt genug Personalberater, die wissen, wie man solche Audits durchf\u00fchrt. Das k\u00f6nnte unterm Strich ein besseres Signal f\u00fcr die Belegschaft und sicherer sein, als einen Headhunter zu beauftragen, woanders dieselben Frauen abzuwerben.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zum Thema Wertsch\u00e4tzung von M\u00e4nnern und Frauen im Zusammenhang mit der Rochus-Mummert-Meinungsumfrage: Rund 40 Prozent der Befragten klagten, dass ihre Chefs nicht wissen, was sie f\u00fcr die Firma leisten. Dass ihre Chefs sie nicht wertsch\u00e4tzen und mit ihnen nicht \u00fcber ihre beruflichen Perspektiven reden. Befragt wurden hierf\u00fcr 1000 Personen, die Ergebnisse sind laut Mummert repr\u00e4sentativ.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse im Detail: Bei fast jedem zweiten Arbeitnehmer ist das letzte Personalgespr\u00e4ch l\u00e4nger als zw\u00f6lf Monate her. Mehr als jeder Dritte durfte sogar in den vergangenen zwei Jahren nicht mit seinem Vorgesetzten \u00fcber seine Karriere-Perspektiven reden. Und genau das ist in den Augen der Angestellten der Beweis f\u00fcr die fehlende Wertsch\u00e4tzung ihrer F\u00fchrungskr\u00e4fte. Rund 40 Prozent der Leute meinen, dass ihr Vorgesetzter nicht wei\u00df, wie wichtig sie f\u00fcr die Firma sind.<br \/>\n\u201eVor allem Leistungstr\u00e4ger reagieren auf fehlende Wertsch\u00e4tzung und mangelnde Perspektiven mit einem Loyalit\u00e4tsabbau gegen\u00fcber ihrem Arbeitgeber\u201c, warnt Hans-Joachim Maar, Partner bei Rochus Mummert. Mit K\u00fcndigung reagierten dann zuerst die besten Mitarbeiter &#8211; oder zumindest diejenigen, die nicht durch eine Familie an den Standort gebunden sind. Und weil schon heute die Unternehmensberater berichten, dass insbesondere ihre Unternehmenskunden aus dem Mittelstand Schwierigkeiten haben, F\u00fchrungskr\u00e4fte zu finden. Jetzt, wo die Engp\u00e4sse durch die Demographie sich erst abzeichnen, aber noch nicht mal richtig begonnen haben.<\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte, die ihre Mitarbeiter durch mangelnde Wertsch\u00e4tzung derart ver\u00e4rgern, vers\u00fcndigen sich damit letztlich selbst an ihrem Unternehmen, dessen Ansehen als Arbeitgeber sie damit besch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Und sie bewirken, dass\u00a0diese Ver\u00e4rgerung sp\u00e4ter in Arbeitgeber-Bewertungsportalen nachlesbar ist <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/2009\/07\/27\/anonyme-chef-bewertungen-im-internet\/\">http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/2009\/07\/27\/anonyme-chef-bewertungen-im-internet\/<\/a>\u00a0 &#8211; und potenzielle Bewerber abschreckt.<\/p>\n<p>Die Umfrage belegt weiter, was andere Studien schon fr\u00fcher und in noch drastischeren Zahlen zeigten: Selbst Unternehmen, wo regelm\u00e4\u00dfig Mitarbeitergespr\u00e4che stattfinden, sind oft auf dem Holzweg und glauben nur, sie machten es richtig. \u00dcber die H\u00e4lfte der Befragten berichteten, dass ihre Vorgesetzten &#8222;selten oder nie konkrete Ma\u00dfnahmen zur Weiterentwicklung der individuellen Kompetenzen thematisieren&#8220;. Maar: \u201eDie offenbar mangelnde Qualit\u00e4t in vielen Personalgespr\u00e4chen ist ein echtes Alarmsignal. Denn nur ein Arbeitgeber, der seine Leistungstr\u00e4ger durch eine Weiterentwicklung der pers\u00f6nlichen, fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen f\u00fcr den Arbeitsmarkt flexibel h\u00e4lt, kann diese &#8211; zumindest f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum &#8211; an sich binden.\u201c<\/p>\n<p>Und was diese Umfrage vor allem ans Tageslicht bringt: Wenn etliche Studien in den vergangenen Jahren die Unzufriedenheit der deutschen Arbeitnehmer festgestellt haben, so gehen diese Ergebnisse auf das Konto der Unternehmen: Denn die Unzufriedenheit hat konkrete und vor allem hausgemachte Gr\u00fcnde. Was den Personalentscheidern und Unternehmenslenkern aber nicht mal klar ist. Maar erkl\u00e4rt: \u201eBis heute wird etwa das Thema F\u00fchrungskr\u00e4ftemangel in der Regel immer noch als ein rein quantitatives Problem betrachtet.&#8220; Irrigerweise.<\/p>\n<p>Dumm nur, dass gerade die jungen Mitarbeiter andere Werte haben als die Generationen vor ihnen, die gerlernt haben, zu schlucken und weiter zu arbeiten. Unternehmensberater Andreas Sch\u00fcren von der beratung Ebner Stolz in K\u00f6ln wei\u00df gerade von Nachwuchsf\u00fchrungskr\u00e4ften zu berichten, die nicht lange fackeln. Behandelt man die nicht auf Augenh\u00f6he, sondern versucht es mit dem althergebrachten Muster des einseitigen Herumdiktierens, geben die Youngster kurzerhand Fersengeld und gehen &#8211; auch ohne einen neuen Job in der Tasche zu haben. Und lassen ratlose Unternehmenslenker zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Was h\u00f6ren Sie auf Partys und in der Kneipe von Ihren Feunden und Bekannten? Gibt es r\u00fchmliche Ausnahmen oder bildet die Rochus-Mummert-Studie auch deren Erleben im Alltag ab?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.news.de\/wirtschaft\/855210297\/arbeitnehmer-fuehlen-sich-zu-wenig-wertgeschaetzt\/1\/\">http:\/\/www.news.de\/wirtschaft\/855210297\/arbeitnehmer-fuehlen-sich-zu-wenig-wertgeschaetzt\/1\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und dazu beitragen, dass sich ihr Unternehmen als Arbeitgeber einen miesen Ruf einhandelt. Indem sie ihre Mitarbeiter nicht wertsch\u00e4tzen. Vielleicht ist es ihnen nicht einmal bewusst, aber eine Umfrage der Beratung Rochus Mummert zeigt, dass es h\u00f6chste Eisenbahn ist: In Zeiten von Arbeitgeber-Bewertungsportalen und der ver\u00e4nderten Demographie k\u00f6nnen fehlende Mitarbeiter nicht nur zu Umsatzausf\u00e4llen, sondern auch zu Vertragsstrafen f\u00fcr unp\u00fcnktliche Produktionen f\u00fchren. Die Auftr\u00e4ge werden dann gerne diejenigen Mitbewerber annehmen, bei denen sich die Mitarbeiter wohler f\u00fchlen.  <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/09\/29\/wie-das-mittelmanagement-dem-ansehen-seiner-firma-schadet\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[309,925,1051,1080,1168],"class_list":["post-641957","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-ebner-stolz","tag-rochus-mummert-unternehmensberatung","tag-toluna","tag-umfrage","tag-wertschatzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=641957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641957\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=641957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=641957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=641957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}