{"id":641161,"date":"2011-06-05T02:08:32","date_gmt":"2011-06-05T00:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=641161"},"modified":"2011-06-05T02:08:32","modified_gmt":"2011-06-05T00:08:32","slug":"wenn-die-staatsanwaltschaft-selbst-den-opfer-namen-rauspustet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/06\/05\/wenn-die-staatsanwaltschaft-selbst-den-opfer-namen-rauspustet\/","title":{"rendered":"Wenn die Staatsanwaltschaft selbst den Opfer-Namen rauspustet"},"content":{"rendered":"<p>Pressemitteilungen sollte sich der Absender dreimal durchlesen, ehe er sie rausgibt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim etwa h\u00e4tte das auch besser getan. Nachdem das Kachelmann-Verfahren nun so lange gelaufen war und alle Beteiligten sowie Berichterstatter den Namen der Nebenkl\u00e4gerin, des mutmasslichen Opfers, der langj\u00e4hrigen Ex-Geliebten, stets verfremdet hatten, leistete sich ausgerechnet die Staatsanwaltschaft eine \u00fcble Panne: sie teilte den vollen Namen der Dame mit &#8211; auch im Internet war er zu lesen. Es habe sich um ein Versehen gehandelt,\u00a0 so die d\u00fcrftige Erkl\u00e4rung\/Entschuldigung &#8211; wo ohnehin nichts mehr zu retten war.<\/p>\n<p>Was meinen Sie, was los gewesen w\u00e4re, wenn das einem der Kachelmann-Anw\u00e4lte unterlaufen w\u00e4re?<\/p>\n<p>Jedenfalls: Wer immer eine Pressemitteilung rausschickt, sollte sie sich erst einmal selbst schicken &#8211; bevor er sie an die \u00d6ffentlichkeit mailt.<\/p>\n<p>Und dann w\u00fcrde manche d\u00e4mliche oder ungeschickte Pressemitteilung, wie sie heute in Redaktionen ankommt, schon verhindert:<\/p>\n<p><strong>Statt namhaftem Absender und klangvollem Firmennamen &#8211; ein Lieschen-M\u00fcller-Absender<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>1. Firmiert der Absender als &#8222;Annemarie Gr\u00fcnzig&#8220; oder so etwas , und steht im Betreff nur das eine Wort &#8222;Pressemitteilung&#8220;, so macht das die Empf\u00e4nger nicht wirklich neugierig.<\/p>\n<p>Wer die Dame ist, weiss man nicht &#8211; und verbirgt sich dahinter tats\u00e4chlich ein namhafter Absender, so ist dieser Name als Zugpferd oder Leseanreiz verschenkt an dieser Stelle.<\/p>\n<p>Der Klick auf der L\u00f6schtaste ist bei so einer scheinbar irrelevanten Mail schnell getan.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Betreff: Pressemitteilung&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>2. Als Betreff &#8222;Pressemitteilung&#8220; zu schreiben, ist so ungef\u00e4hr das D\u00fcmmste, was geht. Denn<\/p>\n<p>a) die Empf\u00e4nger wissen es selbst, wenn sie zur Presse geh\u00f6ren. Das braucht man Ihnen nicht\u00a0 mehr in der Betreff-Zeile zuzurufen.<\/p>\n<p>Und Dass man ihnen<\/p>\n<p>b) etwas mitteilen will, ist offensichtlich &#8211; schickt man doch eine Mail.<\/p>\n<p>Nur: Bei der journalistischen Selektion, was f\u00fcr die Redaktion wichtig sein k\u00f6nnte und was nicht, und bei welcher Mail sich ein zweiter Blickt lohnt oder nicht, entscheidet sich binnen Sekunden. Zur Erinnerung: Wir sind im Zeitalter der Arbeitsverdichtung, auch und Redaktionen ganz besonders.<\/p>\n<p>Also: Wenigstens ein paar hinweisgebende Worte wie: &#8222;Personalie Michael X&#8220; oder &#8222;Teamwechsel &#8230;&#8220; oder Dealmeldung Itzenplitz oder nur &#8222;Charityaktion Kindergarte Regenbogen&#8220;m\u00fcssen einfach sein. F\u00fcr die erste Selektion, f\u00fcrs\u00a0 sp\u00e4tere Wiederauffinden und \u00fcberhaupt: Weil es h\u00f6flich ist, den Empf\u00e4nger nicht an der Nase herumzuf\u00fchren und ihm nicht die Zeit zu stehlen.<\/p>\n<p>Ich darf Ihnen versichern, diese grundlegenden Fehler machen sogar ein Gro\u00dfteil der Law Firms mit nenennswert gro\u00dfen Presse- und Marketingabteilungen\u00a0 oder auch andere Dienstleister.<\/p>\n<p>Die kommen auch nie auf die Idee, dass lieber der Sprecher selbst, wenn schon nicht ein Managing-Partner-Name seinen Namen an der Stelle in die Wagschale werfen sollte &#8211; in die Wagschale, damit er die Aufmerksamkeit bekommt, die sich die Absender davon versprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fcrden sich die Absender von Pressemitteilungen diese vor dem Rausschicken mal kurz selbst zuschicken und kontrollieren, w\u00fcrden viele Fehler unterbleiben. Dann h\u00e4tte vielleicht auch die Staatsanwaltschaft K\u00f6ln nicht versehentlich den Namen der Nebenkl\u00e4gerin und m\u00f6glichem Opfer ver\u00f6ffentlicht.  <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/06\/05\/wenn-die-staatsanwaltschaft-selbst-den-opfer-namen-rauspustet\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[868,993],"class_list":["post-641161","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-pr","tag-staatsanwaltschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=641161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/641161\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=641161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=641161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=641161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}