{"id":640868,"date":"2011-05-03T15:03:10","date_gmt":"2011-05-03T13:03:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=640868"},"modified":"2011-05-03T15:03:10","modified_gmt":"2011-05-03T13:03:10","slug":"deutsche-sollten-sich-nicht-als-chef-in-frankreich-versuchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/05\/03\/deutsche-sollten-sich-nicht-als-chef-in-frankreich-versuchen\/","title":{"rendered":"Deutsche sollten sich nicht als Chef in Frankreich versuchen"},"content":{"rendered":"<p>Gerade mal 17 Prozent der deutschen Arbeitnehmer benoten ihren direkten Chef mit &#8222;sehr gut&#8220; &#8211; das sind elf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Da fanden noch 28 Prozent der Befragten ihren eigenen Vorgesetzten ganz prima. Noch kritischer sehen nur noch die Amerikaner und die Polen\u00a0(- 20 Prozentpunkte jeweils) sowie die Briten (- 15 Prozentpunkte) ihre F\u00fchrungskr\u00e4fte. Insgesamt befragte die Outplacement-und Personalberatung von Rundstedt aus D\u00fcsseldorf 6.800 Arbeitnehmer in elf L\u00e4ndern (Deutschland, Belgien, England, Frankreich, Italien, Kanada, Polen, Rum\u00e4nien, Russland, Spanien und \u00a0USA).<\/p>\n<p>Diese Ergebnisse sind &#8211; jedenfalls was Deutschland angeht &#8211; im Hinblick auf die Demographie bedrohlich. Sollten die Betreffenden ihren Unmut umsetzen und ihren ungeliebten Chefs f\u00fcr das erstbeste Angebot der Konkurrenz den R\u00fccken drehen, wird es wom\u00f6glich eng. Nehmen die Menschen doch nicht nur ihr fachliches Branchen-Know-how mit, sondern oft auch wertvolle Verbindungen und Kontakte ausserhalb der Firma. Und am Ende ist eben doch nicht jeder ersetzbar.<\/p>\n<p>Was die Deutschen insbesondere st\u00f6rt? Dass ihre Chefs <strong>nicht entscheidungsfreudig<\/strong> sind. 41 Prozent der Befragten finden diese Schw\u00e4che &#8222;v\u00f6llig inakzeptabel&#8220;, so die von-Rundstedt-Studie. Bei den Italienern st\u00f6rt dieselbe Unart dagegen nur\u00a026 Prozent der Befragten. So gesehen bleibt deutschen Chefs ja immer noch der Gang nach Italien, wenn sie hierzulande wegen Entscheidungsschw\u00e4che gefeuert werden.<\/p>\n<p>Wer dagegen &#8211; wie so viele deutsche F\u00fchrungskr\u00e4fte &#8211; mit wenig <strong>Manieren und gutem Umgangston<\/strong> gesegnet ist, sollte tunlichst hier bleiben und ja nicht nach Franreich gehen. 52 Prozent der Franzosen missbilligen es n\u00e4mlich, wenn zum Beispiel der Chef gru\u00dflos an ihnen vorbeigeht. Solch ein respektloser Chef kann anscheinend in den USA mit seiner Tour durchkommen: da st\u00f6ren mangelnde Manieren nur 19 Prozent der Besch\u00e4ftigten. Das d\u00fcrfte aber in dem Zusammenhang zu sehen sein, dass etliche\u00a0Umgangsformen dort ohnehin sehr unique sind durch eine ausger\u00e4gte Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrechtsprechung.\u00a0Deutsche f\u00fchrungskr\u00e4fte, die in die Vereinigten Staaten gehen, werden meist erst mal in entsprechende Schulungen geschickt &#8211; damit sie dem Unternehmen keine Millionen-Klage wegen Diskriminierung oder sonstwas einhandeln<\/p>\n<p><strong>Wendeh\u00e4lse<\/strong> dagegen \u00e4rgern besonders die Franzosen mit 60 Pozent sowie die Belgier mit 54 Prozent. den Italienern ist solche Meinungswechselei je nach Windrichtung mit 33 Prozent nicht ganz so wichtig.<\/p>\n<p>Was Mitarbeiter des weiteren nervt: Wenn Chefs sich <strong>emotional nicht in Griff<\/strong> haben, \u00e4rgert die 48 Prozent der Russen. Bei den Kanadiern sind dies 41 Prozent und den Amerikanern 44 Prozent.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-640926\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2011\/05\/rundstedt_2304101-150x150.jpg\" alt=\"rundstedt_2304101\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Warum Chefs schlechtere Noten bekommen als fr\u00fcher? Die Studie begr\u00fcndet das\u00a0ganz allgemein mit der\u00a0Wirtschafts- und Finanzkrise, beantwortet die Frage aber letztlich nicht. Sophia von Rundstedt glaubt:&#8220;Die Anforderungen an F\u00fchrungskr\u00e4fte sind immens gestiegen. Wegen der hohen Innovationsgeschwindigkeit, der Globalisierung, des demographischen Wandels und des fortschreitenden Fachkr\u00e4ftemangels sind Kommunikation, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung extrem wichtig geworden. Ein Vorgesetzter muss viele Rollen gleichzeitig ausf\u00fcllen: Weniger die des Fachvorgesetzten, sondern eher als Vorbild und Ideenstifter, Integrationsfigur, Coach und Talent- oder Performance-Manager. Und den Anforderungen werden viele Chefs noch nicht gerecht.&#8220;<\/p>\n<p>Ein interessantes Ergebnis der Untersuchung aber ist dies:\u00a0<strong>Je gr\u00f6\u00dfer<\/strong> das Unternehmen, umso <strong>unzufriedener die Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten<\/strong>. Ob es daran liegt, dass sich F\u00fchrungskr\u00e4fte mit Unarten und Defiziten in solchen Hierarchien auch heute noch gut verstecken k\u00f6nnen? Oder dass man sich in gro\u00dfen Unternehmen ab einer bestimmten Hierarchieebene gegenseitig besser sch\u00fctzt? Der geschlossenen Reihe zuliebe? Die Frage sollte man mal untersuchen.<\/p>\n<p>Personalexpertin Sophia von Rundstedt gibt der Anzahl der Hierarchieebenen die Schuld. Je mehr Ebenen, umso schwieriger wird Kommunikation und Motivation: Bei der Weitergabe von Informationen kommen jene oft nicht mehr eins zu eins an, Teilinformationen gehen verloren. Mit der Folge: &#8222;Durch diesen mangelnden Informationsflu\u00df kann Unzufriedenheit entstehen &#8211; und das fokussiert sich oft auf den direkten Vorgesetzten.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine internationale Studie zeigt, welches F\u00fchrungsverhalten welche Nation am meisten nervt &#8211; und welche ihren Chefs am wenigsten F\u00fchrungskompetenz attestieren. Ein Fazit: je gr\u00f6\u00dfer die Firma umso schlechter f\u00fchren die Vorgesetzten. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/05\/03\/deutsche-sollten-sich-nicht-als-chef-in-frankreich-versuchen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[220,419,420,1139,1140],"class_list":["post-640868","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-chef","tag-fuhrungskompetenz","tag-fuhrungskrafte","tag-von-rundstedt","tag-vorgesetzte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=640868"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640868\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=640868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=640868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=640868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}